Freitag, 09 Januar 2026 01:49

Keces Ewave

Nein, wir werden nicht zur PR-Abteilung von Keces oder Robert Ross' Vertrieb, der die Produkte aus Taiwan in Europa betreut und hierzulande vertreibt. Doch bei einem Gespräch über den Ephono+ merkte Robert Ross an, dass er soeben das erste Null-Serien-Modell des Keces-Switch erhalten habe und uns zusenden könne. Da konnte ich nicht widerstehen.

Da die Serienmodelle noch im Januar ausgeliefert werden, kann ich mir mit dem Bericht über das Switch auch nicht allzu lange Zeit lassen, wenn hifistatement.net das erste Magazin sein möchte, dass über die relativ preisgünstige Komponente berichtet. Dafür nehme ich gerne in Kauf, dass zwei Tests von Keces-Produkten nacheinander erscheinen – nur durch die neunteilige Vorstellung der Autoren und Fotografen unseres Magazins getrennt.

Mit den Kippschaltern lassen sich die acht Ports einzeln aktiveren. Numero 1 ist als „Eingang“ vorgesehen und verfügt über eine eigene Stromversorgung
Mit den Kippschaltern lassen sich die acht Ports einzeln aktiveren. Numero 1 ist als „Eingang“ vorgesehen und verfügt über eine eigene Stromversorgung

Keces nennt sein Switch „Ewave“, hat es in einem gut verarbeiteten, recht unauffälligen Gehäuse untergebracht und mit acht LAN-Ports ausgestattet. Jeder einzelne von ihnen kann durch einen Schalter auf der Frontplatte ein- und ausgeschaltet werden, um „Übersprechen zu reduzieren und die Signalintegrität aufrechtzuerhalten“, wie es in der Produktinformation heißt. Dort wird ebenfalls darauf hingewiesen, dass die Ports 1 und 2 bis 8 von gegeneinander isolierten Stromversorgungen gespeist werden und der Port 1 vorzugsweise als „Eingang“ verwendet werden sollte. Alle Ports unterstützen Datenraten von 1000, 100 und 10 Megabit pro Sekunde. Eine Limitierung der Datenraten ist nicht möglich. Die von Robert Ross zur Verfügung gestellten Informationen zum Ewave sind übrigens umfangreicher als die zu anderen Keces-Geräten, unter anderem deshalb, weil er in seiner begleitenden E-mail recht detailliert ausführt, warum ein übliches Netzwerk-Switch für Streaming-Anwendungen nicht wirklich geeignet ist. Aber nach der Vielzahl von Tests von Switches für audiophile Zwecke an dieser Stelle kann ich auf die Wiederholung seiner Argumente verzichten, da den Lesern von hifistatement der Nutzen von Signalverteilern speziell für Audio-Anwendungen hinlänglich bekannt sein dürfte.

Die Anzeige der aktiven Ports und der verarbeiteten Datenrate lässt sich abschalten
Die Anzeige der aktiven Ports und der verarbeiteten Datenrate lässt sich abschalten


Um gegenseitige Störungen zwischen verschiedenen Baugruppen zu minimieren, gibt es beim Ewave unabhängige Stromversorgungen – ich gehe davon aus, dass damit verschiedene Spannungsstabilisierungen gemeint sind – nicht nur für die beiden Gruppen von Ports, sondern auch für den zentralen Chip, den Mikrocontroller und den beheizten 25-Megahertz-Quarzoszillator, der sich durch extrem niedriges Phasenrauschen auszeichnen soll. Im Gehäuse des Switch ist allerdings lediglich die Spannungsaufbereitung zu finden, die ihre Energie über eine Buchse von einem externen 12-Volt-(Stecker-)Schaltnetzteil bezieht. Das gehört zwar zum Lieferumfang, kam im Test aber nicht zur Anwendung, da ich – wie in der Bedienungsanleitung empfohlen – ein Linearnetzteil verwendete, und zwar das Keces P8. Das Layout der Leiterplatten soll nach umfangreichen Tests so optimiert worden sein, dass elektromagnetische Interferenzen und hochfrequente Störungen minimiert werden.

Darüber hinaus sorge der sogenannte Audio-Priority-Quality-of-Service für einen guten Klang. Falls Ihnen der Begriff bekannt vorkommen sollte, mag das daran liegen, dass er beim Test des mit dem Statement in High Fidelity ausgezeichneten, aber nicht mehr erhältlichen Melco S100 hier erstmals erwähnt wurde: Das ist ein Verfahren, bei dem Audiopakete im Datenstrom identifiziert und diese dann priorisiert werden, wodurch die Güte der Übertragung verbessert werden soll. Durch einen Druck auf die „Dim“-Taste lassen sich die 16 LEDs auf der Frontplatte abschalten, welche die Aktivität und die Datenrate der einzelnen Ports anzeigen: Bei der Entwicklung des Ewave hat Keces vielen Parametern Aufmerksamkeit zukommen lassen, die sich auch schon bei anderen, durchweg teureren Switches als klangfördernd erwiesen haben.

Der Ewave benötigt Energie aus einem externen Netzteil: 12 Volt und 1 Ampere. Ein Schaltnetzteil gehört zum Lieferumfang
Der Ewave benötigt Energie aus einem externen Netzteil: 12 Volt und 1 Ampere. Ein Schaltnetzteil gehört zum Lieferumfang

Um dem Ewave das bestmögliche Umfeld zu bieten, integriere ich ihn anstelle des Ansuz Gold Signature PowerSwitch in die Kette im Hörraum. Dabei geht es natürlich nicht um einen extrem unfairen Vergleich, sondern erst einmal um ein paar Tage ununterbrochenes Einspielen. Dazu ist der Ausgang des ADOT-Medienkonverters mit dem Port 1 verbunden und der als NAS fungierende Melco und der Aries G2.2 mit den Ports 3 und 5. Die beiden letzteren habe ich ausgewählt, da die ungeraden LAN-Anschlüsse in der gleichen Ausrichtung montiert sind wie die des Ansuz, während Buchsen mit gradzahligen Nummern um 180 Grad versetzt eingebaut wurden. Bei der Benutzung der Ports 3 und 5 brauchen die nicht gerade flexiblen Digitalz D-TC Gold Signature nicht gedreht zu werden. Wenn ich für den Ewave vergleichbare Bedingungen schaffen will wie für das PowerSwitch, müssen auch die Ansuz Sortz mit umziehen, die einen nicht umbeträchtlichen Anteil zum Wohlklang meiner digitalen Wiedergabekette beitragen. Man kann natürlich trefflich darüber streiten, ob es sinnvoll ist, ein relativ günstiges Switch mit Zubehör zum je nach Ausführung geringfügig höheren oder niedrigeren Preis zu tunen. Doch bevor ich zu kritischem Hören komme, lasse ich mich einmal mehr von Till Brönner und Dieter Ilgs Nightfall verzaubern: stimmungsvolle Dialoge von Trompete respektive Flügelhorn und Kontrabass, klangfarbenstark, rhythmisch ungemein spannend und hin und wieder mit ein wenig Elektronik gewürzt – ein Genuss.

Auf der Hauptplatine sitzt an zentraler Stelle der Temperatur-kontrollierte Taktgeber
Auf der Hauptplatine sitzt an zentraler Stelle der Temperatur-kontrollierte Taktgeber


Aus der Liste meiner Test-Tracks wähle ich den Beginn von Mahlers Symphonie Nr. 3 mit Mariss Jansons und bin überrascht, wie gut das Ewave viele der Qualitäten der Aufnahme rüberbringt. Ich weiß noch, dass es einer Vielzahl von Verbesserungen in der Anlage bedurfte, bevor die Reflexion der Blechbläser an der linken Wand des Saales durchgängig zu vernehmen waren. Das gelingt auch dem Keces-Switch. Wenn mich die Erinnerung nicht trügt, wirkte die Bühne in der höchsten Ausbaustufe meiner Kette allerdings noch einen Tick tiefer. Geschenkt, wenn man die Preisschilder des Ewave und des Ansuz PowerSwitch vor Augen hat. Da kann man auch leicht verschmerzen, dass ersteres ein paar Details unterschlägt – solange es bei der Energie im Tieftonbereich, bei der tonalen Stimmigkeit und bei der Emotionen weckenden Spielweise absolut nichts vermissen lässt – auch wenn bisher kein Sortz in einer der LAN-Buchsen des Keces steckt.
Wenig überraschend ist schon die Wirkung eines Sortz deutlich hörbar, vorausgesetzt natürlich, dass der Port, in dem es steckt, aktiviert wurde: Der Aufnahmeraum wirkt größer, die Differenzierung der einzelnen, leichten Schläge auf die Felle der Pauken gelingt besser, und Details wie das Atmen eines der Ausführenden wird klarer aus dem musikalischen Geschehen herausgelöst. Wenn dann – wie in meiner etatmäßigen Kette üblich – auch noch ein Sortz Signature in einem Port des Switch steckt, werden die geschilderten klanglichen Verbesserungen noch einmal größer: Das Ewave besitzt noch mehr klangliches Potential als es in nicht getuntem Zustand offenbart. Zum Aufbau einer digitalen Wiedergabekette auf sehr hohem Niveau wäre es sicherlich ein guter Weg, mit dem Erwerb des recht erschwinglichen Keces-Switch zu beginnen und es, sobald weitere Investitionen möglich sind, mit einem Linearnetzteil und in einem dritten Schritt mit LAN-Filtern wie dem English Electric EE1 Plus, dem Silent Power LAN iPurifiert Pro oder eben den Sortz aufzurüsten.

