Wie wird das Analoge digital – Teil 2.1

10.02.2020 // Dirk Sommer

Im vor mehr als zwei Wochen hatte ich versprochen, die drei Dateien, die den Einfluss des Betriebssystems und der Stromversorgung eines Notebook auf den Klang einer damit erzeugten Musik-Datei dokumentieren, möglichst schnell auch in DSD64 online zu stellen und damit den Kreis der potentiellen Nutzer deutlich zu vergrößern. Hier sind sie nun.

Wie im Artikel Wie wird das Analoge digital – Teil 2 beschrieben hatte für den Vergleich drei Dateien in DSD256 erzeugt, nicht zuletzt um das Notebook mit einer möglich anspruchsvollen Aufgabe zu fordern, und dabei fälschlicherweise angenommen, diese Files ließen sich ohne Umweg über PCM leicht in DSD64 umrechnen. Aber auch drei Dateien nativ in DSD64 zu erstellen und wie angekündigt noch vor den Norddeutschen Hifi-Tagen zu veröffentlichen, sollte eigentlich keine Hercules-Aufgabe sein. Dachte ich zumindest. Am Mittwoch vor der Messe machte ich mich dann ans Werk und hörte die Stücke vorsichtshalber noch einmal, bevor ich sie auf unseren Server lud. Das unter Windows 10 entstandene File wies auch keine Fehler auf, die beiden unter Windows Server erstellten Dateien waren aber wegen eines überlagerten Störsignals nicht anzuhören. Am nächsten Morgen wiederholte ich den gesamten Aufbau, schloss an Playback Designs' A/D-Wandler aber per S/PDIF den Hugo 2 zum Monitoring an. Als ich über diesen Weg keine Störung ausmachen konnte, glaubte ich schon, mein Versprechen halten zu können und die Dateien noch vor der Abreise nach Hamburg präsentieren zu können: weit gefehlt. Die Dateien selbst enthielten wieder das Störgeräusch.

Wenn hier nicht c8 eingestellt ist, klingt es fürchterlich. Aber fragen Sie mich bitte nicht, warum
Wenn hier nicht c8 eingestellt ist, klingt es fürchterlich. Aber fragen Sie mich bitte nicht, warum

Die Besucher in unserem Raum konnten also nur die DSD256-Files miteinander vergleichen. Als Quelle diente das Notebook mit Windows-Server, Audiophile Optimizer und dem JRiver Media Center. Die D/A-Wandlung übernahm SPLs Mercury Mastering DAC. Dessen regelbare Ausgänge waren mit einem Pärchen Dynaudio BM15A verbunden. Das aktive Zweiwege-System machte die Klangunterschiede zwischen den drei Files – für mich – recht klar deutlich und bei der zwischendurch zur Entspannung gespielten Version von „Child In Time“ der BassMonsters auch jede Menge Spaß, obwohl – oder weil – ich den Basspegel der Dynaudios in dem kleinen Raum ein wenig zurückgenommen hatte. Die ungeregelten Ausgänge des Mercury waren mit Phonitor-Kopfhörerverstärkern verbunden, die zwei Mister-Speaker- respektive Dan-Clark-Kopfhörer speisten. Ich habe darauf hingewiesen, dass die BM15A die Unterschiede für mich hörbar machten, weil unsere Besucher/Leser die Differenzen sehr unterschiedlich bewerteten: Das reichte von „minimal anders, aber nicht eindeutig zu beschreiben“ bis zu „klarer als ich mir vorstellen konnte“. Den größten Eindruck machten die Unterschiede auf einen Kollegen aus dem Pro-Bereich mit eigenem Studio. Wenn das kein Ansporn für mich war, es noch einmal mit den Files in DSD64 zu probieren, was dann?

Vor ein paar Tagen probierte ich es dann weit ab von der Bandmaschine mit einem neuen Versuchsaufbau – mit demselben negativen Ergebnis. Da blieb mir nur, Bert Gerlach anzurufen, der die Playback Designs Produkte in Kooperation mit Andreas Koch entwickelt und das Programm Sonoma Audio Recorder geschrieben hat. Er war von der Fehlerbeschreibung keineswegs überrascht, meinte, dieser Fehler, der über das Monitoring nicht zu hören sei, trete bei bestimmten Abtastraten auf, wenn eine gewisse Speichergröße in Windows für den USB-Treiber für die Playback Designs Geräte nicht richtig eingestellt sei, und schickte mir eine Anleitung zur Fehlerbehebung. Diese war so anschaulich geschrieben und bebildert, dass ich mich traute, in den Tiefen von Windows eine Einstellung im Hexadezimal-System zu ändern – was immer das auch sein mag. Egal, denn es hat geklappt: Hier also die nativ erzeugten Dateien in DSD64 und auch noch einmal die in DSD 256.

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PS: Immer mal wieder werden wir gefragt, ob man die Musik-Dateien denn nun auf dem Computer anhören oder doch auf der eigenen Festplatte speichern könne. Natürlich ist letzteres möglich. Hier erst einmal eine kleine Bedienungsanleitung für Mac-User: Führen Sie einen sogenannten Sekundärklick durch, je nach Trackpad-Einstellungen durch Tippen mit einem Finger unten rechts auf das Trackpad oder an beliebiger Stelle durch Tippen mit zwei Fingern. Bei der Magic Mouse kann man den Sekundärklick mit Druck auf die rechte (Standardeinstellung) oder linke Maus-Hälfte ausführen. Daraufhin erscheint ein Auswahlfenster, in dem man „Verknüpfte Datei laden‟ oder „Verknüpfte Datei laden unter‟ anklickt. Schon wird die gewünschte Datei heruntergeladen. Wie es unter Windows funktioniert, hat Wolfgang Kemper für Sie notiert: Mit der rechten Maustaste das Download-Symbol anklicken und „Ziel speichern unter...‟ auswählen. Dann erscheint das Fenster, in dem Sie den Speicherort bestimmen können. Dort den „Speichern‟-Button anklicken und schon läuft´s.

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