Teilt man den CD-Receiver Aura Note Premier auf zwei Gehäuse auf, erhält man den CD-Player Neo und den Verstärker Groove. Preislich der Kategorie Designkiste längst enteilt, sollen sowohl der anspruchsvolle Musik-, als auch der verwöhnte Designliebhaber bedient werden, sogar an den Computerfreund wurde gedacht.
Wenn es ein schönes Beispiel für internationale Zusammenarbeit gibt, ist es das der Firma Aura. Ursprünglich in England gegründet und zwischenzeitlich im Besitz von Bowers & Wilkins, gehört sie seit 1996 zu Aura Design Japan Limited. Die lassen die Hüllen der Geräte in England von Kenneth Grange gestalten. Der technische Inhalt kommt von April Design in Süd-Korea, und zusammengefügt wird in China. Diese Liaison mündet in den brandneuen CD-Player Neo und den Vollverstärker Groove. Mit jeweils 1600 Euro Verkaufspreis sprengen sie ein wenig die Dimension der sonst von mir getesteten Hifi-Gerätschaften, und auch optisch fallen sie aus dem Rahmen.
Gerade mal 28,6 Zentimeter in der Breite und 7,5 Zentimeter in der Höhe, fallen sie sehr kompakt aus, die verchromte Front – beziehungsweise beim Neo auch die Oberfläche der Oberseite – gibt ihnen einen noblen Touch, die Anfassqualität ist außergewöhnlich gut.
Bei Neo und Groove handelt es sich eigentlich um einen zerteilten Note Premier, einen CD-Receiver (früher nannte man sowas Kompaktanlage) mit diversen digitalen Eingängen. Dessen Digitalsektion und Verstärkerteil bekamen jeweils ein eigenes Gehäuse, und der Tuner fiel weg. Ziel war es zum einen, durch eigene und kräftigere Stromversorgung dem Verstärker zu mehr Leistung, Standfestigkeit und Feinheiten zu verhelfen, zum anderen der Digitalsektion eine ungestörte Basis für das Aufpäppeln von Bits und Bytes zu geben.
| AUFGERÄUMTE FRONT DES NEO. ALLE WEITERFÜHRENDEN FUNKTIONEN WERDEN ÜBER DIE FERNBEDIENUNG ABGERUFEN |
Gerade beim Neo haben Sich die Entwickler einiges einfallen lassen. Genau genommen handelt es sich um eine separate Laufwerks-/Wandlereinheit. Die aus klanglichen Gründen als Nur-CD-Laufwerk ausgelegte Abspieleinheit kommt von Sanyo (der Laser von Toshiba) und ist eingebettet in einen Metallrahmen, der auf Elastomeren zur Entkoppelung gelagert ist. Die Zeiten, als CD-Laufwerke noch en gros beim x-beliebigen Zulieferer eingekauft werden konnten, sind wohl ein für alle mal vorbei. Die CD legt man in den als Toplader arbeitenden Neo ein, nachdem man die sauber geschliffene Glasplatte nach links geschoben hat, die CD wird mit einem magnetischen Puck fixiert.
| SCHIEBT MAN DIE KLAPPE WÄHREND DES SPIELENS ZUR SEITE, LÄUFT DIE CD OHNE BREMSE AUS. PRAKTISCH: DIE GRIFFMULDEN ZUR PFLEGLICHEN ENTNAHME DER CDS |
Das Laufwerk kann CDs mit 16 Bit/44,1 Kilohertz sowie mp3- und WMA-Dateien lesen. Wem das zu wenig Auflösung ist, der kann über den integrierten Wandler auf 96 Kilohertz oder 192 Kilohertz upsamplen. Die Wandlersektion, der CS4398 von CIRRUS LOGIC, ist noch deutlich variabler und entgegenkommender. Es gibt einen optischen und einen koaxialen Eingang mit jeweils maximal 24 Bit / 96 Kilohertz-Samplingrate sowie einen USB-B-Eingang, der maximal 16 Bit / 48 KHz verarbeiten kann. Dieser Eingang wird von Mac, Win- oder Linux PC als externes Audio-Device erkannt und bietet so sehr einfach die Möglichkeit, Musik von der Festplatte zu streamen. Die Eingänge sind jeweils über die Fernbedienung oder direkt am Gerät schaltbar. Will man den Datenstrom vom Laufwerk abzweigen, gibt es auch hier einen optischen und einen koaxialen Ausgang. Das analoge Signal wird entweder über RCA-Buchsen oder über einen symmetrischen XLR-Ausgang ausgegeben. Bedienen lässt sich der Player mit einer handlichen Fernbedienung, die alle benötigten Funktionen nebst Dimmung der Anzeige umfasst. Am Neo selbst befinden sich nur die nötigsten Bedienelemente.
| DIE SCHLICHTE FRONT DES GROOVE. EIN- UND AUSGESCHALTET WERDEN BEIDE GERÄTE ÜBER EINEN WIPPSCHALTER AUF DER RÜCKSEITE |
Der Groove nimmt sich dagegen auf den ersten Blick wie ein normaler Verstärker aus. Lautstärkeregelung und Quellenwahl erfolgen über einen Controller, ansonsten ist die Verstärkersektion voll diskret aufgebaut. Unter dem Gehäusedeckel geht es mit guten Bauteilen eng gepackt, aber sauber aufgebaut zu. Signale werden symmetrisch verarbeitet und gelangen zu einer Mos-Fet-Endstufe, in der jeweils zwei Pärchen Hitachi-Endtransistoren im Push-Pull-Betrieb werkeln und eine Leistung von 75 Watt an 8 Ohm pro Kanal stemmen.
| ENG GEDRÄNGT, ABER SAUBER NACH BAUGRUPPEN GETRENNT GEHT ES IM GROOVE ZU |











