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Pristine Classical Download twenty-six: Weingartner dirigiert Brahms

08.04.2011  | von Reinhold Martin
 
Diese Brahmsaufnahmen entstanden zwei Jahre vor dem Tod des 1863 geborenen und in Österreich aufgewachsenen Dirigenten Felix Weingartner, der als einer der späten Schüler von Franz Liszt in Weimar eine für seine Zeit typische Kapellmeister-Karriere durchlief, die ihn zunächst von Königsberg über Danzig und Hamburg nach Mannheim und als Nachfolger von Gustav Mahler an die Wiener Hofoper führte.

Pristine Classical Download twenty-six: Weingartner dirigiert Brahms
Nach einem Umweg über Hamburg ließ er sich dann in Darmstadt als Genralmusikdirektor nieder und übernahm schließlich zuletzt das Sinfonieorchester in Basel. Sein letztes Konzert vor seinem Tod in Winterthur im Jahr 1942 fand 1940 in London statt. Als Schüler von Weingartner sind unter anderen Josef Krips, Paul Sacher und Georg Tinter zu nennen, der in seinen späten Jahren mit seinen Mahler-Aufnahmen Furore machte. Zu den auf Platte festgehaltenen Highlights des Repertoires Felix Weingartners gehört die erste Aufnahme sämtlicher Beethoven-Sinfonien in den 30-er Jahren und die in London am Ende seiner Karriere entstandene Aufnahme sämtlicher Brahms-Sinfonien, von denen Pristine Classical die ersten beiden Sinfonien unlängst im Remastering vorgelegt hat. Wie in unserem Download nachhörbar entsprechen die Brahms-Sinfonien der „objektiven“, der Partitur verpflichteten Gangart eines Arturo Toscanini eher als dem „subjektiven“ romantischen Ansatz eines Wilhelm Furtwängler. Die die Struktur des musikalischen Ablaufs aufdeckende Klarheit und Durchsichtigkeit lässt Weingartners Brahms-Interpretation „modernerer“ klingen als das, was heutzutage so mancher Dirigentenstar im Konzertsaal und auf CD als Brahms verkauft. Entscheidend für eine Beurteilung seiner bis ins Detail luziden Brahms-Interpretation ist die technische Aufbereitung der ursprünglich auf Schellack-Platten gebannten Aufnahmen mit dem London Symphony Orchestra und dem London Philharmonic Orchestra, deren ursprüngliche Klangqualität weder dem Dirigat Felix Weingartners noch der hohen Spielkultur der beiden Orchester gerecht wurde, wie Andrew Rose in seinem Kommentar zu seinem Remastering ausführt:

„Das Remastering und Restaurieren dieser Aufnahmen gestaltete sich ausgesprochen knifflig und nahm mich mit Unterbrechungen mehr als drei Monate in Anspruch. Während zu Beginn alles ausgesprochen vielversprechend aussah, stellte es sich im Laufe der Zeit heraus, dass der vielversprechende, weil Potentisl zur Öffnung des Klangs bietende Frequenzbereich – der Bereich der Höhen oberhalb der „standardgemäß“ bei 78 UpM wiedergegebenen Frequenzen –, durch äußerst heftiges kratzendes Oberflächengeräusch gestört war. Unglücklicherweise zeigten sämtliche zur Verfügung stehenden Schellackquellen dasselbe Problem. Schließlich gelang es mir jedoch glücklicherweise, das Störgeräusch weitgehend zu eliminieren, ohne den Informationsgehalt zu beeinträchtigen.

Das Resultat ist ein deutlich erweiterter, zu natürlichem Klang beitragendem Frequenzbereich an beiden Frequenzenden, in den Tiefen und Höhen, in Verbindung mit einem generell sehr sauberen Hintergrund und somit aller Mühen wert. Der enge und häufig dumpfe Klang bisheriger Wiederauflagen ist nunmehr endgültig Geschichte, so dass man diese herrlichen Aufnahmen letztendlich in einer Form genießen kann, die klanglich sehr viel näher an dem liegen dürfte, was Weingartner selber anlässlich der Aufnahmesitzungen gehört hat.“

Interpretation 90%
Editorischer Wert 100%

Pristine Classical Download twenty-six: Weingartner dirigiert Brahms
BRAHMS Sinfonie Nr. 1 in c-moll, Op. 68
London Symphony Orchestra
Produzent: Lawrance Collingwood
Aufnahmedatum 16. und 18. Februar 1939, Abbey Road Studio 1, London
BRAHMS Sinfonie Nr. 2 in D-dur, Op. 73
London Philharmonic Orchestra
Produzent: Walter Legge
Aufnahmedatum 26. Februar 1940, Kingsway Hall, London
Dirigent Felix Weingartner
TT: 75'43
PASC 281
Download 16 und 24 Bit FLAC und als CD




Brahms Sinfonie Nr. 2
1. Satz
ca. 54,7 mb (flac)

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