High End und hifideluxe – eine Nachbetrachtung
Ja, es gibt einen Grund, mit der Rückschau auf die wichtigsten Messen des Jahres bis jetzt gewartet zu haben: Für Hifistatement setzt die Ziehung des Gewinners des Beyerdynamic-Kopfhörers, den wir an unserem Stand auf der hifideluxe ausgelobt hatten, den Schlusspunkt. Und nun endlich liegt der T 50 p in der Redaktion zum Versand bereit und sein künftiger Besitzer ist ermittelt.

High End und hifideluxe – eine Nachbetrachtung
Auch wenn man es den Seiten im Netz – hoffentlich – nicht ansieht, sind wir noch immer dabei, die Strukturen von Hifistatement aufzubauen respektive zu optimieren. So hat der Umzug der Redaktion und des Fotostudios dazu geführt, dass der mobile Tesla-Kopfhörer aus der ersten Produktionsserie sogar noch ein, zwei Wochen auf seine Verlosung warten musste, bevor er sich auf den Weg zu seinem neuen Besitzer machen kann. Die Ziehung des Gewinners wollten wir nämlich im neuen Büro vornehmen. Und das ging natürlich nicht, bevor dort zumindest eine rudimentäre Anlage aufgebaut war und einige Bilder an den weißen Wänden hingen. Und auch eine Glücksfee hat nicht alle Tage Zeit. Diese Aufgabe übernahm freundlicherweise die Tochter unseres Klassik-Rezensenten Attila Csampai. Den Zettel, den sie der gut gefüllten Holzbox entnahm, hat übrigens Herr Luigi Fava aus Italien dort hineingeworfen: Herzlichen Glückwunsch, lieber Signor Fava. Es kann die Zustellung Ihres Kopfhörers beschleunigen, wenn Sie uns Ihre Adresse umgehend per Mail mitteilen. Aber selbstverständlich werden wir auch per E-Mail mit Ihnen Kontakt aufnehmen.

Die achtjährige Tochter unseres Klassikrezensenten Attila Csampai spielte die Glücksfee und ermittelte Luigi Fava als Gewinner des Beyerdynamic T 50 p
Hifistatement hatte sich entschieden, im zweiten Jahr seines Bestehens erstmals auf einer der Münchener Messen präsent zu sein, und zwar auf der hifideluxe, da diese Show eine sehr angenehme Atmosphäre bietet und sich die Besucher hier erfahrungsgemäß entspannter und weniger hektisch bewegen. Außerdem geht auf der hifideluxe auch ein kleiner Stand wie der, den sich hifistatement mit sommelier du son teilte, nicht so schnell unter wie im Trubel einer internationalen Show, wo es dann schon deutlich größerer Investitionen bedarf, um entsprechend wahrgenommen zu werden. Der Erfolg der hifideluxe in den vergangenen Jahren hatte dazu geführt, dass die Veranstalter nun erstmals das LeMeridien, ein Hotel in unmittelbarer Nähe des Hauptbahnhofs als Veranstaltungsort ausgewählt hatten. Um es den potentiellen Besuchern noch leichter zu machen, den Ort des Geschehens zu erreichen, hatte man sogar einen Shuttle-Bus bereitgestellt, der stündlich zwischen hifideluxe und High End pendelte.
Im Hotel waren die Ausstellungsräume dann ausgesprochen großzügig über mehrere Etagen verteilt, was den Vorteil hatte, dass sich die Vorführungen nicht im geringsten beeinträchtigten – bei der High End gab es in einigen Räumen wegen rücksichtsloser Nachbarn eine Menge böses Blut –, aber auch den Nachteil, dass die Besucher lange Wege zurücklegen mussten und leicht den Eindruck gewinnen konnten, die Ausstellung sei kleiner, als sie realiter war. Hier besteht ebenso wie bei der Werbung für die Ausstellung noch ein gewisser Optimierungsbedarf. Aber es war heuer ja die erste Veranstaltung am neuen Ort …
Die Qualität der Räume und der Vorführungen sowie das Interesse der Besucher – ihre Zahl hätte gern noch ein wenig größer ausfallen können – ließen dafür keine Wünsche offen. Auch im LeMeridien zeigte die hifideluxe also ihr Potential. Trotz langer Wege auf den Fluren dürfte sich der Besuch der Show für alle Audiophilen gelohnt haben.
Die High End spricht traditionell – zumindest, wenn man die zweite Hälfte Ihrer Geschichte betrachtet – auch Heimkino-Interessierte an und ist mit diesem Ansatz zu einer der beiden wichtigsten Fachmessen der Welt geworden. Und die Veranstaltung dieses Jahres schreibt die Erfolgsgeschichte fort: Auf der seit drei Jahren konstant großen Ausstellungsfläche tummelten sich in diesem Jahr 258 Aussteller und damit vier Prozent mehr als vor zwölf Monaten. Einen noch größeren Zuwachs gab es bei den Besucherzahlen. Die wuchsen um fast neun Prozent auf knapp 15000, wovon beinahe 4000 als Fachbesucher zu gelten haben. Trotz Einschränkungen der Flugverkehrs durch die Aschewolken nach dem Vulkanausbruch konnte die High End Society noch stärkeren Zuspruch aus dem Ausland verzeichnen.
Beide Messen bestätigten, dass der Computer inzwischen als Quelle in Hifi- und High-End-Anlagen als etabliert gelten darf: Er steht gleichberechtigt neben Platten- und CD- respektive SACD-Player. Er nimmt auch eine zentrale Stelle in Multi-Room-Systemen ein. In der Folge werden separate Wandler – nun allerdings mit USB- und Firewire-Eingängen – wieder zu einer begehrten Gerätegattung. Und die großen Kabelhersteller haben angefangen, auch für diese Anwendungen entsprechend hochwertige Verbindungen zu entwickeln. Ein in der firmeneigenen Hierarchie nicht sehr weit oben angesiedeltes USB-Kabel von AudioQuest hat unseren Herausgeber jedenfalls so begeistert, dass ich jeglichen Gedanken an einen Test in meiner Kette sofort verworfen habe. Sobald weitere Modelle lieferbar sind, werde ich es dann noch einmal versuchen …
Obwohl ein ganze Reihe von Hifistatement-Autoren zumindest zeitweise auf den Messen zugegen war, haben es – wie Sie noch während der laufenden Veranstaltung lesen konnten – nur zwei von Ihnen geschafft, das während des Tages Gesehene abends für einen Artikel aufzubereiten. Unser Fotograf Helmut Baumgartner hatte während der ersten beide Tage beinahe 500 Bilder geschossen, von denen wir Ihnen im Anschluss noch einige mit den interessantesten Komponenten präsentieren werden. Mit ein wenig mehr Vorlauf für die Planung unseres Messeauftrittes im kommenden Jahr – heuer haben wir nicht einmal eine Woche vor Beginn der hifideluxe erfahren, dass es dort mit unserem Stand klappt – sollte es möglich sein, möglichst an jedem Tag der Messe aktuelle Informationen zu präsentieren.