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Test: 

Audio Consulting MIPA 30
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01.08.12  | Jürgen Saile
 
Ich muss gestehen, ich habe ein Faible für unkonventionelle Geräte. Mich interessiert immer, wenn es jemand wagt, ausgetretene Pfade zu verlassen. Und welche Ideen dahinter stecken. Wenn die Konstruktion dann auch noch zuverlässig funktioniert und gut klingt, das hat doch was! Schräg alleine genügt natürlich nicht. Damit komme ich zu Audio Consulting, einem eidgenössischen Hersteller, bei welchem sich der Firmeninhaber Serge Schmidlin bevorzugt mit unkonventionellen Lösungen beschäftigt. Die schweizer Herkunft bürgt ja irgendwie für Qualität, womit der erste Punkt eigentlich erfüllt sein sollte.
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Schweizer Präzisionsarbeit, handmade in Commugny!

Audio Consulting hat sich in Kennerkreisen schon vor längerer Zeit einen Namen gemacht mit der Herstellung von Übertragern. Die Ausgangsübertrager, oder – je nach Schaltung – auch die Zwischenübertrager sind bei Röhrengeräten klangentscheidende Komponenten. Bei der Konstruktion und Herstellung spielen sehr viele Faktoren eine wichtige Rolle: die Wickeltechnik, das verwendete Kernmaterial, Form des Kerns, die Stärke der Lamellen und vieles mehr. Insbesondere aus der Wickeltechnik wird in japanischen Kreisen gerne ein Geheimnis gemacht. Erst das richtige Zusammenspiel aller Faktoren lässt einen perfekten Übertrager entstehen. Deshalb sind gute Transformatoren teuer; waren sie schon immer. Um hier Kosten zu sparen, werden bei der Stromversorgung vermehrt Schaltnetzteile eingesetzt, auch wenn die Industrie hierfür gerne eine andere Begründung sucht.

Wo ist hier die Kaltgerätebuchse versteckt? Auflösung im Text!

Für Hifistatement hat Schmidlin den Endverstärker MIPA 30 über die Alpen gebracht. Das Unkonventionelle an diesem Gerät ist nun nicht der Name; der steht für Mains Independent Power Amp, sondern das gesamte Konzept. Nach dem Auspacken erhält man ein überraschend schweres Gerät in einem MDF Gehäuse. MDF? Das Gehäuse ist mehrfach grundiert, speziell lackiert und macht mit der marmoriert erscheinenden Oberfläche einen edlen Eindruck. Andere Holzvarianten sind natürlich ebenso möglich. Generell vermeidet Schmidlin Metal,l wo immer es geht; ein Alu-Gehäuse wäre wesentlich billiger gewesen.

Ein langer, hölzerner Einschaltknopf – hier hat wohl Pinocchio Modell gestanden – an der Frontplatte, zwei LEDs, Ein- und Ausgänge an der Rückseite, das wars! Mehr braucht man allerdings bei einer Endstufe auch nicht. Ach ja, zwei Buchsen für externe Ladegeräte sind mittig angebracht. Kühlkörper sind nirgendwo zu sehen, Class D? Röhren? Aufschluss hierüber gibt ein Blick unter die Haube. Was findet man nun nach Öffnen der Haube? Zunächst einmal sieht das Innenleben völlig anders aus, als man es normalerweise gewohnt ist. Man meint, hier hätte die kleine Tochter beim Aufbau mit ihren Bauklötzchen mitgeholfen. Wer sich hierdurch allerdings verblüffen lässt, macht einen großen Fehler; in dem Gerät ist alles wohldurchdacht und perfektioniert.

Es existieren zwei große 12 Volt Akkus, das erklärt schon einmal das Fehlen einer Kaltgerätebuchse. Der MIPA ist- wie der Name schon sagt – für reinen Akkubetrieb konzipiert. Mit einer Akkuladung können mäßig wirkungsgradstarke Lautsprecher acjt bis zehn Stunden betrieben werden, bei höherem Wirkungsgrad entsprechend länger. Jetzt werden Sie sagen, auf die Idee sind andere Hersteller auch schon gekommen. Stimmt, aber das ist natürlich noch nicht alles. Auch hier ist die Spezialität des Hauses, der Übertrager, ein wesentlicher Bestandteil der Schaltung. Das Signal läuft zunächst über einen Eingangsübertrager, der zusätzlich das Signal in Plus und Minus splittet. Von dort geht es zu den MosFet-Verstärkerstufen, jeweils eine für Plus und für Minus. Die Transistoren sind  auf einer kleinen, gefedert gelagerten Platine aufgebracht. Dies ist auch die einzige Stelle, die nicht frei verdrahtet ist. Interessantes Detail am Rande: Die Elektrolytkondensatoren auf der Platine sind gestrippt, das heißt, die Plastikhülle mit dem Aufdruck der Daten und Polarität wurde entfernt. Dies bringt durchaus eine Klangverbesserung, wie ich aus eigener Erfahrung weiß. Von den MosFets geht es dann über einen weiteren Übertrager an die Ausgangsbuchsen. Dieser soll die Leistungsübertragung an die Lautsprecher optimieren. Die Bandbreite des Ausgangstrafos endet bei 95 Kilohertz.
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