Was darf und kann man von einem Wandler erwarten, der nicht weniger als fünf digitale Eingänge und zusätzlich einen analogen Eingang verwaltet, dank Lautstärkeregelung als veritable Vorstufe einsetzbar ist und trotzdem für weniger als 2.000 Euro über den Ladentisch geht?
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| Benchmark DAC1 Pre |
Ziemlich genau vor drei Jahren platzte der Benchmark-Wandler in seiner ersten Inkarnation in mein audiophiles Leben, das sich seit Einzug einer dCS-Kette zur Jahrtausendwende in meinen Hörraum im friedlichen Gleichgewicht zwischen analogen und digitalen Tonträgern abspielte. Nicht etwa, dass der winzige Benchmark die dCS-Wandlerkünste ad absurdum geführt hätte. Nicht doch. Nur: Er kam der Delius/Purcell-Kombi mit seiner klanglichen Kompetenz viel näher, als es der eklatante preisliche Unterschied hätte auch nur erahnen lassen. So nahe, dass es mit der Ruhe auf der digitalen Seite meines Daseins - besser als per dCS oder Meitner geht es nicht - schlagartig vorbei war. Sollte der technische Fortschritt relativ preisgünstige Wandler realisierbar machen, die in der Königsklasse mitspielen? Genau das war der Fall. Kein Wunder, dass der Benchmark DAC1 die Szene frisch aufmischte und sich verkaufte wie geschnitten Brot. Die Konkurrenz in Gestalt von PS Audio und Aqvox ließ denn auch nicht lange auf sich warten. Deren PC-Freundlichkeit dank USB-Anschluss motivierte die Entwickler von Benchmark zur Version DAC1 USB. Mit dem brandneuen DAC1 PRE mutierte der Benchmark jetzt schließlich zum veritablen Mehrzweck-Vorverstärker, an den neben sage und schreibe fünf digitale Quellen auch eine analoge Quelle anschließbar ist. Vielseitigkeit zeichnete den Benchmark-Wandler ja von der ersten Stunde an aus. Dank zweier Kopfhöreranschlüsse am Ausgang einer klanglich kompetenten, speziellen Endstufe war und ist er Geheimtipp in der Fraktion umweltfreundlicher Kopf-Hörer, die als weitere Hardware nur einen CD-Player mit Digitalausgang bzw. einen PC oder Mac benötigen, um ans musikalische Ziel zu gelangen. Dass der Benchmark sich zumindest bislang eine Fernsteuerung für die Lautstärkeregelung und ggf. auch zur Quellenumschaltung spart, dürfte allenfalls Hörer stören, die über den DAC oder den brandneuen PRE per Lautsprecher hören. Jedenfalls stellt der Benchmark in jeder seiner Inkarnationen, die es alle noch zu haben gibt, wobei der PRE die Summe aus DAC1 und DAC1 USB plus Analogeingang ist, per Drehsteller auf der Frontplatte lautstärkeregelbare Ausgänge bereit. D.h., eigentlich ist jeder Benchmark ein „Pre“ zumindest für digitale Quellen, also eine Vorstufe, mit der Endstufen direkt angesteuert werden können. Jedoch ist nur der neue „PRE“ eine vollwertige Vorstufe, allerdings ohne Balance-Steller, insofern, als zusätzlich zu digitalen Quellen per AES-EBU, SPDIF-, und optischem, aber auch USB-Eingang zusätzlich eine analoge Quelle unsymmetrisch anschließbar ist. So weit so schön. Wie aber steht es um die klangliche Kompetenz des DAC1 PRE?
