Mittwoch, 23 August 2017 21:53

EISA Award für RHA

Der RHA Dacamp L1 wurde mit dem EISA Award für den besten, tragbaren D/A-Wandler und Kopfhörerverstärker ausgezeichnet.

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Der Audiogerätehersteller RHA freut sich bekanntzugeben, dass der Dacamp L1 mit dem EISA Award für das beste Produkt in der Kategorie „Tragbare D/A-Wandler und Kopfhörerverstärker“ der European Image and Sound Association ausgezeichnet wurde. Der Preis gilt als einer der wichtigsten im Bereich Unterhaltungselektronik und zeichnet Produkte aus, die fortschrittliche Technologie mit branchenführender Leistung kombinieren. Um die Auszeichnung mit ihren Kunden zu feiern, bietet RHA nun den Dacamp L1 sowie den CL1 Ceramic In-Ear-Kopfhörer zu einem besonderen Preis von 399,95€ bzw. 299,95€ an.

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Seit 35 Jahren vereint EISA Erfahrung und Wissen von mehr als 50 Mitgliedermagazinen in über 25 Ländern und ist so ein integraler Bestandteil der Unterhaltungselektronikbranche. Ihre internationalen und unabhängigen Expertengruppen bewerten die neueste Verbraucherelektronik in langwierigen, gründlichen Testverfahren nach Kategorien der Innovation und Technik und stellen so sicher, dass jeder EISA Gewinner das beste Produkt der jeweiligen Kategorie ist. Über den Dacamp L1 urteilt EISA: „Diese junge Firma ist mit ihrem D/A-Wandler und Kopfhörerverstärker aus voller Kraft durchgestartet. Hochwertige ESS-DAC-Chips bieten einen lebendigen Sound und das robuste Aluminiumgehäuse ist eines der Elegantesten auf dem Markt. Die perfekte Wahl, um Musik unterwegs zu hören.“

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Der Dacamp L1 wurde im November 2016 auf den Markt gebracht und ist RHAs erstes Produkt dieser Kategorie. Durch seine einzigartige Kombination aus hochwertigen Materialien, moderner Technologie und der Fähigkeit, hochauflösenden Klang zu reproduzieren, ermöglicht der Dacamp L1 erstklassigen Musikgenuss jederzeit und überall. Er verkörpert so RHAs Firmenethos von Innovation und Qualität. Sorgfältig aus stranggepresstem Aluminium gefertigt, vereint der Dacamp L1 klassische HiFi-Ästhetik mit leichten, langlebigen Materialien und eignet sich so für die Nutzung unterwegs oder am Desktop. Das innovative Setup zeichnet sich durch dedizierte Kanalprozessoren für jeden Stereokanal aus, die symmetrische, hochauflösende Audiosignale erzeugen. Diese einzigartige Kombination aus dualen SABRE32 ES9018K2M D/A-Wandlerchips und Klasse-AB-Verstärkern beseitigt störende Signalinterferenzen und bietet so eine klare und genaue Audiowiedergabe.

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Der Dacamp L1 wurde speziell für leichte Bedienbarkeit und Kompatibilität entworfen. Seine Regler ermöglichen eine Anpassung der Höhen- und Basswiedergabe an eigene Vorlieben. Durch Verstärkungsregler, eine Vielzahl von Eingängen und 3,5-Millimeter- sowie Mini-XLR-Ausgänge ist der Dacamp L1 zudem mit einer Vielzahl von Audiogeräten kompatibel. Seine leistungsstarke 4000mAh Lithiumionenbatterie bietet zehn Stunden Spielzeit, und eine Ladefunktion für Handys und Tablets machen den Dacamp L1 zu einem vielseitigen und innovativen Produkt. „Der Dacamp L1 macht keine Kompromisse, wenn es um Tragbarkeit, Ästhetik oder Klang geht. Es ist viel Zeit und Hingabe in seine Entwicklung geflossen; mit diesem renommierten Preis ausgezeichnet zu werden, ist daher eine besondere Anerkennung“, sagt Kyle Hutchison, RHAs Head of Product Design. „Bei RHA folgen wir dem Anspruch, Produkte zu entwickeln, die das bestmögliche Klangerlebnis für Kunden bieten. Es ist eine Ehre, dass der Dacamp L1 von EISA als Bester Tragbarer DAC/Kopfhörerverstärker anerkannt wurde.“ Der Preis wird RHA auf der EISA Award Gala am 1. September 2017 in Berlin übergeben.