Vor den einzelnen Ports kommen Hochfrequenz-Übertrager zum Einsatz
Vor den einzelnen Ports kommen Hochfrequenz-Übertrager zum Einsatz

Vor weiteren Vergleichen höre ich nur zum Vergnügen eine meiner letzten Qobuz-Neuerwerbung, John Scofield und Dave Hollands Memories of Home. Von den neun Zwiegesprächen zwischen elektrischer Gitarre und Kontrabass haben es mir John Scofields ruhige Komposition „Meant To Be“ und „Mr. B“, das Dave Holland schrieb und Ray Brown widmete, besonders angetan. Im erstgenannten Stück erklingt die nur ein wenig angezerrte Gitarre von Hall umgeben nach einem Bass-Intro in höheren Lagen sehr farbstark und melodiös. Dazu passt sehr gut, dass auch der Tieftöner in einem nicht allzu großen imaginären Raum platziert wurde: zumindest für mich ein Song zum Dahinschmelzen. Mehr Groove verströmt die Gitarre über einem soliden Walking-Bass-Fundament auf „Mr. B“. Da muss man einfach mitwippen. Timing und Spielfreude des Duos lassen keine Wünsche offen. Während des gesamten Albums habe ich mir nicht einmal Gedanken über die Wiedergabekette gemacht: Die klingt mit dem Keces Ewave einfach klasse.

Nachdem ich die Sortz wieder entfernt habe, höre ich, da ich mit dem Klang des Ewave in der Anlage noch nicht wirklich vertraut bin, dreimal die ersten zwei Minuten des ersten Satzes der Symphonie Nr.15 von Schostakowitsch mit dem Duisburger Philharmonieorchester. Dann stecke ich die drei LAN- und das 12-Volt-Gleichstromkabel vom Ewave auf das SOtM-Switch SNH-10G um. Dieses ist mit dem High-End-Clock-Module sCLK-EX mit Eingang für eine Masterclock ausgestattet und steht in dieser Ausstattungsvariante aktuell mit 2.150 Euro in der Preisliste. Den höheren Preis rechtfertigt das SOtM-Switch durch eine einen Tick bessere Auflösung und eine in der Tiefe ein Stückchen größeren Bühne. Mit der tonalen Abstimmung meiner Anlage harmoniert aber das Keces-Switch besser: Damit wirkt der Hochtonbereich eine Spur geschmeidiger und gefälliger. Da geht es natürlich um Geschmacksfragen. Nicht fraglich ist meines Erachtens nach aber, dass man beide Switches vor einer Kaufentscheidung in seiner eigenen Kette gehört haben sollte.

Wie üblich legt Keces auch beim Ewave Wert auf eine saubere Spannungsversorgung
Wie üblich legt Keces auch beim Ewave Wert auf eine saubere Spannungsversorgung


Das Ewave zieht nun in die Anlage im Wohnzimmer um, um seine positive Wirkung allein zwischen dem 10Gtek-Medienkonverter und dem lediglich als Renderer eingesetzten Eversolo DMP-A10 zu beweisen. Es ersetzt dabei den Silent Power Lan iPurifier: Die Musiker scheinen auf einer etwas breiteren und deutlich tieferen Bühne zu spielen und wirken um einiges motivierter. Die Instrumente erklingen in kräftigeren Farben, und der Groove des Stücks „West Eats Meat“ lässt einen nicht unbeteiligt. Dabei sind die beschriebenen Verbesserungen alles andere als Marginalien: Der Keces Ewave bewährt sich auch als reines LAN-Filter.

STATEMENT

Das recht erschwingliche Keces-Switch sorgt auch schon bei einer minimalistischen digitalen Kette für deutliche Klangverbesserung, macht aber auch im Zusammenspiel mit vergleichsweise kostspieligen Tuning-Maßnahmen immer noch eine gute Figur: überaus empfehlenswert!
Gehört mit (Arbeitszimmer)
NAS Melco N1Z/2EX-H60 mit externem Audiaz-Linearnetzteil
Streamer Auralic Aries G2.2, SOtM sMS-2000
Streaming App JPLAY for iOS 1.0.21
Up-Sampler Chord Electronics Hugo M-Scaler mit Ferrum Hypsos
D/A-Wandler Chord Electronics DAVE mit Linearnetzteil
LAN-Switch Ansuz PowerSwitch D-TC Gold Signature, SOtM sNH-10G
10-MHz-Clock SOtM sCLK-OCX10 mit Keces P8
Vorstufe WestminsterLabQuest
Endstufe Einstein The Poweramp
Lautsprecher Børresen T5 SSE
Kabel Goebel High End Lacorde Statement, Audioquest Dragon HC und Tornado (HC), Dragon XLR, Ansuz Speakz D-TC Supreme, Digitalz D-TC Gold Signature und Mainz D2 (2x), Rossaudio Kabel, SOtM dCBL-BNC75
Zubehör AHP Klangmodul IV G, Audioquest Niagara 5000 und 1200, Synergistic Research Active Ground Block SE, HMS-Wandsteckdosen, Blockaudio C-Lock Lite, Acoustic System Resonatoren, Artesania Audio Exoteryc, SSC Big Magic Base, Finite Elemente Carbofibre°-HD und Statement, Harmonix Room Tuning Disks, ADOT Medienkonverter (2x) mit Keces P6 und SBooster MK II, Hifi Rose Singlemode-Duplex-Lichtwellenleiter, Hifi Rose RSA720 mit Keces P8, Waversa EXT- 1 und EXT-Reference, Ansuz Sparks, Darkz Z2S und T3w, div. Sortz, PowerBox D-TC SUPREME, Thixar Silent Feet 20
Gehört mit (Wohnzimmer)
Streamer Eversolo DMP-A10
Up-Sampler Chord Electronics Hugo M-Scaler mit Ferrum Hypsos
D/A-Wandler Chord Electronics Hugo TT2 mit Ferrum Hypsos
NAS Melco N1Z H60/2 mit externem Audiaz Linearnetzteil
Vorverstärker Einstein The Preamp
Endstufe Einstein The Poweramp
Lautsprecher Göbel Epoque Aeon Fine
Kabel Audioquest Dragon Bi-Wiring, Swiss Cables Reference (Plus), Goebel High End Lacorde Statement
Zubehör Einstein The Octopus, HighEndNovum Multivocal Resonator, Sieveking Quantum Noise Resonator, Silent Power Lan iPurifier, 10Gtek-Medienkonverter mit SBooster MK II, Singlemode-Duplex-Lichtwellenleiter
Herstellerangaben
Keces Ewave
Anschlüsse 8 mal Ethernet, 10/100/1000Mbps
Lieferumfang Ewave, Benutzerhandbuch, Schaltnetzteil 12V/1A
Abmessungen (B/H/T) 2207220/66MM
Gewicht 4kg
Preis 1.500 Euro

Vertrieb
Robert Ross Audiophile Produkte GmbH
Anschrift Schulstraße 1
18375 Ostseebad Prerow
Telefon +49 38233 455
E-Mail r.ross@robertross.de
Web www.robertross.de

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Mittwoch, 07 Januar 2026 02:46

hifistatement.net intern – Teil 9

Wider Erwarten habe ich die Selbstdarstellungen der Kollegen mit viel Freude gelesen, da ich noch einiges Neues erfahren konnte. Selbst wenn man sich schon lange kennt, hat man vielleicht nie darüber gesprochen, wie man zu unseren Hobby gekommen ist. Doch mit meinem Text beschließen wir die Reihe. Ab sofort geht’s mit Tests weiter. Versprochen.

Dirk Sommer
Dirk Sommer

Ich beschäftigte mich schon während der Schulzeit mit simplen Radio- und Lautsprecherbasteleien und, sobald es die Finanzen erlaubten, mit richtigem HiFi. Während des Studiums – ich bin Deutsch- und Lateinlehrer, genoss aber auch ein Jahr lang die Elektrotechnik-Vorlesungen an der Uni Dortmund – jobbte ich in diversen HiFi-Läden des östlichen Ruhrgebietes und spielte nur zum privaten Vergnügen den Elektrobass in einer Rhythm’n’Blues-Band. Nach einer weiteren Ausbildung zum technischen Redakteur stand ich vor der Wahl, in einer Firma für technische Dokumentation in Wilhelmshaven für die Qualitätssicherung zuständig zu sein oder in Gröbenzell für HiFi Exklusiv zu schreiben. Entgegen meiner geographischen Vorliebe entschied ich mich, lieber eigene Texte über interessante Themen zu verfassen, statt die drögen technischen Werke anderer Autoren zu korrigieren, und zog 1994 nach Bayern. Am Ende des Jahres ging dann aus HiFi Exklusiv das High-End-Magazin image hifi hervor. Seit dem Heft 01/99 war ich dort als Chefredakteur tätig und produzierte seit 2002 für den Image Verlag fünf Schallplatten, wobei mich die professionelle Studiotechnik und der Klang von (Master-)Tonbändern auf Anhieb faszinierten. Durch die berufliche Beschäftigung mit den Dingen, die vor Jahren allein Gegenstand meines Hobbys waren, verloren diese ein wenig von ihrem Status als Objekte der Begierde: So rückte professionelles Aufnahmeequipment und der Umgang damit immer stärker in den Fokus. Bald darauf war ich im Besitz von fünf Studer-Bandmaschinen, zwei analogen Mischpulten, einer Auswahl recht feiner Mikrofone und der entsprechenden Peripherie. Aber all das macht nur Freude, wenn man es auch benutzt. So gründete ich mit meiner musikbegeisterten und der Tonbandtechnik zugetanen Gattin die Plattenfirma sommelier du son mit dem Ziel, völlig analog produzierte LPs auf den Markt zu bringen. Die Folge: vier LPs auf sommelier du son, acht Scheiben für Triple A, unserem Label unter dem Dach von Edel Kultur, und eine Vielzahl von Reissues aus dem MPS-Katalog, ebenfalls für Edel. Danach folgten noch einige Schallplatten für wechselnde Auftraggeber.

