Diapason Astera

17.10.2016 // Dirk Sommer

Ich habe mich – zumindest gefühlt – seit Jahrzehnten nur noch mit Standboxen beschäftigt. Dementsprechend war auch der Test eines Diapason-Schallwandlers ein wenig anders geplant. Und dennoch: Die Begegnung mit der vergleichsweise zierlichen Astera entpuppte sich als audiophiler Glücksfall.

Soweit ich mich zurückerinnern kann, werden die italienischen Vollholz-Skulpturen hierzulande von Friends of Audio – und damit von Rainer Israel – vertrieben. Ganz spontan konnte er auf die entsprechende Nachfrage auch nicht sagen, wie lange seine Zusammenarbeit mit Diapason respektive dem Firmengründer und Entwickler Allesandro Schiavi nun schon währt. Sie hat sich auf alle Fälle sehr gut entwickelt. Denn mal eben so einen Diaposon-Lautsprecher zum Testen zu geben, kommt für den Diplomingenieur mit Hifi-Vertrieb nicht in Frage. Er meinte, er würde mir nur dann ein Pärchen überlassen, wenn ich zuvor seinen Freund, den Entwickler, und die Fertigungsstätten kennengelernt hätte. Denn nur dann bekäme ich einen umfassenden Eindruck von dessen Leidenschaft für Musik und Lautsprecher. Kein Problem, wer wehrt sich schon gegen einen Kurztrip nach Italien?

Brescia – und Diapason – ist gewiss ein lohnendes Ziel, von München aus aber nicht ganz so einfach zu erreichen. Da es keine Flug- und auch keine Bahnverbindung gibt, bei der man nicht umsteigen muss, blieb letztlich nur die Autobahn über den Brenner, je nach Straßenzustand und Baustellendichte nicht unbedingt ein Vergnügen. Wir brachen an einem Nachmittag auf, um dann am nächsten Morgen früh und ausgeruht nur noch vom Hotel zum Sound Center in einem Vorort der Stadt zu fahren. Allesandro Schiavi betreibt dieses Hifi-Studio mit mehreren Vorführräumen zusammen mit seiner Frau Chiara und seiner Schwester Silvia sowie einigen weiteren Angestellten. Dabei sind die Übergänge zwischen der Arbeit für das Sound Center und Diapason fließend.

Die Astera und der Standfuß bilden eine harmonische Einheit und werden auch nur gemeinsam verkauft
Die Astera und der Standfuß bilden eine harmonische Einheit und werden auch nur gemeinsam verkauft

Vor der ersten akustischen Begegnung mit einer seiner Kreationen erzählte mir Allesandro Schiavi kurz, wie er zum Bau von Lautsprechern gekommen ist. Das ist beinahe die übliche Geschichte: Ein junger Mann ist – zumindest mit den erschwinglichen – Hifi-Komponenten nicht zufrieden, beginnt daher erst für den Eigenbedarf ein Gerät oder Lautsprecher zu entwickeln, das oder die dann auch bei Freunden und Bekannten Anklang finden, woraus sich schließlich eine Kleinserienproduktion entwickelt. Von da ab ist es bis zur Firmengründung und der Etablierung einer eigenen Marken nicht mehr weit. Der kleine, feine Unterschied in diesem Falle besteht darin, dass Allesandro Schiavi seine Lautsprecher nicht einfach nur zum Musikgenuss entwickelte, sondern als Musikstudent am Konservatorium von Brescia Aufnahmen machte und dazu verlässliche Monitore benötigte: Das Original war immer nur eine Kabellänge von seinem Arbeitsplatz als Aufnahmeingenieur entfernt.

Ein Alleinstellungsmerkmal der Diapason-Lautsprecher ist das Gehäuse aus Massivholz, das bei den größeren Modellen ohne Rechte Winkel auskommt. Zusammen mit den unterschiedlichen Wandstärken wird so das Resonanzverhalten der Box optimiert. Die facettierte Schallwand wirkt Brechungen und Reflexionen des Schalls an den Kanten entgegen. Bei einigen Lautsprechern, wie etwa dem Minimonitor Micra III aus der Classic-Serie und der Adamantes III, von der eine Jubiläumsversion zum 25-jährigen Firmenbestehen aufgelegt wurde, setzt Allesandro Schiavi auf eine „Direct Drive“ genannte Technik, bei der der Tiefmitteltöner so ausgelegt wurde, dass er sich auch ohne Frequenzweiche bei der Übergangsfrequenz sanft aus dem Geschehen ausblendet: Der Verstärker ist also direkt mit dem Tief-Mittelton-Chassis verbunden. Beim bisherigen Topmodell Astera sorgt eine überdimensionierte Spule dafür, dass der Tieftöner frei von Kompressionseffekten durch Sättigung agieren kann.


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