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Digitale Audio Systeme Mono Power Amplifier

18.06.2019 // Peter Banholzer

In der eigentlichen Verstärkersektion kommt die „Hybrid Controlled Oscillation Modulator“-Topologie neuester Generation zum Einsatz, die, in Verbindung mit der „Multi-Variable Enhanced Cascade Control“-Rückkopplungsarchitektur, die kritischen Leistungsparameter verbessert und für überragende Präzision und Verzerrungsfreiheit sorgen soll. Die HCOM-Topologie umfasst nicht nur einen, sondern zwei Rückkopplungsschleifen: eine am Ende der Stromversorgungssektion und eine zweite nach dem Tiefpass-Filter der Schaltverstärkersektion. Diese exklusive Schaltungsauslegung ermöglicht es, die Rückkopplungsschleifen so zu gestalten, dass sie auf die spezifischen Aspekte der Stromversorgung und der Verstärkerstufe jeweils maßgeschneidert eingestellt werden können, anstatt einen Kompromiss mit einer Rückkopplungsschleife zu suchen, mit der die Phänomene beider Bereiche gemeinsam kontrolliert werden. Dies soll zu erheblichen Verbesserungen gegenüber anderen Class-D-Technologien führen, die sich insgesamt in niedrigeren Verzerrungen, geringeren Störanteilen am Ausgang, einen weniger lastabhängigen Frequenzverlauf und einer sehr niedrigen Ausgangsimpedanz niederschlagen soll.

Zusätzlich wurde die Last-Invarianz durch Ausgangsstufen mit extrem niedriger Ausgangsimpedanz noch weiter verbessert, so dass der Frequenzverlauf unter allen Last-Verhältnissen optimal bleibt. Die Monoblöcke werden paarweise gefertigt und abgeglichen, um möglichst geringe Toleranzabweichungen zwischen den Kanälen zu gewährleisten. Auch der mechanische Aufwand des massiven Gehäuses ist nicht zu unterschätzen: Die Konstruktion der Monoblöcke minimiert Vibrationen und elektromagnetische Interferenzen.

Blick ins Innere auf die handverlötete Hauptplatine mit dem Schaltverstärker
Blick ins Innere auf die handverlötete Hauptplatine mit dem Schaltverstärker

Meine DAS-Test-Endstufen kamen direkt von der High End Messe zu mir. Im Laufe der Jahre hatte ich schon zentnerschwere Kaliber bei mir zu Hause, die formschönen DAS Monoblöcke sind dagegen mit jeweils zehn Kilogramm echte Leichtgewichte. Wie sich bei den anschließenden Hörtests aber sehr bald herausstellte, gilt das beileibe nicht in musikalischer Hinsicht. In dieser Dimension sind die 500 Watt an acht Ohm leistenden Monos wie der sprichwörtliche Wolf im Schafspelz. Neben der zeitlosen Optik der Testgeräte in Aluminium Schwarz sind die Amps auch in Aluminium Silber erhältlich. Zusätzlich können auch die Seitenpanele individuell konfiguriert werden. Neben Aluminium Silber oder Schwarz stellt DAS hier auch Mahagoni, Nussbaum und Holz weiß zu Auswahl.

Mike Le Donne hatte ich vor kurzem in einem Jazzclub in Neuburg live gehört und sein variantenreiches Spiel auf einer Hammond-Orgel schätzen gelernt. Sein Stück „Come Back Baby“ aus dem Album From the Heart stellt für High-End-Equipment eine besondere Herausforderung dar. Augenfällig oder besser ohrenfällig war sofort die kraftvolle Präsenz der DAS-Power-Amplifier, die scheinbar mühelos meine Wilson Maxx antrieben. Liveatmosphäre löste nicht nur Mike Le Donnes Spiel auf der Hammondorgel aus, auch das strahlende Saxophon und die knackige E-Gitarre waren räumlich klar umrissen, Instrumente wanderten nicht und die Klangproportionen waren in sich äußerst stimmig. Die Endstufen waren dabei gerade erst mal ein paar Minuten am Netz. Als nächstes durfte Jeff Goldblum seine Interpretation von „My Baby Just Cares For Me“ aus dem Album The Capitol Studios Sessions darbieten: Dieses Stück spielten wir – genau wie das erstgenannte – auch auf der High End bei der Präsentation der Sounds-Clever-Anlage von Hifistatement. Neben der sehr guten räumlichen Darstellung gefiel mir mit den DAS-Endstufen die leichtfüßige, transparente und spritzige Art, mit der diese kleinen Monos eine beeindruckende Klangbühne schufen.


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