So Mitte 2009 waren dann Divergenzen mit den Herausgebern über die weitere Ausrichtung des Magazin für mich der Grund, image hifi den Rücken zu kehren. Einen Monat später übernahm ich die Position des Chefredakteurs bei hifistatement.net, wo ich Helmut Baumgartner wiedertraf, dessen vollsymmetrische Vorstufe ich schon zu image-Zeiten durch Vermittlung eines Kollegen ausprobieren durfte. Er sorgte für die informativen, technisch perfekten Fotos des damals im Aufbau befindlichen online-Magazins. Als ich zwei Jahre später zur Begleitung analoger Aufnahmen für Edel Kultur beim Jazz Festival in Montreux weilte, musste ich feststellen, dass der Herausgeber von hifistatement.net seine Publikation nicht weiter fortführen konnte. Ich war eine Zeit lang zwischen einem Neustart in Sachen Hifi und der Intensivierung der Tätigkeit im professionellen Audio-Bereich hin- und hergerissen. Bei einem unserer Gespräche erinnerte Helmut Baumgartner daran, wie viel Aufbauarbeit wir schon für hifistatement.net geleistet hätten: Es wäre schade, wenn diese ganz umsonst gewesen wäre – Argumente, denen ich nur zustimmen konnte. Wir beschlossen also weiterzumachen, und ich erwarb die Namensrechte am Magazin. Am 23.10.2011 war es dann soweit: Der erste Artikel in hifistatement.net unter eigener Regie erschien.

Wir können also im Oktober unser 15-jähriges Jubiläum feiern. Und solange weiter spannende Komponenten ins Haus geliefert werden und wir in diesem fantastischen Team – zu dem noch Claudia Kuhn, die sich um's Rechungswesen kümmert, und unser Webdesigner Simon Barthelt gehören – zusammenarbeiten, denkt so schnell niemand ans Aufhören!

Der Autor, zu erkennen am diesmal zwar nicht bunten, aber zumindest gemusterten Hemd, neben seinem Freund, dem Gitarristen der Blues-Band aus alten Zeiten: Volker Bohlmeier, Inhaber der Einstein Elektronik- und Lautsprecher-Manufaktur
Der Autor, zu erkennen am diesmal zwar nicht bunten, aber zumindest gemusterten Hemd, neben seinem Freund, dem Gitarristen der Blues-Band aus alten Zeiten: Volker Bohlmeier, Inhaber der Einstein Elektronik- und Lautsprecher-Manufaktur

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  • Social Introtext Wider Erwarten habe ich die Selbstdarstellungen der Kollegen mit viel Freude gelesen, da ich noch einiges Neues erfahren konnte. Selbst wenn man sich schon lange kennt, hat man vielleicht nie darüber gesprochen, wie man zu unseren Hobby gekommen ist. Doch mit meinem Text beschließen wir die Reihe. Ab sofort geht’s mit Tests weiter. Versprochen.

Wenn es um Fotos in hifistatement.net geht, und zwar meist um solche von Messen, Firmenbesuchen oder Aktivitäten im Hörraum, taucht oft ein anderer Name auf als der von Helmut Baumgartner: Birgit Hammer. Meine Gattin macht aber nicht nur Aufnahmen für's Magazin, sondern erledigt auch organisatorische Aufgaben und betreut unseren Instagram-Auftritt.

Birgit Hammer
Birgit Hammer

Ein Leben ohne Musik ist für mich nicht vorstellbar. Schon als Kind war Musik für mich enorm wichtig, zuerst beim Zuhören, wenn meine Mutter beispielsweise schaurig-schöne Moritaten zum Besten gab, und dann beim Selbstsingen, wenn ich zu Hause oder im Chor Volks- und anderes Liedgut schmetterte. Kein Wunder also, dass Musik so für mich zu einem Lebensmittel wurde. Dabei war es nicht nur schön zu musizieren, sondern auch spannend, sich mit der Reproduktionstechnik auseinander zu setzen. Begonnen habe ich Anfang der sechziger Jahre mit der elterlichen Musiktruhe von Grundig, die mit Plattenspieler, Radio und Tonbandgerät bestückt war. Ich hörte nicht nur die vorhandenen LPs, EPs, Singles von Armstrong, Beethoven über Knef bis Porter, sondern bannte auch Songs aus dem Radio als „eigene Sendungen“ erst auf Tonbandgerät, später auf meinen eigenen Kassettenrecorder. So kam die Musik der guten Sendungen des WDR dazu, da seien exemplarisch nur Joachim Ernst Berend und Winfried Trenkler als Redakteure genannt. Dann natürlich auch Musik, die in meiner Peer-Group gehört wurde – vom Tonband oder Schallplatte – wie Uriah Heep, Birth Control und so weiter.

Als ich von meinen Eltern in eine eigene Wohnung zog, war klar, dass ich sofort eine Stereo-Anlage brauchte. So begann ich mein Erwachsenenleben mit einer kleinen Plattensammlung, einem Rotel-Verstärker und was sonst noch zur guten Musikwiedergabe nötig ist. Im Lauf der Zeit entwickelte sie sich sukzessive mit ARC-Lautsprechern und Nytech-Verstärker weiter, was sicher auch am Einfluss meines Hifi-interessierteren Freundes lag. Beim Umzug in eine gemeinsame Wohnung kam selbstverständlich auch meine Anlage mit. Bis zum heutigen Tag, fast 46 Jahre später, habe ich eine eigene Hifi-Anlage und eine eigene Plattensammlung. Falls eine Beziehung scheitert und eine neue Wohnung her muss, hat die Anschaffung einer zufriedenstellenden Anlage vielleicht nicht immer höchste Priorität...

Mit meiner Berufstätigkeit begann ich mich auch für das Fotografieren zu interessieren. Zur Erklärung: Ich bin in der Kinderbetreuung tätig gewesen. Um Kinder passgenau in ihrer Entwicklung unterstützen und Eltern über die Entwicklung des Kindes informieren zu können, ist es wichtig zu beobachten und zu dokumentieren. Dies lässt sich gut mit Fotografien machen. Mit Foto-Serien, Fotobilderbüchern kann man ebenfalls Bildungsangebote gestalten. Mich hat dabei die Sendung mit der Maus mit ihren, auch für Erwachsene, informativen Filmen – etwa: Wie kommen die Streifen in die Zahnpasta? – sehr geprägt. Ein Beispiel für meine Adaption dieser Art der Darstellung finden Sie beispielsweise in der Fotostory über Sikora. Fotos von industriellen Herstellungsprozessen finde ich einfach spannend.

Als ich mit meinem Mann vor über 31 Jahren nach Gröbenzell zog – er arbeitet seit dieser Zeit als Journalist im Hifi-Bereich –, bekam ich die Gelegenheit, Musik, Hifi und Fotografieren miteinander zu verbinden. Das Magazin, für das mein Mann erst als Redakteur und später als Chefredakteur einige Jahre arbeitete, konnte anfangs nicht durchgängig einen Fotografen beschäftigen und so machte ich gemeinsam mit der Frau des damaligen Chefredakteurs die Fotos für komplette Ausgaben. Seit dieser Zeit begleite ich, wenn möglich, meinen Mann auf seinen Reportage-Reisen, zu Messen und Fertigungsorten. Dabei begeistern mich einerseits die Möglichkeit, direkt in Produktionsabläufe schauen und sie fotografieren zu können, und andererseits die vielen netten und interessanten Begegnungen in der Hifi-Szene. Zu guter Letzt gibt es dann noch etwas aus dem Bereich der Musik, das ich seit 2008 immer wieder gerne mache: Aufnahmen von Musik mit Studer-Tonbandgeräten. Jetzt sogar live für unsere Plattenfirma! Was für ein Glück.

Birgit Hammer präsentiert während der Audio Video Show in Warschau die jüngste Produktion von sommelier du son. Mit dabei: Wojciech Pacuła, Chefredakteur von highfidelity.pl, unserem Kooperationspartner in Polen, und Dirk Sommer
Birgit Hammer präsentiert während der Audio Video Show in Warschau die jüngste Produktion von sommelier du son. Mit dabei: Wojciech Pacuła, Chefredakteur von highfidelity.pl, unserem Kooperationspartner in Polen, und Dirk Sommer

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In dieser Folge sehen Sie das Gesicht hinter dem Gesicht von hifistatement.net: Letzteres wird geprägt von Helmut Baumgartners Fotografie. Viele, selbst gedruckte Hifi-Magazine verwenden inzwischen Herstellerfotos oder gar KI-generierte Bilder. Wir setzen auch in Zukunft auf Helmut Baumgartners informative Ästhetik – und sein enormes Fachwissen.

