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Test: 

Playback Designs MPS-5 SACD/CD Player

22.12.2010  | von Danny Kaey
 
Dieser Player, der ja dank digitaler Eingänge grundsätzlich das Potential als digitale Schaltzentrale einer Audioanlage hat, hat es unserem Autor aus Los Angeles ganz besonders angetan. Vor lauter Begeisterung über diesen klanglichen Überflieger lässt er alle Zurückhaltung fallen und schwelgt ausgiebig in Superlativen, was nachfolgend unplugged nachzulesen ist.

Playback Designs MPS-5 SACD/CD Player

Vierzehntausendfünfhundert Euro sind eine Stange Geld. Der typische, Luxus orientierte Konsument könnte dafür heutzutage so manch nette Spielsachen erwerben. Schauen wir doch mal schnell bei Google rein. Da finden sich für dieses Sümmchen das eine oder andere nach Kundenwunsch gestaltete Fahrrad, Uhren, Füllfederhalter, Skier, attraktive Ferienangebote, ausgefallene Kreuzfahrten, Kunst- und Einrichtungsgegenstände sowie maßgeschneiderte Anzüge von Kiton und vieles mehr. Auch CD/SACD Player zur Wiedergabe der bekannten kleinen Silberscheiben? Fehlanzeige.  

Ich weiß schon, was Sie sagen wollen, und ich stimme Ihnen da grundsätzlich auch zu: Wozu braucht man im Jahr 2011 ausrechnet solch einen Player, wo CD-Verkäufe zugunsten digitaler Downloads vor allem per iTunes  doch gerade dabei sind, ins Bodenlose zu stürzen. Doch halt, haben wir es hier doch offensichtlich mit der Sichtweise des typischen Konsumenten zu tun und kaum mit der Weltsicht des durchschnittlichen Audiophilen.

Selbst extreme Audiophile geben heutzutage nicht mehr so locker vierzehntausendfünfhundert Euro für einen CD-Player aus, ohne die Frage nach dem Warum zu stellen. Vielleicht lässt sich diese Frage ja im Rahmen dieses Testberichts beantworten. Aktuell dreht sich alles um die digitale Musikwiedergabe auf Grundlage verschiedener Serverlösungen, wie etwa Soolos oder selbstgestrickter Lösungen auf PC- oder MAC-Basis. Welcher Server auch immer aktiv ist, Bequemlicheit ist vorrangig angesagt bei der Wiedergabe von Musik, gerade so wie seinerzeit beim Übergang von der LP auf die CD. Wer kann und will da etwas entgegensetzen, bieten doch iTunes und Co. eine super einfach nutzbare und darüber hinaus auch noch kostenlose Plattform zur Verwaltung sämtlicher digitaler Medien.

Die Technik schreitet rasch voran und eine steigende Anzahl von Herstellern bedient diesen neuen Markt mit immer mehr digitalen Vorstufen und USB-, SPDIF- AES/EBU- und Toslink-Wandlern. Dazu gehört auch Playback Designs, ein US-Hersteller, der mit dem MPS-5 eine all-in-one Lösung auf den Markt gebracht hat, die jedoch von der modernen digitalen Vorstufe ebenso weit entfernt ist wie sie dem klassischen CD/SACD- Player nahesteht. Der Entwicklungschef Andreas Koch und der für Marketing und Vertrieb verantwortliche Jonathan Tinn haben mit diesem Gerät einen state of the art DSD-basierten Digitalprozessor auf die Beine gestellt, der in vielerlei Hinsicht einzigartig ist. Das beginnt bereits bem Äußeren: Der MPS-5 ist alles andere als eine weitere Dünnblechmaschine, sondern ein massiver, wunderschön verarbeiteter Player mit silbernen und schwarzen Gehäusehälften aus massivem Aluminium, mit zwei roten Anzeigeeinheiten auf der Basis roter LED-Segmente, eine für die Abtastrate, die andere für die Zeit- und Titelinformationen, und mit einem zentral in die Frontplatte ausmündenden  Esoteric-basierten Plattenlaufwerk aus dem Hause TEAC. Bedientasten findet man rechts oben am Player nahe der Gehäusevorderkante. Im Vergleich zu den üblichen hässlichen, stupide kastenartig konstruierten Player-Gehäusen haben wir es hier mit einem visuell gelungenen Kunstwerk zu tun, dessen schickes Industriedesign in schwarz und silber sich auf der ebenfalls aus massivem Aluminium gearbeiteten Fernbedienung mit seinen blau hinterleuchteten Tasten fortsetzt.

