Der Volumio Primo V3 ist ein audiophiler Streaming-DAC und Netzwerkplayer mit ESS Sabre ES9039Q2M und linearer, ultra-rauscharmer Stromversorgung für hochauflösende Wiedergabe bis 384 Kilohertz und 32 Bit sowie DSD. Er verfügt über symmetrische XLR- und unsymmetrische Cinch-Ausgänge, Gigabit-Ethernet, Dual-Band-WLAN, USB-Host-Ports und HDMI.
Der Primo V3 arbeitet mit Volumio OS, einem auf Musik-Wiedergabe spezialisierten Betriebssystem, das ohne integriertes Display auskommt. Die Steuerung erfolgt über die Volumio App für Android/iOS, per Browser im selben Netzwerk oder über ein per HDMI angeschlossenes Display mit optionaler Maus, Tastatur oder Touchscreen.
Der integrierte ESS Sabre ES9039Q2M unterstützt PCM bis 384 Kilohertz und 32 Bit, der USB-Digitalausgang PCM 1536 Kilohertz und 32 Bit sowie DSD1024. Über das Volumio-Menü stehen acht DAC-Filter – lineare und Minimum-Phase-Charakteristiken mit verschiedenen Roll-Off-Varianten – sowie ein schaltbarer NOS-Modus zur Verfügung, der Oversampling und interne DAC-Filter umgeht.
Der Primo V3 bietet eine symmetrische Stereo-XLR- und eine unsymmetrische Stereo-Cinch-Ausgangsstufe. Beide Ausgänge verfügen über acht schaltbare Ausgangspegel, so dass die maximale Ausgangsspannung präzise an die Eingangsreserve nachgeschalteter Vor- und Vollverstärker angepasst werden kann.
Zwei USB-A-Host-Ports (5 V / 0,56 A und 5 V / 1,33 A) erlauben den Anschluss von SSDs, HDDs, USB-Sticks, Eingabegeräten oder externen DACs. Ein Micro-SD-Slot steht für lokale Musikspeicherung zur Verfügung, so dass der Primo V3 auch ohne permanente Netzwerkverbindung genutzt werden kann.
Für Streaming stehen Gigabit-Ethernet (10/100/1000 Mbit/s) und Dual-Band-WLAN (2,4/5 GHz, 802.11 a/b/g/n/ac) zur Verfügung. Der HDMI-Ausgang spiegelt die Volumio-Oberfläche bis 4K/60 fps auf externe Displays. Ein Front-ON/OFF-Taster und eine mehrfarbige Status-LED (mit einstellbarer Helligkeit) signalisieren Betriebszustände wie Booten, Standby oder Netzwerkverbindung.
Der Primo V3 bietet Auto-Power-Saving mit wählbaren Timeouts und Aktionen (Standby oder Power Off) sowie eine Auto-Power-On-Funktion beim Anlegen der Versorgungsspannung. Ein Quad-Core-A72-Prozessor mit 1,5 GHz, 2 GB DDR4-RAM und 16 GB eMMC sorgen für eine reaktionsschnelle Bedienung, OTA-Updates halten das System auf aktuellem Stand.
Gegenüber der Vorgängergeneration nutzt der Primo V3 eine neue Hardware-Plattform mit schnellerem Quad-Core-A72-Prozessor, überarbeiteter linearer Netzteilsektion und dem ESS Sabre ES9039Q2M DAC. Hinzu kommen eine verbesserte Ausgangsstufe mit geringeren Verzerrungen, acht DAC-Filter, ein schaltbarer NOS-Modus, fein abgestufte Ausgangspegel, höhere unterstützte Samplingraten und OTA-Firmwareupdates.
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Herstellerangaben
Volumio Primo V3
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Michelangelo Guarise, Gründer und CEO von Volumio, der das Team aus kreativen Köpfen, Ingenieuren, Musikbegeisterten und Audiophilen bei Volumio leitet, sagte: „Der Primo V3 ist keine bloße Weiterentwicklung. Er ist eine komplette Neugestaltung unseres Flaggschiff-Streaming-DACs. Auf der Grundlage der neuesten technischen Plattform von Volumio spiegelt er unser Engagement wider, die Grenzen der Leistung zu erweitern und gleichzeitig der Musikalität und Benutzerfreundlichkeit treu zu bleiben, die unsere Nutzer erwarten.“
„Der Primo V3 baut auf all dem auf, was unsere Community an den Vorgängergenerationen geschätzt hat, und führt gleichzeitig bedeutende Verbesserungen in Bezug auf Leistung, Flexibilität und Steuerung ein“, fügte Guarise hinzu.
Der Primo V3 wurde, wie alle Produkte von Volumio, im Herzen von Florenz in der Toskana von Hand entworfen und entwickelt. Er läuft auf Volumio, dem Musik-Betriebssystem, das ausschließlich mit dem Ziel entwickelt wurde, die beste Audio-Streaming-Qualität und das beste Hörerlebnis zu gewährleisten. Nutzer können Musik von jeder lokalen Quelle abspielen und auf Online-Streaming-Dienste wie Tidal, Qobuz, HighResAudio, TuneIn und Spotify zugreifen – alles über die Volumio-App oder eine beliebige andere Streaming-App, sei es Tidal Connect, Qobuz Connect oder Roon.
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Vertrieb
audioNEXT GmbH
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| Anschrift | Isenbergstraße 20 45130 Essen |
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Network-Streaming hat die Hi-Fi-Welt revolutioniert und ist heute ein zentraler Baustein moderner Audio-Systeme. WOD Audio präsentiert zwei neue Audio Streamer, mit denen die mehrfach preisgekrönte britische High-End-Hi-Fi-Marke iFi Audio einmal mehr Maßstäbe in Sachen Klangqualität, Flexibilität und Benutzerfreundlichkeit setzt.
Stark komprimierte digitale Audio-Formate bieten unbegrenzte Möglichkeiten, Musik vor allen Dingen mit mobilen Endgeräten in den Alltag zu integrieren. Echte Audiophile und Hi-Fi-Liebhaber blieben hierbei lange Zeit auf der Strecke: Die Konzentration auf übertragungsfreundliche Datenformate ging bei mp3 und Streaming deutlich zu Lasten der Audioqualität. Es dauerte fast zwei Jahrzehnte seit dem Aufkommen der ersten Streaming-Dienste, bis mit den ersten High-End-Streamern eine Brücke zwischen den technologischen Möglichkeiten und den hohen Erwartungen von Hi-Fi-Liebhabern mit hochwertigem Setup gebaut wurde. Mit den beiden Audio Streamern NEO Stream 3 und ZEN Stream 3 präsentiert das Team aus internationalen Audio-Experten von iFi Audio einen weiteren Meilenstein im Network-Streaming.
iFi Audio NEO Stream 3
Als vollständige Lösung für Enthusiasten vereint der NEO Stream 3 Streamer, DAC und Vorverstärker in einem Gerät. Damit eignet sich der NEO Stream 3 ideal für Hi-Fi-Anlagen ohne externen DAC oder auch als digitales Herzstück einer hochwertigen Audio-Kombination. Der NEO Stream 3 nutzt ein vom preisgekrönten NEO iDSD 2 abgeleitetes Burr-Brown-Chipset. Darüber hinaus setzt iFi Audio auf dasn4-Kanal True Native Hi-Res DAC-Design mit PCM 768 Kiliheertz und DSD512. Für eine präzise Signalverarbeitung sorgt dabei ein 16-Core-XMOS-Prozessor. Der NEO Stream 3 bietet nativen Support für Tidal Connect, Qobuz Connect, Spotify Connect (lossless), Apple AirPlay 2, Roon Ready und DLNA/UPnP. Einmal mehr überzeugt iFi Audio auch beim NEO Stream 3 mit richtungsweisenden Technologien und Innovationen: Hierzu zählen Elemente wie die K2HD-Technologie (JVCKENWOOD), mit der verlorene harmonische Inhalte aus digitalen Aufnahmen restauriert werden. Audio-Tracks werden auf mindestens 192 Kilohertz angehoben (Up-sampling), um einen natürlicheren und wärmeren Klang zu erzielen. Weitere Funktionen wie die Optische LAN-Isolation (OptiBox), SilentLine & FET-basiertes Schalten und Active Noise Cancellation (ANC) beseitigen Netzwerkrauschen, verhindern elektrische Störungen und gewährleisten eine optimale rauschfreie Signalübertragung.
iFi Audio ZEN Stream 3
Für Besitzer externer High-End-DACs bietet iFi Audio mit dem ZEN Stream 3 einen reinen Streaming-Transport als Upgrade bestehender Hi-Fi-Systeme, wie zum Beispiel dem ZEN DAC 3 oder dem NEO iDSD 3 ebenfalls von iFi Audio. Der ZEN Stream 3 orientiert sich technologisch und funktional am NEO Stream 3 und bietet ebenfalls PCM- und DSD-Unterstützung – mit maximal 384 Kilohertz und 32Bit respektive DSD256 (11,2MHz) – und nutzt K2-Technologie, Als Ergänzung bestehender Systeme benötigt der ZEN Stream 3 im Gegensatz zum eigenständigen NEO Stream 3 kein optisches LAN, keine Analogausgänge und keinen Kopfhörerausgang, besitzt aber sowohl einen USB-Ausgang mit ANC als auch S/PDIF-Ausgänge (koaxial und optisch).
NEO Stream 3 und ZEN Stream 3
Mit dem NEO Stream 3 und ZEN Stream 3 gelingt iFi Audio der Brückenschlag zwischen modernem Streaming und traditionellem High-End-Hi-Fi. Während der NEO Stream 3 als All-in-One-Lösung Streamer, DAC und Vorverstärker vereint, bietet der ZEN Stream 3 als puristischer Streaming-Transport die ideale Ergänzung für bestehende Hifi Anlagen. Beide Geräte ermöglichen Audiophilen den Zugriff auf hochwertige Musikquellen wie Tidal, Roon, Spotify lossless oder Qobuz, ohne dabei Kompromisse bei der Klangqualität eingehen zu müssen.
Der Preis für den ZEN Stream 3 liegt bei 400 Euro, der für den NEO Stream 3 bei 1.000 Euro.
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Vertrieb
WOD-Audio - Werner Obst Datentechnik
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Roland Dietl: Welche Antriebstechnik verwendest Du bevorzugt bei Tief-Mitteltönern?
Mats Andersen: Ich bevorzuge eine unterhängende Schwingspulenanordnung. Bei Standard-Treibern hat man eine Schwingspule, die etwa 20 bis 40 Millimeter lang ist, und dann einen Magnetspalt von etwa 5 bis 6 Millimetern. Wenn sich die Schwingspule bewegt, ändern sich die Induktivität und auch die Magnetkraft. Bei unserem Treiber beträgt der Magnetspalt dagegen 20 Millimeter und die Schwingspule ist 11 Millimeter lang. Die Schwingspule bleibt dadurch permanent vollständig im Magnetsystem. Das sorgt für eine höhere Linearität, da sich die Induktivität nicht ändert. Der symmetrische Antrieb ist für mich sehr wichtig. Bei einer normalen Sinuswelle ist die Summe gleich Null. Bei dynamischen Impulsen verschiebt sich dagegen das Signal in den Plus- oder Minusbereich. Hier entsteht ein Gleichstromimpuls, der von der Nichtlinearität herrührt. Das ist eine Gleichstromverzerrung, die mit der Dynamik einhergeht. Bei einer normalen Messung der gesamten harmonischen Verzerrungen sieht man das nicht. Man hört diese Verzerrung nicht direkt als Ton, sondern spürt sie als permanenten, unangenehmen Druck im Raum. Das ist vergleichbar mit dem Druckgefühl beim Öffnen und Schließen einer Tür in einem kleinen geschlossenen Raum. Dies führt nach wenigen Minuten zu einer Ermüdung des Gehörs. Eine gute Belüftung des Treibers verhindert zudem Kompressionseffekte. In den Top-Modellen stammen Magnetsystem und Korb aus der Illuminator-Serie von Scanspeak. Aber alle weichen Teile – die Aufhängung, die Membran, die Staubschutzkappe – all diese Dinge sind meine Eigenentwicklung, die Scanspeak exklusiv für mich fertigt. Ich mag keine harten Membranen. Diese sind zwar steif, können aber zu heftigen Resonanzspitzen neigen. Resonanzen ruinieren die Musik, weshalb ich Dämpfungstechnologien für Gehäuse, für Kondensatoren, für Induktivitäten und auch für die Treiber einsetze. Wenn die Musik stoppt, sollte sie auch wirklich aufhören. Eine Resonanzspitze kann man zwar über die Frequenzweiche absenken, beispielsweise um 20 Dezibel, aber sie schwingt trotzdem zeitlich nach („Ringen“). Dieses Nachschwingen ist als Artefakt hörbar, was die musikalische Dunkelheit („Darkness“) und die feinen Nuancen zerstört. Wenn man zum Beispiel fernsieht, möchte man die kleinen Details im Schwarz erkennen. Die kleinen Nuancen, die kleinen Dinge. Das ist mir wichtig. Deshalb entwickle ich auch dieses Design für das Gehäuse. Das Gehäuse sollte akustisch tot sein. Es sollte nicht abgestimmt sein. Es sollte tot sein. Denn ich möchte, dass nur der Lautsprecher klanglich zum Tragen kommt.
RD: Was sind Deine Leitlinien bei der Lautsprecherentwicklung?
MA: Wir haben drei Kernaspekte: Zeitausrichtung, Dämpfungstechnik und minimale Schallwandfläche. Minimale Schallwandfläche bedeutet, die Fläche um die Chassis so klein wie möglich zu halten. Jede Oberfläche um die Schallquelle herum verändert den Klang durch Reflexionen. Und dann haben wir die Zeitausrichtung. Aufgrund der unterschiedlichen Bauformen von Tief-/Mitteltöner und Hochtöner ist deren akustisches Zentrum nicht auf einer Linie. Das bedeutet, dass die Schallwellen des Hochtöners normalerweise zuerst beim Hörer ankommen. Durch unsere nach hinten geneigte Schallwand stellen wir sicher, dass der Grundton (Impuls) und die Obertöne (bis zu 20 Kilohertz) absolut zeitgleich beim Hörer eintreffen. Eine zeitliche Verschiebung („Verschmierung“) würde die packende Dynamik und Lebendigkeit zerstören. Wenn man zum Beispiel einem Sinfonieorchester zuhört, bei dem alle Violinen gleichzeitig spielen, dann hat man die maximale Dynamik, das ist mitreißend. Wenn sie das aber nicht tun und den Klang zeitlich verschmieren, wird es langweilig und lebloser. Das Gleiche gilt für die Gehäuseverzerrung, also den Klang aus dem Gehäuse. Wenn man die Dynamik um 3 bis 4 Dezibel erhöhen will, braucht man größere Magnete, leichtere Membranen, alles Maßnahmen, die das Verhalten des Gesamtsystems verändern. Wenn man jedoch das Grundrauschen um 10 Dezibel senken kann, erhöht man die Dynamik um 10 Dezibel, anstatt größere Magnete oder andere Dinge zu verwenden, die die Klangfarbe der Treiber verändern. Das sind also die Dinge, die wichtig sind. Für mich ist der Frequenzgang auch wichtig, aber was zeitlich passiert, ist viel wichtiger. Es geht um das Timing. Wenn man eine Rockband hat und der Schlagzeuger und der Bassist spielen zusammen, wird es mitreißender, es ist interessanter. Und genauso ist es beim Lautsprecher: Es ist wichtig, die Kohärenz zu haben, die Phasenkohärenz. Der Klang ist wichtiger als die Wahrnehmung weiterer Details. „Okay, ich kann den Hochtöner um 1 dB anheben.“ Dann nehme ich mehr Details wahr. Ich kann die Übergangsfrequenz für den Hochtöner senken. Ich nehme mehr Details wahr. Aber das überträgt sich nicht auf die Luft. Wenn man eine kleine Antriebseinheit hat, kann sie hin und her gehen, aber sie bewegt die Luft nicht: Wenn man eine größere Membranfläche hat, koppelt sich diese besser an die Luft an und wandelt die Bewegung in Klang um, den man tatsächlich hören und spüren kann. Deshalb verwenden wir einen 7-Zoll-Treiber statt zweier 5-Zoll-Treibern, auch wenn die beiden 5-Zoll-Treiber eine größere Membranfläche haben. Aber sie koppeln nicht vergleichbar gut mit der Luft. Das ist eine Frage der Physik.
RD: Was waren die Änderungen bei der Gen 2?
MA: Es gab einige große Änderungen bei den Gen-2-Modellen, aber die wichtigste ist, dass wir von einer Frequenzweiche zweiter Ordnung auf eine Frequenzweiche erster Ordnung mit 6 Dezibel umgestiegen sind. Beim Hören hat das den Klang geöffnet – er ist viel dynamischer, klarer und gleichzeitig auch kohärenter. Wir sind sehr zufrieden mit den Änderungen. Außerdem verwenden wir Q-Board für den Gehäusebau. Bei der ersten Generation haben wir nur an bestimmten Stellen im Gehäuse dieses Material eingesetzt, um Resonanzen zu reduzieren. Jetzt besteht das gesamte Gehäuse aus diesem Material, das wir auch in unseren High-End-Modellen verwenden. Es ist dünner, aber dennoch effektiv.
RD: Wie passt der Hochtöner in Deine Philosophie?
MA: Hier gilt das Gleiche: Der Hochtöner, den ich verwende, ist bis unter 1.000 Hertz „flach“. Man kann ihn also bei einer Übergangsfrequenz von 1,5 Kilohertz trennen, und viele tun das auch. Aber er ist zu klein, um die Luft in Bewegung zu versetzen. Wenn ich das so mache klingt eine Gitarre funkelnd, weil der Hochtöner klein ist, eine leichte Membran hat und leicht anzusteuern ist. Aber wo ist der Korpus der Gitarre? Bei einer Violine hört man alle Obertöne, aber wo ist der Korpus? Es ist ein Holzkorpus, den ich gerne hören möchte. Ich höre gerne Opern, und wenn man sie etwas lauter abspielt, fängt dieser kleine Hochtöner mit seiner kleinen Resonanzkammer an, nasal zu klingen. Das gefällt mir nicht. Ich möchte den Korpus hören, die Wucht. Es muss nicht unbedingt die Oper sein, es kann auch Adele sein oder was auch immer. Ich möchte das Ganze sehen: den Klang, den Korpus, die Größe des Ganzen. Ich will nicht: „Ah, das klingt so schön und detailreich und all das.“ Details sind mir egal. Die Tonalität ist mir egal. Ich möchte hören und spüren, dass dort tatsächlich ein Mensch steht und singt. Es wird nie perfekt sein, was schon am Mikrofon liegt. Aber ich möchte so nah wie möglich an das Gefühl herankommen, dass es wie eine Geige klingt, wie ein Cello, wie eine Akustikgitarre. Oder einfach ein paar Töne von Mark Knopfler, wenn er spielt: Man hört die Saiten, ohne dass sie hervorgehoben werden. Man hört den Korpus aus Metall, den Korpus der Gitarre, wenn er spielt. Es geht nicht darum, Details hervorzuheben. Es geht um die Balance zwischen Grundton und Obertönen – zeitlich und klanglich –, damit man das Gefühl hat, dass dort tatsächlich ein echtes Instrument steht und spielt. Das ist der knifflige Teil, denn hier geht es um Physik, um Messungen und um das Material. Alle Materialien klingen anders. Ob die Schwingspule nun aus Kupferdraht oder aus kupferbeschichtetem Aluminium besteht – sie klingt anders. Das Aluminium klingt heller. Auch beim Spulenkörper gibt es Unterschiede: Ob dieser aus Aluminium, Kapton oder Glasfaser besteht – das klingt jeweils anders. Bei beiden wirkt das Aluminium aufgrund der Wirbelströme wie eine Bremse. Bei Glasfaser und Kapton ist das nicht der Fall. Aber Kapton bewegt sich ein wenig, wenn es in Bewegung ist. Das macht den Klang etwas weicher. Und Glasfaser klingt manchmal etwas dünner. Diese unterschiedlichen Eigenschaften berücksichtige ich, wenn ich zum Beispiel die Membran herstelle. Wir haben Glasfaser für eine gewebte Membran verwendet, Kevlar für eine gewebte Membran und Kohlefaser für eine gewebte Membran. Sie klingen alle unterschiedlich. Die Glasfaser klingt ein wenig leicht und ein wenig dünn. Die Kohlefaser klingt ein wenig dumpf, ähnlich wie Kohlewiderstände, die weich klingen. Und Kevlar hat nicht so viel Materialklang. Aber es klingt ein wenig anders. Es ist in den höheren Frequenzen etwas heller, aber es handelt sich nicht um eine Resonanz. Wenn man einen großen Mitteltöner oder Mittel-/Tieftöner hat, muss bei höheren Frequenzen eine Menge Masse bewegt werden. Da fangen sie an, aus dem Klangbild zu fallen. Aber das Kevlar trägt ein wenig dazu bei, die Klangbalance zu erhalten. Es lässt einen großen Treiber wie einen kleineren Treiber klingen. Und genau diese Balance muss man herstellen. Das Gleiche gilt für Frequenzweichen. Man kann wählen, ob man Rundspulen, Flachspulen oder Backlackspulen verwendet, und es gibt eine Vielzahl von verschiedenen Kondensatoren, die völlig unterschiedlich klingen.
RD: Lass uns noch einmal auf den Hochtöner zurückkommen …
MA: Ich ziehe es vor, die Übergangsfrequenz hoch anzusetzen, etwa bei 3,5 bis 4 Kilohertz. Denn dann habe ich ein Gleichgewicht zwischen dem, was der Hochtöner an physikalischen Luftbewegungen leisten kann, und der Tatsache, dass er bei lauter Wiedergabe nicht überlastet wird.
Was den Hochtöner angeht, mag ich keine harten Membranen. Es gibt zwar einige, die tatsächlich recht gut sind. Beryllium ist ziemlich gut, aber Beryllium ist giftig. Ich verwende es nicht gern, denn letztendlich wird es in 20, 30 oder 50 Jahren irgendwo als Müll enden, und das will ich nicht. Es gibt Hochtöner mit dünnen, mehrschichtigen Carbon-Hartmembranen; die sind in Ordnung, aber ich bevorzuge weiche Kalotten. Sie bieten eine bessere Balance zwischen den hohen und den tiefen Frequenzen. Ich höre gerne Frauenstimmen und, sagen wir mal, Oper oder was auch immer. Das beansprucht den Hochtöner ziemlich stark. Ich mag dieses „sss“ nicht – nein, und ich tue alles, um das zu vermeiden.
RD: Welche Verkabelung verwendest Du?
MA: Bei Kabeln bevorzuge ich massive Adern statt vieler kleiner, feiner Adern. Wenn man viele feine Adern hat, springen die Elektronen – also die Musik – von einer Ader zur nächsten, und bei jedem Sprung, wenn man den Nullpunkt durchquert, fließt der Strom nicht; es ist wie bei einer Diode – das liegt an Korrosion, Staub und der Oberfläche. Massivleiter klingen weicher und ausgewogener. Es gibt einen großen Unterschied bei der Isolierung aus PE-Polyester, Polypropylen oder Teflon – das klingt jeweils anders. Manchmal ist das wichtiger als die Anzahl der „Neuner“ bei der Reinheit des Kupfers. Ich mag kein versilbertes Kupfer, weil es sich je nach Frequenz verändert: Plötzlich wird der Klang schärfer und der Charakter des Klangs verändert sich. Und das möchte ich nicht haben.
RD: Du hast bereits erwähnt, dass die Übergangsfrequenz relativ hoch ist und es sich um eine Frequenzweiche erster Ordnung handelt. Sind das symmetrische 6 Dezibel?
MA: Ja, das sind sie. Viele Entwickler zeichnen sich ihre Kurve für 6 Dezibel und versuchen dann, die Treiber dazu zu bringen, dieser zu 100 Prozent zu folgen. Und dafür braucht man viele zusätzliche Bauteile. Das mache ich nicht. Ich gehe einen Kompromiss ein. Ich möchte wenige Frequenzweichen-Bauteile, denn wenn man viele Frequenzweichen-Bauteile hat, ja, dann misst es sich makellos, aber es klingt leblos.
RD: Du hast also eine wirklich einfache 6-Dezibel-Frequenzweiche: zwei Bauteile – sonst nichts?
MA: Nein, leider nicht. Das hängt vom jeweiligen Lautsprecher-Chassis ab. Manchmal geht es, und manchmal geht es nicht.
Für den verwendeten Tief-Mitteltöner gibt es tatsächlich nur ein Bauteil. Für den Hochtöner gibt es ein Bauteil für die Frequenz und ein Bauteil zur Pegelanpassung. Bei Hochtönern liegt die Resonanzfrequenz bei etwa 500 Hertz. Und wenn man 6 Dezibel hat und eine Änderung der Impedanz, sinkt der Frequenzgang und steigt dann wieder an. Was macht man dann? Man muss ein Notch-Filter bauen. Eine Spule, einen Widerstand und einen Kondensator. Das ist ziemlich groß, teuer und nimmt viel Platz weg. Können wir den Kondensator weglassen? Ja, das geht. Und was passiert? Dann hat der Kondensator für die Frequenzweiche dessen Aufgabe übernommen. So reduziere ich ein Bauteil, das groß ist und viel Geld kostet. Das bedeutet, ich kann eine teurere Spule und einen guten Widerstand verwenden. Ich versuche zu optimieren: Können wir etwas reduzieren und weglassen, ohne etwas zu verändern? Vielleicht klingt es besser, wenn ich einen sehr guten Kondensator verwende, aber wenn ich dieses Geld einsparen und anderweitig investieren kann, bekomme ich eine bessere Spule. Ich bekomme einen besseren Widerstand. Das ist Preis-Leistungs-Optimierung.
RD: Dein Lautsprecher klingt extrem räumlich.
MA: Ja, die Klangbühne ist wichtig.
RD: Aber was ist das Geheimnis hinter dieser Räumlichkeit?
MA: Kohärenz. Die zeitliche Abstimmung macht es aus. Man muss Treiber verwenden, die eine klangliche Balance zwischen Grundton und Obertönen aufweisen. Die Obertöne sind die Luft. Sie sollten diese nicht betonen, sondern dafür sorgen, dass sie zur richtigen Zeit und in der richtigen Menge vorhanden sind, ohne besondere Verfärbungen. Außerdem: Wenn man etwas um den Hochtöner oder den Mitteltöner herum anbringt, klingt es anders. Wenn man das minimieren kann, hat man mehr Raum um sich herum und weniger Störungen durch die Oberfläche.
Das hängt auch mit dem Phasenverhalten zusammen. Wenn man ein sich stark verändertes Phasenverhalten hat, wie bei einer 24-Dezibel-Frequenzweiche, kann man den Lautsprechertreiber „zwingen“, die unerwünschten Anteile in den oberen Frequenzen zu unterdrücken und die unerwünschten Anteile des Hochtöners in den unteren Frequenzen zu beseitigen. Ja, das klingt fantastisch. Aber man hat ein sehr ausgeprägtes Phasenverhalten in den oberen Frequenzen, wo die Frauenstimme und die Obertöne liegen. Und das lässt den Klang dumpf oder weniger präzise wirken. Das lässt sich messen. Bei einer 6-Dezibel-Frequenzweiche ist das Phasenverhalten über den Frequenzbereich gleichmäßiger.
RD: Kommen wir zur Basswiedergabe: Ich weiß nicht, ist das Modell, das ich erhalten habe, schon eingespielt?
Marc Sossa: Ja, wir haben es mindestens zwei Wochen lang eingespielt.
RD: Mein Eindruck ist, dass die Basswiedergabe sehr präzise ist, aber auch sehr schlank.
MA: QLMs klingen nie dünn. Wenn sich jemand in einem bestimmten Raum über die Basswiedergabe beschwert, dann eher, wenn er zu viel davon hat. Dann muss man die Lautsprecher umstellen.
RD: Der Lautsprecher steht an einer Stelle, an der andere Lautsprecher viel Bass haben.
MS: Welchen Verstärker verwendest du?
RD: Ich habe einen Stax DA80 Pure Class A. Es liegt mit Sicherheit nicht am Verstärker. Ich werde versuchen, die Lautsprecher ein wenig umzustellen.
MA: Ich nehme die Bassreflex-Abstimmung unterhalb dessen vor, was man normalerweise in den Simulationen macht.
RD: Was bedeutet das genau?
MA: Das bedeutet, dass es bei dieser Membrangröße normal ist, die Abstimmfrequenz auf etwa 45 bis 50 Hertz einzustellen, wodurch man viel Bass erhält, der aber nicht so tief reicht. Ich verschiebe die Abstimmfrequenz weiter nach unten. Der Unterschied zwischen geschlossenen Gehäusen und Bassreflexgehäusen besteht darin, dass geschlossene Gehäuse einen saubereren Klang liefern. Das hängt auch vom Phasenverhalten ab und davon, wann der Bass aufhört oder nicht. Mit der tieferen Abstimmfrequenz verhält sich der Lautsprecher länger wie ein geschlossenes Gehäuse. Wenn die Abstimmfrequenz also tiefer liegt, bedeutet das, dass die Phasenverschiebungen auf eine niedrigere Frequenz verlagert werden.
RD: Wo liegt sie? Bei 30 Hertz?
MA: Ja, bei 30 Hz.
RD: Das entspricht ziemlich genau meinen Messungen.
MA: Diese Abstimmung bedeutet, dass man etwas weniger Bass hat, sagen wir mal zwischen 80 und 40 Hertz. Das ist kein Problem, weil man normalerweise einen gegenläufigen Raumeffekt hat. So entsteht eine bessere Balance, und man mehr Kontrolle in den tieferen Frequenzen.
RD: Vielleicht ist das die Erklärung.
MA: Ja, das könnte sein. Denn in dieser Hinsicht ist unsere Abstimmung anders.
RD: Würdest du sagen, es ist kein typischer Bassreflex-Lautsprecher?
MA: Nein, nein. Viele Leute sagen: „Ich mag keinen Bassreflex-Lautsprecher“. Unser Lautsprecher klingt ähnlich wie ein Lautsprecher mit geschlossenem Gehäuse, und das liegt daran, dass er sich über einen weiten Frequenzbereich wie ein geschlossenes Gehäuse verhält. Viele Entwickler widmen den Hochtönern zu wenig Aufmerksamkeit: Man hat eine Kalotte, und bei vielen billigen Hochtönern ist das Polstück dahinter flach. Das Innenvolumen beträgt also einen Kubikzentimeter, und das ist für eine Frauenstimme, für eine Opernsängerin oder was auch immer, sehr klein. Das komprimiert den Klang. Daher ist die Belüftung wichtig. Wir haben bei allen unseren Lautsprechern eine recht große Kammer, und für das neue Modell habe ich eine völlig neue Kammer konstruiert und die bisherige, die eigentlich ganz gut war, entfernt. Wenn man zu unseren Topmodellen kommt, zum Beispiel zum Master 7, ist das die Stufe, ab der wir beginnen, Kondensatoren aus 100-prozentiger Kupferfolie zu verwenden. Diese sind extrem teuer. Sie kosten mehr als die Hochtöner, und die Hochtöner sind nicht gerade billig. Ich habe eine neue Kammer entworfen und viel Mühe in die Abstimmung der Kammer gesteckt. Es gibt eine Belüftung, so dass ziemlich viel Schall abgestrahlt und in die hintere Kammer abgeleitet wird. Außerdem gibt es eine offene Bohrung hinter der Kalotte, und die Kammer wird mit Dämpfungsmaterial gefüllt. In unseren Lautsprechern verwenden wir zum Beispiel normalerweise Dämpfungsmaterial, das zu 70 Prozent aus Wolle und zu 30 Prozent aus Kunstfasern besteht. Die Kunstfasern sorgen für eine bessere Konsistenz der Wolle. Verwendet man nur Wolle, beginnt diese von Natur aus zu schrumpfen und sich zusammenzuziehen. Mit den Kunstfasern sorgen wir jedoch dafür, dass sie an Ort und Stelle bleibt und sich besser verarbeiten lässt. Verwendet man dieses Material jedoch in einem Hochtöner, nützt es nichts. Dort ist eine stärkere Dämpfung erforderlich. Und bei der Dämpfung muss man außerdem dafür sorgen, dass das Material atmen kann. Wir investieren viel Aufwand in die Art und Weise, wie wir die Dämpfung gestalten. Sie ähnelt eher einer Transmission-Line.
RD: Gibt es noch irgendwelche Geheimnisse, die Du uns verraten kannst?
MA: Eigentlich gibt es keine Geheimnisse. Das Geheimnis liegt vielleicht darin, wie man verschiedene Komponenten und Materialien kombiniert, zu erkennen, wie unterschiedliche Materialien klingen, und zu versuchen, sie miteinander zu kombinieren. Wir müssen es herausfinden. Am besten hört man einfach hin!
RD: Das ist ein perfekter Satz zum Abschluss. Vielen Dank für das Gespräch.
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Vertrieb
globaldigital GmbH
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Endlich ist es soweit: Der SOtM sMS-2000 spielt in der gewünschten Konfiguration: In der Eunhasu-App habe ich teils auf Roland Dietls Rat hin alle klangfördernden Einstellungen vorgenommen, Ethernet- und USB-Karte werden von externen Netzteilen gespeist, die 10-Megahertz-Clock gibt den Takt vor und die Daten kommen von einer kryo-behandelten SSD.
Vor rund zweieinhalb Monaten berichtete ich darüber, dass der SOtM sMS-2000 der einzige von mir getestete Streamer ist, bei dem auf einer internen Festplatte gespeicherte Musik-Files mindestens ebenso gut klingen wie die, die er über Ethernet von einen Netzwerk gebundenen Speicher bezieht – und das ist immerhin ein Melco N1Z H60/2, der mit einem Dreifach-Linearnetzteil und zwei Crucial-SSDs getunt ist. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich die Musik-Dateien auf der zum Lieferumfang des sMS-2000 gehörenden 500-Gigabyte-Festplatte, auf dem auch das Betriebssystem abgelegt ist. Inzwischen erwarb ich eine 4-Terabyte-Crucial-SSD, die ich dann auf dem dafür vorgesehenen Steckplatz auf der Hauptplatine installierte. Per Fernwartung über Chome Remote Desktop hat dann ein SOtM-Mitarbeiter die Festplatte im Betriebssystem des sMS aktiviert, aber das war es nicht allein: Es wurde auch festgelegt, dass das Betreibssystem des SOtM die 500 Gigabyte-Platte allein nutzt, die Musikdaten aber ausschließlich auf der 4-Tera-Byte-Crucial abgelegt werden. Wie Roland Dietl schon vorausgesagt gesagt hatte, war die Programmierung keine Sache von Minuten, aber nach etwas mehr als einer Stunde konnte ich dann alle Audio-Files vom Melco überspielen, was natürlich bei einer Datenmenge von knapp unter 2 Terabyte noch deutlich länger dauerte.
Danach trat der 4-Terabyte-Speicher seine Reise ins österreichische Stanzach zu CoolTech an, wo Wolfgang Lausecker sie mit seiner ganz speziellen Methode kältebehandelte. Meine vorherigen Experimente hatten gezeigt, dass die kryogene Behandlung einer bereits mit Daten befüllten Festplatte zu einem noch besseren klanglichen Ergebnis führt als die Überspielung von Daten auf eine zuvor auf -180 Grad herabgekühlte SSD. Da muss ich wohl mit dem Bewusstsein leben, dass alle nun neu aufgespielten Audio-Dateien gegenüber den bei Einfrieren des Festplatte bereits abgespeicherten Musikstücken einen Hauch benachteiligt sind.