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Herstellerangaben
RHA Dacamp L1
Ausgangsleistung (16Ω) 300mW
Ausgangsleistung (300Ω) 28mW
Ausgangsimpedanz 2.2 Ohm
THD+N >0.0018%
Dynamikbereich 111dB
PCM Sampling-Frequenzen 44.1 - 384kHz, 16 / 24 / 32-bit
DSD Sampling-Frequenzen 2.8224MHz (DSD64), 5.6448MHz (DSD128), 11.2896MHz (DSD256)
Eingangsanschlüsse 3,5-mm-Eingang, USB-A, USB Micro-B, Mini-TOSLINK optisch
Ausgangsanschlüsse 3,5-mm-Ausgang, 3,5-mm-Kopfhörerausgang, 4-poliger Mini-XLR (symmetrisch)
Batterie 4000mAh
Maße 118x73x20mm
Gewicht 233g

Vertrieb
NT Global Distribution GmbH
Telefon +49 421 70508619
Web www.nt-global.de

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Mittwoch, 22 August 2007 22:08

NT Global Distribution GmbH

geschrieben von
Vertrieb
NT Global Distribution GmbH
Telefon +49 421 70508619
Web www.nt-global.de

Analog oder Digital? Das ist keine Qualitätsfrage mehr. Denn der neue Musikserver Tars von Genuin Audio kann auch jene besonderen Eigenschaften vermitteln, die bisher vorrangig der Schallplatte zugeschrieben wurden: Feindynamik, Raumdarstellung, Natürlichkeit. Jedoch mit einem Komfort, der weit über die Annehmlichkeit einer CD hinausgeht.

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Bei diesem Server wurde neben dem Streben nach vollendeter Klangqualität höchster Wert darauf gelegt, ein leicht bedienbares und extrem stabiles digitales Musiksystem zu konzipieren. Als weiteres Kernziel der Entwicklung stand im Pflichtenheft die allumfassende Ausstattung: Tars versammelt alle relevanten Funktionen in einem einzigen Gerät. Ein zusätzlicher Computer wird zu keinem Zeitpunkt benötigt. Der Musikserver bietet vier zentrale Funktionalitäten: Einlesen von CDs oder Audio-Dateien, Speicherung und Verwaltung der Musikbibliothek, Abspielen der Audio-Files, Steuerung via Tablet. Jeder Vorgang geht unter besonderer Berücksichtigung audiophiler Ansprüche vonstatten. Das CD-Einlesen geschieht vollautomatisiert. Als interne Speicherbausteine fungieren bis zu fünf SSDs. Eine PCIe Bridge sorgt für direkten Daten-Transport zum S/PDIF-Ausgang (koaxial und XLR symmetrisch). Das Betriebssystem des Servers wird beim Abspielvorgang umgangen.

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Die Taktgenauigkeit der Digital-Signale gewährleistet eine extrem exakte, temperaturstabile OCXO-Clock. Im Zusammenspiel aus dieser hochpräzisen Clock und dem kürzestmöglichen Signal-Weg von SSD via PCIe Bridge zu S/PDIF kann extrem minimierter Jitter realisiert werden. Die konsequente Vermeidung von Jitter zieht sich durch jedem Arbeitsgang des Musikservers Tars: Rippen/Speichern/Wiedergeben. Besonders Augenmerk legt Genuin Audio auf die Stromversorgung des Tars: Alle relevanten Systemkomponenten – Motherboard, PCIe Bridge und SSD – verfügen über jeweils eigene, separate Stromversorgungslinien. Das Netzteil wurde vollständig ausgelagert. Diese klassisch mit großem RingkernTransformator aufgebaute diskrete Stromversorgung ist bewußt großzügig dimensioniert und wiegt 15 Kilo.

Detaillierte Informationen auf der Website. Der Genuin Audio Tars wird in Silber oder Schwarz angeboten und ist ab sofort in einer Version mit 1 TB SSD zum Preis von 12.500 Euro direkt über Genuin Audio erhältlich.

