Banner
Test: 

GTE - Trinity Mono-Endstufen

25.08.09  | Reinhold Martin
 
Was kommt dabei heraus, wenn Endstufen auf Teufel komm raus mit dem Ziel des technisch Machbaren entwickelt werden? Eine der teuersten Endstufen. Soviel ist sicher. Wer allerdings den Wandler Trinity DAC von GTE schon mal gehört hat, der zu den teuersten der super teuren Wandler auf diesem Planeten gehört, der kann sich vielleicht vorstellen, dass solche Endstufen made by GTE nicht nur abgefahren teuer, sondern auch himmlisch gut sind.

Wer es eng sieht, und gerade Internetforen sind voll mit Engsehern, lehnt die Beschäftigung mit superteurem Hifi schlicht und einfach ab. Neid ist geil. Sieht man es weniger eng und erfreut man sich gar an Extrem-Hifi ohne gleich ob abgefahrener Preise in Ablehnungsstarre zu verfallen, hat man ganz einfach mehr Spaß am Leben und im speziellen an Hifi, wenn man sich auch mit Superteurem beschäftigt. Womöglich ganz ohne oder halt mit ein bisschen Neid auf die glücklichen Wenigen, die sich  Extrem-Hifi leisten können, wenn das denn wirklich überirdisch gut ist, was beileibe nicht die Regel ist. Bei GTE allerdings sehr wohl. Ich zum Beispiel zähle mich zu den wenigen Glücklichen, die den Trinity DAC aus dem Hause GTE nicht nur kurz auf der High End in München oder in Las Vegas hören, sondern das nahezu sechzig tausend Euro teure Ereignis ausgiebig testen und schreibend meine Meinung kund tun durfte, dass wir da mit dem besten Wandler aller Zeiten von einem deutschen Hersteller beglückt wurden, der primär nicht von Hifi-Geräten, sondern von High-Tech-Meßwandlern lebt, die im Profisport zum Einsatz kommen. Dietmar Braeuer als Chefentwickler und Ralf Weigel als Boss der Gesellschaft für technische Entwicklungen, kurz GTE, sind Hifi-verrückt genug, um das Unmögliche zu wagen, ungeachtet von Entwicklungs- und Herstellungskosten an die Grenze des technisch Machbaren zu gehen, um sich und uns kompromisslos völlig abgehobene Klangerfahrungen zugänglich zu machen. Aber nicht einmal diese beiden Extremdenker- und -macher sind verrückt genug, mit ihrer Sechzigtausend-Euro-Elektronik eine Serienfertigung aufzuziehen. Der Trinity DAC wird deshalb nur auf Bestellung gefertigt. Dasselbe gilt auch für den als Idealpartner für den DAC entwickelten Trinity AMP, der ab schlaffen zweiundfünfzigtausend Euro zu haben oder wenigstens auf ausgesuchten Messen zu hören ist. Motiv für die Entwicklung des AMP war es, die exorbitante Qualität des DAC ungeschmälert an die Lautsprecherzu liefern, wodurch der Herr Chefentwickler mit der Vorgabe konfrontiert wurde, unter anderem die überragenden Messwerte des Wandlers auf die Welt der analogen Verstärkerelektronik zu übertragen. Analog zu dem genialen Ansatz im Trinity DAC, eine Vielzahl von Wandlerstufen zeitlich versetzt parallel zu betreiben, finden sich im Trinity AMP hunderte parallel geschaltete Transistoren in den Verstärkungsstufen. Die Ähnlichkeiten zwischen DAC  und den Mono-AMPs ist damit nicht erschöpft. So sind die AMPs beispielsweise zur Vermeidung unnötig langer Kabel- oder Leiterbahnen trickreich in denselben dreieckigen Gehäusen angeordnet. Was diese Monoendstufen sonst noch technisch auszeichnet, sagt Ihnen Dietmar Braeuer jetzt selbst:

Ziel war es, einen Verstärker zu entwickeln, der an allen komplexen Lasten stabil ist und der die überragenden Messwerte unseres D/A-Wandlers Trinity DAC nicht schmälert.

Von diesem Anforderungsprofil stellt die Anforderung an die Messwerte eine echte Herausforderung dar, bedeutet sie doch, dass die THD-&N-Messwerte bei allen Lasten über den gesamten Frequenzbereich unter der Messgrenze von 115 dB liegen müssen. Mit anderen Worten muss jede einzelne Harmonische unter 120 dB liegen.

Aber auch eine uneingeschränkte Stabilität der Endstufe ist im Verstärkerbau weder üblich noch so ohne weiteres realisierbar.

Aus der Verstärkertheorie ist bekannt, dass ein Verstärker immer dann stabil ist, wenn seine Ausgangsimpedanz Ro Null ist. Gemeint ist hier die Ausgangsimpedanz bei geöffneter Gegenkopplungsschleife. Die Schaltungspraxis erlaubt natürlich keinen Ausgangsimpedanz von Null. Man kann dieser Forderung jedoch sehr nahe kommen, wenn man möglichst viele Ausgangstransistoren parallel schaltet. Aus diesem Grund arbeiten im TRINITY AMP nicht weniger als 144 NPN/PNP-Transistorpärchen in der Ausgangsstufe jedes Monoblocks in Parallelschaltung.

Die Abwärme der Class A Endstufe wird in riesigen Kühlkörpern vernichtet

Die Ausgangsimpedanz bei geschlossener Gegenkopplung Rout reduziert sich beim Schließen der Gegenkopplung um den Betrag der Leerlaufverstärkung. Diese Ausgangsimpedanz bestimmt den sogenannten Dämpfungsfaktor. Der Dämpfungsfaktor ist der Quotient aus der Lautsprecherimpedanz geteilt durch die Ausgangsimpedanz Rout des Verstärkers. Je größer dieser Dämpfungsfaktor ist, desto besser wird der Lautsprecher vom Verstärker kontrolliert.

Abbildung 1 zeigt die simulierte Ausgangsimpedanz Rout eines TRINITY AMPs. Klar ist der „invertierte“ Verlauf der Leerlaufverstärkung zu sehen.

Abbildung 1: Simulierte Ausgangsimpedanz des TRINITY AMP (closed loop)

Wie man sieht, ist die Ausgangsimpedanz beim Trinity AMP tatsächlich sehr sehr niedrig. Selbst bei 20 kHz liegt sie bei nur 150 µOhm. Damit diese Impedanz den angeschlossenen Lautsprechern möglichst ungeschmälert zugute kommt, sind die Lautsprecherausgänge bei den Monoblöcken des TRINITY AMP vorn aus den dreieckigen Gehäusen herausgeführt. Auf diese Weise kann man die Verbindung zwischen Monoblock und Lautsprecher sehr kurz halten, wenn der Monoblock direkt hinter dem Lautsprecher platziert wird.
«StartZurück123WeiterEnde»
Seite 1 von 3

Wir laden Sie ein, diesen Artikel zu kommentieren. Bitte loggen Sie sich dazu ein. Falls Sie sich noch nicht registriert haben sollten: dies ist im Handumdrehen erledigt.

Das könnte Sie auch interessieren...

Banner
Banner
Banner
Banner
Banner
Banner
Banner
Banner
Banner
Banner
Banner
 
Banner