Nach der Rückkehr und dem Einbau in den sMS-2000 lief dieser problemlos wieder hoch und die Festplatte wurde sofort erkannt. Nach einer etwa einstündigen Aufwärmphase ohne eingeschaltete und Wärme verbreitende Endstufe, siegte dann aber die Neugier. Wie schon beim ersten Vergleich von internen und externer, per Ethernet verbundenen SSD angemerkt, macht es einem Jplay leicht, Tracks aus zwei unterschiedlichen Bibliotheken zu vergleichen: Die App zeigt oberhalb der Cover-Ansichten „Minimserver(Eunhasu)“ und „Minimserver(N-184C)“ an. Durch Tippen auf den Servern zugeordnete Symbole kann man die Cover eines jeden der beiden unabhängig von einander aus- oder einblenden. Das schließt Verwechselungen aus.
Nachdem ich Abdullah Ibrahims gesamtes Album Sotho Blue von der internen SSD genossen habe, höre ich vom Melco mehrmals das zuvor überhaupt maximal zweimal gespielte „Prism“, das Arild Andersen komponierte und mit Vassilis Tsabropoulos und John Marshall für das Album The Triangel einspielte. Das Klaviertrio erklingt im besten ECM-Sound: Der Kontrabass besitzt Körper und ist wohl definiert, der Flügel überzeugt mit einer glaubhaften Größe, da er auch in den tiefen Lagen ausreichend Energie freisetzt, und füllt den mittelgroßen Raum. John Marshall beschränkt sich größtenteils auf seine Becken und die Snare, aber das reicht völlig, um den Song entspannt voranzutreiben und einen rhythmischen Sog zu entwickeln.
Wenn der Track von der internen Festplatte kommt, sieht man sich einer etwas größeren Abbildung gegenüber, der imaginäre Raum wirkt in allen drei Dimensionen ein bisschen weiter ausgedehnt. Das filigrane Spiel auf den Becken wird feiner aufgelöst, ohne die Homogenität der Wiedergabe auch nur im Entferntesten zu schmälern. Die höheren Töne des Flügels umgibt mehr Glanz. Die Reproduktion erscheint einerseits eine Spur entspannter und fließender, andererseits aber in Sachen Groove noch involvierender. Das alles sind zwar eher Marginalien, aber beim ersten Vergleich zwischen externer und interner SSD schienen mir beide auf ähnlichem Niveau agieren, vielleicht mit einem hauchdünnen Vorteil für letztere. Nach der Separierung von Betriebssystem und Musik-Files auf verschiedene Speicher und der Kryo-Behandlung der Musik-SSD ist der SOtM mit dem eingebauten Speicher mein klarer Favorit.