Vertrieb
Genuin Audio Vertrieb
Anschrift Thomas Wendt
Byhlener Straße 1
03044 Cottbus
Telefon +49 355 38377808
Fax +49 355 38377809
E-Mail thomas.wendt@mac.com
Web www.genuin-audio.de

Weitere Informationen

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Dienstag, 21 August 2007 19:24

HEM Electronics

geschrieben von
Vertrieb
HEM Electronics
Inhaber Marcin Hamerla
Anschrift Mytek European Rep and Distribution
Instalatorow 7c
02-237 Warszawa
Poland
Telefon +48 22 823 7238
Montag, 21 August 2017 00:01

Mytek Manhattan II

geschrieben von

Seit mehr als fünf Jahren tummeln sich die in der Studio-Szene schon damals anerkannten Digital-Spezialisten von Mytek auch sehr erfolgreich auf dem Hifi-Markt. Mit dem Manhattan II begeben sich Michal Jurewicz und Marcin Hamerla nun auch in High-End-Gefilde – klanglich, optisch und mit Preisen bis zu 8500 Euro.

Mit dem ersten, noch für den Profi-Bereich konzipierten Stereo 192-DSD-DAC setze Mytek zumindest für mich einen Meilenstein in puncto Preis/Klang-Verhältnis. In Sachen Bedienungskomfort musste man allerdings den ein oder anderen Kompromiss in Kauf nehmen. Dann folgte Anfang 2015 der opulent ausgestattete erste Manhattan, der allein schon von seinem Erscheinungsbild eher einen Platz in den heimischen vier Wänden als im Studio beanspruchte, aber natürlich auch alles an Ausstattung bot, was für den professionellen Einsatz sinnvoll ist. Aber nicht nur, was Gestaltung und Verarbeitung anbelangt, sondern auch klanglich übertraf er den 192-DSD-DAC noch einmal deutlich. Das hatte natürlich seinen Preis: Der erste Manhattan kostete 4500 Euro und hatte damit immer noch ein ausgesprochen kundenfreundliches Preis/Klang-Verhältnis.

Geschmacksache: Die recht groben Punkte des Displays sich auch aus der Ferne gut zu lesen, wirken aber wenig elegant
Geschmacksache: Die recht groben Punkte des Displays sich auch aus der Ferne gut zu lesen, wirken aber wenig elegant

Und nun 8500 Euro? Gut, ich habe oben etwas plakativ den Preis für den Manhattan II in Vollausstattung genannt. Natürlich ist er dank besserer Bauteile kostspieliger als sein Vorgänger, aber in der Grundversion, wie sie sich gerade in meiner Kette einspielt, wird er für 6000 Euro angeboten. In Kürze wird man zusätzlich noch eine Roon-Ready-Netzwerk-Karte für 1000 und einen Phono-Einschub für MC- und MM-Tonabnehmer für 1500 Euro zum Manhatten II dazu bestellen können, um ihn zu einer kompletten digitalen und analogen Schaltzentrale zu machen. Nach den bisherigen Erfahrungen mit den in den USA und Polen entwickelten Wandlern darf man also davon ausgehen, dass auch der Manhattan II wieder ein attraktives Angebot sein wird.

Ich habe mich schon beim ersten Manhattan gefragt, wie man es hinbekommt, die Oberfläche der Tasten hundertprozentig passend zur Struktur der Frontplatte zu fertigen. Natürlich gelingt das auch beim Zweier perfekt und ist durch die unterschiedliche Farbgebung noch besser zu sehen
Ich habe mich schon beim ersten Manhattan gefragt, wie man es hinbekommt, die Oberfläche der Tasten hundertprozentig passend zur Struktur der Frontplatte zu fertigen. Natürlich gelingt das auch beim Zweier perfekt und ist durch die unterschiedliche Farbgebung noch besser zu sehen


