In der Szene gelten Masselaufwerke momentan als die Krönung der analogen Schöpfung und erfordern neben stabilen Bandscheiben beim Aufbau auch noch eine prall gefüllte Brieftasche. Gegen diesen Trend stellt sich der Acoustic Solid Classic Wood. Masse ja, aber trotzdem preisgünstig. Geht das?
| Acoustic Solid Classic Wood |
Endlich mal was größeres Analoges dachte ich, als sich der Acoustic Solid Classic Wood zum Test ankündigte. Zwar sind auch kleinere Plattenspieler immer willkommen, aber ab und zu mag man dann doch auch mal aus dem Vollen schöpfen. Und diese Beschreibung passt für die Plattenlaufwerke der Wirth Tonmaschinenbau GmbH ziemlich genau. Nicht kleckern, sondern klotzen scheint bei der großzügigen Verwendung von Aluminium im Vordergrund zu stehen. Dabei ist der Teller des Classic Wood mit seinen 6 Kilogramm Gewicht und 35 Millimetern Höhe im Vergleich zu den größeren Modellen noch regelrecht bescheiden, das geht im Programm auch noch wesentlich dicker und schwerer.
| AUF DEN ALUTELLER KOMMEN NOCH FILZMATTE UND SECHS MILLIMETER PLEXIGLASTELLER, UM LETZTES KLINGELN DES TELLERS ZU ELEMINIEREN |
Das Testexemplar kam mit dem WTB 211 anstatt mit dem WTB 300. Der Ursprung dieses Arms liegt ganz offensichtlich bei Jelco in Japan. Konstruktiv erinnert er allerdings mehr an den Ortofon AS-212S als an die kleineren Jelco-Arme wie SA-250 beziehungsweise -750SD. Einzeln ist der Arm, je nach Tonarmkabel, ab 520 Euro erhältlich. Mit dem Jelco-Derivat plus Denon DL-103 nebst sehr gutem Phonokabel Ortofon 6NX kostet der Classic Wood ca. 2000 Euro.
| DER WTB 211 PASST KLANGLICH UND OPTISCH AUSGEZEICHNET ZUM CLASSIC WOOD. PRODUZIERT WIRD ER BEI JELCO IN JAPAN |
Vor dem Aufbau kommt das Auspacken, und das macht einfach nur Spaß. Damit man alles nötige von Anfang an dabei hat, gibt es, in viele Kunststofftüten verpackt, eine Menge an sinnvollem Zubehör. Wie aus einer Wundertüte zieht man eins nach dem anderen hervor. Da sind natürlich die Baumwollhandschuhe, damit man keine Fingertapser auf Teller und Plattentellerauflage hinterlässt. Eine Stroboskopscheibe ist dabei, um die Drehzahl justieren zu können, eine elektronische Waage für die Einstellung der Auflagekraft, genug Tellerlageröl für die nächsten Jahre und für jede Einstellung der passende Schlüssel. Sowas bezahlt man anderswo teuer als extra Zubehör.
| SEHR SINNVOLLES ZUBEHÖR BEIM ACOUSTIC SOLID: MIT DER BEIGELEGTEN DIGITALEN TONARMWAAGE LÄSST SICH DIE AUFLAGEKRAFT GENAU AUF DER ABTASTHÖHE DER LP EINSTELLEN |
| DURCH DIE ÖFFNUNG IM SPIKE WIRD EIN INBUSSCHLÜSSEL GESTECKT UND DIE HÖHE PRÄZISE UND EINFACH JUSTIERT |
Am liebsten mag der Acoustic Solid schwere Unterbauten als Standfläche, die am besten von sich aus im Lot stehen sollten. Zwar ist das Einstellen des Laufwerks ein Kinderspiel. Will man aber die Motordose ebenfalls exakt ausrichten, bleibt einem nichts übrig, als mit Papierschnipseln unter den fünf geklebten Gummifüßchen der Dose zu hantieren. Stehen Dose und Teller nicht exakt waagerecht zueinander, wandert der Riemen den Teller hoch und runter beziehungsweise schlimmstenfalls hebt und senkt sich die Motorlagerachse samt Pulley, was sich in einem mechanischen Klackern äußert.