Weiter geht’s mit der „Polka“ aus Schostakowitschs Das Goldene Zeitalter mit dem London Symphony Orchestra unter Jean Martinon vom Melco. Das macht mehr Spaß als ich erwartet habe, was vor allem daran liegen dürfte, dass zuletzt noch die Børresen 05 Silver Supreme Edition statt der T5 SSE und der Auralic Aries G2.2 statt des SOtM sMS-2000 in der Kette aktiv waren. Klangfarben, Rhythmus, Abbildungspräzision und Raumdarstellung lassen nun keine Wünsche mehr offen. Und dennoch wirkt der Konzertsaal noch ein kleines Stückchen größer, wenn das Audio-File von der internen Festplatte des sMS-2000 kommt. Die Musik wirkt nun trotz des noch solideren Bassfundaments leichter und beschwingter, einfach noch eine Spur fröhlicher.
Trotz aller Begeisterung für den SOtM mit seiner kryo-behandelten eingebauten Festplatte komme ich um den Widerruf meiner Ankündigung im ersten Nachtrag zum sMS-2000 nicht herum: Der Anregung von der SOtM-Entwicklers Il Won Lee folgend, hatte ich geplant, beim Streamer auch einmal mit dem Diretta Protokoll für die Ethernet-Verbindung zu experimentieren. Nachdem ich SOtMs Vorführanlage auf der High End in Wien gesehen habe, in der gleich zwei über Diretta verbundene sMS-2000 zum Einsatz kamen, nehme ich von diesem Ansinnen Abstand: Zuviel ist zuviel. Mehr zu diesem speziellen Protokoll werden Sie in nicht allzu ferner Zukunft dennoch erfahren und zwar im Interview, das Roland Dietl mit Il Won Lee führte.
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Gehört mit
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|---|---|
| NAS | N1Z H60/2 mit externem Audiaz Linearnetzteil |
| Streaming Bridge | Auralic G2.2 |
| Streaming App | JPLAY for iOS 1.4.2 |
| Up-Sampler | Chord Electronics Hugo M-Scaler mit Ferrum Hypsos |
| D/A-Wandler | Chord Electronics DAVE mit Linearnetzteil |
| LAN-Switch | Ansuz PowerSwitch D-TC Gold Signature |
| 10-MHz-Clock | SOtM sCLK-OCX10 mit Keces P8 |
| Vorverstärker | WestminsterLab Quest |
| Endstufe | Einstein The Poweramp |
| Lautsprecher | Børresen T5 SSE |
| Kabel | Goebel High End Lacorde Statement, Audioquest Dragon HC, Tornado (HC) und NRG-Z3, Dragon XLR, Swiss Cables, Ansuz Digitalz D-TC Gold Signature und Mainz D2 |
| Zubehör | AHP Klangmodul IV G, Audioquest Niagara 5000 und 1200, Synergistic Research Active Ground Block SE, HMS-Wandsteckdosen, Blockaudio C-Lock Lite, Acapella Basen, Acoustic System Füße und Resonatoren, Artesania Audio Exoteryc, SSC Big Magic Base, Finite Elemente Carbofibre°-HD und Statement, Harmonix Room Tuning Disks, Audio Exklusiv Silentplugs, ADOT Medienkonverter (2x) mit Keces P6 und SBooster MK II, Singlemode-Duplex-Lichtwellenleiter, Ansuz Sparks, Darkz Z2S, div. Sortz, PowerBox D-TC SUPREME, Thixar Silent Feet 20, Waversa WLAN-Isolator-EXT-1 (2x), English Electric EE1 Plus |
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Gehört mit (Wohnzimmer)
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| Streamer | Eversolo DMP-A10 |
| Up-Sampler | Chord Electronics Hugo M-Scaler mit Ferrum Hypsos |
| D/A-Wandler | Chord Electronics Hugo TT2 mit Ferrum Hypsos |
| NAS | Melco N1Z H60/2 mit externem Audiaz Linearnetzteil |
| Vorverstärker | Einstein The Preamp |
| Endstufe | Einstein The Poweramp |
| Lautsprecher | Göbel Epoque Aeon Fine |
| Kabel | Audioquest Dragon Bi-Wiring, Swiss Cables Reference (Plus), Goebel High End Lacorde Statement |
| Zubehör | Einstein The Octopus, HighEndNovum Multivocal Resonator, Sieveking Quantum Noise Resonator, Silent Power Lan iPurifier, 10Gtek-Medienkonverter mit SBooster MK II, Singlemode-Duplex-Lichtwellenleiter |
Die Herstellerangaben finden Sie im Test des sMS-2000.
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Vertrieb
audioNEXT GmbH
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|---|---|
| Anschrift | Isenbergstraße 20 45130 Essen |
| Telefon | 0201 5073950 |
| info@audionext.de | |
| Web | www.audionext.de |
Audio Pro, Spezialisten für hochwertige Lautsprecher mit skandinavischem Design, machen Musikgenuss für die Sommersaison besonders komfortabel: Der Audio Pro A15 W ist ein kabelloser Bluetooth-Speaker für Garten und Outdoor-Aktivitäten, fungiert im Heim aber als komfortabler Streaming-Lautsprecher mit HiRes-Wiedergabe und Multiroom-Funktionalität.
Der A15 W ist voll kompatibel mit mehreren modernen Apps, Protokollen und Streaming-Ökosystemen. Auch eine Einbindung in gemischte Setups, mit Komponenten mehrerer Hersteller, ist problemlos möglich. Über die App können zahlreiche digitale Dienste und Zuspielvarianten eingebunden werden, darunter Amazon Music, Deezer, Qobuz, Spotify und Tidal. Die Netzwerkverbindung unterstützt mehrere Dienste und Protokolle, darunter Spotify Connect, Airplay 2, Google Cast, Tidal Connect und Audio Pro Multiroom.
Unabhängig vom Netzwerk ist das Zuspielen von Musik per analogem Klinkenanschluss sowie per Bluetooth 4.2 möglich. Unterwegs oder im Garten sorgt der eingebaute Akku mit bis zu 19 Stunden Spielzeit für ausdauernden Musikgenuss. Falls mal unerwartet der Regen einsetzen sollte, ist der A15 W mit einer Klassifizierung von IPX2 gegen Spritzwasser geschützt.
Der A15 W ist trotz seiner kompakten Maße wie ein vollwertiger HiFi-Aktivlautsprecher ausgestattet: Sein 4,5 Zoll großer Tieftöner mit Bassreflexunterstützung sorgt dank eigenem 30-Watt-Verstärker für kraftvolle Bässe und dynamische Mitten. Eine Gewebekalotte mit eigenem 10-Watt-Verstärker garantiert feine Hochtonklänge mit seidiger Transparenz.
Die kompatiblen Apps ermöglichen im Netzwerkbetrieb das Gruppieren mehrerer Lautsprecher, und damit auch eine vollwertige Stereowiedergabe. Wer den A15 W in eine kraftvolle, dynamische Anlage für große Räume verwandeln will, kann sogar einen kabelgebundenen Subwoofer anschließen. Für die akustische Anpassung stehen in den Apps Equalizer und Einmessfunktionen bereit.
Der A15 W bietet ein Bedienkonzept, das sowohl für den mobilen Einsatz mit Bluetooth, wie auch für eine komplexe Multiroom-Integration zuhause bestens ausgerüstet ist. Die zentrale Lautstärketaste dominiert das Bedienfeld oben auf dem Speaker, und kleine LED-Anzeigen informieren den Benutzer über Batterieladezustand und den im Moment aktiven Eingang.
Die 6 Preset-Tasten lassen sich mit Internetradiostationen, Playlisten vom Streamingdienst, Podcasts und vielem mehr belegen, so dass Nutzer auch ohne App mit einem Knopfdruck den gewünschten Content starten können – ideal für Schlafzimmer, Küche und Bad.
Haptische Knöpfe mit klarer Beschriftung für Pause, Titelsprung und Quellwahl ermöglichen zudem eine einfache Wiedergabesteuerung am Gerät. Ideal, wenn das smarte Gerät mit der App gerade in Benutzung ist, oder sich nicht im Netzwerk befindet.
Der Audio Pro A15 W ist ab sofort in den Stoffbezügen Schwarz, Dunkelgrau und Hellgrau im Fachhandel verfügbar. Der Preis beträgt 400 Euro.
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Vertrieb
LAD - Livestyle Audio Division by ATR - Audio Trade
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|---|---|
| Anschrift | Hi-Fi Vertriebsgesellschaft mbH Schenkendorfstraße 29 D-45472 Mülheim an der Ruhr |
| Telefon | +49 208 882660 |
| email@audiotra.de | |
| Web | www.audiotra.de |
Die taiwanesische Marke Keces ist inzwischen nicht allein wegen ihres Portfolios exzellenter Analog-Netzteile bekannt und angesehen. Für die neue Phonostufe und den neuen Switch aus der Essential Serie bekam Keces unlängst ebenfalls viel Applaus. Jetzt steht der brandneue Streaming-DAC Essential Euphony zum Test bereit.
Als Dirk Sommer unlängst die Keces Phono-Stufe Ephono+ und den Ewave Switch beschrieb, gefielen mir diese Geräte auch wegen ihrer sinnvollen und beim Ewave sogar sehr fortschrittlichen Ausstattung, nämlich den zu- oder abschaltbaren Ports. Der Streamer und D/A-Wandler Euphony zeigt sich da von einer ganz anderen Seite. Wenn man trotz des Preisunterschiedes einen Vergleich zieht zu beispielsweise den mit modernem, informativem Display glänzenden Geräten von Eversolo, erscheint der Euphony aus der Zeit gefallen und etwas gestrig. Dass ich nach dem Aufstellen und Integrieren des Euphony sehr schnell versöhnt sein würde, war mir da noch nicht bewusst. Der Keces Euphony zeigt sich in schlichtem, schwarzen Kleid mit nur 22 Zentimeter Breite und 66 Millimeter Höhe sehr kompakt. Von Vorteil ist, dass er sich so recht platzsparend in eine Anlage integrieren lässt. Kein Display auf der Front, sondern allein diverse verschieden farbige, in der Aluminium Front versenkte LEDs und drei Taster bestimmen zusammen mit ihrer goldfarbenen Beschriftung und dem Keces-Logo die Optik. Dies führt zu einer klar ersichtlichen Handhabung und unterscheidet sich wohltuend von verschachtelten Menüs, wie sie einige Hersteller dem Benutzer aufzwingen. Ein Taster dient dem An- beziehungsweise Ausschalten und ist dem harten Netzschalter auf der Rückseite untergeordnet. Ein zweiter Taster „Dim“ schaltet die LEDs nicht dunkler oder heller, sondern entweder aus oder an, wobei letzteres dezentes und überhaupt nicht grelles Leuchten bedeutet. Mit Input wählt man zwischen den Eingänge: Bluetooth, Netzwerk, USB, optisch Toslink oder S/PDIF Koax.

Der Euphony ist WLan-tauglich. Zum Lieferumfang gehört eine Antenne, die rückseitig angeschraubt wird. Sobald das Gerät einen Ethernet-Anschluss registriert, wird intern der WLan-Zugang abgeschaltet. Das ist vorbildlich, denn so kann ein störender Sende- und Empfangs-Aktionismus die Elektronik nicht negativ beeinflussen. Allein dafür gibt's schon mal Anerkennung. Der Euphony kann über alle Eingänge, außer Bluetooth, PCM bis zu 192 Kilohertz und 24 Bit übertragen. USB ermöglicht eine Wiedergabe von DSD256, die anderen Eingänge das übliche DSD64. Bei DSD wird die Auflösung direkt durch blaue LEDs angezeigt, bei PCM zeigt eine blaue LED den Basiswert von 44,1 oder 48 Kilohertz an. Eine weitere leuchtet beim Multiplikator „2“ oder „4“ oder „8“-fach. Ich habe beim Test den Netzwerk-Zugang genutzt und Qobuz oder meinen Rechner als Musikserver per Minimserver eingebunden. Will man eine kostenlose App zur Bedienung nutzen, empfiehlt Keces Mconnect. Das funktioniert ebenso wie Bubble UPnP oder Qobuz- Tidal- oder Spotify-Connect oder jeder DLNA-Player. Besser klingt es jedoch mit Jplay, was allerdings Apple-Nutzern vorbehalten ist. Ich bin sicher, dass Sie die Investition von knapp 200 Euro für eine Langzeitlizenz nicht bereuen würden. Es ist immer wieder erstaunlich, wie gravierend die Software bei der Musik von digitalen Quellen zum Klangeindruck beiträgt. Der Artikel meines Kollegen Roland Dietl beschreibt Jplay ausführlich und gibt Hinweise zur optimalen Nutzung. Über das Netzwerk, also jetzt mit Jplay und Minimserver, lassen sich dann auch höher als 192 Kilohertz aufgelöste Dateien abspielen, wie etwa die von Paticia Barber in DXD aufgenommenen Alben Clique oder Higher. Die klingen schon mal erstaunlich gut.

Auf der Rückseite bietet der Keces Euphony je ein Paar symmetrischer Ausgänge und Cinch-Alternativen für das analoge Signal. Dazu gesellen sich digitale Ausgänge, ausgeführt als S/PDIF-Koax-Cinch und optisch Toslink. Diese ermöglichen die Verbindung des Euphony als reinen Streamer mit aktiven Lautsprechern über eine digitale Verbindung. Der Anschluss für die WiFi- und Bluetooth-Antenne ist mittig angeordnet. Beim Testgerät fehlte sie. Ich habe den Euphony ohne jegliches Zubehör bekommen. Deshalb kann ich die interessante Bluetooth-Anbindung nicht überprüfen. Die soll nämlich als Ausgang nutzbar sein und das Musiksignal auf ein Android- oder iOS-Gerät senden können. Im rechten rückseitigen Anschlussfeld finden wir fünf digitale Eingänge: S/PDIF Koax und optisch Toslink. USB-B für den Anschluss eines Computers, von dem aus die Musik mittels beispielsweise Audirvana oder Foobar Player-Software gespielt werden kann. Darüber der Ethernet-Anschluss und eine USB-A-Buchse für die Verbindung mit einem externen Speicher, der aber laut dem deutsche Importeur Robert Ross nicht größer als 128GB und in FAT32 formatiert sein soll. Die Option, intern eine Festplatte als Speichermedium zu montieren, gibt es beim Euphony nicht. Idealerweise ist also eine Zuspielung über das Netzwerk vorgesehen. Ganz rechts auf der Rückseite des Euphony finden wir den harten Netzschalter und die Kaltgerätebuchse mit der Sicherung. Eine Spannungsumschaltung von 230 Volt auf 115 Volt ist am Geräteboden zugänglich.

Kommen wir zum technischen Aufbau des Euphony, denn da hat Keces Besonderes zu bieten. So schlicht und funktional der Euphony auch auf der Front wirkt, seine inneren Werte überraschen. Es beginnt mit dem exklusiv bei Keces zu findenden H-SonicTM-Ringkern-Transformator. Der wurde nicht nur bei Keces entwickelt, sondern wird auch im eigenen Haus gefertigt. Seine Qualität äußert sich laut Keces in extrem niedrigem Rauschen und hoher Stabilität in der Stromversorgung. Ihm wird eine außergewöhnlich hohe mechanische und elektromagnetische Störungsfreiheit zugeschrieben. Das soll einer verbesserten Hintergrundruhe, also der so begehrten Hintergrund-Schwärze dienen. Mehrere separate Stromversorgungen speisen die digitialen und analogen Sektionen sowie die Micro-Controler. Damit werden gegenseitige, störende Beeinflussungen über die Stromversorgung minimiert. Die Signalverarbeitung im Euphony erfolgt komplett symmetrisch. Die Strom-zu-Spannung-Wandlung geschieht nicht über Operationsverstärker sondern mittels diskreter Schaltung. Dies soll die Dynamik steigern, Verzerrungen niedrig halten und die Stabilität im Klanggeschehen festigen. Auf allen vier senkrecht stehenden Platinen sieht man auf dem Foto diese Spannungs-Konverter. Auf den Keces Digital-Analog-Wandler-Chip ist man ebenfalls stolz, weil hier eine eigene Programmierung für präzise digitale Filterung, die Vermeidung von Phasenfehlern und eine stabile Datenverarbeitung ins Analoge sorge. Mit sehr viel Akribie wollen sich die Keces-Entwickler besonders der Streaming-Platine gewidmet haben. Der Optimierung des Rauschverhaltens diene auch hier die Strom-Isolierung. Bei den Neutrik XLR-Ausgängen und den 24-Karat vergoldeten Cinch-Anschlüssen hat man ebenfalls nicht geknausert. Betrachtet man den Aufwand im Gerät und bewertet die Solidität der Verarbeitung, wäre zumindest ich nie auf die Idee gekommen, dass der Eupony für relativ bescheidene 1200 Euro zu haben ist.

Aber hören wir ihn uns an. Zuerst das oben erwähnte Album Clique von Patricia Barber in DXD, weil ich ausprobieren will, wie der Euphony die 352,4 Kilohertz und 24-Bit nativ verarbeitet. Das tut er problemlos, und es klingt ausgezeichnet. Dass ich bei 28,4 Grad Raumtemperatur und rauschendem Ventilator genüsslich zuhöre, spricht ganz sicher für die Klangqualität des Keces Euphony. Es ist die Dynamik, die mich bei „This Town“ fesselt. Packend und konturenstark zieht mich das Kontrabass-Saitenflirren sogleich in seinen Bann. Patricia Barbers Sprechgesang gesellt sich mit körperhafter Authentizität dazu. Ihre Stimme umgibt der von ihren Aufnahmen gewohnte Hall. Das Schlagzeug agiert differenziert und mit hörbarem Nachschwingen von Fell und Beckenmetall, auch dies mit bestechender Dynamik. Beim Piano höre ich die Anschläge klar und kann fast auf die Tasten schauen, so lebendig echt hört es sich an. Das ganze erklingt nicht zergerissen analytisch, sondern wunderbar homogen mit mitreißendem Drive. Da höre ich gleich noch ein paar Tracks mehr von Clique, bevor ich als nächstes Stings neues Album The Night Whatch (Live at the Rijksmuseum) bei Qobuz (96/24) auswähle, das man übrigens auch in der ARTE Mediathek erleben kann, und zwar zuerst den Titel „Shape of My Hear“. Eine sehr geglückte Aufnahme, wie ich finde, die die besondere Location sehr wirklichkeitsnah vermittelt. Der Raum liefert seinen Hall und die Sibilanten sind manchmal hart an der Grenze. Dies versteht der Euphony wunderschön zu vermitteln, hält alles im stimmigen Rahmen und erlaubt mit seiner Art, der gealterten Stimme dieses Ausnahmekünstlers mit Anteilnahme und Vergnügen zu lauschen. Denn durch die Bank interpretiert Sting hier, begleitet von Gitarrist und Zweitstimme Dominic Miller, bekannte Police- und Sting-Werke ein wenig anders, spannend, ja großartig. Der Keces Euphony wirkt hier wie ein absolut neutraler Mittler ohne Allüren wie etwa spezielle Betonungen. Bei dieser großartigen Wiedergabe-Beurteilung muss sich natürlich Misstrauen einstellen. Es kann doch nicht sein, dass der Keces die teuren Alternativen, wie einen Antipodes Oladra oder einen Eversolo T8, beide in Kombination mit dem über 6000 Euro kostenden Holo Audio May D/A-Wandler, nicht vermissen lässt.