Rein äußerlich bestehen zwischen den beiden Generationen des Manhattan nur sehr geringe Unterschiede: Auch beim Zweier fügt sich die Struktur der Tasten nahtlos in die der Frontplatte ein. Allerdings sind sie nun farblich ein wenig abgesetzt und daher besser zu finden. Falls mir nichts entgangen ist, stellt dies neben dem Wegfall der USB-1.1-Buchse auf der Rückseite den einzigen von außen festzustellenden Unterschied zwischen den beiden Modellreihen dar. Marcin Hamerla, der die Entwicklung und Fertigung in Warschau leitet, war bereit, per Skype ein paar mehr Informationen über den neuen Wandler zu geben, als im Internet zu finden sind. Dort erfährt man, dass der Manhattan II das Gehäuse, das Netzteil mit getrennten Trafos und Spannungsregelungen für die analogen und digitalen Schaltungen und das Display inklusive Ansteuerung von seinem Vorgänger übernommen hat. Die Hauptplatine hingegen wurde völlig neu entwickelt. Das Layout der Digital-Schaltungen wurde vom famosen Mytek Brooklyn, dem legitimen Nachfolger des 192-DSD-DAC, übernommen, unterscheidet sich vom Brooklyn aber durch den Einsatz von ESS Technologys neusten und rauschärmsten, aber auch teuersten Wandler, dem ES9038PRO. Gänzlich neu konzipiert wurde die analoge Ausgangsstufe. Die neue Topologie soll für deutlich geringeres Übersprechen sorgen und die Verwendung neuer Operationsverstärker für noch mehr Wohlklang.

Die Rückseite des Manhattan II: rechts das Fach, das die bald erhältliche Roon-Ready-Netzwerk-Karte aufnehmen kann
Die Rückseite des Manhattan II: rechts das Fach, das die bald erhältliche Roon-Ready-Netzwerk-Karte aufnehmen kann

Die bereits erwähnten Zusatzboards zum Anschluss von Phono und Netzwerk werden im Spätherbst lieferbar sein. Zu meiner Überraschung – und Freude – kündigte Marcin Hamerla für diesen Termin auch die Software zum Upsampling – oder vielleicht besser: zur Umrechnung – von allen PCM-Formaten auf DSD an. Die war bereits beim Test des ersten Manhattan im Gespräch, geriet dann aber in Vergessenheit, zumindest bei mir. Als ich dann zur Einstimmung für diesern Test noch mal nachlas, was ich vor Jahren über den Manhattan geschrieben hatte, wurde ich an die DSD-Umrechnung erinnert. Während unserer Skype-Unterhaltung fragte ich Marcin Hamerla, was aus diesem Projekt geworden sei: Die Software werde in den kommenden Tagen fertig, in ein, zwei Monaten stünde sie dann offiziell zum Download bereit. Und bis dahin könne der Manhattan II gerne in Gröbenzell bleiben.

Die Verstärkung des Kopfhörerverstärkers lässt sich an die Empfindlichkeit des angeschlossenen Modells in drei Stufen anpassen. Per Adapter ist der Anschluss eines symmetrisch verkabelten Kopfhörers an die beiden Klinkenbuchsen auf der Front möglich.
Die Verstärkung des Kopfhörerverstärkers lässt sich an die Empfindlichkeit des angeschlossenen Modells in drei Stufen anpassen. Per Adapter ist der Anschluss eines symmetrisch verkabelten Kopfhörers an die beiden Klinkenbuchsen auf der Front möglich.