Helmut Baumgartner
Helmut Baumgartner

Manchmal hat man eine Idee und äußert sie, ohne darüber nachzudenken, welche Konsequenzen sich daraus für einen selbst ergeben. Aber eigentlich hätte ich es ja ahnen können, denn schließlich bin ich mit Dirk Sommer lange genug befreundet, um zu wissen, dass, wenn ich ihm vorschlage, unser Team, Ihnen, unseren Lesern vorzustellen, er auch mich in die Pflicht nimmt. Dann kam bei mir natürlich die Frage auf, wie hat das denn eigentlich angefangen mit diesem wunderbaren Hobby Hifi? Es war einer unserer Autoren, Dr. Roland Dietl, mein drei Jahre älterer Cousin, von dem ich mit dem „Virus“ infiziert wurde und zwar nachhaltig, denn unsere Begeisterung für das Thema hält bis heute an. Allerdings musste ich damals aber auch leider sehr schnell feststellen, dass die wunderbaren Objekte der Begierde weit weg von meinen finanziellen Möglichkeiten waren. Deshalb fing ich schon gegen Ende meiner Schulzeit an, in Münchner Highend Studios zu jobben, unter anderem auch in einem Laden für Lautsprecher-Selbstbaubau, was meinen technischen Horizont in Bezug auf Hifi immens erweiterte. Auf der Highend 1982 lernte ich Klaus Renner kennen, den Herausgeber des Magazins Das Ohr. Wir wurden enge Freunde und ich schrieb dann bis zum Ende der Zeitschrift im Jahr 1991 für Das Ohr, denn nach dem viel zu frühen Tod von Klaus wurde die Veröffentlichung eingestellt. Aber es gab noch einen Menschen, der mir profundes Wissen mit auf den Weg gab, mein Großvater, ein begnadeter und genialer Feinmechaniker und Maschinenbauer. Und es kam was kommen musste, wenn man in seiner Jugend viel Zeit mit Feinmechanik verbringt und gleichzeitig die Möglichkeit hat, die damals besten Plattenspieler genauer unter die Lupe zu nehmen. Es entstanden eigene Gedanken, von denen viele Anfang der 90er im Apolyt technisch umgesetzt wurden. Meine zweite große Leidenshaft wurde dann zu meinem Beruf, die Fotografie und Highend rutschte auch aus zeitlichen Gründen etwas in den Hintergrund – bis mich 2009 Helmut Rohrwild, ein langjähriger Wegbegleiter in Sachen HIFI, kontaktierte und mir mitteilte, dass es ein neues Highend-online-Magazin namens hifistatement.net gäbe, das auf der Suche nach einem Fotografen war. Nach kurzer Überlegung, ob neben meinen Jobs für Werbung und Kataloge noch Zeit für ein weiteres Projekt wäre, sagte ich zu. Mir war zu bewusst, dass es die Chance, Beruf, Leidenschaft und Hobby zu kombinieren nicht allzu oft gibt, und ich bin bis heute froh über meine damalige Entscheidung, ich hoffe Sie auch.

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Auch bevor Roland Dietl zum Team stieß, berichteten wir über – wie es damals hieß – Computer-Hifi. Aber sein Einstieg steigerte die digitale Kompetenz der Redaktion merklich – und nicht nur diese: Wenn er etwa mit Chord Electronics Digital-Spezialist Rob Watts über R. R. Cordells „Nested Feedback Loops“ spricht, gehe ich schon mal einen Tee kochen…

Roland Dietl
Roland Dietl

„Time is flying by!“ Seit mittlerweile zehn Jahren schreibe ich nun schon in loser Folge mit viel Begeisterung für Hifistatement. Seit unserem ersten Treffen verstehen Dirk Sommer und ich uns ganz ausgezeichnet. Den Kontakt hatte seinerzeit mein Cousin, unser Fotograf Helmut Baumgartner, vermittelt, der meine „HiFi“-Vergangenheit gut kannte. Von Haus aus bin ich ja Diplom-Kaufmann und verantworte in einem mittelständisch geprägten Großhandelsunternehmen für Computerbauteile die Bereiche Finanzen und Personal.

Meine „audiophile Biografie“ beginnt so richtig Anfang der 1980-er Jahre, in der Blütezeit der klassischen, analogen HiFi-Geräte und -Kultur, lange bevor die einsetzende Digitalisierung die HiFi-Landschaft nachhaltig veränderte. Als Schüler und später Student beschäftigte mich die Frage, wie man mit kleinem Budget zu einer hochwertigen HiFi-Anlage kommt. Da war Selbstbau angesagt, nicht nur Lautsprecher, sondern auch Elektronik. Ich startete mit Bauanleitungen von Magazinen wie Elrad oder Elektor. So richtig erschüttert wurde meine damalige HiFi-Welt dann, als ich Klaus Renner (Das Ohr) kennenlernte und bei ihm zu Hause zum ersten Mal eine „richtige“ High-End Anlage hören konnte. Sukzessive tauchte ich immer tiefer in die Materie ein. Ich verschlang die Artikel des französischen Magazins L’AUDIOPHILE und lernte die Bedeutung von Schaltungskonzepten, Netzteilen und Bauteilen auf den Klang kennen. Noch heute besitze ich aus dieser Zeit eine selbstgebaute Kaneda-Vorstufe mit riesigem Netzteil und exotischen Bauteilen. Später gab mir dann der brillante Entwickler Erno Borbely wertvolle Hinweise bei der Entwicklung einer eigenen Endstufe im reinen Class-A-Betrieb. Im Digital-Bereich beschäftigte mich die Frage, warum ein Titel über einen guten CD-Player abgespielt deutlich besser klang, als auf Festplatte gerippt von einem selbstgebauten PC. Noch heute heize ich gerne den Lötkolben für kleinere Projekte an und besitze einen professionellen Audio-Analyzer, mit dem ich zwischendurch so manchem Testgerät messtechnisch auf den Zahn fühle.

Bei aller Liebe zur Technik steht für mich aber immer die Musik an erster Stelle. Ich habe eine musikalische Ausbildung am Akkordeon genossen und spiele aktiv in einem Orchester, dessen Ziel es ist, anspruchsvolle Konzertmusik auf musikalisch höchstem Niveau zu präsentieren und damit das musikalische Potential des Akkordeons zu verdeutlichen. Bei hifistatement genieße ich den Luxus, die Themenbereiche betreuen zu dürfen, die mich am meisten interessieren, und das sind – eigentlich alle. Leider fehlt mir für die Beschäftigung mit Tonarmen und Tonabnehmersystemen aufgrund meiner beruflichen Tätigkeit die notwendige Zeit und Muße.

Analog, digital, Streaming, alle Formen der Wiedergabe von Musik existieren bei mir friedlich nebeneinander. Das Festlegen auf eine bestimmte Form der Musikwiedergabe ist nicht mein Fall. Die Neugier ist es, die mich antreibt. Ich schaue deshalb gerne hinter die Kulissen und versuche jenseits des „Marketinggeblubbers“ die technischen Fakten zu extrahieren. Mein Ziel ist es, Ihnen, liebe Leser, zu vermitteln, wie ich den Klang einer Komponente im Kontext von unterschiedlichen Musikgenres und anderen Komponenten empfinde. Ich möchte mit meinen Berichten Anregungen geben und Interesse wecken, sich mit einer Komponente selbst zu beschäftigen. Denn eines sollte klar sein: Ein absolut richtig oder falsch, besser oder schlechter im objektiven Sinne gibt es in unserem Bereich eher nicht – zu unterschiedlich sind die individuellen Geschmäcker und Hörgewohnheiten. Doch genau das macht für mich den Reiz aus.

Neben Musik-Hören und dem Umgang mit edlem Equipment eine der Lieblingsaktivitäten Roland Dietls: Der intensive Austausch mit den Köpfen der Hifi-Szene, hier Michael Børresen, Entwickler der Audio Group Denmark
Neben Musik-Hören und dem Umgang mit edlem Equipment eine der Lieblingsaktivitäten Roland Dietls: Der intensive Austausch mit den Köpfen der Hifi-Szene, hier Michael Børresen, Entwickler der Audio Group Denmark

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  • Social Introtext Auch bevor Roland Dietl zum Team stieß, berichteten wir über – wie es damals hieß – Computer-Hifi. Aber sein Einstieg steigerte die digitale Kompetenz der Redaktion merklich – und nicht nur diese: Wenn er etwa mit Chord Electronics Digital-Spezialist Rob Watts über R. R. Cordells „Nested Feedback Loops“ spricht, gehe ich schon mal einen Tee kochen…

Ohne einen kompetenten Röhrenspezialisten ist die Redaktion eines Hifi-Magazins nicht komplett. Wir haben zum Glück Carsten Bussler, den Sie im Folgenden ein wenig näher kennenlernen können. In den letzten Jahren erweiterte er seinen Themenbereich über reine Röhrengeräte hinaus. Artikel über Streamer sollten Sie von ihm jedoch nicht erwarten.

Carsten Bussler
Carsten Bussler

Als Maschinenbauingenieur hatte ich von je her Probleme, Dinge zu verstehen, auf die man nicht mit dem Hammer hauen kann. Das sagte mir mein Elektrotechnik-Professor während des Studiums. Vielen Dank für die Blumen. Aber das ist nun schon über 30 Jahre her und konnte nicht verhindern, dass ich heute als freiberuflicher Ingenieur in Großinfrastrukturprojekten mithelfe, das Stromnetz in Deutschland auf dem Meer sowie an Land zu modernisieren. Stichwort: „Stromautobahnen“ durch Deutschland in Form von Erdkabeln mit Hochspannungsgleichstromübertragung auf 525-Kilovolt-Ebene.

Aus meinen Hobby HiFi und der „Frickelei“ seit Jugendtagen, also dem Bau von Lautsprechern, dem Löten von Frequenzweichen oder der Beschäftigung mit Röhrenverstärkern entstand meine Nebentätigkeit als Redakteur für Hifistatement. Meine früheren persönlichen Online-Präsenzen in Form von Blogs zu den Themen Röhren, Analoges und Hochwirkungsgrad führten letztlich zum Kontakt mit Dirk Sommer vor etwas über acht Jahren, und ich kann mein Hobby heute auf diese Weise auch beruflich ausleben.