Ehrlich gesagt: Eigentlich ist das so. Auch im Wissen darum, dass diese noch mehr Nuancen hörbar machen könnten, schafft es der Euphony, mit seiner Musikalität den Hörer so zu beeindrucken und emotional mitzunehmen, dass ich hier nicht mehr brauche, um die Musik zu genießen. Seine homogene Darbietung, ohne die oberen Tonlagen zu sehr zu beleuchten, in Kombination mit dieser frappierenden Dynamik ist es, die das Zuhören und Hinhören leicht macht und die Musik schön klingen lässt. Aber probieren wir dies doch mit orchestraler Musik. Ich wähle das herrlich muntere Klangspektakel Gaîté Parisienne von Jaques Offenbach mit Arthur Fiedler und den Boston Pops bei Qobuz (44,1/16). Der Euphony setzt das musikalische Feuerwerk gekonnt in Szene. Explosiv, farbenprächtig, mit packender Dynamik reißt er den Hörer mit. Aber hier merke ich auch, dass die eben genannten teuren Konkurrenten hinsichtlich Größenzeichnung, Auflösung und Strahlkraft doch mehr können. So scheint alles wieder zurechtgerückt, es bleibt das dicke Kompliment für den Euphony, dass er auch bei diesem Stück mächtig Hörspaß vermittelt. Ich bekomme nicht genug und wähle noch mal eine tendenziell etwas dunkel, zumindest nicht hochtonintensiv aufgenommene Einspielung von Romeo and Juliet mit dem Oslo Phiharmonic Orchestra und Vasily Petrenko in 352,8/24 von meinem Server und zwar den „Dance of the Knights“. Vor erkennbar schwarzem Hintergrund imponiert das Orchester durch Wucht und glaubwürdige Klangfarben. In dem homogenen, nuancierten Klangkörper werden die Soloinstrumente sehr ansprechend herausgearbeitet. Trotz des eher dunklen Timbres dieser Aufnahme gibt sie der Euphony nicht verhangen, sondern klar gezeichnet und offen wieder. Hier vermisse ich im Unterschied zu Gaîté Parisienne nichts. Der Euphony macht es leicht, in die Musik einzutauchen. Beim Stöbern stoße ich auf Morph The Cat von Donald Fagen. Der fette, knarzige Bass: fantastisch. Der Gesang geht unter die Haut. Auch diese Musik: euphonisch!
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Gehört mit
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|---|---|
| Musik-Server | Dell i7 mit Windows 11, AudiophileOptimizer 3.0, Minimserver |
| Streamer | Eversolo T-8 |
| Netzwerk | AVM 5590 Fiber mit Ferrum Hypsos, Ansuz Acoustics PowerSwitch A2 mit Darkz-Resonance-Control C2T, Digitalz Ethernet Cable A2 |
| Vorverstärker | Audio-gd Master 1 Vacuum |
| Endstufe | für Bass: zwei Primare A-32, für Mittel-Hochton: Spectral DMA-100 |
| Equalizer | LA-Audio EQ231G für Bass |
| Lautsprecher | Triangle Grand Concert |
| Kopfhörer-Verstärker | Gold Note HP-10 deluxe |
| Kopfhörer | HEDD D1, Denon AH-D7200 |
| Zubehör | Habst USB Ultra-3, Wireworld Eclipse 8 Silver und Platinum Cinch und XLR, Purist Audio Design Aquaeus Aureus Luminist Rev.,Elementa Advance und Alzirr XLR, Silversmith Fidelium Speaker und QED Genesis Silver Spiral mit Enacom, Audioquest Niagara 5000, Hurricane HC und Source Netzkabel, AHP Reinkupfer Sicherungen, Synergistic Research Quantum Orange Sicherungen, AHP Klangmodul Ivg, Furutech NFC Wandsteckdose, Raum-Absorber von Mbakustik und Browne Akustik, Franck Tchang Klangschalen |
| Geräte-Erdung | Huesmann Double-Earth-Conductor Copper Edition |
| Möbel |
Creaktiv Audio mit Absorberböden, Finite Elemente Pagode, Audio Exklusiv d.C.d. Basis, Acapella Basis |
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Herstellerangaben
Keces Euphony
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|---|---|
| Geräteart | Digital/Analog-Wandler und Streamer |
| Netzwerk | 802.11 b/g/n/ac 2.4 GHz und 5 GHz Dualband Wi-Fi 10/100M Ethernet |
| Bluetooth | Bluetooth 5.1 |
| Digitale Eingänge | Optisch und Koax: PCM bis zu 192kHz/24-bit, DSD bis zu DSD64, USB: PCM bis zu192kHz/24-bit, DSD bis zu DSD256 |
| Digitale Ausgänge | Optisch und Coax: PCM bis 192kHz/24-bit |
| Analoge Ausgänge | XLR: Rauschabstand>110dB, THD+N <0.01%, Ausgangsspannung 4.5Vrms.; Cinch: Rauschabstand>110dB, THD+N <0.01% |
| Ausgangsspannung | 2.5Vrms |
| Audio Formate | MP3, AAC, ALAC, APE, FLAC, WAV, WMA, OGG, AIFF |
| Streaming Protokolle | DLNA, SpotifyConnect, TIDAL Connect |
| Streaming-Dienste | in der App Spotify, Deezer, TuneIn, Tidal, Qobuz, etc. |
| Netzanschluss | 115V/230V AC umschaltbar, 50/60Hz |
| Abmessungen | 220/220/66mm (B/T/H) |
| Gewicht | 3kg |
| Garantie | 2 Jahre |
| Preis | 1200 Euro |
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Vertrieb
Robert Ross Audiophile Produkte GmbH
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|---|---|
| Anschrift | Schulstraße 1 18375 Ostseebad Prerow |
| Telefon | +49 38233 455 |
| r.ross@robertross.de | |
| Web | www.robertross.de |
Keces' Vorverstärker S4 war der erste Anlass, mich mit einem DS-Audio-Tonabnehmer zu beschäftigen. Für den Erwerb eines W3 sprachen dann meine sehr positiven klanglichen Erfahrungen damit, aber auch die Tatsache, dass immer mehr hoch interessante Phonostufen einen dafür geeigneten Eingang aufweisen würden. Eine davon ist die Aavik R-588.
Schon vor meinem Entschluss, meinen Tonabnehmerfundus um ein photoelektrisches Exemplar zu erweitern, hatten beispielsweise Kato san, Angus Leung und Michael Børresen angekündigt, dass in den in Entwicklung befindlichen Entzerrervorverstärkern von Soulnote, WestminsterLab und Aavik spezielle Eingänge für DS-Audio-Abtaster zu finden sein werden. Wenn hifistatement also weithin Geräte dieser Kaliber testen wollte, musste einfach ein entsprechendes System her. Bei der Beschäftigung mit WestminsterLabs Monologue erwies sich der Kauf des W3-Sets aus dem Abtaster und dem ebenfalls von DS Audio entwickelten Entzerrer dann auch erstmals als vorausschauende Entscheidung. Die erlaubt es nun ebenfalls, alle Fähigkeiten des R-588 auszuprobieren. Aber ich gebe gerne zu, dass, auch wenn der offensichtlichste Unterschied zwischen dem vor fünf Jahren beschriebenen Aavik R-580 und dem aktuellen Modell dessen zusätzlicher Eingang für DS-Audio-Systeme ist, dieser für mich nicht die größte Motivation war, den R-588 zu bestellen. Die bestand vielmehr darin, wieder mal eine Phonostufe zu hören, die meiner vollsymmetrischen Einstein klanglich und auch in Sachen Fremdspannungsabstand ein gutes Stückchen überlegen ist.

Apropos Symmetrie: Die ist meines Erachtens nach bei keiner Quelle so wichtig wie bei einem Tonabnehmer mit bewegter Spule und sehr geringer Ausgangsspannung. Deshalb war ich damals beim ersten optischen Kontakt mit der R-580 auch ziemlich enttäuscht: Auf ihrer Rückseite befanden sich lediglich zwei Pärchen Cinch-Buchsen: eines für den Anschluss des Plattenspielers und eines für die Verbindung zur Vorstufe. Außerdem weiß ich seit mehreren längeren Gesprächen mit Michael Børresen, dass er für Hifi-Geräte – anders als im Studiobereich – symmetrische Schaltungen für zu aufwändig und klanglich nicht unbedingt zielführend hält. Zum Glück gilt das nicht für Phonostufen. Wie er mir schon vor fünf Jahren erläuterte, zwinge ihn die Wahl von bipolaren Transistoren statt der üblichen MOSFETs in der Eingangsstufe, entweder einen Kondensator im Signalweg zu platzieren, um den Tonabnehmer vor Spannung aus dem Verstärker zu schützen, oder eine erdfreie, symmetrische Schaltung zu verwenden. Er habe sich natürlich für letztere entschieden und so den Kondensator vermieden. Die bipolaren Transistoren seien sogenannte BISS-Typen – „Breakthrough In Small Signal“ –, deren Rauschen etwa in dem Bereich liege, in dem auch ein Zwei-Ohm-Widerstand rauscht. Seines Wissens nach könne man mit keiner anderen Schaltung einen so guten Fremdspannungsabstand erreichen, wie mit den Arrays aus paarweise selektierten BISS-Transistoren in der erdfreien, symmetrischen Eingangsstufe der Aavik-Phonostufe.

Natürlich habe ich auch nach dem Erhalt der R-588 mit Michael Børresen telefoniert, um zu erfahren, was sie von ihrem Vorgänger unterscheidet: Die Topologie der Eingangsstufe habe er beibehalten, allerdings kämen im aktuellen Modell bessere Transistoren zum Einsatz, wobei er nicht erwähnte, ob es sich dabei um neue Typen oder eine strengere paarweise Selektion handelt. Außerdem greife er nun auf noch hochwertigere Resonant-Mode-Netzteile zurück, die die Audio-Schaltungen mit noch sauberer Energie versorgen, woraus ein besserer Fremdspannungsabstand resultiere. Ansuz und Aavik ziehen Resonant-Mode- den üblichen Schaltnetzteilen vor, da sie mit einem Sinus statt eines Rechtecks arbeiten und dadurch weniger und leichter herauszufilternde Störgeräusche produzieren – meine Vorurteile gegen jegliche Art von Schaltnetzteilen musste ich spätestens begraben, nachdem sich die R-580 als die Phonostufe mit dem geringsten Rauschen entpuppte, die je in meinem Hörraum stand. Doch zurück zur R-588: Den wohl deutlichsten Fortschritt gegenüber dem Vorgängermodell gibt es in der Ausgangsstufe: Arbeitete sie früher noch mit Operationsverstärkern, greift Aavik nun auf die selbst konstruierten, völlig diskret aufgebauten OP-Amps zurück, die oberhalb der Hauptplatine montiert sind. Die sind dem Topmodell der R-X88-Serie ebenso vorbehalten wie die diskreten Spannungsstabilisierungen.
Einen nicht geringen Anteil an den beeindruckenden klanglichen Leistungen der R-580 hatte natürlich auch die Ansuz-Rauschunterdrückungs-Technologie, die ich Ihnen erstmals im Bericht über das Ansuz-PowerSwitch vorstellte und welche die Audio Group Denmark, zu der Aavik, Ansuz, Børresen und Axxess gehören, ständig weiterentwickelt hat. Der R-588 ist mit 108 Active Tesla Coils, 216 Active Square Tesla Coils und neun Dither Schaltungen der dritten Generation ausgestattet. Das Hybridgehäuse aus Holz, Kupfer und Stahl haben Flemming Erik Rasmussen und Michael Børresen so gestaltet, dass es nicht nur eine extrem gute Resonanzkontrolle und Stabilität bietet, sondern auch durch seine außergewöhnliche Optik beeindruckt.

Die Front des R-588 beherrscht ein Display, das die Informationen sehr groß in roten Punkten darstellt. In Verbindung mit der schmucken, wenn auch aus Kunststoff gefertigten Fernbedienung könnte man damit sogar von einem weit entfernten Hörplatz die Abschlussimpedanz für einen Moving-Coil-Tonabnehmer einstellen. Hier bietet der Aavik 18 Werte an, eine ungewöhnlich große Menge: 50, 75, 100, 200, 300, 400, 500, 600, 700, 800 oder 900 Ohm und 1, 1,5, 2, 3, 4, 5 oder 10 Kiloohm. Ein Grund für diese Vielfalt dürfte sein, dass die Werte durch Fotowiderstände und eine Lichtquelle, deren Intensität über das Menü gesteuert wird, eingestellt werden. Mechanische Schalter oder Relais könnten zu Verlusten von Feininformationen im Phonosignal führen, begründet Michael Børresen seine Entscheidung für diese eigenständige Lösung. Zur Wahl stehen beim MC-Eingang darüber hinaus Verstärkungen von 58 oder 64 Dezibel und die Invertierung der Phase.
Beim als „DS Optical“ bezeichneten Eingang für die DS-Audio-Tonabnehmer ist es mit der Phase schon ein wenig komplizierter: Wie ich vom Entwicker der R-588 erfuhr, drehen alle Abtaster des japanischen Herstellers die Phase des rechten Kanals. Wenn man dies nicht berücksichtigte, würde man zwei gegeneinander verpolte Kanäle hören. Alle anderen mir bekannten Hersteller drehen daher die Phase des rechten Kanals ohne den Nutzer ihrer speziellen Entzerrer darüber zu informieren. Beim Aavik erscheint bei der Anwahl des entsprechenden Eingangs im Display aber „DS Optical Ri“, was darauf hinweist, dass die Phase des rechten Kanals invertiert wurde. Das Signal erklingt also so, wie es auf der Platte aufgezeichnet wurde.
Da es bei Aufnahmen aber immer mal wieder zur Umkehrung der absoluten Phase kommt, gibt es beim Aavik die Möglichkeit, diesen Fehler zu korrigieren. Nach dem Druck auf die „Inv“-Taste auf der Fernbedienung meldet das Display „DS Optical Li“, um darauf hinzuweisen, dass die Phase beider Kanäle nun um 180 Grad gedreht ist – klingt kompliziert, ist in sich aber völlig logisch. Auf die Möglichkeit der Phasenumkehr am DS-Audio-Eingang wollte Michael Børresen keinesfalls verzichten, da es seiner Meinung nach für ein intensives Hörerlebnis sehr wichtig ist, dass die Phasenlage des Gehörten stimmt, denn offenbar würden sowohl die Sibilanten bei Frauenstimmen als auch die dynamischen Nuancen davon stark beeinflusst. Darüber hinaus kann man für photoelektrische Tonabnehmer zwischen zwei Tieftonfiltern wählen, wo das bei 50 Hertz einsetzende als Standard bezeichnet wird, das 30-Hertz-Filter aber eine Alternative darstellt, wenn man einen stärkeren Bassbereich bevorzugt. Um einer Überhöhung hoher Frequenzen bei einigen DS-Audio-Systemen entgegenzuwirken, wurden beim R-588 sanfte Hochtonfilter mit Einsatzfrequenzen von 11, 16 und 35 Kilohertz implementiert.

Bei allen Eingängen für photoelektrische Tonabnehmer, mit denen ich bisher zu tun hatte, gab es keine Möglichkeit der Hochtonanpassung, und beim Entzerrer aus DS Audios W3-Set habe ich bisher immer das 30- statt des 50-Hertz-Filters gewählt. Da dann aber noch deutliche Membranbewegungen zu sehen waren, die unabhängig von Schallplatte, Tonarm, Laufwerk und dem Rack auftraten, sah ich mich gezwungen, das Filter mit einer Flankensteilheit von zwölf statt sechs Dezibel zu wählen. Auch bei meiner DS-Audio-Phonokarte für den WestminsterLab-Vorverstärker hat Angus Leung die Flankensteilheit erhöht. Das extrem sanfte Hochpassfilter einer Soulnote-Phonostufe schränkte die Auslenkungen der Membran so wenig ein, dass ich hier von einem Test absah. Sie sehen schon, Filter sind bei einem photoelektrischen Tonabnehmer ein Thema. Das liegt daran, dass es sich dabei nicht wie bei Moving-Magnet- und Moving-Coil-Systemen um einen sogenannten Schnelle-, sondern Wegeaufnehmer handelt. In dieser Hinsicht weisen die DS-Audio-Tonabnehmer Ähnlichkeiten zum Soundsmith Strain Gauge auf.
Zurück zum Aavik R-588 und seinen Filtern: Nach dem kleinen Exkurs dürfte klar sein, dass der DS-Audio-Eingang mein besonderes Interesse weckt. Für eine erste Einschätzung wähle ich Schostakowitschs Symphonie Nr. 15 in der Interpretation der Duisburger Philharmoniker unter Jonathan Darlington. Das Filter im Hochtonbereich ist ausgeschaltet und das Hochpassfilter mit der Einsatzfrequenz von 30 Hertz gewählt: Eine so gute Raumillusion konnte ich bisher bei dieser Aufnahme in meiner Kette nicht genießen. Die Bühne besitzt eine große Tiefe und trotz der „Entfernung“ werden die Instrumente plastisch und bestens konturiert dargestellt. Das ist keine leicht nebulöse Pseudoräumlichkeit, sondern eine konkrete, bestens fokussierte Abbildung: großartig!
Allerdings sind auch jetzt recht starke, von der Musik unabhängige Auslenkungen der Tieftöner festzustellen. Deswegen wechsele ich zum 50-Hertz-Filter, was die unerwünschten Bewegung minimiert. Im Tieftonbereich vermisse ich dennoch nichts, und auch die Balance zum Hochtonbereich, der ja bei dieser Einspielung alles andere als unterbelichtet ist, bleibt ausgewogen. Zudem spielt sich das musikalische Geschehen nun vor einem schwärzeren Hintergrund ab. Davon profitiert auch noch einmal die Feinzeichnung der Instrumente und Orchestergruppen. Die Höhen des W3 werden sehr fein differenziert, durchaus kraftvoll, aber frei von jeglicher Rauigkeit oder gar Härte wiedergegeben. Eine Notwendigkeit zur Aktivierung eines der Hochtonfilter mit flacher Flankensteilheit kann ich nicht erkennen.

Zur besseren Einordnung der Fähigkeiten des R-588 verbinde ich das Tonarmkabel des AMG 12JT mit den Eingängen der Phonokarte im WestminsterLab. Der erste Eindruck lässt mich glauben, dass die Unterschiede zum Aavik recht gering sind. Gut, der imaginären Bühne mangelt es an einpaar Zentimetern Tiefen, aber ansonsten wird der Musikgenuss im Vergleich zu dem, den der R-588 bietet, nicht wirklich geschmälert – glaubte ich, bis ich wieder den Aavik höre und mich über eine noch bessere Durchzeichnung, eine etwas explosivere Dynamik, minimal kräftigere Klangfarben und eben diese weiträumigere und plastische räumlich Darstellung freue. Nein daran, dass die R-588 die Fähigkeiten des W3 noch ein bisschen überzeugender zur Geltung bringt als der entsprechende Phonoeinschub in der Vorstufe, kann nicht der geringste Zweifel bestehen.
Aber sollte das 30-Hertz-Filter für einen Bass-Fan nicht vielleicht doch die bessere Wahl sein? Auf dem Teller des LaGrange liegt eine der ganz raren Wiederveröffentlichungen von ECM, bei dem das Original zuerst bei einem anderen Label erschienen ist: Die beiden von Jimmy Giuffre, Paul Bley und Steve Swallow eingespielten Verve-Alben Fusion und Thesis mischten Jan Eric Kongshaug und Manfred Eichler im Rainbow Studio in Oslo neu ab, bevor sie als Jimmy Giuffre 3, 1961 als Doppelalbum herausgebracht wurden. Die warmen Klangfarben von Klarinette, Flügel und Kontrabass nehmen den Zuhörer sofort für sich ein. Carla Bleys Kompositionen „Jesus Maria“ und „In The Morning Out There“, die Giuffres „Emphasis“ umrahmen, sind eine Schwelgerei in entspannter Melodik. Toll, wie aufmerksam, spannend und doch sehr sparsam das Trio miteinander kommuniziert: Musik zum Träumen. Steve Swallows Kontrabass ist zwar jederzeit gut nachzuverfolgen, könnte für den Autor aber einen Tick prominenter rüberkommen. Und deshalb probiere ich zwischendurch immer mal wieder das 30-Hertz-Filter aus. Der Zugewinn an Bass-Energie erweist sich dabei als marginal. Ich belasse es für die weitere, rein hedonistische Beschäftigung mit dem R-588 und dem W3 bei der Filterung ab 50 Hertz. Auch beim Langzeithören zeigte Aaviks Phonostufe nicht die geringsten Auffälligkeiten, die es nötig machten, die bisherigen Einschätzungen zu revidieren.
Einen ersten Eindruck davon, was der MC-Eingang des Aarvik zu leisten vermag, habe ich ja schon beim Test des Vertere Ruby one bekommen und auch beschrieben. Bei meiner Einstiegsscheibe in Tonabnehmer- und Phonostufentests, Art Farmer und Jim Halls Big Blues waren beispielsweise zuvor nie so viele Details zu hören – beim Erstkontakt mit Wilson Beneschs Prime Meridian System lief die LP nur im Hintergrund. Auch Collin Walcott, Don Cherry und Nana Vasconcelos' Album Codona habe ich über Einsteins The Turntable's Choice nicht so beeindruckend gehört. Mehr Details finden Sie – wie gesagt – im Test des Vertere Ruby one.

Auf dem LaGrange ist neben dem AMG-Arm mit dem W3 im Headshell auch der Thiele TA01 montiert, der ein Lyra Etna nahezu ohne Fehlspurwinkel über die Platte führt. Beim Test des R-580 hatte ich ja Richard Beirachs ein wenig in Vergessenheit geratenes Album Hubris für mich wiederentdeckt. Auf der Suche danach bleibe ich bei Beirachs Trio-Einspielung mit George Mraz und Jack DeJohnette, ELM, hängen. Mit dem über zwölfminütigen „Snow Leopard“ lockere ich die Dämpfung des lange nicht genutzten Etna – und frage mich, ob das denn wirklich nötig ist: Die Becken des Drum Sets scheinen zu explodieren, das Trio strotzt nur so vor Energie und der Drive zieht einen sofort in seinen Bann. Am Ende des Stücks und beim folgenden „Elm“ zeigt sich dann der Erfolg der Lockerungsübungen: Die Instrumente werden nun von mehr Luft umgeben, Klangfarben und leisere Töne geraten mehr in den Fokus. Etna und Aavik machen die Plattenseite zum Genuss.
Während der ersten drei Stücke von Hubris wechsele ich mehrmals zwischen dem Lastimpedanzen 75 und 100 Ohm. Beim höheren Wert umgibt ein wenig mehr Luft den Flügel, Transienten wirken sehr realistisch. Einzelne Anschläge hoher Töne kommen mit derart viel Energie rüber, dass man sich an legendäre Three-Blind-Mice-Scheiben erinnert fühlt. Auf „Invisible Corridor / Sunday Song – Monday“ lotet Richard Beirach den gesamten Tonumfang seines Flügels aus. Neben ungezügelten Tiefton-Eruptionen und hart angeschlagenen kurzen Saiten, stehen melodiöse, fast lyrische Tonfolgen: enorm spannend, fesselnd und auch unter audiophilen Gesichtspunkten ein Erlebnis. Der R-588 treibt auch das Lyra Etna zu klanglichen Höchstleistungen.

