Bei der Entschlossenheit, mit der Maria Baptist schon in den ersten Stücken ihres Album die Improvisationen anschwellen lässt, immer mitreißender, immer mächtiger werdend, würde man auf der Klavierbank eher einen kräftigen Kerl vermuten. Ganz im Ernst: Wer sich dem treibenden Fluss dieser Musik hingibt, gerät leicht in einen fast trancehaften Strudel.
| Maria Baptist Trio – Spring In Berlin |
Mit 25 Jahren kehrte sie zurück ins gewandelte, sich wandelnde Berlin, wurde zur Jazzpianistin, die Klassik spielen kann, zur Musikprofessorin, die es versteht, ein Jazztrio zum Kochen zu bringen. Nicht nur den Trance-Flow auf den 88 Tasten beherrscht Maria Baptist, sondern (zum Glück) auch viele andere Facetten der Jazzpiano-Kunst. Sie kann treibenden Swing entfachen („Spring In Berlin“) und spannende, rockende Stücke schreiben („Change Of Seasons“) und, ja doch: Sie kann Balladen spielen, kann dabei die Räume wirken lassen, ganz entspannt, und den verwirrenden Gefühlen nachhorchen, die von irgendeiner kleinen, fast zufälligen Phrase im Diskant wachgerufen werden.
Über dem sprudelnden Sog, der strukturellen Dichte und europäischen Klarheit ihres Spiels vergisst Maria Baptist jedoch nie, woher der Jazz eigentlich kommt. Da gibt es immer wieder diese kleinen Blues-Wirbel, diese Offbeat-Akzente, diese mutwilligen Achtelnotenketten, diese Blockakkorde, die sagen: Black America! Deshalb darf Maria Baptist auch gerne so etwas Verkopftes spielen wie ihre deutsch-englisch benannte „Fuge For Jazztrio“: Denn das Künstliche wandelt sich bei ihr ganz von selbst und übergangslos in natürliche, virtuose, mitreißende Improvisation. Eine komplette Pianistin, ein überzeugendes Trio. – Hau rein, Professor!
| Maria Baptist Trio – Spring In Berlin |
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| Blue Hour Sign Of The Zodiac Daydream Fuge For Jazztrio Linger Spring In Berlin Change Of Seasons No Me Llores Mas Loving Sunset So Long Ago |
| Maria Baptist – Klavier Andreas Henze – Bass Michael Kersting – Schlagzeug |
| MBM 3025 (2001) TT: 58:42 |