Wer sich länger mit High Fidelity beschäftigt, merkt irgendwann, dass wir uns im Grunde viel zu sehr mit der Technik anstatt mit der Musik selbst beschäftigen. Gleichwohl ist die Technik notwendige Voraussetzung für die Musikwiedergabe und für mich viel mehr als nur ein Vehikel zur Musikreproduktion. Es geht um Haptik, um Emotionen, um Spieltrieb. Es geht um Entscheidungen. Um Vorlieben, Abneigungen und um die Bereitschaft, sich auf Dinge einzulassen, die nicht immer rational erklärbar sind, zumindest nicht unmittelbar. Meine eigene HiFi-Geschichte ist von genau diesen Momenten geprägt. Und sie führt, wenig überraschend, immer wieder zu einem zentralen Thema zurück: Röhren.

Röhrengeräte haben mich nie interessiert, weil sie angeblich „wärmer“ klingen oder nostalgische Gefühle bedienen. Im Gegenteil: Mich reizt ihre Konsequenz. Die oft radikale Reduktion auf das Wesentliche, die Klarheit der Schaltung, die Ehrlichkeit im Umgang mit dem Signal. Single Ended Trioden zum Beispiel produzieren hohen geradzahligen Klirr und verfügen über keine nennenswerte Ausgangsleistung. Objektiv gesehen nicht die besten Voraussetzungen, im Verbund mit der richtigen Lautsprecherlast sowie aufgrund psychoakustischer Effekte funktionieren solche Geräte in der Praxis jedoch hervorragend, und genau das macht sie für mich so spannend.

In meinen Berichten geht es mir deshalb nie um Superlative oder die vermeintlich perfekte Wiedergabe einer Musikkonserve. Mich interessiert, ob mich ein Gerät oder eine Kette emotional berührt, wie sie Spannung aufbaut oder weshalb ein Konzept auch jenseits von Messwertdiskussionen funktioniert. Nicht jede Röhre ist automatisch musikalisch, nicht jedes Transistorkonzept seelenlos. Entscheidend ist immer die Umsetzung. Röhren, Plattenspieler oder Hochwirkungsgrad-Lautsprecher sind für mich kein nostalgischer Selbstzweck, aber eine Vorliebe, die im besten Fall Nähe zur Musik schafft und etwas in mir auslöst, ohne den von vornherein zum Scheitern verurteilten Versuch der messtechnisch originalgetreuen Reproduktion zu unternehmen.

Am Ende schreibe ich für Leser, die selbst hören, vergleichen und (auch sich selbst) hinterfragen. Für Menschen, die wissen, dass High End kein Ziel, sondern ein Weg ist. Meine Texte sollen dabei keine Entscheidungshilfe für oder gegen ein Gerät sein, sondern die Neugier zur Auseinandersetzung damit wecken. Eine Einladung sein, genauer hinzuhören, Komponenten bewusster auszuwählen und eigenen HiFi-Spleens dabei ruhig zu vertrauen. Für mich war das der einzig richtige Weg, zufrieden Musik hören zu können. Wer irgendwann reflektiert, dass er seine Zeit hauptsächlich mit dem Sammeln von Tonträgern und dem Musikhören vor der Anlage verbringt anstatt mit der Technik, weiß, dass er angekommen ist.

Wie schon zu Beginn unsere kurzen Reihe gesagt: nur nicht zu viel Selbstdarstellung. Dies ist nur ein verschwindend geringer Teil der Busslerschen Röhren-Schätze
Wie schon zu Beginn unsere kurzen Reihe gesagt: nur nicht zu viel Selbstdarstellung. Dies ist nur ein verschwindend geringer Teil der Busslerschen Röhren-Schätze

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Heute stellt sich Thomas Heinemann vor. Auch wenn er erst in diesem Jahr zum Team kam, konnten Sie schon drei seiner Artikel lesen, in denen er sich mit ausgesprochenen Wunschthemen beschäftigte. Das klingt zwar gut, birgt aber die Gefahr, dass man sich vom Testobjekt – oder einem größeren Modell desselben Herstellers – nicht mehr trennen möchte…

Thomas Heinemann
Thomas Heinemann

Mein Name ist Thomas Heinemann und ja, wir kennen uns bereits. Sie und ich, wir teilen dieselbe Leidenschaft für Musik und HiFi, wir lieben gut gemachtes Audio-Equipment und wir sind beide auf der Suche nach dem magischen audiophilen Klang, der uns berührt, mitnimmt, tiefe Einblicke erlaubt oder pure Energie spüren lässt.

Auf dieser Suche ist ein Magazin wie hifistatement.net so essenziell wie die Musik selbst, als ein Impulsgeber, der unser wunderbares Hobby lebendig hält. Und es war auch mein Anstoß, eine Präsentation von hifistatement und sommelier du son im fränkischen Hirschaid zu besuchen. Die hörenswerte Vorführung zum Entstehungsprozess einer Schallplatte, die mitgebrachten Bandaufnahmen aus Produktionen von sommelier du son und ein inspirierendes Pausengespräch mit Birgit und Dirk Sommer brachten uns schnell näher. Aus dieser ersten Begegnung wurden viele weitere und eine Freundschaft und Verbundenheit, die heute weit über unser gemeinsames Hobby hinausgeht. Dass mich Dirk Sommer auch für die Mitarbeit bei Hifistatement gewinnen konnte, erklärt sich zum einen aus meiner langjährigen Erfahrung mit der audiophilen Musikwiedergabe, zum anderen mit meiner Profession: Ich betreibe eine Marken- und Kommunikationsagentur – Analysieren, Zuhören, Reden und Schreiben gehören zum Handwerkszeug, wenn man Unternehmen zu einer attraktiven Marke machen will.

Aber kommen wir zur Musik und ihrer Bedeutung in meinem Leben. Ein Instrument zu spielen oder Musik zu hören, begleitet mich seit Kindertagen. Ein Geschenk meiner Großeltern brachte mir als Jugendlicher die lang ersehnte eigene Anlage von Dual, mit der ich dann zum Leidwesen meiner Familie vornehmlich Rockmusik hörte. Jahre später war ich auf der Suche nach einem neuen „guten“ Lautsprecher und Plattenspieler. Der Besuch eines Münchener High-End-Ladens brachte mich dahin und gleich weit darüber hinaus – nicht nur finanziell (ich studierte damals noch), sondern vor allem klanglich. Und dann gab es diesen unerwarteten ersten Augenblick, der mir mit den ersten Tönen die Tür in eine neue, bis dahin unbekannte Welt öffnete. Es war der Beginn einer Leidenschaft, die mich packte und bis heute nicht mehr losgelassen hat. Letztlich konnte die zu meinem Budget passende Anlage das Gehörte nicht erreichen, sie hatte aber bereits eine hohe musikalische Qualität. Auf der Suche nach dem noch „Besseren“ begegnete ich dann einer audiophilen Community, die sich regelmäßig beim barrierefreien Münchener Hifi Team traf. Es war eine gute Zeit, voller Inspiration.

Viele Jahre später folgte eine weitere, für mich entscheidende Begegnung mit einer frühen Wilson Watt Puppy mit den damals neuen Pass Aleph Verstärkern. Der Klang war beeindruckend natürlich und klangfarbenstark – ganz so wie im richtigen Leben und wie ich es in dieser Bandbreite von einer HiFi-Anlage noch nie zuvor gehört hatte. Mein audiophiles Klangbild hatte sich verschoben. Ganz gleichgültig was ich danach hörte und beurteilte, ich hatte immer diesen Klang im Ohr. Preis, Größe, Prinzip oder Bauweise waren mir weniger wichtig, wenn die Wiedergabe stimmig war. Natürlich wollte ich diesen Klang auch in meinem Hörraum. Eine sowohl finanziell als auch klanglich passable Lösung fand ich mit dem kleinen Lautsprecher Terzian von Intonation aus Hamburg. Der Terzian spielt unglaublich und hat mir, in Verbindung mit einer kleinen Stereoendstufe und Vorstufe von Pass, lange Zeit viel Freude geschenkt. Ein Upgrade des Terzian und der Besuch der High End schürten dann wieder Neugier und Entschlossenheit, mir den Traum einer Wilson Audio zu erfüllen. Weitere Komponenten kamen hinzu und gingen; was blieb, war meine Freude am Musikhören – ganz egal ob Jazz, Klassik, Rock, Indie oder Weltmusik – und die Lust auf gut gemachtes Equipment. Was haben wir nur für ein wunderbares Hobby!

Das Foto von Mechthild und Thomas Heinemann passt einfach ideal zum Jahresausklang
Das Foto von Mechthild und Thomas Heinemann passt einfach ideal zum Jahresausklang

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Im dritten Teil der Vorstellungsrunde gewährt Finn Corvin Gallowsky kurz Einblick in seine Beziehung zur Musik sowie professioneller Audio- und Hifi-Technik. 2018 besuchte er während der Norddeutschen Hifi-Tage einen Vortrag über verschiedene Tonträgerformate. Anschließend setzten wir die Fachsimpelei im Ausstellungszimmer von Hifistatement fort…

Finn Corvin Gallowsky
Finn Corvin Gallowsky

Als ich Dirk Sommer kennenlernte, gehörte Hören bereits zu meinem beruflich relevanten Handwerkszeug. Zu dem Zeitpunkt hatte ich meine Ausbildung zum Veranstaltungstechniker gerade abgeschlossen und am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg als Tontechniker begonnen. Technisches Hören hatte ich zu dem Zeitpunkt also bereits recht gut trainiert, dennoch lerne ich in diesem Bereich mit jeder absolvierten Veranstaltungen, mit jedem gemischten Konzert noch immer mehr. Grundlagen des musikalischen Hörens habe ich während der Schulzeit erworben, aber im weiterführenden Musikerleben leider nie vertieft. Auch meine HiFi-Anlage machte zu dieser Zeit die ersten Sprünge und es deutete sich an, dass sie meine kleine In-Ear-Sammlung bald überholen würde. Das Genusshören im HiFi-Bereich, und, sich von den technischen und musikalischen Maßstäben zu lösen, musste ich erst üben. Die Höranforderung an HiFi-Equipment ist dann doch noch einmal eine andere als die im Studiobereich oder bei Live-Konzerten.