Wenn schon mal eine so nahezu nebengeräuschfreie Phonostufe wie die R-588 bei mir im Hörraum verfügbar ist, muss ich einfach mein Jan Allaerts MC 2 Finish in einen Arm einbauen. Das wäre eines meiner absoluten Lieblingssystemen, wenn es die in den technischen Daten angegebene Ausgangsspannung von 0,2 Millivolt wirklich liefern würden. Da es das aber nicht tut, ist selbst bei sehr guten Phonostufen wie The Turntable's Choice ständig ein Rauschen zu hören. Ganz leicht ist das an extrem leisen Stellen von Carla Bleys sehr dynamischen „Life Goes On“ beim R-588 mit einer Verstärkung von 64 Dezibel und einer Last von 800 Oh zwar auch wahrzunehmen, aber nur, wenn man sich sehr darauf konzentriert. Damit wird man aber sofort durch den musikalischen Fluß und die ungemein stimmige und geschmeidige Wiedergabe von MC 2 finish und R-588 versöhnt. Trotz aller Geschmeidigkeit erklingen Flügel, E-Bass und Saxophon nie weichgespült, sondern kommen mit ihren typischen Ecken und Kanten rüber. Die Bass-Energie ist bestens ausbalanciert, trotz des für Steve Swallows halbakustischen E-Bass ungewöhnlich fetten Sounds wird der Raum nicht überladen. Das Saxophon changiert zwischen bissiger Attacke und hingehauchten Tönen, während beim Flügel jederzeit zu hören ist, welchen Anteil Holz an der Entstehung der Klänge hat: Tonabnehmer und Phonostufe ergänzen sich perfekt.
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Gehört mit
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| Laufwerk | Brinkmann LaGrange mit Röhrennetzteil, Einstein Aerolith |
| Tonarm | AMG 12JT, Thiele TA01, Einstein 9“ |
| Tonabnehmer | Vertere Ruby one, DS Audio DS-W3, Jan Allaerts MC 2 Finish, Lyra Etna |
| Phonostufe | Einstein The Turntable's Choice, WestminsterLab DS Audio Phonoeinschub |
| Vorstufe | WestminsterLab Quest |
| Endstufe | Einstein The Poweramp |
| Lautsprecher | Børresen T5 SSE |
| Kabel | Goebel High End Lacorde Statement, Audioquest Dragon HC und Tornado (HC), Dragon XLR, ForceLines, Ansuz Speakz D-TC Supreme und Mainz D2, Ortofon TSW-5000 Silver, AC 5000Si Silver |
| Zubehör | AHP Klangmodul IV G, Audioquest Niagara 5000, Synergistic Research Active Ground Block SE, HMS-Wandsteckdosen, Blockaudio C-Lock Lite, Acoustic System Füße und Resonatoren, Artesania Audio Exoteryc, Acapella Basis. Harmonix Room Tuning Disks, Audio Exklusiv Silentplugs, Ansuz Sparks, Darkz Z2S, PowerBox D-TC SUPREME, Degritter MK II, ramar Plattenbürste |
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Herstellerangaben
Aavik Acoustics R-588
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|---|---|
| MC-Eingang | 1 x Cinch, potentialfrei, max. Eingangspegel: 5mVrms, 58dB oder 64dB Verstärkung bei 1kHz, Eingangswiderstand einstellbar von 50Ω bis 10kΩ |
| Optischer Eingang | 1 x Cinch, max. Eingangspegel: 500mVrms, Verstärkung: 26dB |
| Frequenzgang (MC) | 58dB: +0,1/-0,4dB (20Hz - 20kHz), 64dB: +0,1/-1,7dB (20Hz - 20kHz) |
| Frequenzgang (optisch) | +0,1/-0,3dB (20Hz - 20kHz) |
| Ausgang | 1 x Cinch, Verzerrung: 0,05% (THD bei 1kHz, Nenneingangsspannung), 70Ω Ausgangsimpedanz |
| Aavik Rauschunterdrückung | 108 Active Tesla Coils, 216 Active Square Tesla Coils, 9 Dither Schaltungen |
| Leistungsaufnahme | 1W Standby, <40W im Betrieb |
| Netzspannung und -strom | 100 - 240V Wechselstrom, 50–60 Hz, max. 3,15 A |
| Abmessungen | 440 x 430 x 116mm |
| Gewicht | 21kg |
| Preis | 25.000 Euro |
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Hersteller
Aavik Acoustics
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|---|---|
| Adresse | Rebslagervej 4 DK-9000 Aalborg |
| Telefon | +45 40 51 14 31 |
| sales@aavik-acoustics.com | |
| Web | aavik-acoustics.com |
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Vertrieb
globaldigital GmbH
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|---|---|
| Label | Max-Planck-Str. 14 96050 Bamberg |
| info@qln-audio.de | |
| Web | www.qln-audio.de |
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Hersteller
Qln Acoustics AB
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|---|---|
| Anschrift | Schweden S-43137 Mölndal Krokslätts Fabriker 32 |
| info@qln.se | |
| Web | qln.se |
Mit Lautsprechern der schwedischen Marke Qln haben wir uns bei Hifistatement bisher noch nicht beschäftigt. Ein Versäumnis – wie sich gleich zeigen wird. Also kommen wir schleunigst zum Test der brandneuen QLN Prestige Three Gen 2, einem eleganten Standlautsprecher in klassischer Zwei-Wege-Bestückung mit ambitioniertem Anspruch.
Die Ursprünge von Qln reichen bis ins Jahr 1977 zurück. Die fundamentale Zielsetzung der damaligen Gründer ist von Beginn an audiophiler Natur, nämlich einen Lautsprecher zu entwickeln, der die Klangbühne – insbesondere die Tiefenstaffelung von vorne nach hinten – bestmöglich abbilden kann. Anfang der 1980er Jahre stößt Mats Andersen zum Unternehmen. Er wird die Marke mit seinem Knowhow für die nächsten Jahrzehnte maßgeblich prägen und in der Folge auch Miteigentümer werden. 1981 wird das Modell Qln One vorgestellt: ein kleiner Monitor-Lautsprecher mit einem Gehäuse in Form einer abgestumpften Pyramide mit einer leicht nach hinten geneigten Frontwand. Diese Pyramidenform wird zum unverkennbaren Markenzeichen aller Qln-Lautsprecher – damals wie heute. In den folgenden zwei Dekaden erreicht Qln durch Modelle, wie die Qln Signature und die Reference-/Prestige-Reihen, Kultstatus unter HiFi-Fans. Die Lautsprecher sind bekannt für Zeitrichtigkeit, ungewöhnliche Gehäuseformen und natürliche Klangfarben.

Doch dann wird Qln im Jahr 2003 an eine schwedische Unternehmensgruppe verkauft. Mats Andersen und die Gründer scheiden komplett aus. Unter der neuen Führung ändert sich die Markenphilosophie drastisch. Der prestigeträchtige Name wird für günstigere, in asiatischer Massenproduktion gefertigte Mainstream-Produkte genutzt. In der Folge verliert Qln bei audiophilen Musikliebhabern massiv an Bedeutung. Zwischen 2012 und 2013 kauft Mats Andersen dann die Namensrechte an Qln vollständig zurück. Er stellt die Firma als reine High-End-Manufaktur neu auf, besinnt sich auf die Tugenden, die Qln einst groß gemacht haben, und hebt diese durch Verwendung moderner Werkstoffe auf ein neues Niveau. Ab 2015 gelingt mit einer neuen Generation klassischer Modelle, wie der Qln Signature 3 und der darauffolgenden Prestige-Serie, ein erfolgreiches Comeback der Marke im High End Bereich.

Schauen wir uns die Prestige Three Gen 2 genauer an: Ihre Vorgängerin, die Prestige Three, wurde 2018 als erstes Standlautsprecher-Modell von Qln seit den frühen 90er-Jahren vorgestellt und basiert auf der Qln Signature-Serie von 1989. Bereits der erste visuelle Eindruck der Three Gen 2 unterscheidet sie vom Gros der Mitbewerber. Das auffällige Erkennungszeichen ist die leicht nach hinten geneigten Frontwand und die abgestumpfte Pyramidenform im oberen Teil. Diese markante Linienführung ist kein Design-Gag, sondern hat handfeste akustische Gründe. Die nach hinten geneigte Schallwand soll für eine perfekte zeitliche Abstimmung (Time Alignment) zwischen Tieftöner und Hochtöner sorgen, da damit der akustische Mittelpunkt für alle Treiber auf einer Linie liegt. Der obere Gehäuseteil in Form einer abgestumpften Pyramide minimiert die Schallwandfläche rund um den Hochtöner, reduziert Kantenreflexionen und unterdrückt stehende Wellen im Inneren des Gehäuses.

Auch wenn die Three Gen 2 mit einer Höhe von knapp einem Meter nicht gerade ein Riese ist, so bringt sie mit 27 Kilogramm mehr Gewicht auf die Waage als gedacht. Einen großen Anteil daran hat das Gehäuse. Ein Lautsprechergehäuse sollte laut Mats Andersen vollkommen tot sein und nicht wie der Korpus eines Instruments als Resonanzkörper agieren. Bei der Three Gen 2 wurde der Aufwand für das Gehäuse auf die Spitze getrieben: Während bei der ersten Generation der Prestige Three das hocheffektive Dämpfungsmaterial Qboard® nur punktuell an besonders kritischen Bereichen Verwendung findet, geht Qln jetzt in die Vollen. Das gesamte Gehäuse besteht nun aus dem diesem High-End-Sandwich-Material, das bisher den absoluten Top-Modellen vorbehalten war. Q-Board besteht aus zwei Schichten hochdichten Holzes, die durch eine viskoelastische Schicht miteinander verbunden sind. Die hochdichten Platten sorgen für Masse, während die viskoelastische Schicht für die interne Dämpfung zuständig ist. Der Lautsprecher steht auf vier stabilen Auslegern, an die entweder scheiben- oder kegelförmige, in der Höhe verstellbare Dämpfungsfüße montiert werden können, womit eine Anpassung an unterschiedliche Bodenbeläge möglich ist. Für die Three Gen 2 verwendet Qln keine Standard-Chassis von der Stange. Im Tief-Mitteltonbereich vertraut Mats Andersen auf einen speziell für Qln gefertigten Scan-Speak-Treiber. Während Magnetsystem und Korb auf bewährter Scan-Speak-Technik basieren, sind sämtliche „weichen“ Komponenten – von der Aufhängung über die Membran bis zur Staubschutzkappe – exklusive Eigenentwicklungen, die bei Scan-Speak nach den Vorgaben von Qln gefertigt werden. Für das Material der Membran verwendet Mats Andersen Kevlar, das eine hervorragende innere Dämpfung und praktisch keinen Materialeigenklang haben soll. Seiner Ansicht eignet sich Kevlar besonders gut, die perfekte tonale Balance im kritischen Mitteltonbereich zu wahren. Der große 7-Zoll-Treiber soll damit so flink und verfärbungsfrei wie ein kleiner 5-Zöller agieren, jedoch das Bassfundament und die Raumkopplung eines großen Chassis mit sich bringen.

Im Hochtonbereich setzt Qln auf eine 25-Millimeter-Gewebekalotte (Soft Dome) mit breiter Sicke, ebenfalls eine Custom-Variante von Scan-Speak. Der Hochtöner arbeitet auf eine großzügig dimensionierte, rückseitige Dämpfungskammer. Die Luft kann durch offene Löcher unter der Kalotte nach hinten entweichen. Bedämpft wird die Kammer mit einer sorgfältig austarierten Mischung aus Naturwolle und Synthetik-Faser, wodurch Reflexionen des Rückschalls gegen die Kalotte eliminiert werden sollen. Obwohl der Hochtöner messtechnisch bis unter 1 Kilohertz linear arbeitet, koppelt Mats Andersen ihn erst viel höher – bei etwa 3,5 bis 4 Kilohertz – an den Tief-Mitteltöner an. Seiner Meinung nach ist ein Hochtöner einfach zu klein, um im Bereich zwischen 1,5 und 3 Kilohertz echte Luftbewegung zu generieren. Trenne man dort, klinge eine akustische Gitarre oder eine Violine zwar im ersten Moment sehr detailreich und spritzig, würde jedoch ihren hölzernen Korpus und damit ihr Volumen verlieren. Indem der große 7-Zoll-Kevlar-Treiber bis hinauf zu 3,5 Kilohertz spielt, behielte der Lautsprecher die volle Kontrolle über das reale Volumen und die Körperhaftigkeit von Instrumenten und Stimmen. Der Hochtöner arbeite so ausschließlich im Obertonbereich, der für das Gefühl von „Luft“ und Raum verantwortlich ist. Bei der Three Gen 2 setzt Mats Andersen im Gegensatz zum Vorgängermodell nun auf eine Frequenzweiche erster Ordnung (6 Dezibel pro Oktave). Ein optimales Phasenverhalten im kritischen Übergangsbereich zwischen Tief-Mitteltöner und Hochtöner ist für Mats Andersen wichtiger als ein schnurgerader Frequenzgang: der Klang würde dadurch entspannter. Aufgrund der einfachen Filter kommt die Frequenzweiche der Three Gen 2 mit sehr wenigen Komponenten aus, die dafür von bester Qualität sind: nicht-induktive Kondensatoren für den Hochtonbereich, hochwertige ölgefüllte Kondensatoren für den Tieftonbereich sowie an kritischen Stellen Flachdrahtspulen. Die Bauteile sind ohne Platine direkt Punkt zu Punkt verdrahtet. Auch auf den letzten Zentimetern des Signalwegs überlässt Qln nichts dem Zufall: eigenentwickelte Solid-Core-Kabel (massive Leiter) aus hochreinem Kupfer für die interne Verkabelung und ein WBT Nextgen Anschlussterminal sprechen für sich.

Qln empfiehlt für die Aufstellung einen Abstand der Lautsprecher von drei bis vier Meter zueinander und vorzugsweise mindestens einen halben bis einen Meter Abstand von den Seiten- und Rückwänden entfernt. Nach einigem Probieren habe ich die Lautsprecher mit etwa einem Meter Abstand zur Rückwand und etwas mehr als 60 Zentimeter Seitenwandabstand aufgestellt. Die Basisbreite zwischen den Lautsprechern beträgt knapp drei Meter und der Abstand zu meiner Hörposition etwa das 1,2-fache der Basisbreite. Gleichzeitig habe ich die Lautsprecher so eingewinkelt, dass der Hochtöner auf meine Hörposition zielt. Für die Aufstellung von Lautsprechern verwende ich immer die Teststücke „Channel Identification“ und „Relative Phase Test“ auf der Sheffield XLO Test & Burn in CD. Die Three Gen 2 erweist sich dabei als wenig kritisch, und es gelingt, schnell eine Position zu finden, bei der die Stimme des Sprechers exakt und fokussiert aus der Mitte zwischen den Lautsprechern kommt. Auch bei großer Basisbreite ist ein klangliches Loch in der Mitte nicht zu befürchten. Für den intensiven Hörtest habe ich die Three Gen 2 in meiner bewährten Kette mit den Class-A Mono-Endstufen Stax DA-80M verbunden. Zu Beginn bin ich überrascht: In „Act Like You Know” mit der Fat Larry's Band (Breakin‘ Out - Qobuz 16/44,1) klingt die fette Basslinie im ersten Moment ungewohnt schlank, gleichzeitig aber drahtig und unaufdringlich. Wie ich mir von Mats Andersen erklären lasse, hat die Three Gen 2 eine etwas ungewöhnliche Bassreflex-Abstimmung. Während klassische Computersimulationen für ein Gehäuse und einen Treiber wie bei der Three Gen 2 eine Bassreflex-Abstimmung von circa 45 bis 50 Hertz vorschlagen würden, geht Mats Andersen einen anderen Weg und stimmt das Bassreflexrohr sehr tief – auf etwa 30 Hertz – ab. Dadurch fällt der Frequenzgang der Three Gen 2 ab circa 100 Hertz sanft und kontinuierlich nach unten hin ab. Auf der anderen Seite verstärkt jeder geschlossene Wohnraum tiefe Frequenzen unterhalb von 80 Hertz durch die Reflexionen der Wände und Ecken. Im Zusammenwirken von Lautsprecher und Hörraum soll sich so eine sehr lineare tiefreichende Basswiedergabe ohne das gefürchtete Oberbass-Dröhnen ergeben. Das kann ich für meinen Hörraum bestätigen. Durch die schlanke Grundabstimmung erfordert der Lautsprecher etwas Geduld beim Experimentieren mit dem Wandabstand, um den optimalen Punkt für die Basswiedergabe zu finden. Dann reicht die Three Gen 2 messtechnisch in meinem Hörraum ab 100 Hertz leicht und sehr gleichmäßig abfallend bis etwa 35 Hertz hinab. Gehörmäßig kann ich das auch gut mit den entsprechenden Musik-Tracks (Nr. 43 bis 47) aus dem Album Audiophile Speaker Set Up nachvollziehen. Das Stück „Come Together“ mit Brian Bromberg (Wood - Qobuz 16/44,1) ist ein Härtetest für das Bassfundament eines Lautsprechers. Bromberg interpretiert die Beatles-Melodie ausschließlich auf einem akustischen Kontrabass. Man hört nicht nur das tiefe Brummen des Instruments, sondern kann das physische Schnellen der Saiten, das Greifen auf dem Griffbrett und das Resonieren des riesigen Holzkorpus nachvollziehen. Die Three Gen 2 liefert einen tief reichenden Bass, der mit verblüffender Geschwindigkeit, exakter Kontur und beeindruckender Sauberkeit überzeugt. Ein ähnliches Bild ergibt sich bei „Wildfire“ von SBTRKT (SBTRKT - Qobuz 16/44,1). Minimalistische Drum-Beats verbinden sich mit einem etwas halligen Gesang und einer schnarrenden Basslinie. Die Three Gen 2 zeichnet die pulsierenden Bewegungen des Basses im unteren Frequenzbereich exakt nach und macht dessen fortwährende Klangfarbenwechsel mühelos nachvollziehbar. Nach oben bleibt der Mittel- und Hochtonbereich trotz der enormen Bass-Energie vollkommen unbeeindruckt, klar und stabil.

Die Paradedisziplin der Three Gen 2 ist sicherlich die Wiedergabe von Stimmen unterschiedlichster Art. Bei „Stars“ von Sara K. (Hell or High Water - Qobuz 24/44,1) werden ihre charakteristische, ausdrucksstarke Stimme und die Akustikgitarre mit einer faszinierenden, plastischen Dreidimensionalität in den Raum projiziert. Die Wiedergabe besitzt ein spürbares Fundament und organische Wärme, während das feine, metallische Glitzern der Percussion vollkommen schwerelos und unaufdringlich im Hintergrund schwebt. Dazu gesellt sich ein perfekt kontrollierter Kontrabass, der tief und trocken in den Keller steigt, ohne den intimen Charakter des Stücks unter einem allzu üppigen Bassfundament zu begraben. Ein echtes Aha-Erlebnis in Sachen Stimmwiedergabe liefert die Three Gen 2, wenn Maria Callas die Habanera singt (Georges Bizet: Carmen: „L'amour est un oiseau rebelle“ / Habanera - Maria Callas, Orchestre du Théâtre National de l'Opéra de Paris - Qobuz 24/96). Die legendäre Stimme steht mit einer fast physisch spürbaren, fesselnden Unmittelbarkeit im Raum. Völlig frei von künstlichen Schärfen oder analytischer Kühle transportiert der Lautsprecher das feine Vibrato und die dramatische Energie der Callas als mitreißendes Ganzes. Ihre Stimme hat Substanz, ein spürbares Brustvolumen und eine organische Wärme, die unter die Haut geht. Und wenn der Opernchor im Hintergrund einsetzt, verschwimmt nichts zu einem diffusen Klangteppich – das Ensemble bleibt meisterhaft und plastisch hinter der Solistin gestaffelt. Diese großartige Tonalität kommt auch der Wiedergabe akustischer Instrumente in vollem Umfang zugute. Wenn Narciso Yepes die „Suite Espanola“ (Musica Española – HDTT 24/352) spielt, verbindet sich höchstes technisches Können mit großartiger Musikalität. Die zehnsaitige Konzertgitarre von Narciso Yepes erklingt mit großartiger Farbenvielfalt und kraftvollem Ausdruck, die den Körper des Instruments fühlen lässt. Zugleich kommen bei Akkorden die Saiten-Anschläge präzise und energiegeladen. Hier geht großartige Tonalität mit stupender Dynamik einher. Genauso wichtig ist für mich, dass der Hochtonbereich ohne Bruch an diesen fantastischen Mitteltonbereich anzuschließen vermag. Das „Sommer-Gewitter“ (Vivaldi: Der Sommer / L'Estate: III. Presto aus Die vier Jahreszeiten - Anne-Sophie Mutter, Trondheim Soloists – Qobuz 24/48) lebt von der explosiven Dynamik der Solistin und der sie begleitenden Streicher. Gerade in dynamischen, lautstarken Passagen kann der Klang schnell an Geschmeidigkeit verlieren und eine glasige oder gar aufdringlich metallische Note entwickeln. Die Three Gen 2 meistert diese Hürde mit Bravour und verhält sich vorbildlich: Sie fügt keine künstliche Helligkeit hinzu, um Details vorzugaukeln, wo keine sind, sondern liefert einfach nur Klangfarben von großer Reinheit und Natürlichkeit. Gerade die Solo-Violine fasziniert in jeder Passage mit ihrem facettenreichen Charakter in den verschiedenen Tonlagen. Das Hören bleibt vollkommen entspannt und frei von jeglicher Anstrengung.