Die Lade für die SACDs befindet sich zwischen den beiden roten Displays. Es passt hervorragenden zum eigenständigen Design, dass hier endlich mal kein blauen Lämpchen leuchten

Die Rückseite des Players schmücken die typischen digitalen Ein- und Ausgänge in nahezu allen heute verfügbaren Normen. Diesen Player muss man live gesehen haben, um würdigen zu können, was der Hersteller hier an Design umgesetzt und wieviel Wertarbeit er bei der Ausführung geleistet hat. Im Gegensatz zu zahlreichen andern Playern ist der MPS-5, und dies lässt das Herz des Highenders höher schlagen, komplett meisterlich hand-made in USA. Angesichts der wirtschaftlich unruhigen Zeiten ist es als vertrauensbildende Maßnahme zu werten, dass zumindest ein Hersteller sich dafür entschieden hat, die gesamte Produktion zugunsten optimaler Qualität im eigenen Hause zu verwirklichen, anstatt dort fertigen zu lassen, wo optimaler Profit winkt. In diesem Lichte relativiert sich der Erstehungspreis für diesen Player ganz beträchtlich. Und dies nicht nur im Hinblick auf die Gehäusekonstruktion, sondern auch im Hinblick auf die primär für den Sound zuständigen inneren Werte des Players. Wie wir gleich sehen werden, hat sich Andreas Koch, der es wie manch anderer brillianter Techniker mit jahrelanger Erfahrung vorzieht, im Hintergrund zu bleiben, für den ersten Digitalplayer von Playback Designs eine Reihe ungewöhnlicher Lösungen für die analogen und digitalen Schaltungen einfallen lassen.

Die Digitalsektion besteht aus im eigenen haus programmierten Field-Programmable Gate Arrays anstelle der üblichen OEM DAC Chips. Laut Jonathan steckt in diesem Ansatz der wahre Genius seiner Konstruktion, gestattet er doch den Einsatz eigenentwickelter Dekodieralgorithmen. Der entscheidende Vorteil bestehe darin, dass man sich beim Erstellen und Weiterentwickeln der Algorithmen auf die klanglichen Aspekte konzentrieren könne, da der durch die Decoder ausgeführte Code im Gegensatz zu Lösungen von der Stange gezielt modifizierbar ist. Außerdem wäre es so in bislang einmaliger Weise möglich gewesen, den Decodierchip mit doppelter DSD-Abtastrate, also mit 5,6448 Megahertz arbeiten zu lassen. Nicht zuletzt erlaube dieser Ansatz eine von der Signalquelle unabhängige wirkungsvolle Jitterunterdrückung.

Auch die Analogsektion nimmt für sich in Anspruch, durch sorgfältig konzipierte Stromversorgungen, diskrete Ausgangsschaltkreise und Keramikplatinen state of the art zu sein – was man für die vierzehntausendfünfhundert Euro ja auch erwarten darf. Der vielleicht einzige Wermutstropfen an diesem Players ist sein USB-Eingang, der lediglich eine Wortlänge von 16-Bit und Abtastraten von 44,1 und 48 Kilohertz akzeptiert. In Verbindung mit dem Esoteric-Laufwerk bietet der MPS-5 ansonsten meines Erachtens selbst dem verwöhntestem Audiophilen alles an heute technisch Machbarem auf höchstem Niveau realisiert.

Obwohl mein System in Laufe der Jahre einige Digitalquellen gesehen hat, erinnere ich mich an keines, das bestimmungsgerecht derart auf den Punkt gebracht worden ist, wie der MPS-5. Mit mehreren Quellen ausgerüstet – mit meinem OSX 10.6.5 angetriebenen MacBook, Baujahr 2008, iTunes und Pure Vinyl sowie dem bordeigenen Esoteric Transport, einem Digitalrecorder 722 von Sound Devices und meinem selbst zusammengestellten Windows 7 PC -  konnte ich sogleich in die Vollen gehen, um die Frage der Fragen beantworten zu können, ob es sich beim MPS-5 tatsächliches um das zukunftsichere digitale Front-End mit eingebautem Laufwerk handelt, das den Erwerb weiterer Geräte dieser Art überflüssig macht.
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