Seit meiner Jugend bin ich musikalisch geprägt von Metal. Das Unbändige, Rohe der Musik gepaart mit höchster technischer Instrumentenbeherrschung fasziniert mich. Joey Jordison beeindruckte mich nachhaltig, deshalb lag es für mich nahe, als erstes Instrument Schlagzeug zu lernen. Noch heute spiele ich gern, leider nicht regelmäßig, da das Schlagzeug in Ermangelung eines bezahlbaren Proberaum nicht mit mir meine ländliche Heimat verlassen hat. Dafür hat mich die Gitarre begleitet. Während meiner Ausbildung habe ich dann begonnen, mich mit klassischem Gesang zu beschäftigen. Für ein Bandprojekt war neben Ausbildung, später dem Beruf und Gesang leider keine Zeit. Die Lockdowns der Corona-Pandemie habe ich genutzt, um einen lange gehegten Traum Wirklichkeit werden zu lassen und begonnen, das Drehleierspielen zu erlernen. Gleichzeitig hat mich das Instrument mit dem Balfolk und der von Frankreich ausgehenden Folkrenaissance des letzten späten Jahrhunderts verbunden. Das reiche Instrumentarium bestehend aus traditionellen Folkinstrumenten wie eben der Drehleier oder beispielsweise der Nyckelharpa, Akkordeon, Mandoline, regional unterschiedlichster Flöten, Dudelsäcke oder anderer Rohrblattinstrumente gemischt mit gängigen Instrumenten wie Gitarre, Geige, Cello, Klarinette und vielen anderen, lässt mich seitdem nicht mehr los. Die Vielzahl an akustischen Sessions mit Tanz, aber auch regelmäßige Konzertbesuche orchestraler Musik, sowohl in großer als auch Kammerbesetzung kann keine Stereoanlage der Welt ersetzen. Auch Open Air Festivals, am liebsten mitten im Circle Pit, sind durch eine Stereoanlage – alleine schon, weil ähnliche Schalldruckpegel in einer Mietwohnung kaum zu realisieren sind – schwer zu ersetzen. Obwohl ich beim HiFi-Hören eher auf der leiseren Seite bin. Gehörschutz ist etwas für ein Live-Konzert, nicht fürs Hörzimmer. Dennoch, dem Sog, den die Brillanz und Durchhörbarkeit einer guten Stereoanlage erzeugt, kann ich mich ebenfalls nicht entziehen. Gerade diese Fähigkeiten einer Stereoanlage hat meinen Horizont für Instrumentaljazz geöffnet, ECM ist daran nicht ganz unschuldig. Live bin ich trotzdem kaum in Jazzclubs anzutreffen.

Ein audiophiles Rätsel, das ich noch nicht zu lösen vermochte, ist herauszufinden, an welcher Stellschraube genau gedreht werden muss, damit eine Anlage zwar mit der Qualität von sehr guten Aufnahmen skaliert, aber mittelmäßige oder gar schlechte Aufnahmen trotzdem genau soviel Spaß machen. Wenn Sie die Antwort kennen, schreiben Sie mir gerne eine E-Mail.

Auf dem Foto ist Finn Corvin Gallowsky mit Paweł Gorgoń, dem R&D-Chef von Ferrum, bei einem Essen auf der diesjährigen Audio Video Show Warschau zu sehen
Auf dem Foto ist Finn Corvin Gallowsky mit Paweł Gorgoń, dem R&D-Chef von Ferrum, bei einem Essen auf der diesjährigen Audio Video Show Warschau zu sehen

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  • Social Introtext Im dritten Teil der Vorstellungsrunde gewährt Finn Corvin Gallowsky kurz Einblick in seine Beziehung zur Musik sowie professioneller Audio- und Hifi-Technik. 2018 besuchte er während der Norddeutschen Hifi-Tage einen Vortrag über verschiedene Tonträgerformate. Anschließend setzten wir die Fachsimpelei im Ausstellungszimmer von Hifistatement fort…
Dienstag, 23 Dezember 2025 00:21

Keces Ephono+

Nein, ich werde mich ab sofort nicht mehr nur mit günstigen Hifi-Komponenten beschäftigen, auch wenn durch den Test des erschwinglichen Eversolo DAC-Z10 und des Ephono+ der Eindruck entstehen konnte. Denn obwohl Keces der Signalverarbeitung und dem Netzteil je ein eigenes Gehäuse spendiert, ist die Phonostufe für gerade einmal 1.200 Euro zu haben.

Ich habe zwar gegenüber Komponenten mit moderaten Preisen genau so wenig Berührungsängste wie gegenüber solchen mit exorbitant hohen – wie sich Anfang des nächsten Jahres zeigen wird. Für die Beschäftigung mit dem Ephono+ gibt es aber einen viel zwingenderen Grund: Keces hat auch bei seinem neuen Einstiegsmodell unter den Phonostufen wie schon beim mit dem Statement in High Fidelity-Award ausgezeichneten Vorverstärker S4 einen Eingang für photoelektrische Tonabnehmer von DS Audio integriert. Momentan bin ich der einzige Autor im hifistatement-Team der über ein solches System verfügt. Den Test der Keces-Vorstufe habe ich mir deshalb mit dem Kollegen Carsten Bussler geteilt, weil der zum einen mit Geräten dieser Preisregion vertrauter ist als ich und zweitens im Gegensatz zu mir auch MM-Tonabnehmer sein eigen nennt. Einen solchen kann ich zwar immer noch nicht vorweisen, dafür allerdings das Ortofon SPU GTX E, wie alle SPUs ein Moving-Coil-System, das aber dank des eingebauten Übertragers für den Anschluss an einen MM-Eingang ausgelegt ist. Außerdem habe ich die beiden Keces-Phonovorverstärker, den Ephono und den Sphono seit den Tests vor einigen Jahren noch in bester Erinnerung.

Signalverarbeitung und Netzteil sind jeweils in eigenen, sehr gut verarbeiteten Gehäusen untergebracht
Signalverarbeitung und Netzteil sind jeweils in eigenen, sehr gut verarbeiteten Gehäusen untergebracht

Weniger gerne erinnere mich an die recht spärlichen Produktinformationen zu den beiden Geräten. Erwartungsgemäß teilt Keces auch zum Ephono+ keine Fülle von technischen Details mit. Dass zum Ephono+-Set ein externes Netzteil gehört, das Störungen minimieren und den Fremdspannungsabstand verbessern soll, sieht man auf den ersten Blick, nicht aber, dass es die signalverarbeitende Schaltung mit plus/minus 24 Volt versorgt, die für ausreichend Headroom gut sind, und mit einem Überhitzungsschutz ausgestattet ist. Wer sich schon länger mit Keces-Produkten beschäftigt, dürfte auch wissen, dass die Firma anfangs ausschließlich Netztransformatoren fertigte. Der hier eingesetzte H-Sonic™-Ringkerntransformator wurde selbstverständlich ebenfalls von Keces entwickelt und hergestellt. Anders als beim Sphono gibt es hier nur drei Abschlussimpedanzen für MC-Tonabnehmer: 56, 100 und 220 Ohm. Die Umschaltung zwischen MM- und MC-Verstärkung geschieht – recht ungewöhnlich – mit demselben Schiebeschalter auf der Geräterückseite, mit dem man auch die Impedanzen wählt. Die Kapazität am MM-Eingang beträgt 100 Pikofarad. Der Verstärkungsfaktor lässt sich getrennt für den DS-Audio- und den MM/MC-Eingang frontseitig um sechs Dezibel erhöhen. Nach meinigen bisherigen Erfahrungen mit dem DS Audio W3 kann bei dieser Tonabnehmerart ein Subsonic-Filter durchaus sinnvoll sein. Das bietet natürlich auch der Ephono+.

Rechts auf der Frontplatte befinden sich die Schalter für die Wahl zwischen photoelektrischem und MM- respektive MC-Eingang und das Subsonic-Filter
Rechts auf der Frontplatte befinden sich die Schalter für die Wahl zwischen photoelektrischem und MM- respektive MC-Eingang und das Subsonic-Filter


Ausgangsseitig gibt es außer Cinch- auch noch symmetrisch beschaltete XLR-Buchsen. Aber selbst beim größeren Sphono, der im Wohnzimmer die Signale des Lyra Titan i aufbereitet, konnte ich an den Eingängen von Einsteins The Preamp keine nennenswerten Qualitätsunterschiede zwischen den beiden Anschlussarten feststellen. Zum Einspielen integriere ich den Ephono+ in die Kette im Arbeitszimmer, da ich dort nicht nur auf die MC-Tonabnehmer auf Einsteins Aerolith und dem Brinkmann LaGrange, sondern auf letzterem auch auf das im AMG-Arm montierte DS-Audio W3 zurückgreifen kann. Die Verbindung zur WestminsterLab-Vorstufe stellt ein Göbel-XLR-Kabel her – aber nicht, weil ich mir von der symmetrischen Verbindung klangliche Vorteile verspreche. Ich habe einfach keine besonders hochwertigen Cinch-Kabel in meinem Fundus. Nach etwa 24 Stunden am Netz und rund 20 Plattenseiten weist der Klang des Ephono+ keinerlei Rauigkeiten oder sonstige Auffälligkeiten auf: Er spielt sehr luftig und dynamisch und lässt ohne direkten Vergleich nie das Gefühl aufkommen, man müsse bei dieser im besten Wortsinne preiswerten Komponente auf irgendetwas verzichten. Und das triff in Kombination mit dem photoelektrischen W3 ebenso zu wie in der mit Einsteins Pickup.

