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03.07.10
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Charles Davis‘ Four Or More Flutes – Live im Barocksaal des Klosters BernriedDer Name von Charles Davis reinem Flöten-Ensemble ist geschickt gewählt, setzt er der Besetzung nach oben hin doch keinerlei Beschränkung. Am 18. April dieses Jahres war es ein Quintett, das im akustisch ansprechenden Barocksaal des Klosters Bernried ebenso ungewohnte wie faszinierende Klänge bot.
Ich habe erfreulicherweise noch genug Material für zwei Downloads unserer Reihe Statement From Birdland zur Verfügung, so dass wir die Sommerpause des Jazzclubs ganz gut überbrücken könnten. Dass ich diesmal etwas andere Sounds und einen anderen Aufnahmeort ausgesucht habe, liegt in der langjährigen freundschaftlichen Beziehung zu Charles Davis begründet. Schon seit nunmehr zehn Jahren haben wir immer mal wieder am Telefon über seine neuesten Produktionen gesprochen, die ich dann auch meist voller Freude rezensierte. Später erlaubte er, sein Trio Captured Moments aufzunehmen – allein um ein wenig Mikrofonieren zu üben. Schließlich gefielen die Mitschnitte allen Beteiligten aber so gut, dass Captured Moments aus den Übungen von sommelier du son, wie meine Gattin und ich unsere kleine Firma getauft haben, eine CD produzierte. Und schon damals war es unser Wunsch, auch einmal die vielfältig schillernden Klangfarben von Charles reinem Flöten-Ensemble aufzunehmen, das wir leider nur von älteren CDs kannten. Nach Jahren hat es nun endlich geklappt: Das Quintett spielte in unserer Nähe und noch dazu in einem Saal, mit dem wir beste Aufnahmeerfahrungen gemacht hatten: dem Barocksaal des Klosters Bernried. Hier zeichneten wir schon einen Großteil der Stücke des Captured-Moments-Albums Pathways auf, dessen Cover weiter unten als Download-Button dient. In die Musik des Trios aus Flöten, Gitarre und Bass kann man – wenn man vor mp3-Files nicht zurückschreckt – auf http://www.charles-davis.de/de/audio.html hineinhören. Der Blick in den Spiegel zeigt die Position der Musiker zwar seitenverkehrt, gibt aber einen gute Eindruck von der Gestaltung des Saales Aufregende „Flutung“ jenseits der reinen LehreBernried. Wenn Charles Davis die über zwei Meter große Kontrabassflöte schultert, sieht das aus, als mache sich jemand mit einem überdimensionierten Staubsauger an den Frühjahrsputz oder rüste sich als „Man in Black“ für die Eliminierung außerirdischer Monster. Tatsächlich aber ist dieses beeindruckende Instrument nur eines der unverzichtbaren Familienmitglieder des Projekts „Four Or More Flutes“ („vier Flöten oder mehr“), das am Sonntagabend im Barocksaal des Klosters Bernried gastierte. Die 30. Geburtstag feiernde „Fördergemeinschaft Musikkreis Bernried“ hat einmal mehr ihr Gespür für Außergewöhnliches bewiesen, als sie die fünf Herren aus vier Nationen zum Konzert bat – Flöte pur kann ein spannendes Erlebnis sein. Wie schon 2007, als Charles Davis mit einem instrumental gemischtenTrio im akustisch vorzüglichen Barocksaal Aufnahmen für eine CD gemacht hatte, saß auch diesmal ein Mann mit mobiler Aufnahmetechnik in der ersten Reihe: „Für einen Internet-Download“, verriet Davis dem Publikum. Und dann ging’s los mit dem Flöten-Quintett und seinen ausnahmslos selbst komponierten Stücken: „Spondea“ war zunächst noch ein rhythmisch schwer zu erschließendes, reichlich vertracktes Kompositum von Norbert Dehmke, das – wie Davis ironisch anmerkte – „1975 komponiert, 1993 revidiert und 2010 von uns verhunzt“ wurde. Kompositorisch liefern alle fünf Musiker des schon seit 20 Jahren existierenden Projekts Beiträge: Dehmke bedient dabei vor allem die Bass-, aber auch die Piccoloflöte, Felix Hodel Altflöte und die aus dem Barock stammende Traversflöte, Stefan Mölkner Piccolo- und „Normal“-Flöte, Andieh Merk ebenso und Davis das schon erwähnte Ungetüm Kontrabassflöte. Dieses Monstrum entwickelt ähnliche Eigenschaften wie ein Zupf- und Streich-Bass, gründelnd wie „der weiße Hai“ kurz vor der Attacke: Dieses Gegengewicht ist auch nötig, wenn die Flöten-Leichtgewichte in schwindelnde Höhen davon zu fliegen scheinen wie aufgeregte Vogelschwärme. Am Ende des Konzerts, wenn man sich in die Wucht dieser „Verfünffachung“ eingehört hat, wird auch die Melodik leichter zugänglich, und Charles Davis kann nach dem witzigen Dehmke-Stück „Was ist los?“ erleichtert ausrufen: „Das ist los!“ „Four Or More Flutes“ – jenseits der „reinen Lehre“ eine aufregende „Flutung“. Thomas Lochte Die Fotos entstanden selbstverständlich während der Proben, um Musiker und Publikum während des Konzertes nicht zu stören. Die Aufstellung der Musiker entspricht nicht der während der Aufnahme
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