Banner
Test: 

Einstein The Preamp

20.06.12  | Jürgen Saile
 
Endstufen-Boliden sind cool! Das macht einfach was her. Hier erscheint auch mal ein höherer Preis allein durch die schiere Masse oder durch glamouröses Äußeres gerechtfertigt. Vorstufen sind dagegen mehr so etwas wie das fünfte Rad am Wagen. Zusätzliche Elektronik im Signalweg, verschlechtert nur den Klang. Muss halt sein. Oder doch nicht?
teaser

Eigentlich liefert der CD Spieler ja genügend Spannung um die Endstufen direkt anzusteuern! Einen Versuch ist dies natürlich immer wert, aber eine potente Ausgangsstufe muss der DAC unbedingt haben. Und da fangen die Probleme oftmals schon an, diese lässt sich nämlich nicht für ein paar Cent realisieren. Spätestens aber mit dem Betrieb eines Plattenspielers stellt sich die Frage nach der Vorstufe nicht mehr.

Typischer Einstein Look, das voll verchromte Gehäuse ist schon eine Schau!

Der Vorverstärker prägt entscheidend den Klang. Mehr noch als die Endstufe. Eine Fehlanpassung eines zu schwachen Endverstärkers an einen 80-Dezibel-Lautsprecher kostet Dynamik, das ist eigentlich jedem klar. Dass aber auch die Vorstufe bei schlechter Auslegung Dynamik vernichten kann, wird gerne übersehen. Die Vorstufe muss winzige Signale aus dem Millivoltbereich auf Ausgangspegel von mehreren Volt anheben. Somit ist auch einleuchtend, dass hier allergrößte Sorgfalt beim Schaltungsdesign und der Auslegung der Baugruppen erforderlich ist. Ich behaupte einfach einmal ganz frech, dass der Bau einer hervorragend klingenden Vorstufe eine viel größere Herausforderung ist, als der einer Endstufe. Leider schlägt sich dies – bei adäquater Auslegung – auch im Preis nieder.

Jedem Eingang seine eigene Röhre. Auch „halbseitig gelähmte“ XLR Signale werden von der Eingangsröhre vollsymmetriert. Massiv ausgeführte Erdungsklemme, so muss es sein!

Nicht nur in China oder Japan werden Röhrengeräte gebaut, auch wenn es manchmal den Anschein hat. Die Firma Einstein liefert den besten Beweis, dass in unseren Landen hervorragende Geräte dieser Gattung gebaut werden. Vor mir steht, nein ruht, der Röhrenvorverstärker „The Preamp“ aus gleichem Hause. Bereits optisch ist dies ein spektakuläres Objekt, eine Armee von 18 Doppeltrioden vom Typ E88CC haben sich hinter den beiden verchromten Trafogehäusen positioniert. Ist dies nun ein Gerät für eine 9 Kanal Surround Anlage?

Mit so einem Unsinn gibt sich Rolf Weiler, der Einstein-Entwickler, natürlich nicht ab. Die Idee bei diesem Design ist meines Erachtens weltweit einmalig. Man möchte nicht nur kurze Signalwege realisieren, sondern auch gleich den Eingangsumschalter einsparen. Je weniger Übergangskontakte, desto besser. Diesen Part übernehmen zehn E88CC Trioden; jeder Eingang hat somit seine eigene Triode. Der Eingangswahlschalter aktiviert dann nur noch die Heizspannung der Röhre des gewünschten Eingangs und schaltet diese um, wenn der Eingang gewechselt werden soll.

Dies bedeutet, dass im Betrieb immer nur ein Röhrenpaar im Eingang aktiviert ist. Nix mit Weihnachtsstimmung und 18 glimmenden Trioden! Aber 10 Röhren sind wegen der 8 Ausgangsröhren dennoch immer in Betrieb. Weiler setzt in dem Testgerät Philips NOS Röhren vom Typ JAN 6922 (baugleich mit E88CC) ein. JAN steht für Joint (!) Army Navy, also für Militärzwecke spezifizierte Röhren, mit Standzeiten von 10.000 Stunden! So einen Treibsatz findet man auch nicht alle Tage in einer Vorstufe. Der Vertrieb hält auch genügend Ersatzröhren vorrätig, so dass sich niemand um Nachschub sorgen muss. Die Röhren sind auf einem Subchassis federnd gelagert mit einer Eigenresonanz von 3 – 5 Hertz, dies sind Frequenzen, die vom Lautsprecher üblicherweise nicht mehr wiedergegeben werden.
«StartZurück1234WeiterEnde»
Seite 1 von 4

Wir laden Sie ein, diesen Artikel zu kommentieren. Bitte loggen Sie sich dazu ein. Falls Sie sich noch nicht registriert haben sollten: dies ist im Handumdrehen erledigt.

Banner
Banner
Banner
Banner
Banner
Banner
Banner
Banner
Banner
Banner
 
Banner