Diese beiden Schalter auf der linken Seite erlauben es, die Verstärkung um sechs Dezibel zu erhöhen, getrennt für den photoelektrischem und den MM- respektive MC-Eingang
Diese beiden Schalter auf der linken Seite erlauben es, die Verstärkung um sechs Dezibel zu erhöhen, getrennt für den photoelektrischem und den MM- respektive MC-Eingang

Wenn ich Analog-Gerätschaften einspiele, mache ich es mir gern einfach und lege Scheiben aus LP Boxen auf. Wie so oft war das diesmal auch wieder Keith Jarretts Solo Concerts Bremen Lausanne, und dann erstmal Johannes Brahms Sämtliche Symphonien mit dem Cleveland Orchestra unter Lorin Maazel, die zwar mit Laufzeiten von bis zu 30 Minuten pro Seite die Arbeit erleichtern, klanglich aber trotz DMM nicht wirklich begeistern können. Als tolle (Wieder-?)Entdeckung hingegen entpuppte sich Keith Jarretts Drei-LP-Box Concerts mit Aufnahmen aus Bregenz und dem Herkulessaal in München. Ein schönes klangliches Spektakel ist Part IV des Konzerts, in dem der Pianist sich meist in den oberen Oktaven tummelt und das mit Ächzen, Stöhnen und Fußstampfen begleitet, was natürlich auch Reaktionen des Publikums provoziert. Einfach klasse, wie die analoge Kette inklusive Ephono+ eine glaubwürdige Illusion des Saales vermittelt, die hohen Töne und die im Flügel erzeugten perkussiven Geräusche differenziert wiedergibt und das Stampfen auf dem Podest mit jeder Menge Energie in den Hörraum projiziert. Eine derart überzeugende Leistung hätte ich von der Ephono+ nicht erwartet.

Ich habe bestimmt schon anklingen lassen, dass ich den Phonoeinschub für das DS Audio in der WestminsterLab-Vorstufe dem zum W3 gehörenden Entzerrer aus klanglichen Gründen vorziehe, da ersterer ein wenig mehr Wärme und Fluss ins Klangbild bringt und weniger analytisch und neutral zu Werke geht. Das sind Eigenschaften, die mir auch beim Ephono+ bisher nicht negativ aufgefallen sind. Dennoch wäre es natürlich interessanter, den Keces mit dem DS-Audio-Entzerrer zu vergleichen als mit der WestminsterLab-Phonoplatine, die sich unerklärlicherweise in dergleichen Preisregion tummelt wie die mächtige, firmeneigene Vorstufe des W3. Doch findet die leider in meinen wie immer voll belegten Racks aktuell keinen Platz.

Mit nur einem Schalter hat man die Wahl zwischen der Betriebsart für MM- oder MC-Systemen und eine von drei Abschlussimpedanzen für MCs
Mit nur einem Schalter hat man die Wahl zwischen der Betriebsart für MM- oder MC-Systemen und eine von drei Abschlussimpedanzen für MCs


Auf dem Teller des LaGrange liegt Full Force, eine LP, die das Art Entsemble of Chicago für ECM eingespielt hat. „Magg Zelma“ beginnt trotz des Titels der Scheibe recht verhalten, entwickelt sich erst allmählich: Gongs, Rasseln, Pauken, Bleche, Hupen, Triangel und eine Trillerpfeife unterbrechen immer wieder die Stille, bevor sich auch nur ansatzweise eine rhythmische Struktur oder ein musikalischer Fluss herausbildet. Erst Malachi Favors Maghostus' Bass-Intro leitet den von ihm komponierten Song dann in eine geschlossenere Form über, bevor Roscoe Mitchell mit einem seiner Saxophone einsteigt. Für jemanden wie mich, der große imaginäre Räume und realitätsnahe Transienten mag, ist diese Abfolge von Geräuschen in einen vermeintlich riesigen Aufnahmeraum eine Freude – besonders, wenn die Klangfarben des schrägen Instrumentariums so kräftig strahlen und so glaubhaft rüberkommen wie bei der Wiedergabe über das DS Audio W3 am Eingang des Ephono+. Sicherlich kein leichter Stoff, aber – wie man in Bayern sagt – für den der's mag, das Höchste!

Auch bei dieser recht wilden Musik, wird eindeutig klar, was die WestminsterLab-Platine zum mehr als sechsfachen Preis des Ephono+ noch ein wenig besser kann: Der Raum im Aufnahmestudio – oder seine elektronische Nachbildung – wirkt nun noch ein Stückchen tiefer, Ein- und Ausschwingvorgänge werden noch detailreicher wiedergegeben, und die Instrumente einen Hauch plastischer dargestellt. Das ändert aber nichts daran, dass die Musik des Quintetts über den Ephono+ ähnlich energiegeladen, packend und mitreißend rüberkommt. Dessen DS-Audio-Eingang ist übrigens nicht nur von seiner Klangcharakteristik – eher warm als extrem analytisch – hervorragend abgestimmt: Auch ohne aktives Subsonic-Filter gibt es keine unnatürlich großen Membranhübe: sehr überzeugend!

Auf der Rückseite befinden sich Buchsen mit vergoldeten Kontakten. Bei der Stromversorgung setz Keces auf eine XLR-Verbindung
Auf der Rückseite befinden sich Buchsen mit vergoldeten Kontakten. Bei der Stromversorgung setz Keces auf eine XLR-Verbindung

Einsteins The Pickup in The Tonearm auf dem Aerolith schließe ich nach Volker Bohlmeiers Empfehlung bei meiner Phonostufe mit 300 Ohm ab, beim Ephono+ war und bleibt die höchstmögliche Abschlussimpedanz eingestellt: 220 Ohm. Da die Ausgangsspannung von The Pickup recht niedrig ist, habe ich die übliche MC-Verstärkung des Keces von 66 Dezibel per Schalter auf der Front um sechs Dezibel erhöht. Wie erwartet hört man selbst bei hohen Pegeln bei angehobenem Tonarm am Hörplatz nicht das geringste Rauschen: Der Ephono+ verstärkt wirklich sehr rauscharm. Seit der Aufnahme von Bugge Wesseltoft habe ich einen deutlich entspannteren Zugang zu Jazz mit elektronischen Elementen, zumal letzte die Wiedergabekette ungemein fordern können, so auch bei „Future Strings“ vom Album Duo, auf dem Henrik Schwarz für den Computer und seine Programmierung zuständig ist, während Bugge Wesseltoft an Flügel, Synthesizer und Marimba zu hören ist. Energiereiche, tieffrequente Eruptionen und virtuelle Räume verlangen Tonabnehmer und Entzerrer einiges ab und machen den Titel durch den Gegensatz von fein aufgenommenem akustischen Tasteninstrument und angezerrten rauhen Sounds zu einer spannenden Erfahrung. Da fehlt mir wirklich nichts – zumindest ohne Vergleich. Dank symmetrischer Verstärkung und Entzerrung durch Einsteins vielfach teurere The Turntable's Choice werden die Positionen der Schallereignisse in größeren virtuellen Räumen deutlich besser von einander differenziert und felsenfest positioniert. Die akustischen und elektronischen Klangerzeuger erklingen feiner durchgezeichnet und detailreicher. Auch wenn der Ephono+ in einigen Hifi-Disziplinen nicht an den Einstein-Entzerrer heranreicht, macht er „Future Strings“ mit seiner kraftvollen, leicht plakativen Spielweise dennoch zu einem nachhaltig beeindruckenden emotionalen Erlebnis. Was kann man mehr verlangen – vor allem bei diesem Preis?

Die Signalplatine mit einer Reihe von Wima-Kondesatoren und analogen Spannungsreglern
Die Signalplatine mit einer Reihe von Wima-Kondesatoren und analogen Spannungsreglern


Die Leistung des MM-Eingangs kann ich nur aus der Erinnerung einordnen, da ich weder über eine Phonostufe noch einen Vorverstärker mit einem entsprechenden Anschluss verfüge. Da es aber einen speziellen Fundus an Scheiben gibt, die ich häufig für Tests mit den unterschiedlichen, aber in ihrer Grundcharakteristik ähnlichen SPUs verwende, habe ich eine klare Vorstellung davon, wie diese LPs mit einer Version des Ortofon-Klassikers klingen sollten. Bei Milt Buckners Platte aus der Reihe I Giganti del Jazz glänzt das GTX E mit den Attributen, die dem SPU eine treue Anhängerschaft sichert: Einem satten Tieftonbereich, einem unwiderstehlichen Drive und einer fast schon überschäumenden Spielfreude. All dem steht auch der Keces nicht im Weg: Die Scheibe macht einfach Spaß. Der dezente Hall, der Buddy Tates Saxophon auf „When I'm Blue“ umgibt, erinnert mich daran, wie sehr mich im Test des GTX E dessen gute Raumdarstellung des GTX E bei Hector Berlioz' Symphonie Fantastique mit den Berliner Philharmonikern unter Herbert von Karajan überrascht hat, aber auch, dass ich damals wegen der in lauten Passagen für meinen Geschmack in „Scène aux champs“ etwas zu energiereichen, hohen Streicher eine etwas höhere Abschlusskapazität gewählt habe. Gleich zu Beginn der zweiten Seite begeistern Aufnahme, Tonabnehmer und Phonostufe mit einer plastischen Darstellung der Instrumentengruppen auf einer breiten und ausgesprochen tiefen Bühne. Nun gut, ich habe den Satz nicht extrem laut gehört, aber mir sind keine auch nur ansatzweise rauen Streicher aufgefallen, als der „Marche au supplice“ beginnt. Also noch einmal zurück mit um vier Dezibel erhöhter Lautstärke: Auch jetzt bleiben die hohen Streicher in lauteren Passagen durchweg angenehm – und das, obwohl das SPU GTX beim Keces auf eine Lastkapazität vom nur 100 Picofarad arbeitet. Bei Test des Ortofons am MK Analogue MM-PH-AMP musste ich die Kapazität von 150 auf 250 steigern, um den Hochtonbereich angenehm klingen zu lassen. Das ist beim Ephono+ nicht nötig: Auch sein MM-Eingang ist tonal sehr ausgewogen abgestimmt. Ich finde einfach keinen Kritikpunkt.

