Manger Reference Active System MSMs1

03.03.2012 // Dirk Sommer
Diese Box hat aus audiophiler Sicht mit zwei Handicaps zu kämpfen: Zum einen handelt es sich um ein aktives Konzept, zum anderen wird der größte Teil des Frequenzspektrums von einem noch immer exotischen und zumindest in der Vergangenheit umstrittenen Schallwandler abgestrahlt – bei vorurteilsfreier Betrachtung wird man darin allerdings zwei gravierende Vorteile erkennen.
teaser


Die MSMs1 ist breiter als tief und damit eine sehr elegante Erscheinung, was durch die sehr gute Verarbeitung noch unterstrichen wird
Die MSMs1 ist breiter als tief und damit eine sehr elegante Erscheinung, was durch die sehr gute Verarbeitung noch unterstrichen wird


Unterhalb von 330 Hertz übernimmt ein konventionelles Konus-Chassis mit Glasfaser-Polyester Membran
Unterhalb von 330 Hertz übernimmt ein konventionelles Konus-Chassis mit Glasfaser-Polyester Membran
Da wir gerade bei Vorurteilen sind: Einem naheliegenden möchte ich gleich entgegentreten. Dass die MSMs1 hier Gegenstand näherer Betrachtung wurde, hat nicht das geringste mit meiner seit einigen Jahren wachsenden Affinität zur Studio-Szene zu tun, in der die Kompaktversion der MSMs1, die MSMc1, von einem renommierten Fachmagazin gar zum „besten Studio-Monitor der Welt‟ ausgerufen wurde. Meine erste Begegnung mit dem Manger-Diskus – die offizielle Bezeichnung für das Gehäuse lautet S05 – fand in den frühen 80er statt. Bei diesem auch optisch eigenwilligen Modell musste der von Josef W. Manger entwickelte Biegewellenstrahler den gesamten Frequenzbereich abdecken, was allerdings in den unteren Lagen nicht perfekt gelang. Nach einem Test zweier beiger Diskusse in heimischen Wohnzimmer habe ich lange darüber nachgegrübelt, ob es nicht möglich sei, zwei Paar Lautsprecher unterzubringen – und in Studententagen das größere Problem – zu finanzieren, nach dem Motto: Wenn‘s rocken soll, kommen die konventionellen Lautsprecher zum Einsatz, wenn Präzision und Raum Priorität haben, übernehmen die Manger. Vorrangig aus pekuniären und erst in zweiter Linie aus Platzproblemen ist aus dieser Idee dann leider nicht geworden.

Später, als ich mich auch schreibend mit Hifi auseinandersetzte, kam es dann zu einer zweiten Begegnung mit nun drei Biegewellenstrahlern je Stereokanal, die aber ebenfalls von keinem Happy End gekrönt wurde: Das Trio von Manger-Schallwandlern residierte in der Front und den beiden Seiten der Mittelhochton-Einheit einer Audio Physik Medea. Diese Box faszinierte mich in allen nur erdenklichen Disziplinen außer einer. In meinem Hörraum, der leider kein Saal ist, sorgten die seitlich montierten, der Wand zugewandten Chassis für sehr frühe erste Reflexionen und damit dafür, dass der Standort der Lautsprecher deutlich zu orten war. Und gerade das völlige Zurücktreten der Boxen hinter die Musik war ja ansonsten eine Paradedisziplin von Audio Physic Lautsprechern. Nach einigen Wochen vergeblicher Optimierungsversuche habe ich dann schließlich auf einen Test verzichtet. Um so höher sind nun allerdings die Erwartungen an die MSMs1.


  • Stirling Broadcast SB-88

    Vom Chefredakteur als „irgendwelche britischen Monitore“ angekündigt, stellten sich die auf den Seiten des Vertriebs hifi12a präsentierten Stirling Broadcast SB-88 als Lautsprecher in der BBC-Tradition heraus. Da ich selbst jahrelang eine Spendor SP 1/2E und eine Rogers Studio 1 besessen habe, bin ich natürlich besonders neugierig. Stirling Broadcast hat früher gebrauchte Rundfunktechnik und eben auch Monitore repariert. Nach dem Produktionsende der LS 3/5a wurden dann noch Ersatzteillagerbestände zu neuen Lautsprechern verbaut. Im Jahr 2001 gab…
    24.10.2016
  • Diapason Astera

    Ich habe mich – zumindest gefühlt – seit Jahrzehnten nur noch mit Standboxen beschäftigt. Dementsprechend war auch der Test eines Diapason-Schallwandlers ein wenig anders geplant. Und dennoch: Die Begegnung mit der vergleichsweise zierlichen Astera entpuppte sich als audiophiler Glücksfall. Soweit ich mich zurückerinnern kann, werden die italienischen Vollholz-Skulpturen hierzulande von Friends of Audio – und damit von Rainer Israel – vertrieben. Ganz spontan konnte er auf die entsprechende Nachfrage auch nicht sagen, wie lange seine…
    17.10.2016
  • Duevel Enterprise

    Gerade weil die Duevel Enterprise keine Neuheit ist, sondern sich schon einige Jahre am Markt behauptet, ist sie eine Betrachtung wert. Das seltene Konzept der Rundum-Abstrahlung macht den Blick auf Duevel Lautsprecher für mich erst recht interessant: Duevel geht eigene Wege. Auf der jährlichen Ausstellung der Analogue Audio Association in Krefeld oder den Hamburger Norddeutschen HiFi-Tagen begegnet mir Dipl. Ing. Markus Duevel seit Jahren mit einer stets ähnlichen Präsentation. Da stehen zumeist sein preisgünstiges Einstiegsmodell…
    01.09.2016