Audio Video Show Warschau 2025 – Teil 2

28.10.2025 // Finn Corvin Gallowsky

Die Audio Video Show 2025 war außergewöhnlich gut besucht. Von der Eröffnung am Freitag um 12 Uhr, bis zur letzten Minute, am Sonntag um 17 Uhr, riss der Besucherstrom nicht ab. Kleine Schwankungen, besonders am Nachmittag und eine Abflachung der Besucherkurve gegen Abend war zu beobachten, aber dennoch blieb selten ein Raum leer.

Ich war froh, am Freitag bereits einen Großteil der Fotos auf der SD-Karte zu haben, denn in den folgenden zwei Tagen war in einigen Räumen teilweise überhaupt kein Durchkommen mehr. Da war das neu erschlossene, weitläufige Stockwerk im Stadion mitunter ein Ruhepol. Denn überraschenderweise schien dieser Bereich ein wenig unter dem Radar zu laufen. Hier tummelten sich merklich weniger Besucher. Oder sollte das polnische Publikum insgeheim an den besonders kostspieligen Systemen, die dort vorgeführt wurden, gar kein so großes Interesse gehabt haben? Obwohl erschwinglich(er)es HiFi einen großen Anteil der Show ausmacht, war in den letzten Jahren doch immer auch ein großes Interesse an Sensationssystemen beim Publikum vorhanden. Vielleicht hat es dann doch schlicht und ergreifend daran gelegen, dass sich erst einmal an die neuen Räumlichkeiten gewöhnt werden muss. Gleiches gilt dort auch für die vorführenden Vertriebe und Hersteller. Akustisch konnten die Systeme überzeugen und trotz aller sich inzwischen eingestellten Abgebrühtheit hier und da auch begeistern. Sie konnten mit dem insgesamt eher hohen Niveau der Show mithalten, aber die doch sehr großen Räume im zweiten Geschoss des Ostflügels des Stadions wirkten teilweise etwas leer, selbst die Anlagen mit den größten Komponenten etwas verloren. Diese Räumlichkeiten dürften den Austellern in Zukunft noch einiges abverlangen, um zu einem gelungenen optoakustischen Gesamtkunstwerk zusammenzuwachsen. Gerade die Lichtgestaltung wurde mitunter vollständig vernachlässigt und sorgte für einen sterilen Eindruck. Dennoch, mir haben die neuen Räume sehr gut gefallen, nicht zuletzt, da sie für eine Entzerrung sorgen. Exklusive Marken können sich, wenn das Konzept nächstes Jahr weitergeführt wird, auf großer Fläche verwirklichen und an anderer Stelle wird Platz frei, mittelgroße Marken rücken nach und schaffen wiederum Platz für die ganz kleinen. Diese Tendenz war im Ansatz auch schon dieses Jahr zu beobachten. Die Messe hatte für mich gefühlt, zumindest auf der Austellerseite, wieder einen etwas stärkeren osteuropäischen Fokus, was mir persönlich sehr gefiel. Das Publikum allerdings, so war sowohl mein Eindruck als auch der einiger Austeller, wird internationaler, was natürlich ebenfalls positiv zu bewerten ist. Haben meine Berichte der letzten Jahre Sie tatsächlich nach Warschau gelockt? Für mich ist und bleibt es jedes Jahr erfrischend, eine derart dynamische, lebendige Messe erleben zu können.

Ebenfalls dynamisch ging es nicht nur in musikalischer Hinsicht (Mahlers Sechste) auf der gemeinsamen Vorführung von Wojciech Pacuła, Birgit Hammer-Sommer und Dirk Sommer mit Dirk Räke von Transrotor zu. Vorgeführt wurde auf Komponenten von Transrotor, Kondo, Estelon und Siltech. Dieses Mal ging es um den Vergleich zweier Mikrofonierungsarten bei der Aufnahme: Blumlein-Verfahren gegen Jecklin-Scheibe. Außerdem hatten Birgit und Dirk kryobehandelte und getemperte Schallplatten in verschiedensten Kombinationen im Gepäck. Es wurde wie üblich bei vollem Saal konzentriert gehört und angeregt diskutiert.

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Die bereits letztes Jahr abgehaltene Vorführung Wojciech Pacułas mit seinem Gast Zbigniew Bielak fand auch dieses Jahr wieder statt. Der Künstler spielte Platten, für die er auch das Albumcover gestaltet hat. Die Vorführung war bis auf den letzten Platz und darüber hinaus besucht, sodass es mir, erst etwas später dazugestoßen, kaum möglich war, ein Foto zu ergattern.

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