Um 1960 half Don Cherry mit, den Jazz aus dem Gefängnis seiner Formalismen zu befreien. Damit diese neue Freiheit dann auch einen Sinn bekam, rollte er dem Jazz in den folgenden Jahren den Spielwiesen-Teppich exotischer Kulturen aus. Auf diese Weise war Don Cherry um 1980 zur Verkörperung des World-Jazz geworden – eine charismatische Galionsfigur.
| Bitter Funeral Beer Band – Live In Frankfurt 82 |
Grundlage und Inspiration von Bergers Musik ist eine ghanaische Totenfeier, bei der (neben dem eigens gebrauten bitteren Bier) traditionell ein bestimmtes Xylophon (Ko-Gyil) eine wichtige Rolle spielt. Mit diesem Xylophon führt Berger die Rhythmusgruppe an, während ein halbes Dutzend Bläser und ein paar Streicher darüber höchst fantasievolle Melodien, Riffs und Gegenmelodien anstimmen, die an afrikanische Ritualchöre oder den südafrikanischen Jazz erinnern. Zuweilen lässt der schnarrende Klang des tiefen Xylophons und zweier Bassklarinetten sogar an Ensemblemusiken von Steve Reich denken. Es ist ein erdiger, positiver, trancehafter Groove, der viel Raum eröffnet: Raum für ausgedehnte freie oder modale Improvisationen, nacheinander, im Wechsel – oder auch immer abwechselnd im Reigen von Trompete, Sarod, Frauenstimme und Saxophon.
Natürlich ist Don Cherry mit seiner Taschentrompete der Hauptsolist – mal gewittrig, mal beschwörend, mal lyrisch, aber immer hoch emotional, dringlich, ergreifend. Denn so empfand man damals diesen kollektiven, ethnisch gefärbten Jazz: als gelebte Freiheitsbewegung, als multikulturelles Anliegen, als sinnliches politisches Manifest. Deutschland war noch geteilt, in Südafrika herrschte noch Apartheid. Ein wichtiges Dokument.
| Bitter Funeral Beer Band – Live In Frankfurt 82 |
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| Darafo Chetu Bitter Funeral Beer Funeral Dance Gahu |
| Bengt Berger – Ko-Gyil, Atsimevu Don Cherry – Taschentrompete K. Sridhar – Sarod Ulf Wallander – Sopran- und Tenorsaxophon und 10 weitere |
| Country & Eastern CE 09 (Veröffentlichung 2007) |
| TT: 56:04 |