Im Netzteil gibt es ein Schirmblech zwischen Trafo und Spannungsaufbereitung
Im Netzteil gibt es ein Schirmblech zwischen Trafo und Spannungsaufbereitung

STATEMENT

Der Keces Ephono+ überzeugt auf ganzer Linie, egal ob der MM-, der MC-Eingang oder der für DS-Audio-Tonabnehmer aktiv ist. Phonostufen für ein Vielfaches seines Preise bringen zwar noch das ein oder andere Detail mehr rüber und suggerieren einen minimal größeren Raum. In Sachen Emotionalität, Spielfreude und Lebendigkeit lässt der Ephono aber nicht das Geringste vermissen – und das bei diesem enorm kundenfreundlich kalkulierten Preis. Ein analoger Glücksfall!
Gehört mit (Arbeitszimmer)
Plattenspieler Brinkmann LaGrange mit Röhrennetzteil, Einstein Aerolith
Tonarm Einstein The Tonearm 12“ und 9“, AMG 12JT, Thales Simplicity II, Ortofon AS-309R
Tonabnehmer Einstein The Pickup, Lyra Olympos, DS Audio W3, Ortofon SPU GTX E
Phonostufe Einstein The Turntable's Choice, WestminsterLab DS-Audio-Phono-Einschub
Vorverstärker WestminsterLab Quest
Endstufe Einstein The Poweramp
Lautsprecher Børresen T5 SSE
Kabel Goebel High End Lacorde Statement, Audioquest Dragon HC, Tornado (HC) und NRG-Z3, Dragon XLR, ForceLines, Swiss Cables, Ansuz Mainz D2
Zubehör

AHP Klangmodul IV G, Audioquest Niagara 5000 und 1200, Synergistic Research Active Ground Block SE, Chord Company PhonoARAY, HMS-Wandsteckdosen, Blockaudio C-Lock Lite, Acoustic System Füße und Resonatoren, Artesania Audio Exoteryc, Finite Elemente Carbofibre°-HD und Statement, Harmonix Room Tuning Disks, Audio Exklusiv Silentplugs, Degritter, Ansuz Sparks, Darkz Z2S, div. Sortz, PowerBox D-TC SUPREME

Herstellerangaben
Keces Ephono+

Ephono+
 
Frequenzgang 20Hz - 20kHz
THD MM <0,02%, MC <0,05%, optisch <0,04%
Signal-Rausch-Verhältnis MM 78dB, MC 70dB, optisch 75dB
Eingangsimpedanz MM 47kOhm, MC 56/100/220kOhm
Eingangskapazität 100pF
Verstärkung 46dB/52dB für MM, 66dB/72dB für MC, 24dB/30dB für OPT
Stromversorgung DC ±24V (Stromversorgung über Ephono Plus Power)
Abmessungen (B/T/H) 220/220/66mm
Gewicht 2kg

Ephono+ Power
 
Eingangsspannung 110V - 120V, 60Hz / 220V - 240V, 50Hz (umschaltbar)
Ausgangsspannung ±24V Gleichstrom
Leistungsaufnahme 36Watt
Abmessungen (B/T/H) 220/220/66mm
Gewicht 3kg

Preis für das Set

1.200 Euro

Vertrieb
Robert Ross Audiophile Produkte GmbH
Anschrift Schulstraße 1
18375 Ostseebad Prerow
Telefon +49 38233 455
E-Mail r.ross@robertross.de
Web www.robertross.de

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  • Social Introtext Nein, ich werde mich ab sofort nicht mehr nur mit günstigen Hifi-Komponenten beschäftigen, auch wenn durch den Test des erschwinglichen Eversolo DAC-Z10 und des Ephono+ der Eindruck entstehen konnte. Denn obwohl Keces der Signalverarbeitung und dem Netzteil je ein eigenes Gehäuse spendiert, ist die Phonostufe für gerade einmal 1.200 Euro zu haben.

In dieser Folge unserer kurzen Reihe kommt Achim Schneider zu Wort, einer unserer Neuzugänge in diesem Jahr. Dass Sie von ihm nur die Geschichte über die Aufnahme Rikard Froms und die Bewertung der thermisch behandelten LPs lesen konnten, ist nicht seine Schuld: Ein Test musste entfallen, da die Komponente auf dem Transportweg beschädigt wurde.

Achim Schneider
Achim Schneider

Der Virus überfiel mich schlagartig. Ich war sechs Jahre alt, tänzelte vor der Musiktruhe unserer siebzehnjährigen Nachbarstochter und sang mit den Beatles in einem unverständlichen Kauderwelsch „I want to hold your hand“. Dieser überschäumende Spaß, das Tempo, die eingängige Melodie – die Beatles hatten mich mit ihrer Musik infiziert. Das ist bis heute so geblieben. Irgendwann kaufte ich mir meine erste Single (natürlich von den Beatles) und Anfang der 70-er bin ich dann richtig ins Plattensammeln eingestiegen, mit Aqualung von Jethro Tull. Viele, viele weitere Scheiben sollten folgen und tun das immer noch. Schallplatten sind sozusagen mein Lebenselixier, und das Musikhören mit hochwertigen Komponenten hat mir manch übel gelaufenen Tag gerettet. Für technisches Equipment habe ich mich ebenfalls interessiert und nach meiner Ausbildung zum Fernmeldehandwerker (die Berufsbezeichnung gab es damals noch) hatte ich einen konkreten Plan: Ich wollte Elektrotechnik studieren, um Ingenieur zu werden. Doch dann entdeckte ich mein Faible fürs Schreiben. Eine zweite Leidenschaft, die sich immer mehr in den Vordergrund drängte. Auf einigen Umwegen landete ich in der Sportredaktion der Welt am Sonntag, und da ich selbst ein ganz ordentlicher Fußballer war und mich im Sport ausnehmend gut auskannte, war der neue berufliche Weg klar: Ich wurde Journalist, machte Geschichten mit und über Boris Becker, Steffi Graf und Michael Stich als diese die Tennis-Mania in Deutschland auslösten.

Doch mein Hobby, das Thema Hifi und Musik, ließ mich nie los. Im Gegenteil. Die erste „ordentliche“ Hifi-Anlage mit gebrauchten Canton-CT 2000 Lautsprechern, Accuphase E 305 Vollverstärker und einem Transrotor Delight Plattenspieler – ein Geschenk meiner Frau Ina – war für mich und meine Ohren schon etwas ganz Besonderes. Die Anlage bereitete mir viel Spaß. Irgendwann zog mit dem Denon DCD-1800 R ein weiterer Mitbewohner ins selbstgebaute Hifi-Rack ein und von da an wurde zweigleisig gehört. Ein großer Vorteil meines Jobs als Reporter war, dass ich in vielen Metropolen der Welt arbeitete und beste Möglichkeiten hatte, mich in den angesagten Plattenläden mit neuen Vinylscheiben und CDs einzudecken. Aber wie es so ist bei uns Hifi-Infizierten: Das Gute ist irgendwann nicht mehr gut genug und so wuchsen die akustischen Wünsche stetig an. Meine Frau und ich fuhren zur High End nach Frankfurt und besuchten unzählige Hausmessen, um zu hören, was hifimäßig alles ging. Ich tauchte immer tiefer in die Hifi-Welt ein, deckte mich mit Audio, Stereoplay, Hifi Vison, Hifi exklusiv und später image hifi ein – verschlang alle Testberichte und ließ mich von den Autoren für neue Musik inspirieren. Dabei befiel mich immer wieder der Gedanke, selbst über Hifigeräte und Musik zu schreiben. Doch noch war die Zeit nicht reif dafür. Inzwischen arbeite ich seit vielen Jahren als Freiberufler und bin unter anderem verantwortlich für ein hochwertiges Hamburger Magazin. Freunde sagen, ich sollte es arbeitsmäßig etwas ruhiger angehen lassen und lieber die Freizeit genießen. Meine Leidenschaft fürs Texten und Hifi sagt mir allerdings, dass das keine Option sei. Als ich vor einiger Zeit Dirk Sommer bei einem Workshop in der Rübenburg traf und ihm erzählte, was ich beruflich mache, sagte er nur: „Dann musst du doch fürs Hifistatement Netmagazine schreiben.“ Jetzt also schließt sich der Kreis, denn ich kann mein wunderbares Hobby – Hifi und Musikhören – mit dem Schreiben verbinden. Hifistatement sei Dank.

Vor Monaten in der Rübenburg: Noch sah Achim Schneider die Idee, für hifistatement.net zu schreiben, eher skeptisch
Vor Monaten in der Rübenburg: Noch sah Achim Schneider die Idee, für hifistatement.net zu schreiben, eher skeptisch

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  • Social Introtext In dieser Folge unserer kurzen Reihe kommt Achim Schneider zu Wort, einer unserer Neuzugänge in diesem Jahr. Dass Sie von ihm nur die Geschichte über die Aufnahme Rikard Froms und die Bewertung der thermisch behandelten LPs lesen konnten, ist nicht seine Schuld: Ein Test musste entfallen, da die Komponente auf dem Transportweg beschädigt wurde.
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