Ein schwerer Prüfstein für jede Anlage ist für mich die CD Anno 1630 von dem kleinen Label Winter und Winter. Es handelt sich hier um Musik des 17. Jahrhunderts, aufgenommen in einer kleinen Kirche in der Lombardei. Die schwierige Raumakustik in Zusammenhang mit der rustikalen Tonalität der antiken Violine kann einen schon mal zur Verzweiflung bringen. Dabei ist die Musik aus der Frühbarock-Zeit höchst interessant. Mit dem S10 wird der tonale Charakter der Instrumente noch stärker hervorgehoben, aber es nervt nichts, man kann einfach die wunderbare Musik genießen.
| Nette Darstellung der Cover, die ausgewählten Alben werden nacheinander abgespielt und in der Playlist links angezeigt |
Interessante Musik gibt es auch auf dem Album Calima des andalusischen Flamencogitarristen Gerardo Núñez zu hören. Interessant in sofern, als Núñez Jazzelemente in den Flamenco mit einbezieht und auch mit Jazzgrößen wie dem Bassisten John Patitucci auftritt. Die Seele des Flamenco bleibt immer erhalten, die Verschmelzung mit anderen Stilrichtungen jedoch ist perfekt. Für alle Anlagen ist die Wiedergabe der Flamenco Rasgueo Technik extrem schwierig. Oftmals klingt es irgendwie verhuscht, als würden die Saiten nur leicht gestreift, oder es knallt so, als hätte jemand aus Versehen Stahlsaiten aufgezogen. Der hölzerne Klang des Instruments muss aber trotz des „Gerassels“ erhalten bleiben. Unabhängig von der Holzauswahl klingt eine Ramirez trotzdem anders als eine Hermanos und dies sollte über die Anlage auch zu hören sein. Mit dem Aurender kommen wir dem Original einen großen Schritt näher. Aber eben nur näher, was mir der Gitarrist meiner Band wieder eindrücklich vor Ort bewiesen hat.
Zum Schluss kann ich mir eine Anmerkung zu dieser Gerätegattung allerdings nicht verkneifen: mit einer kleinen Fingerbewegung lässt sich das gesamte Musikarchiv vom Sessel aus bedienen. Wenn man von Miles Davis auf Beethoven wechseln will, braucht man seinen Hintern nicht mehr in Bewegung setzen. Ich denke da jetzt weniger an eine Gewichtszunahme durch Musikhören. Sondern eher an die Gefahr, die Musik nicht mehr als Ganzes, sondern nur noch stückweise zu hören. Dies wird noch zusätzlich durch das Erstellen von Playlisten gefördert. Aber vielleicht ist das ein Zeichen der Zeit. Und dafür kann der Aurender nun überhaupt nichts.
STATEMENT
Exzellentes Design. Perfektionistische Verarbeitung. Hervorragender Klang. Durchdachte Konstruktion. Einfache Bedienung. Was will man eigentlich mehr?| GEHÖRT MIT | |
|---|---|
| Laufwerk | Sony X5 |
| DAC | Borbely Audio |
| Vorstufe | Shindo Monbrison |
| Endstufe | Shindo Cortese |
| Lautsprecher | TAD Hornsystem |
| HERSTELLERANGABEN WideaLab Aurender S10 |
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|---|---|
| Clock | OCXO |
| Festplatte | 2 TB |
| Cache | 64 GB |
| Ausgang | AES/EBU, S/PDIF, Toslink |
| Abmessungen (B/H/T) | 430/96/353 mm |
| Gewicht | 14 kg |
| Preis | 5990 Euro |
| VERTRIEB Hoergenuss für Audiophile |
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|---|---|
| Anschrift | Jörg Klein Fichardstr. 56 60322 Frankfurt |
| Telefon | 069 40326292 |
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| Internet | www.hgfa.de |















