BlockAudio Line & Power Block und Mono Block

16.05.2017 // Dirk Sommer und Roland Dietl

BlockAudio wurde von zwei Hifi- und Musikenthusiasten gegründet, weil die verfügbaren Verstärker ihre Erwartungen in puncto Klang, Verarbeitung oder Preis/Leistungsverhältnis nicht entsprachen. Ihre erste Vor/End-Kombination kostet 70.000 Euro. Nein, das ist kein Grund zum Schmunzeln, kein Widerspruch: Ihre Verstärker überzeugen in allen drei Kriterien.

Jiri Nemec und Dan Oudes arbeiten schon seit 2003 zusammen, sie haben sich für die Lautsprecher-Bausätze von Dynaudio begeistert und gemeinsam Boxen gebaut. Dan Oudes betreibt im Tschechischen Olomouc oder Olmütz den Hifi-Laden AudioStudio und importiert Produkte namhafter Hersteller wie Bryston, Dynaudio, Plinus und Thales. Jiri Nemec ist ausgebildeter Nachrichten- und Mess- und Regeltechniker und arbeitete in Österreich in den Philips-Werken in Wien und Klagenfurt. Sein besonderes berufliches Interesse gilt der Entwicklung von automatisierten Messreihen mit Audio-Precision-Equipment. 2013 gründeten die beiden die Firma BlockAudio und stellten noch im selben Jahr auf den klangBildern in Wien aus, wo ich die beeindruckenden Amps zum ersten Mal sah und im Messebericht recht ausführlich vorstellte.

Nomen est omen
Nomen est omen

Egal, ob die in Aluminium natur eloxierten Verstärker damals oder die im schwarzen Nextel-Look in meinem Hörraum: Wer diese ungemein professionell gefertigten Komponenten sieht, würde nie auf die Idee kommen, dass sie aus einer kleinen Manufaktur stammen. Ein faszinierender Aspekt an der Hifi-Szene ist für mich, dass es hier auch Individuen oder – wie in diesem Fall ­– Zwei-Mann-Firmen mit viel persönlichem Einsatz und entsprechenden Zulieferern gelingen kann, Produkte auf den Markt zu bringen, die es, was Verarbeitung und Fertigungsaufwand anbelangt, durchaus mit Edelprodukten eines Konzers wie Harman aufnehmen können – gut, bei Levinson-Amps hätte man sich wohl für ein weniger schlichtes Design entschieden und für einen etwas höheren Glamour-Faktor gesorgt. Mir persönlich gefällt der bewusst zurückgenommene Gestaltungswille bei den BlockAudio aber ausgesprochen gut. Hier gilt: Form Follows Function.

Der Monoblock verfügt über zwei Paar Lautsprecherterminals. Seine Energie bezieht er über einen IEC 60320 C19-Stecker. Daher musste ich auf die mitgelieferten Netzkabel zurückgreifen
Der Monoblock verfügt über zwei Paar Lautsprecherterminals. Seine Energie bezieht er über einen IEC 60320 C19-Stecker. Daher musste ich auf die mitgelieferten Netzkabel zurückgreifen

Im Automobil- oder Uhrenbau bedeutet die Abkehr vor der Serienherstellung und die Hinwendung zur individuellen Manufaktur-Fertigung fast immer eine Vervielfachung des Preises der – zumindest von ihrer Funktion her – vergleichbaren Produkte. Davon kann bei BlockAudio nicht die Rede sein, wie schon ein erster Blick auf die Amps beweist: Für den oben erwähnten Preis bekommt man eine streng kanalgetrennt aufgebaute Vorstufe mit Akkustromversorgungen in einem separatem Gehäuse. Die beiden Mono-Endverstärker sind für 200 Watt in Class-A ausgelegt und bringen je 90 Kilogramm auf die Waage. Aber es geht hier nicht nur um den schieren Materialeinsatz: Jiri Nemec und Dan Oudes legten etwa auch Wert darauf, dass keine sichtbaren Schrauben die schlichte Eleganz ihrer Kreationen stören. Als pars pro toto für die Sorgfalt, die sie jedem Detail ihrer Verstärker angedeihen ließen, mag der Gehäusefuß dienen: Zwei der drei Füße unter jedem Gerät sind höhenverstellbar, damit die Komponente perfekt waagerecht aufgestellt werden kann. Da sei besonders beim Netzteil der Vorstufe wichtig, so Jiri Nemec, da hier die beiden Trafos für die Versorgung der Audio-Platinen hängend gelagert seien. Für den Transport würden sie übrigens durch das völlige Hereindrehen der Füße gesichert. An Stelle eines Spikes enthalten die Füße eine Stahlkugel, über die die Schwingungen auf eine Fläche von zehn mal zehn Millimetern Widia-Werkzeugstahl abgeleitet werden. Zum Schutz der Stellflächen befindet sich unter jedem Fuß ein Stück Filz aus Merino-Wolle. Eine griffig strukturierte Oberfläche rundet das positive Gesamtbild ab.


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