Spätestens jetzt dürfte es Sie nicht mehr überraschen, dass auch die räumliche Wiedergabe vom Feinsten ist. Begeben wir uns auf eine Zeitreise in das Jahr 1959 und hören wir Miles Davis mit „So What“ (Kind of Blue - Qobuz 24/192). Die virtuelle Bühne mit den Musikern öffnet sich holografisch, Miles Davis’ Trompete steht wie festgenagelt im Raum. Man kann die Tiefe des Aufnahmeraums förmlich spüren. Die Lautsprecher scheinen sich in Luft aufzulösen und den großartigen Musikern ganz selbstverständlich den Vortritt zu lassen. Und die Three Gen 2 kann auch ganz groß. Im „Trauermarsch“ (Gustav Mahler – Symphonie Nr. 5: I. Trauermarsch - Berliner Philharmoniker, Claudio Abbado, Qobuz 24-Bit/44,1 kHz) entsteht eine atemberaubende Klangbühne, die den Konzertsaal bis in den letzten Winkel ausleuchtet. Das Klangbild löst sich so mühelos von den Lautsprechern, dass diese als Schallquellen nahezu vollständig aus der Wahrnehmung verschwinden. Wenn nach dem einleitenden Trompetensolo das gesamte Orchester mit einem markanten Tutti-Einsatz und kraftvoll unterstützt von den Kesselpauken einsetzt, entfaltet sich der gewaltige Orchesterapparat mühelos in seiner ganzen räumlichen Breite und Tiefe. Die Position jedes einzelnen Instruments im Orchester lässt sich mühelos nachvollziehen. Auch die weiter hinten platzierten Instrumentengruppen bleiben klar konturiert und behalten ihren festen Platz, statt sich in einer weitläufigen Raumillusion aufzulösen. Die Stärke der räumlichen Darstellung liegt weniger in spektakulärer Tiefe als in ihrer beeindruckenden Klarheit und Ordnung. Und wenn Abbado das Orchester an anderer Stelle dann wieder abrupt abwinkt, bricht der Klang wie mit dem Skalpell abgeschnitten ab, und es herrscht augenblicklich eine tiefe, pechschwarze Stille im Raum, in der nur noch der natürliche Nachhall des Saales ausklingt.
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Gehört mit
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|---|---|
| Computer | SOtM Audio PC mit Motherboard sMB-Q370, Clock Modul sCLK-EX, USB-Modul tX-USBhubIN und Netzwerk Modul sNI-1G Musikserver mit Intel Xeon E3-1225 3,2 GHz, 4 GB RAM, Windows Server 2019 mit AudiophileOptimizer 3.0, HDPLEX 400W ATX Linear-Netzteil und HDPLEX 200W Linear-Netzteil Diretta Lucia Piccolo Bridge, LattePanda Alpha 864s mit Intel 8th m3--8100y mit Diretta Target Bridge und HDPLEX 200W Linear-Netzteil |
| Software | JPLAY iOS App, MinimServer, JPLAY Femto, JPLAY femtoServer, Roon Server |
| 10-MHz-Clock | SOtM SCLK-OCX10 |
| USB | SOtM USB Hub tX-USBultra, MUTEC MC-3+ USB |
| D/A-Wandler | PS Audio DirectStream DAC MK1 |
| Plattenspieler | Platine Verdier |
| Tonarm | Souther TRIBEAM |
| Tonabnehmer | Clearaudio Veritas |
| Vorstufe | Erno Borbely, Omtec Anturion |
| Endstufe | Stax DA-80m, Omtec CA 25 |
| Kabel und Zubehör |
AIM NA9, NA6, JCAT Reference USB, JCAT Reference LAN, Van den Hul, Analysis Plus Digital Oval Yellow, AudioQuest Eagle Eye Digital Cable, SOtM dBCL-BNC, Audioquest Niagara 5000, Sortz RCA, Sortz LAN, Sortz BNC |
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Herstellerangaben
Qln Prestige Three Gen 2
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|---|---|
| Konzept | 2-Wege-Bassreflex-System |
| Tief-/Mitteltöner | 177 mm (7 Zoll) Konus mit Kevlar® Membranr |
| Hochtöner | 25 mm Gewebekalotte |
| Tieftonwiedergabe | -3dB @28Hz |
| Impedanz | 8 Ohm (nominal) |
| Wirkungsgrad | 88 dB SPL 1 Watt 1m, 100-10kHz |
| Empfohlene Verstärkerleistung | 50-250 Watt RMS |
| Abmessungen | 900 x 210 x 420 mm (H x B x T) |
| Gewicht | 27 kg |
| Preis | 10.950 Euro (Paar) |
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Hersteller
Qln Acoustics AB
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|---|---|
| Anschrift | Schweden S-43137 Mölndal Krokslätts Fabriker 32 |
| info@qln.se | |
| Web | qln.se |
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Vertrieb
globaldigital GmbH
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|---|---|
| Label | Max-Planck-Str. 14 96050 Bamberg |
| info@qln-audio.de | |
| Web | www.qln-audio.de |
Der Eversolo T10 ist ein reiner Streaming-Transport ohne DAC. Durch optimierte Stromversorgung, ausgefeilte Clock-Architektur und umfassende Schnittstellen-Isolation garantiert er maximale Signalreinheit und minimiert Störeinflüsse im gesamten Wiedergabepfad. Der T10 verbindet Studioqualität mit alltagstauglicher Bedienung.
Im Zentrum des Stromversorgungskonzepts steht ein speziell entwickelter O-Typ-Ringkerntransformator mit geschlossenem Magnetkreis, der Streufelder und netzbedingte Störungen deutlich reduziert. Die lineare Stromversorgung arbeitet mit einem extrem niedrigen Rauschpegel und schafft so die elektrische Basis für eine saubere Digitalsignalverarbeitung. Zusätzlich setzt der T10 auf ein durchgängiges Isolationskonzept der verschiedenen Schnittstellen sowie auf physische Abschirmungen und getrennte Gehäusebereiche, um gegenseitige Beeinflussungen von Anzeige, Steuerlogik und Audiosignalpfaden zu minimieren.
Der T10 nutzt einen ultra-rauscharmen OCXO-Quarzoszillator mit temperaturstabilisierter Regelung, um Frequenzdrift zu minimieren. In Kombination mit einem rauscharmen PLL-System wird der Takt weiter verfeinert und Jitter im digitalen Signalweg reduziert. Für komplexe High-End-Setups steht zudem ein Masterclock-Eingang zur Verfügung, der sowohl 50- als auch 75-Ohm-Impedanzen unterstützt und die Einbindung externer Referenztaktgeber erlaubt.
Ein moderner 64-Bit-Octa-Core-Prozessor, 8 GB DDR4-RAM und 64 GB eMMC-Speicher sorgen für hohe Reaktionsgeschwindigkeit, auch bei großen Musikbibliotheken und hochaufgelösten Formaten. Das System ist darauf ausgelegt, umfangreiche Datenbanken schnell zu indizieren und flüssig zu durchsuchen sowie mehrere Aufgaben parallel zu verarbeiten. Interne Speichererweiterungen sind über zwei M.2-NVMe-Slots möglich und bieten ausreichend Reserven für große lokale Sammlungen.
Der T10 stellt ein breites Spektrum an digitalen Ausgängen zur Verfügung, darunter USB Audio, IIS, AES/EBU sowie koaxiale und optische S/PDIF-Ausgänge. Die IIS-Schnittstelle bietet acht umschaltbare Pin-Konfigurationen, um eine optimale Kompatibilität mit unterschiedlichen DAC-Architekturen sicherzustellen. USB-Audio- und koaxiale Ausgänge sind mit hochpräziser galvanischer Isolation ausgeführt, um Störeinflüsse aus dem Quellgerät weiter zu reduzieren.
Für die Netzwerk-Anbindung verfügt der T10 über einen 2,5G-Ethernet-Port für stabile Datenübertragung bei hohen Bitraten und großen Musikbibliotheken. Zusätzlich steht ein SFP-Fiber-Port zur Verfügung, über den sich Single-Mode-Glasfasermodule nutzen lassen, um elektrische Störungen aus dem Netzwerk weitgehend vom Audio-System fernzuhalten. Dual-Band-Wi-Fi 6 ergänzt die kabelgebundenen Optionen um eine leistungsfähige drahtlose Verbindung.
Der T10 bindet eine Vielzahl führender Musikdienste direkt in seine Benutzeroberfläche ein, darunter Apple Music, TIDAL, Qobuz, HIGHRESAUDIO, Amazon Music, IDAGIO, Calm Radio, Internet Radio, TuneIn, Radio Paradise, Deezer, SoundCloud und Presto Music. Parallel werden moderne Streamingprotokolle wie Spotify Connect Lossless, TIDAL Connect, Qobuz Connect und DLNA unterstützt, um eine nahtlose Steuerung aus nativen Apps und über verschiedenste Endgeräte zu ermöglichen. Dadurch lässt sich der T10 flexibel in bestehende Streaming-Ökosysteme integrieren, ohne auf Komfortfunktionen der jeweiligen Dienste verzichten zu müssen.
Die interne Bibliotheksverwaltung des T10 ist auf große Datenmengen ausgelegt und kann umfangreiche Musiksammlungen zügig einlesen und indexieren. Funktionen wie systemweite Suche, Playlisten-Erstellung über mehrere Plattformen hinweg und vollständige Zufallswiedergabe erleichtern das Handling großer Sammlungen. Bedient wird der T10 über den großen Touchscreen an der Front, eine überarbeitete Benutzeroberfläche sowie die Eversolo Control App für Smartphones und Tablets.
Mit der weiterentwickelten evotune-Raumkorrektur kann der T10 automatisch auf Basis der akustischen Gegebenheiten im Hörraum individuelle Korrekturprofile erstellen. Dies unterstützt eine ausgewogene und natürliche Wiedergabe in unterschiedlichen Umgebungen – von Wohnzimmer und Arbeitszimmer bis hin zum dedizierten Hörraum. So lässt sich das vorhandene Lautsprechersystem besser an den Raum anpassen, ohne die digitale Quelle wechseln zu müssen.
Die Frontseite wird von einem 8,6-Zoll-LCD-Touchdisplay dominiert, das nicht nur Bedieninformationen, sondern auch vielfältige Visualisierungen bietet. Neben VU-Metern und Spektrumanzeigen stehen dynamische Ambient-Animationen zur Verfügung, welche die Musikwiedergabe optisch inszenieren und mit der Raumstimmung verbinden. Das vergrößerte Gehäuse mit klar strukturiertem Design sorgt für eine stimmige Gesamtästhetik und erleichtert die Integration in hochwertige Hi Fi-Racks.
Technische Daten
Allgemein
Systemhardware
Stromversorgung und Clock
Netzwerk und Konnektivität
Unterstützte Wiedergabeformate
Digitale Audioausgänge
Bedienung und Steuerung
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Vertrieb
audioNEXT GmbH
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|---|---|
| Anschrift | Isenbergstraße 20 45130 Essen |
| Telefon | 0201 5073950 |
| info@audionext.de | |
| Web | www.audionext.de |
Die Beschäftigung mit dem Vertere Xtrax vor beinahe anderthalb Jahren hatte richtig Spaß gemacht. Daher nahm ich das Angebot von Andreas Kayser, dem Inhaber des deutschen Vertere-Vertriebs Beat Audio, das neue Topmodell Ruby one zu testen, gerne an. Dafür habe ich sogar eine meiner selbstauferlegten Regeln für Tests gebrochen. Dazu später mehr.
Vorrangig freute ich mich darauf, nach Monaten endlich mal wieder längere Zeit nur Schallplatten zu hören. Außerdem unterscheiden sich Xtrax und Ruby one nur in Details, und die Besonderheiten des ersten hatte ich in der recht ausführlichen Vorstellung des Xtrax ja bereits beschrieben. Da wäre zum Beispiel die Befestigung des Generators im Gehäuse durch zu einem Spike auslaufende Madenschrauben aus Edelstahl – eine Technik zur Resonanzableitung, die Vertere-Chef Touraj Moghaddam schon während seiner Zeit bei Roksan für das auf dem EMT-Generator basierenden Shiraz entwickelt hatte. Obwohl die Impedanz der Spulenwicklungen 40 Ohm beträgt, werden als Abschlussimpedanz 850 bis 1500 Ohm empfohlen. Den ungewöhnlich hohen Wert hatte Touraj Moghaddam beim Xtrax damit begründet, dass dessen Frequenzgang so ausgewogen sei, dass es keiner Bedämpfung einer Überhöhung im Präsens- oder Hochtonbereich bedürfe. Es sei schlicht nicht nötig, einen auch noch so kleinen Teil der Ausgangsspannung zugunsten der Linearität zu opfern. Das gilt natürlich beim Ruby one ebenso. Den Generator, bei dem die auf einen kreuzförmigen Träger gewickelten Spulen in Verbindung mit einem Samarium-Cobalt-Magneten eine Ausgangsspannung von recht hohen 0,45 Millivolt bei einer Schnelle von fünf Zentimetern pro Sekunde liefern, bezieht Vertere von der Excel Sound Cooperation in Japan. Die schätzt Touraj Moghaddam ganz besonders wegen der hohen Qualität der Politur der Diamanten, die ein sehr geringes Laufgeräusch in der Rille garantieren soll.

Das war es dann auch schon mit den Gemeinsamkeiten. Zwar gibt es auch beim Ruby one die Teleskop-Konstruktion des Nadelträgers. Allerdings bedämpfen sich hier nicht wie beim Xtrax zwei Aluminium-Röhrchen aus unterschiedlichen Legierung nach dem Prinzip des Constraint Layer Dampings, sondern ein industriell hergestelltes Rubin-Stäbchen, das in einem Alu-Röhrchen steckt. Auf der gegenüberliegen Seite des Stäbchens wurde ein Diamant mit einem Micro-Ridge-Schliff in eine Aussparung im Rubin eingesetzt. Auch dieser soll sich durch eine besonders feine Politur auszeichnen. Für Rubin als Material für den Nadelträger hat sich Vertere nach ausgiebigen Experimenten mit diesem, Boron und Diamant entschieden. Für Touraj Moghaddam ergibt sich bei der gemeinsamen Verwendung von Aluminium und Rubin die stimmigste Kombination von körperhafter Darstellung und Detailfülle. Da er herausgefunden hatte, dass das härtere Material des Nadelträgers das Resonanzverhalten des Tonabnehmers leicht verändert hat, erhöhte er beim Ruby one die Masse des Aluminiumgehäuses im Vergleich zum Xtrax um 0,6 Gramm, um wieder die gewünschte Schwingungsableitung sicherzustellen. Ob am Dämpfungssystem und am Spannfaden ebenfalls Anpassungen nötig gewesen sind, führte er nicht aus. Die elektrischen Eigenschaften des Generator sollen absolut gleich geblieben sein. Dennoch wird in den Spezifikationen für das Xtrax ein Abschlusswiderstand von 850 Ohm bis 1,5 Kiloohm empfohlen, für das Ruby one jedoch einer von 1 bis 1,5 Kiloohm. Für solche Werte ist meine Phonostufe allerdings nicht ausgelegt. Die beiden höchsten Werte sind hier 500 und 1000 Ohm. Da der obere von ihnen zwar nicht mittig, aber immerhin zwischen den beiden für das Xtrax empfohlenen Extremwerten liegt, habe ich es bei dessen Test dabei bewenden lassen – zumal der Tonabnehmer klanglich rundum überzeugte.

Dem neuen Topmodell kann man meines Erachtens nach aber mit nur einem möglichen Abschlusswiderstand nicht gerecht werden. Ich benötige also eine Phonostufe, die mehr Vielfalt bietet, mir nicht völlig unvertraut ist und darüber hinaus auch noch eine weitere Absicherung für meine Einschätzungen des Ruby one. Die stellt das Vertere Xtrax dar, das mir Andreas Kayser freundlicherweise ebenfalls nach Gröbenzell geschickt hat. So steht einem direkten Vergleich der beiden nichts im Wege. Dafür probiere ich aus, wie die beiden Systeme mit Einsteins kurzem The Tonearm harmonieren. Nach der Papierform verlangten die beiden Vertere eigentlich nach einem Tonarm mit etwas geringerer effektiver Masse. Da Einsteins Arm jedoch über ein abnehmbares Headshell verfügt und ich zwei von diesen zur Hand habe, hörte ich die beiden Abtaster dennoch erst einmal im geraden, sehr rigiden Stahl-Aluminium-Sandwich-Arm. Der wies mit keinem der Tonabnehmer auch nur die geringste Auffälligkeit im subsonischen Bereich auf. Darüber hinaus gestaltete sich das Zusammenspiel des Trios klanglich so überzeugend, dass ich keinerlei Anlass sehe, auf die Bequemlichkeit zu verzichten, die zwei in ihren Headshells perfekt voreingestellte Tonabnehmer bei einem Vergleich bieten. Die einzige Einstellung, die bei einem schnellen Wechsel korrigiert werden muss, ist dann wegen des unterschiedlichen Gewichts die der statischen Auflagekraft.

Während ich die Tonabnehmer im Neun-Zoll-Einstein ausprobierte und mir noch weitere Gedanken über die Modalitäten des Test mache, ist die Aavik R-588 aus Dänemark eingetroffen, eine Phonostufe, deren Vorgänger, die R-580 mich beim Test vor fünf Jahren auf den ersten Blick wegen ihrer Cinch-Ein- und Ausgänge und wegen des Resonant-Mode-Netzteils erst ein wenig verstörte. Dann begeisterte sie mich klanglich auf ganzer Linie und erwies sich als bisher ruhigster Entzerrervorverstärker, der je in meinem Hörraum zu Gast war. Damit spiele ich nicht auf seine – übrigens ganz hervorragenden – dynamischen Fähigkeiten an, sondern auf den absolut schwarzen Hintergrund, vor dem sich das musikalische Geschehen entfaltet, und das nahezu völlige Fehlen von Rauschen. Dass es nicht einmal einen Anflug vom Brumm gibt, brauche ich da gar nicht mehr zu erwähnen. Genug der Lobpreisung: Jetzt steht der Nachfolger auf einer Ebene des Artesania-Racks und übernimmt die Aufbereitung der Phono-Signale. Er verfügt, anders als die 580 nicht nur über einen MC-Eingang, sondern zusätzlich noch über einen für DS-Audio-Tonabnehmer. Laut Michael Børresen, dem Entwickler des R-588, gibt es gegenüber dem Vorgänger auch noch einige Verbesserungen in Sachen Bauteilequalität und Schaltungsdesign. Doch dazu in nicht allzu ferner Zukunft mehr.