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| Benchmark DAC1 Pre – Rückseite |
Ganz Studio-Profi - Benchmark bestückt in erster Linie den Profimarkt - zeigt der DAC1 PRE ohne großartige Einspielzeit, frisch aus dem Karton am mitgelieferten Netzkabel und einfach mal so auf seine Gummifüße gestellt, bereits, was klanglich in ihm steckt. Endlich mal keine Prinzessin auf der Erbse, wie so viele High-End-Produkte. Bereits im frisch ausgepackten Zustand erledigt der DAC1 PRE seinen Job so gut, dass man zunächst gar nicht auf die Idee kommt, daran etwas ändern zu wollen. Sollte man aber, um sein klangliches Potential wirklich voll auszuschöpfen. Ein kompetentes Netzkabel von HMS (SL/O für 140 Euro) oder Klang und Kunst (NK1 für 34 Euro) macht den gerne bemühten schwarzen Hintergrund noch schwärzer und sorgt für stärkere Kontur im Tieftonbereich. Fast noch wichtiger als so ein Kabel, das eigentlich erst dann richtig zur Geltung kommt, steht im Pflichtenheft des Klangoptimierers der Austausch der Netzsicherung durch eine Sicherung mit nickelfreien Anschlusskappen. Wie alle Benchmark-Wandler liebt der DAC1 PRE als Ersatzsicherung die AHP Feinsicherung II (12 Euro), das diesem Wandler auch den letzten Rest „digitaler“ klanglicher Schärfe nimmt und für mehr Durchblick sorgt. Kleiner Eingriff, große Wirkung. Das Digitalkabel ist als nächstes dran. Aufgeräumt und souverän klingt es beispielsweise mit dem Mogami Pure (67 Euro) (75 Ohm bzw. SPDIF) oder dem Mogami Absolute (92 Euro) (110 Ohm bzw. AES EBU). Für die analogen Ein- und Ausgänge gilt es, die übliche Sorgfalt bei der Wahl von Verbindungskabeln walten zu lassen wie für andere Vorstufen. Schließlich quittiert auch der Benchmark sorgfältige Aufstellung gerne mit klanglichem Gewinn. Zumindest sollte man ihn mit seinen Gummifüßen auf einer stabilen Unterlage absetzen. Noch besser, man koppelt ihn mit drei Gerätefüßen, etwa denen von Copulare (150 Euro das Dreierpack), von der Unterlage ab. Auch keine schlechte Idee ist seine Beschwerung mit einem Resonanzen absorbierenden Millenium M-Block (97 Euro für den 600 Gramm schweren M-Block 8015), zumal der Benchmark hierdurch als Zusatznutzen an Standfestigkeit gewinnt, die ob seiner geringen Masse durch Netz- und Anschlusskabel nur zu leicht zu gefährden ist. Sicherlich summiert sich dieser Tuning-Aufwand, wenn man sich auf alle Empfehlungen einlassen möchte – was man übrigens auch peu à peu machen kann - auf 360 bzw. 385 Euro (je nach Digitalkabel). Dafür darf man sich dann aber an einem Wandler-Gesamtkunstwerk erfreuen, das für die dadurch anfallenden ca.. 2.000 Euro Seinesgleichen sucht. Derart optimiert, kann es nun endgültig zur Sache gehen.
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| Benchmark DAC1 Pre – Von innen... |
Egal, ob er vom highendigen Ayre CX 7e CD-Player oder dem preisgünstigen DVD-Player Denon DVD-Player 2930 aus meiner Heimkinoanlage mit digitalen Audio-Signalen versorgt wird, der DAC1-PRE bringt die Revel F52 per Endstufe Ayre V-5xe in seiner Doppelfunktion als Wandler und Vorstufe auf einem Niveau zum Singen, das zweifelsohne auf dCS-Niveau mit im 192 kHz-Modus betriebenem Upsampler Purcell liegt. Damit erweist sich der DAC1 PRE dem DAC1 und auch dem DAC1 USB, ebenfalls durch Kabel, Sicherung und Aufstellung optimiert, überlegen, die klanglich zwar überraschend nahe an die dCS-Upsampler/Wandler-Kombi kommen, mit deren klanglichen Höhenflug jedoch nicht ganz mithalten können. Dass der PRE in Bezug auf seine "kleineren" Brüder die Nase soweit vorne hat, ist wohl der Überarbeitung der analogen Ausgangsstufe zuzuschreiben.
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