Entgegen aller Gewohnheit höre ich diesmal also mit gleich zwei Unbekannten in meiner Kette, eben um mehr Flexibilität bei den Abschlussimpedanzen zu haben. Aber zum einen kenne ich die klangliche Ausrichtung der Aavik R-580 und zum anderen kann ich so dank der hohen Auflösung der R-588 auch die Unterschiede zwischen dem Vertere Ruby one und dem Xtrax noch präziser herausarbeiten. Schon nach den ersten Takten von Art Farmer und Jim Halls Big Blues weiß ich, dass diese Entscheidung keine schlechte war – zumindest, wenn wenn es um ein Musikerlebnis auf höchstem Niveau geht. Im Einstein-Arm ist das Headshell mit dem Ruby one montiert und die Abschlussimpedanz im Aavik ist auf ein Kiloohm eingestellt: Das Blech der Becken erklingt sehr realistisch, die Soli von Gitarre und Flügelhorn begeistern mit Transienten, die denen einer Live-Darbietung extrem nahe kommen, und dennoch bestens in den musikalischen Fluss integriert sind. Die Dynamik erscheint schier unbegrenzt, und Mike Mainieris zurückhaltende Begleitung auf dem Vibraphon während der Soli zieht plötzlich meine Aufmerksamkeit auf sich. Die Instrumente werden von viel Luft umgeben, und der Studiohall sorgt für einen großen virtuellen Raum. So habe ich diese immer wieder gespielte Scheibe noch nicht gehört. Wie groß der Anteil des Ruby one und der des Aavik R-588 an dieser emotional so packenden, äußert detailreichen, plastischen und ausgesprochen lebendigen Wiedergabe ist, kläre ich gerne später durch einen Vergleich des Ruby one mit dem Xtrax. Doch erst einmal ziehe analogen Hochgenuss dem weiteren Erkenntnisgewinn vor.

Schon liegt eine Neuerwerbung auf dem Plattenteller von Einsteins Aerolith: Christian McBride und Edgar Meyers But Who's Gonna Play the Melody, ein Doppelalbum, eingespielt von zwei Bassisten. Besonders angesprochen haben mich „Bass Duo 2“ auf Seite 3 und der „Tennessee Blues“ auf Seite 4. Edgar Meyers Komposition beginnt mit einem längeren Intro des Basses auf der rechten Seite des großen, halligen Raums – leider verrät das Cover nicht, wer auf welcher Seite aktiv ist –, dann steigt der Viersaiter auf der linken in den Groove ein und setzt einige solistische Akzente, bevor nach einem kurzen Break das Knarzen des gestrichenen Basses von rechts im Fokus steht: jede Menge fein definierte Tieftonenergie, packendes Timing, ein unwiderstehlicher Drive, glaubwürdige Klangfarben und Dynamik satt – das macht den Klang-Gourmet wunschlos glücklich. Laufwerk, Tonarm, Ruby one und die Aavik R-588 agieren auf demselben hohen Niveau wie die beiden Bassisten. Einfach Klasse! Dem steht der „Tennessee Blues“ in nichts nach: Los geht’s mit zwei gestrichenen Tieftönern, von denen einer bald auf einem soliden gezupften Tieftonfundament tänzelt, dann wechseln die Musiker zwischen pizzicato und con arco, bevor sie das Stück gemeinsam streichend beenden. Das Ruby bringt diese – für mich – wirklich großartige Musik rhythmisch bestens akzentuiert, mit dem nötigen Druck und gleichzeitig sehr guter Durchzeichnung rüber. Allen Kontrabass-Fans kann ich dieses Album nur nachdrücklich empfehlen – auch wenn ich befürchte, dass sie nicht ganz so viel Spaß daran haben werden wie ich, wenn sie kein Vertere Ruby one ihr eigen nennen.

Weiter geht’s mit Codona, dem ersten Album von Collin Walcott, Don Cherry und Nana Vasconcelos. Die drei Multiinstrumentalisten fordern die Wiedergabekette mit teils exotischen Sounds von diversen Flöten, nahezu unzähligen Perkussionsinstrumenten, Berimbau, Sitar und Trompete. Die Klangfarben etwa von Glöckchen, Becken, Trommeln und Flöten habe ich von guten Tonabnehmer/Phonostufen-Kombinationen ähnlich stark und leuchtend in Erinnerung, aber beispielsweise beim Berimbau entdecke ich immer mal wieder ein zusätzliches Nebengeräusch, das es zuvor nicht über die Wahrnehmungsschwelle geschafft hat. Einige der Flöten und die Trompete kommen mit Nachdruck und Biss rüber – ein Grund, ein wenig mit den Abschlussimpedanzen zu experimentieren. Da Touraj Moghaddam in unserem Gespräch angeregt hatte, auch beim Ruby one Impedanzen unterhalb von einem Kiloohm auszuprobieren, wählte ich als erstes 900 Ohm, was Flöten und Trompete ein klein wenig zahmer klingen, aber auch den imaginären Raum einen Hauch kleiner erscheinen ließ. Eine ungemein faszinierende Raumillusion entstand, als ich die Last für das Ruby one auf 1500 Ohm erhöhte. Allerdings umgab den Hochtonbereich nun eine ganz leichte Spur von Härte. Da Ruby one und Aavik R-588 aber, egal bei welcher der drei Lasten mit einer luftigeren und weiträumigeren Präsentation verwöhnten, als ich es gewohnt bin, verzichte ich auf die letzten paar Zentimeter der imaginären Bühne und belasse es für die weitere Beschäftigung mit den Vertere-Tonabnehmern bei einer Abschlussimpedanz von einem Kiloohm. Diese Einstellung verleiht dem oberen Mittel- und Hochtonbereich genug Energie, so dass Trompete und Flöten mit ähnlich viel Attacke und Druck rüberkommen wie bei einem unverstärkten Konzert in einem kleinen Jazz Club. Viel lieber, als mir weiter darüber Gedanken zu machen, warum ich vor der heimischen Anlage hin und wieder in Versuchung gerate, Weichspüler-Effekte zu akzeptieren, lausche ich den beiden Seiten des Codona-Albums…

Dass diese Tonabnehmer/Phonostufen-Kombination mit zu den allerbesten zählt, die in meinem Hörraum gespielt haben, dürfte auch ohne den Rückgriff auf die ebenso bekannten wie bewährten Test-Scheiben klar geworden sein. Um zu klären, wie groß der Anteil des Ruby one an diesem herausragenden Ergebnis ist und wie sehr es sich vom Xtrax unterscheidet, hole ich dann aber doch Dick Schorys Bang, Baaroom And Harp aus dem Regal: Der „Buck Dance“ und das „Duel On The Skins“ machen mit dem Ruby one einfach noch ein wenig mehr Spass, als ich es in Erinnerung habe, da die Orchestra Hall nun noch ein wenig größer wirkt als beim Abspielen mit den meisten anderen Tonabnehmern. Die Abbildung gerät zum Greifen plastisch, Impulse kommen mit Macht und Dick Schorys New Percussion Orchestra sprüht nur so vor Spielfreude. Die tiefen Trommeln strotzen vor Kraft und sind dennoch bestens definiert. Dazu kommt eine Fülle an Details: wirklich überzeugend. Dann hat das Ruby one Pause, das Headshell mit den Xtrax nimmt den Platz in The Tonearm ein, die Auflagekraft wird entsprechend korrigiert und dann das Gleiche noch einmal: Ich werde mein sehr positives Urteil über das Xtrax keinesfalls widerrufen, aber an das klangliche Niveau des Ruby one kommt es einfach nicht heran. Die minimal geringere Auflösung im Hochtonbereich nimmt diesem einen Teil seiner Geschmeidigkeit, Dynamik und Raumdarstellung präsentieren sich ähnlich, wie ich sie von anderen sehr guten Tonabnehmern kenne, reichen aber nicht an das heran, was das Ruby one zu bieten. Das fasziniert mit einer noch plastischeren Abbildung und einem noch solideren und exakteren Bassfundament. Das Xtrax ist richtig gut, aber das Ruby one erweist sich als Ausnahmetalent.
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Gehört mit
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| Laufwerk | Brinkmann LaGrange mit Röhrennetzteil, Einstein Aerolith |
| Tonarm | AMG 12JT, Thiele TA01, Einstein 9“ |
| Tonabnehmer | Vertere Xtrax, DS Audio DS-W3, Lyra Etna, Einstein |
| Phonostufe | Aavik R-588, WestminsterLab DS Audio Phonoeinschub |
| Vorstufe | WestminsterLab Quest |
| Endstufe | Einstein The Poweramp |
| Lautsprecher | Børresen T5 SSE |
| Kabel | Goebel High End Lacorde Statement, Audioquest Dragon HC und Tornado (HC), Dragon XLR, ForceLines, Ansuz Speakz D-TC Supreme und Mainz D2, Ortofon TSW-5000 Silver, AC 5000Si Silver |
| Zubehör | AHP Klangmodul IV G, Audioquest Niagara 5000, Synergistic Research Active Ground Block SE, HMS-Wandsteckdosen, Blockaudio C-Lock Lite, Acoustic System Füße und Resonatoren, Artesania Audio Exoteryc, Acapella Basis. Harmonix Room Tuning Disks, Audio Exklusiv Silentplugs, Ansuz Sparks, Darkz Z2S, PowerBox D-TC SUPREME, Degritter MK II |
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Herstellerangaben
Vertere Ruby one
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|---|---|
| Prinzip | Moving Coil |
| Ausgangsspannung | 0,45,mV @ 5cm/sec |
| Empfohlene Last | 1kΩ -1,5kΩ, max. 22µF |
| Empfohlenes Auflagekraft | 2,05g (1,90- 2,10g) |
| Frequenzgang | 10Hz - 50kH |
| Kanaltrennung | >30dB |
| Spulenimpedanz | 40Ω |
| Dynamische Nachgiebigkeit | 12 x 10-6cm/dyne (@100Hz) |
| Magnettyp | Samarium-Cobalt |
| Abstand Gewinde / Nadel | ≈ 7,8 mm |
| Diamantschliff | Nude Micro Ridge (2,4 x 73µm) |
| Nadelträger | Rubin/Aluminium, Teleskop-Konstruktion |
| Befestigung im Headshell | spezielle Vertere 3-Punkt-Befestigung, mit 2 2,5mm-Gewindebuchsen |
| Generatorbefestigung | spezieller Vierpunktkontakt mit 4 Edelstahl-Spike-Schrauben |
| Gewicht | 11,8g |
| Preis | 12.000 Euro |
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Vertrieb
Beat Audio GmbH
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|---|---|
| Anschrift | Hainbuchenweg 12 21224 Rosengarten Deutschland |
| Telefon | +49 4105 6750500 |
| Telefax | +49 4105 6750509 |
| info@beat-audio.de | |
| Web | www.beat-audio.de |
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Vertrieb
Ortofon Deutschland
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|---|---|
| Anschrift | Mendelstrasse 11 48149 Münster |
| Telefon | +49 251 9801450 |
| support@ortofon.dk | |
| Web | ortofon.com |
Die neue Vollverstärker und Digital/Analog-Wandler der Canor Foundation Line erfreuen nicht allein wegen ihrer eleganten Optik, sondern auch dank ihrer Preise. Die kostspieligeren Komponenten aus dem Hause Canor verwöhnten stets mit beeindruckender Musikalität und waren daran gemessen preiswert. Profitiert die Foundation Line von deren Genen?
Auf der Canor Website findet man in der Beschreibung des Virtus-I4S-Vollverstärkers gleich als Überschrift den Hinweis, dass mit „modernsten, teilweise aus der Referenzserie adaptierten Technologien und Konzepten für ein überzeugendes Klangerlebnis“ gesorgt wurde. Es gibt die Foundation-Line in drei Ausführungen: Schwarz, Silber und Bronze. Zum Test erhielt ich die Variante Bronze. Diese Farbgebung bezieht sich auf die Abdeckung und die Einfassung der schwarzen Front aus echtem Glas. Die Rückseiten, wie auch die mit einer Vielzahl senkrechter Lüftungsschlitzen versehenen Seitenwangen, sind schwarz eloxiert. Dank der flachen Bauweise trägt die Abdeckung erheblich zum Gesamtbild bei. Die Farbgebung Bronze wirkt nicht wirklich metallisch. Eine Beschreibung als ocker-farbige Lackierung finde ich alternativ angemessen, was auf hellen Möbeln, wie meinem zum Hören benutzten Audio-Möbel in Buche, auf dem sie nebeneinander Platz fanden, sehr elegant und nobel wirkt. Ich freue mich jedenfalls über den Mut der Canor-Designer zur Farbe.

Bei der ersten von Neugier getriebenen Hörprobe diente mein Eversolo T8 Streamer als Quelle und meine Qobuz-Favoritenliste als Musik-Lieferant. Rossinis „Sonata a quattro No.1 in G-Dur“ brachte über meine Phonar Veritas sofort Spaß beim Hören. Das Klangbild des Canor-Duos gefiel durch ein feines, geschmeidiges, beinahe seidiges Klangbild, das angenehm unaufdringlich aber durchaus nuanciert daherkam. Da konnte ich mich ein wenig einhören, wurde aber durch das Frontpanel des D/A-Wandlers provoziert, die Auswahl der acht zur Verfügung stehenden digitalen Filter durchzuprobieren. Denn neben der Anzeige der Auflösung – hier PCM 44,1 Kilohertz – links im 18 Zentimeter großen Display und der Angabe des Eingangs in der Display Mitte – hier AES/EBU –ist rechts davon eine orange-farbige Grafik mit darunter beschriebenem Filtertyp zu bestaunen. Die Grafik stellt die Wirkung des ausgewählten Filters dar. Derartiges ist mir noch nie begegnet. Zugegeben, diese Darstellung half mir nicht bei der Auswahl, denn die vollzog ich selbstverständlich nach Gehör über die jedem der beiden Geräte beiliegende System-Fernbedienung. Erstaunlich deutlich waren die Auswirkungen der Filter wahrnehmbar, so dass man sich in der Praxis darüber freuen darf, mal eben schnell den zur Musikart passenden Filter-Charakter zu wählen. Den muss man sich dann nicht unbedingt namentlich merken, sondern kann dies auch anhand der optischen Darstellung tun. Das Display ist in mehreren Stufen dimmbar und auch ganz auszuschalten, so dass man allein die schwarze Glasfront sieht. Es bietet als Touchscreen den Zugriff auf sämtliche Einstellungs-Optionen. Dazu gehört auch, die Darstellung der Schriftzüge von Weiß auf Orange umzustellen. Man hat also die Wahl zwischen komplett orange oder Grafiken und Piktogrammen in Orange mit Beschriftung in Weiß. Das Bedienen des Verto D4S ist intuitiv und auch dank der Filter-Wahl ein Vergnügen.

Rückseitig bietet der D/A-Wandler keine Überraschungen, sondern die üblichen, zu erwartenden und praxisgerechten Anschlüsse. USB ist als C-Buchse ausgeführt, dem neuen Standard. Wir finden einen Trigger-Ein- und Ausgang für das Fern-Ein- und Ausschalten aus oder in den Standby. Etwas Besonderes ist dann doch die HDMI-TV Buchse. Die HDMI-Verbindung zu einem die CEC-Norm erfüllenden TV-Gerät ermöglicht das gemeinsame Einschalten mit dem Verto D4S und seine Lautstärkeeinstellung per TV-Fernbedienung. Die analogen Ausgänge des D4S stehen als Cinch und XLR zur Verfügung. Das Innenleben dieses D/A-Wandlers ist geprägt von Erfahrung und Solidität. Es gibt ja bereits mehrere hochwertige CD-Spieler und Wandler im Portfolio von Canor, die da Pate standen. Zwei ESS Sabre 9038 Wandlerchips arbeiten in Mono-Schaltung, also einer je Kanal. Bemerkenswerter ist allerdings die diskret und symmetrisch aufgebaute Ausgangsstufe ohne Operations-Verstärker. Damit will Canor das Rauschverhalten und die Dynamik optimieren. Sämtliche digitalen Eingänge sind galvanische entkoppelt, um Störungen des Signals zu minimieren. Das vom Ringkern-Transformator gespeiste Linear-Netzteil versorgt die digitalen und analogen Baugruppen über getrennte Spannungsregler. Bei diesem Aufwand an entscheidenden Stellen orientierte sich Canor konzeptionell von den weit teureren großen Modellen. Interessant ist auch die integrierte automatische Reinigung der Kontakte der Relais, die nach jedem zwanzigsten Ausschalten stattfindet. Eine abgestimmte Sequenz hochfrequenter Signale soll die Lebenserwartung der Relais steigern und einen stets sauberen Stromfluss garantieren. Man erkennt diese Prozedur am Hinweis „Relais Cleaning“ beim Ausschalten. Über die USB-C-Schnittstelle ist der Verto D4S update-fähig.

Während beim Verto D4S beim Ein-oder Ausschalten zentral im Display der Canor-Schriftzug aufleuchtet und das Prozedere optisch mitverfolgt werden kann, geschieht dies beim Virtus I4S am zentralen Multifunktions-Stellknopf, den wir in gleicher Funktion vom Hybrid-Vollverstärker mit integriertem D/A-Wandler Virtus A3 her kennen. Der A3 bleibt eine etwas kostspieligere Alternative zur Foundation Line im Canor-Portfolio, wenn man keine getrennten Geräte haben möchte und Wert auf die Röhrenbestückung in der Vorstufe legt. Wie der Virtus A3 besitzt auch der Foundation Line Virtus I4S eine hochwertige Phono-Stufe, die Moving Magnet und Moving Coil Tonabnehmer bei individueller Anpassung verstärken kann. Ein dedizierter Kopfhörerverstärker gehört auch zum Gesamtkonzept. Der begründet die Vielseitigkeit des I4S mit seinen 2 x 120 Watt an vier Ohm ebenso wie die Vorverstärker-Cinch-Ausgänge zum Anschluss von aktiven Subwoofern oder einem weiteren Endverstärker für einen möglichen Bi-Amping-Betrieb. Die Geräte-Rückseite bietet neben dem Phono-Eingang zwei Paar weitere Cinch-Buchsen sowie ein Paar symmetrische XLR-Anschlüsse. Deren Anordnung ist spiegelverkehrt, was auf den symmetrisch angelegten Doppelt-Mono-Aufbau des Virtus I4S hinweist. Dazwischen liegen in der Mitte die variablen Vorverstärker-Ausgänge und ganz außen die Lautsprecher-Anschlüsse in solider Standard-Ausführung. Die Lautstärkeregelung über die Fernbedienung oder alternativ den einzigartigen frontalen Multifunktions-Stellknopf arbeitet in 100 Schritten mit einer Abstufung von einem Dezibel. Eine Mute-Schaltung gibt's auch. Die Verstärkung für das Tonabnehmersystem betragt bei MM 40 oder 46 Dezibel, kombinierbar mit Kapazitäten von 50, 150, 300 oder 400 picofard. Bei MC sind 60 oder 66 Dezibel Verstärkung wählbar. Die schaltbaren Lastimpedanzen decken 10, 50, 100 Ohm sowie 1 und 47 Kiloohm ein breites Spektrum ab. Zusätzlich lässt sich individuell für jeden Eingang, egal ob Phono oder Hochpegel, die Verstärkung um drei oder sechs Dezibel erhöhen.

Der Multifunktions-Drehknopf erlaubt auch die Wahl zwischen verschieden optischen Darstellungen und einen Home-Theater-Modus für die Integration des Virtus I4S in ein Kino-System. Wer auf so etwas Lust verspürt, kann sich auch die Kühlkörper-Temperatur oder die Drehzahl des Lüfters anzeigen lassen. Dieser Ventilator ist zum Geräteboden hin offen unterhalb der Elektronik eingebaut. Ich habe ihn im Spielbetrieb nie gehört, obwohl es in meinem Dachstudio momentan sommerlich aufgeheizt war. Im Extremfall – ich habe ihn nicht erleben müssen – würde das Sicherungssystem des Virtus Schaden verhindern können und dies durch ein kleines oder großes Warndreieck und einen Hinweis auf Überstrom, dauerhafte Überlastung, Überhitzung oder einen Kurzschluss an den Lautsprecher-Ausgängen im Display-Stellknopf anzeigen. Wie beim D/A-Wandler gibt es auch beim Foundation-Line-Vollverstärker die Relais-Reinigungs-Prozedur. Und auch hier ist gegebenenfalls ein Firmware-Update mithilfe eines Windows-Computers möglich. Im Inneren des Verstärkers sorgen im Netzteil stattliche 40.000 Mikrofarad Filterkapazität pro Kanal für Dynamik und ein sauberes, kraftvolles Verhalten im Tiefbass. Die Leistungstransistoren sind nicht an Kühlrippen, sondern auf massiven Kupferschienen oberhalb des Ventilators verschraubt. Der Kühlkreislauf ist durch die Öffnungsschlitze an den Geräteseiten so ausgelegt, dass Temperaturen bis 91 Grad kein Problem sein sollen. Die Leistungsfähigkeit der Endstufen-MOS-FETs wird bewusst nicht einmal zur Hälfte genutzt, um reichlich dynamischen Headroom und Leistungsreserven bei niedriger Ausgangsimpedanz zur Verfügung zu haben, was Dynamikspitzen freie Entfaltung ermöglicht.

Was beim ersten kurzen Hineinhören bereits so signifikant hörbar war, sollte sich nun auch im ausgiebigen Hörtest bestätigen: Jetzt kam die Musik von der Festplatte des Dell Roon Servers per Netzwerk zum Eversolo T8 gestreamt an den AES/EBU-Eingang des Virtus I4S. Wieder beeindruckte mich die schön aufgefächerte, detailreiche und homogene Darbietung des Albums Sotho Blue von Abdullah Ibrahim und Enkaya. Dabei spielte es keine Rolle, ob ich sehr laut oder leise hörte. Das erbaulich stressfreie Klanggeschehen blieb. Das ist schon bemerkenswert und ein besonderes Lob wert und auch in weit höheren Preisklassen nicht selbstverständlich. In meiner etatmäßigen Kette mit dem Soulnote A2 Vollverstärker kann die Klangästhetik schon mal leiden, wenn irgendetwas nicht stimmt. Es spielen aber hier und jetzt peripher die selben Geräte und ich bin beeindruckt von der Schönheit der Musik, wie die beiden Foundation Line sie in Szene setzen. Andererseits kann der gegenüber dem Virtus I4S weit mehr als zweimal so teure Soulnote mit mehr Feindynamik und an gegebener Stelle auch mehr Biss beeindrucken, während das slowakische Duo stets gelassen und elegant musiziert. Es macht Spaß zuzuhören, vor allem, weil auch der Reichtum an Nuancen ein tiefes Hineinhören in die Musik leicht macht. Beim ersten Album der Chicago Transit Authority ist das nicht anders. Wie es sich für die rockigen Arrangements gehört, haftet der Musik eine angemessene Portion Aggressivität an. Nicht zu viel, es bleibt geschmeidig und anstrengungsfrei. Dabei erlebe ich die Instrumente stets farbenstark und authentisch mit musikalischem Fluss reproduziert. Bei „I´m a Man“ gefallen die Percussion und das Schlagzeug durch natürliche Klangfarben und in den Gesangsparts lassen sich die drei Sänger ohne Mühe voneinander unterscheiden. Das ist schon verflixt gut. Egal welches Stück dieses Albums ich spiele, es bestätigt jeweils diesen Eindruck. Versuchen wir nun orchestrale Musik, und zwar Rimsky-Korsakovs Scheherazade mit Ernest Ansermet und dem Orchestre de la Suisse Romande bei Decca. Wie auch schon zuvor, erlebe ich eine große, aber nicht übertrieben oder gar sphärisch diffuse Bühne mit Tiefe. Kraftvoll eröffnet das Orchester, bis nach wenigen Takten die feine zartere Instrumentierung und die Solovioline übernehmen. Die beiden Foundation Line machen dies zu einem musikalischen Hochgenuss und lassen dank des stimmigen Gesamtbildes die Transparenz und Kraftentfaltung nicht vermissen, die ein Soulnote A2 zusätzlich beisteuern könnte. Ich bescheinige dem Foundation Line Duo gerne eine außerordentliche Musikalität, die man andernorts in dieser Klasse nicht so leicht findet. Wie ich anfangs erwähnte, lassen sich durch die verschieden digitalen Filter kinderleicht feine Anpassung an das subjektive Klangideal während des Spielens machen. Das wirkt sich auf die Raumabbildung und leichte Betonungs-Veränderungen im Frequenzspektrum aus.

Da ich bislang lediglich die AES/EBU Verbindung mit dem Boaacoustic-Kabek nutzte, probiere ich den nun den USB-Eingang desCanor D4S mit dem Habst USBIII-Kabel, das eine etwas kühlere Klangcharakteristik aufweist, Dazu höre ich nochmals „Calypso Minor“. Ja, entsprechend der Timbrierung der Kabel, klingt es jetzt im Bass akzentuierter, trockener und mit etwas verbesserter Kontur. Der angenehme, ein wenig schmeichelnde Sound des Canor Duos geht dabei erfreulicherweise keineswegs verloren. Bei der „Scheherazade“ gewinnt die USB-Verbindung nicht, weil die Coolness des Habst hier den Streichern nicht guttut. Die digitalen Eingänge des Verto D4S darf man somit als klanglich gleichwertig betrachten, da die Unterschiede allein auf das Konto der Kabel-Charakteristika gehen. Der erwähnte konstruktive Aufwand, auch mit der galvanischen Isolation, trägt hier Früchte. Trotz oder gerade wegen des stimmigen Klangeindrucks bei allen gehörten Musikgattungen, mit dem die beiden Canor mich begeistern, möchte ich doch gern klären, inwieweit der Verto D4S daran beteiligt ist und schließe statt seiner meinen PS Audio DAC über AES/EBU an den Eversolo T8 an. Zum Einhören wähle ich abermals Abdullah Ibrahim und Enkaya. Der getunte PS Audio stellt preislich natürlich einen unfairen Vergleich dar, was man auch hört. Denn jetzt er bietet mehr Auflösung und Dynamik, besonders im Bass. Allerdings leidet auch diese wunderschöne, angenehme Darbietung etwas, die das Duo Virtus und Verto so herrlich genussreich anrichten. Bei der „Scheherazade“ war der klangliche Unterschied, mal abgesehen von den die Transparenz fördernden feindynamischen Vorteilen des PS Audio, relativ gering. Denn die Herausforderungen im Tiefbass sind hier nicht vergleichbar mit denen in „Calypso Minor“ von Sotho Blue.

Auch wenn meine Analysis Audio Vollbereichsbändchen-Lautsprecher nicht der typische Spielpartner für einen Vollverstärker dieser Klasse sind, wollte ich gern wissen, wie der Virtus I4S mit ihnen zurechtkommt. Mit meinem Soulnote harmonieren sie bei dessen dynamischer und frischer Spielweise nur suboptimal, auch weil die Analysis Audio dynamisch im Vergleich zu den Phonar deutlich limitiert sind. Ich liege mit meiner Einschätzung, dass die ruhige Gangart des Canor hier passend sein könnte, richtig. Bei Bachs Brandenburg Concertos mit Sir John Eliot Gardiner und den English Baroque Soloists spielten der Virtus I4S und die Bändchen zusammen, als wären sie für einander geschaffen: Voluminös, strukturiert, energiegeladen und involvierend. Auch die Songs vom Album One Grass Skirt to London (Qobuz 48/24) von Malia beherrscht der Virtus: das Klavier konturiert und mit Korpus, die Stimme packend und realistisch. Der Virtus I4S zeigt auch hier seinen spezifischen Charakter, vor allem spielt er, ohne den Hörer anzustrengen, also ruhig und gelassen. Diese Gelassenheit ist oft Wohltat, manchmal wünsche ich mir aber zusätzlich doch ein wenig dynamische Energieentfaltung. Aber da muss man bei Canor dann doch ins höhere Regal greifen. Diese Hörerlebnisse zeigen, welch erfreuliches Potential vor allem im Canor Virtus I4S Vollverstärker steckt, den ich im Foundation Line Duo hinsichtlich seiner Fähigkeiten etwas oberhalb seines digitalen Partners einstufe. Darum ist mein nächster Schritt, die Phono-Stufe im I4S kennenzulernen. Dazu integriere ich den Virtus in meine große Anlage und höre mit dem Audio-Technica ART 20 Tonabnehmer per Kopfhörer. Die Auswirkung der Impedanzanpassung ist deutlich vernehmbar und ich entscheide mich für 100 Ohm bei 60 Dezibel Verstärkung. Der Klangeindruck lässt sich auch hier so beschreiben, wie ich ihn bei den Lautsprechern erlebte: Der Virtus I4S klingt schlichtweg schön und emotional mitnehmend. Mein GoldNote HP-10 Kopfhörerverstärker kann mehr, aber das, was der Virtus hier bei Herbst und Winter der Vier Jahreszeiten von Vivaldi mit der Academy of St.Marin-in-the-Fields mit Iona Brown zu Gehör bringt, ist ein Vergnügen. Die Qualitäten des fein auflösenden Tonabnehmers vermittelt er ganzheitlich, ohne dessen hervorragenden Detailreichtum zu analytisch abzubilden. Stets warm und geschmeidig wartet er auch jetzt wieder mit feiner Detailzeichnung auf. Bei den beiden benutzten Kopfhörern, die trotz ihrer Unterschiedlichkeit für mich eigentlich gleichwertig sind, hatte hier der klangfarbenstarke HEDD D1 die Nase vorn und war der Spielweise des Denon leicht überlegen. Beim Album Boys & Girl der Alabama Shakes hält der Virtus I4S mit deren manchmal etwas schepperndem Sound nicht hinterm Berg und kommuniziert diese Musik so mitreißend, dass ich gleich beide Albumseiten höre. Für Kopfhörerfans mag das Fehlen eines symmetrischen Anschlusses ein Defizit sein. Beim Canor Virtus A3 gab es beide Optionen. Damals schrieb ich, dass der A3 als Vollverstärker mit integriertem D/A-Wandler separate Einheiten überflüssig mache. Dabei bleibe ich auch trotz dieser erfreulichen musikalischen Erfahrung mit der Foundation Line. Der Virtus A3 belastet das Portemonnaie mit 700 Euro mehr und versprüht mit seiner optischen Erscheinung weniger Chic und Eleganz. Man spart andererseits ein hochwertiges Netzkabel sowie die Verbindung zwischen Verto und Virtus. Sollte man bei der Kaufentscheidung für das Canor Foundation Line Duo eine Alternative brauchen, kann ich den Canor Virtus A3 nur wärmstens empfehlen.
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Gehört mit
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| Streamer | Eversolo T-8 |
| Server | Dell G5 i7 mit Windows 11, AudiophileOptimizer 3.0, Roon Core |
| Switch | Chord Company English Electric 8 |
| DA-Wandler | PS Audio Direct-Stream-DAC mit Trafo-Tuning, Plixir Elite BDC Linearnetzteil für die analoge Sektion und Furutech Netzbuchse |
| Vollverstärker | Soulnote A-2, Pier Audio MS-880SE |
| Lautsprecher | Analysis-Audio Epsylon, Phonar Veritas P9.2 SE mit Sockel |
| Kopfhörer | HEDD D1, Denon AH-D7200 |
| Zubehör | Audioquest Diamond USB, Habst USB Ultra-3, JIB Boaacoustic Silver Digital Krypton AES/EBU und Black Edition Digital S/PDIF, Purist Audio Design Aquaeus Aureus Luminist Rev., oder HMS Armonia Carbon LS oder QED Genesis Silver Spiral, MudraAkustik Max Netzleiste und Netzkabel, AHP Reinkupfer- und Synergistic Research Quantum Blue Sicherungen, Raum-Absorber von Mbakustik und Browne Akustik, Audioquest Fog Lifters |
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Gehört mit Anlage für Kopfhörer und Phono
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| Plattenspieler | Brinkmann Bardo mit Performance-Netzteil, Tonarm Musical Life Conductor 10“, Audio-Technica AT-ART 20 |
| Kopfhörer-Verstärker | Gold Note HP-10 deluxe |
| Kopfhörer | HEDD D1, Denon AH-D7200 |
| Zubehör | Wireworld Eclipse 8 Silver und Platinum Cinch und XLR, Purist Audio Design Aquaeus Aureus Luminist Rev., Elementa Advance und Alzirr XLR, Audioquest Niagara 5000, Hurricane Source Netzkabel, AHP Reinkupfer Sicherungen, Synergistic Research Quantum Orange Sicherungen, AHP Klangmodul Ivg, Furutech NFC Wandsteckdose, Levin Design Vinylbürste |
| Geräte-Erdung | Huesmann Double-Earth-Conductor Copper Edition |
| Möbel | Creaktiv Audio mit Absorberböden, Finite Elemente Pagode, Audio Exklusiv d.C.d. Basis, Acapella Basis |
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Herstellerangaben
Canor Foundation Line Virtus I4S
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|---|---|
| Gerätekonzept | Vollverstärker |
| Stereo Ausgangsleistung | 2 x 120 Watt an 4 Ohm, 2 x 75 Watt an 8 Ohm |
| Kopfhörer-Ausgang | 6,3 mm Klinke: 580 mW an 30 Ω, 190 mW an 300 Ω |
| Verstärkung | 35,5 dB |
| Verstärkung Phono | MM 40-46 dB • MC 60-66 dB |
| Eingangsempfindlichkeit | 380 mV |
| Dämpfungsfaktor bei 1 kHz | 160 bei 4 Ω • 330 bei 8 Ω |
| Eingangsimpedanz | Cinch 50 kΩ • XLR 100 kΩ |
| Frequenzgang | 10 – 20.000 Hz (< -0,2 dB) |
| Analogeingänge | 1 x Phono Cinc, 2 x Hochpegel Cinch 1 x Hochpegel XLR |
| Analogausgang | 1 x Cinch variabel |
| Klirrfaktor | < 0,005 % bei 1 kHz, 5 W |
| Geräuschspannungsabstand | > 90 dB |
| TriggerAnschlüsse | 12V 1 x Eingang, 1 x Ausgang |
| Stromversorgung | 230 Volt, 50-60 Hz, 620 Watt |
| Abmessungen (B x H x T) | 430 x 75 x 310 mm |
| Gewicht | 12 kg |
| Farbvarianten | Bronze, Schwarz, Silber |
| Preis | 2800 Euro |
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Herstellerangaben (vom Autor ergänzt)
Canor Foundation Line Verto D4S
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|---|---|
| Gerätekonzept | Digital/Analog-Wandler |
| D/A-Wandler | 2 x ESS 9038 Q2M (Dual Mono) |
| Filtereinstellungen | 8 x Digitalfilter |
| Digitale Eingänge | 1 x USB-C (PCM bis 24 Bit/768 kHz, DSD DoP bis DSD256, natives DSD bis DSD512), 1 x AES/ABU (PCM bis 24 Bit/192 kHz, DoP DSD64), 2 x optisch (PCM bis 24 Bit / 192 kHz, DoP DSD64), 1 x koaxial (PCM bis 24 Bit/192 kHz, DoP DSD64), 1 x TV HDMI (PCM bis 24 Bit/192 kHz, DoP DSD64) |
| Analogausgänge | 1 x Cinch, 1 x XLR |
| Ausgangsimpedanz | Cinch 100 Ω, XLR 200 Ω |
| Ausgangsspannung | Cinch 2 V RMS, XLR 4 V RMS |
| Frequenzgang | 20 - 20.000 Hz / < -0,1 dB |
| Klirrfaktor | < 0,0005 % |
| Geräuschspannungsabstand | > 112 dB (A-wt) |
| Übersprechen | < -127 dB |
| Display | 18 cm (7") großes Touchdisplay |
| Trigger Anschlüsse 12V | 1 x Eingang, 1 x Ausgang |
| Stromversorgung | 230 Volt, 50-60 Hz, 30 Watt |
| Abmessungen (B x H x T) | 430 x 75 x 300 mm |
| Gewicht | 8 kg |
| Farbvarianten | Bronze, Schwarz, Silber |
| Preis | 2500 Euro |
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Vertrieb
IDC Klaassen International Distribution & Consulting oHG
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|---|---|
| Anschrift | Am Brambusch 22 44536 Lünen |
| Telefon | +49 231 22178822 |
| info@mkidc.eu | |
| Web | www.idc-klaassen.com |
Dan Clark Audio stellt den ÆON CORE vor, einen geschlossenen planar-magnetischen Kopfhörer. Er besitzt einen vollständig neu entwickelten Treiber, der auf hohe Effizienz und Serienkonstanz ausgelegt wurde, und ist der erste Kopfhörer von DCA, der auf eine in Kooperation mit Dr. Sean Olive überarbeitete Harman-Over-Ear-Zielkurve abgestimmt wurde.
Die ÆON-Serie bildet seit 2017 das Fundament des Produktportfolios von Dan Clark Audio und steht für referenzwürdige magnetostatische Performance zu einem zugänglichen Preis. Der ÆON CORE führt diese Ausrichtung fort und bringt substanzielle Verbesserungen in den Bereichen Treibertechnologie, Klangabstimmung und den zugrunde liegenden messtechnischen Methoden.
Der magnetostatische Treiber des ÆON CORE wurde konsequent auf drei Kernziele hin entwickelt: Effizienz, tonale Konsistenz und Zuverlässigkeit von Einheit zu Einheit. Das Ergebnis ist der bislang am einfachsten anzutreibende Kopfhörer von DCA. Mit einer Empfindlichkeit von 97 Dezibel pro Milliwatt lässt sich der ÆON CORE problemlos mit tragbaren DAC/Verstärkern, Dongles sowie Desktop-Systemen betreiben. Verstärker mit mindestens 125 Milliwatt an 16 Ohm sind ausreichend; zusätzliche Leistung ist willkommen, aber nicht erforderlich.
Die Abstimmung des ÆON CORE basiert auf einer korrigierten Version der Harman-Over-Ear-Zielkurve, die Dan Clark gemeinsam mit Dr. Sean Olive im Jahr 2025 entwickelt hat. Die ursprüngliche Harman-Kurve wurde mithilfe einer speziellen Mess-Ohrmuschel und eines früher bewährten Mikrofonsystems erstellt. Bei Messungen desselben Kopfhörers auf modernen GRAS-Pinnen mit dem heute üblichen RA0402-Mikrofon zeigt sich jedoch eine systematische Abweichung. Auf Basis der ursprünglichen Hardware als Referenz entwickelten Clark und Olive eine aktualisierte Zielkurve, die präzise auf aktuelle Messsysteme übertragbar ist.
In der Praxis führt dies zu einer Abstimmung, die sich subtil, aber hörbar von früheren ÆON-Modellen unterscheidet: ein leicht reduzierter Oberbass, ein sanft angehobener unterer Mitteltonbereich und ein etwas zurückgenommener oberer Mittelton. Stimmen treten präsent nach vorne, ohne Härte. Akustische Instrumente behalten Körper und Gewicht. Der Bass ist straff und präsent, ohne überbetont zu wirken.
Der ÆON CORE übernimmt das bewährte Design der Serie mit den charakteristischen ÆON-Ohrpolstern, einem Kopfbügel aus Titan und einem selbstjustierenden Aufhängungssystem. Der Sitz ist unmittelbar komfortabel und auch bei langen Hörsessions ermüdungsfrei.
Der ÆON CORE ist ab dem 1. Juni 2026 zu einem Preis von rund 1.000 Euro über Dan Clark Audio sowie autorisierte Fachhändler weltweit erhältlich.
Dan Clark Audio ist ein unabhängiger Kopfhörerhersteller mit Sitz in Carlsbad, Kalifornien, der planar-magnetische und elektrostatische Kopfhörer für audiophile und professionelle Anwendungen entwickelt und fertigt. Das von Dan Clark gegründete Unternehmen ist bekannt für seinen ingenieurgetriebenen Ansatz, die enge Zusammenarbeit mit der psychoakustischen Forschung sowie ein Produktportfolio, das von der ÆON-Serie bis zu den Flaggschiffmodellen STEALTH und CORINA reicht. Alle DCA-Kopfhörer werden in den USA entwickelt und montiert.
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Vertrieb
audioNEXT GmbH
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| Anschrift | Isenbergstraße 20 45130 Essen |
| Telefon | 0201 5073950 |
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| Web | www.audionext.de |