Sie merken schon, ich stehe den Wandlern von Mytek nicht unvoreingenommen gegenüber: Ich mag sie, seit ich dem ersten begegnet bin. Inzwischen ist mir klar geworden, worauf sich meine Sympathie gründet. Gut, vor fünf Jahren war ich einfach sehr positiv überrascht darüber, welch großer musikalischer Genuss mit der vergleichsweise niedrigen Investition in den 192-DSD-DAC vor allem bei HighRes-Dateien möglich war. Zehn Jahre zuvor wären dafür Komponenten mit fünfstelligem Preisschild nötig gewesen. Dass erst der 192-DSD-DAC und später der Brooklyn in meiner Kette selbst mehrfach teurere Wandler relativ langweilig erscheinen ließen, hat – wie ich so allmählich im Austausch mit Kollegen herausfand – sicher auch mit meinem Musikgeschmack zu tun: Die Klangcharakteristik der Myteks passt einfach hervorragend zu Jazz, dynamischer Klassik und zu Rock und Blues sowieso. Sie sind nicht unbedingt die klangfarbenstarken, detailverliebten Feingeister, lassen aber rhythmisch und dynamisch nichts anbrennen und faszinieren zudem mit einer ausgedehnten Raumdarstellung. Den eher klassik-affinen Kollegen Dietl beispielsweise begeisterte der Brooklyn weit weniger als mich. Erst mit einem zusätzlichen linearen Netzteil kam er seinen Klangvorstellungen nahe. Ich kann mich immer noch für die immense Spielfreude, Lebendigkeit und Räumlichkeit der „kleinen“ Myteks begeistern: Intern trägt der Brooklyn den durchweg positiv gemeinten Ehrentitel „Rampensau“. Wie schon im zweiten Teil meines Berichts nachzulesen, lässt sich diese aber mit linearen, externen Netzteilen oder Reclockern auch domestizieren und in die feinsinnige Richtung erziehen.


Die S/PDIF Eingänge 2 und 3 lassen sich per Menu auch als SDIF-3-Eingänge für DSD-Daten konfigurieren, das Clock Signal wird dann an WKC IN angeschlossen
Die S/PDIF Eingänge 2 und 3 lassen sich per Menu auch als SDIF-3-Eingänge für DSD-Daten konfigurieren, das Clock Signal wird dann an WKC IN angeschlossen

Einen Anschluss für ein externes Netzteil braucht der Manhatten II nicht: Er verfügt, wie gesagt, ja sogar über zwei lineare Stromversorgungen. Ich benutze ihn natürlich zuerst einmal als reinen Wandler. Obwohl ich kurz zuvor noch Chord Electronics' DAVE samt BLU MkII im USB-Upscaler-Modus, also mit 705,6 Kilohertz gehört habe – fehlt mir beim nicht einmal ein Drittel so teuren Mytek rein gar nichts: Keith Jarrett, Gary Peacock und Jack DeJohnette swingen bei „God Bless The Child“ vom Album Standards, Vol. 1, als ob es kein Morgen gäbe. Ich hoffe ich habe Sie mit diesem Test-Track nicht allzu sehr gelangweilt, wenn ich ihn immer auf den Plattenteller gelegt habe. Vor kurzem habe ich die 192-Kilohertz-Variante bei HighRes-Audio heruntergeladen, war aber beim ersten Hören über die Kette im Wohnzimmer wenig begeistert von der Musik-Datei. Da fehlte es mir einfach ein wenig an Lebendigkeit, Wärme und Luftigkeit. Davon kann nun weder bei den Chords noch beim Manhattan II die Rede sein: Der Song entwickelt hier seinen unnachahmlichen Groove, so dass es schwer fällt, die Hände auf der Tastatur zu lassen, statt den Takt mit zu klopfen. Snare und Hi-Hat treiben das Geschehen voran, kommen aber ohne jeden Anflug von Nervigkeit rüber und der Bass besitzt einen derartigen Punch, dass ich das Vinyl nicht im mindesten vermisse.

Die Vorstufe des Manhattan besitzt drei Eingänge, davon einen symmetrischen. Nach Einbau der Phonoplatine wird ein paar Cinch-Buchsen zum MM/MC-Phono-Eingang
Die Vorstufe des Manhattan besitzt drei Eingänge, davon einen symmetrischen. Nach Einbau der Phonoplatine wird ein paar Cinch-Buchsen zum MM/MC-Phono-Eingang

Bevor die Klangbeschreibung zur Lobhudelei verkommt, wechsele ich lieber noch einmal zum DAVE zurück, der seine Daten jetzt wie der Manhattan II direkt vom Aries Femto bezieht: Gut, die Instrumente umgibt jetzt noch ein wenig mehr Luft, aber ganz so emotional wie der Manhattan II geht der DAVE nicht zur Sache. Ich habe das Gefühl, die Musik würde mit minimal verzögertem Tempo wiedergegeben, was einem aber auch mehr Zeit gibt, einige Feininformationen – wie etwa die über den Raum – klarer wahrzunehmen. Der deutlich teurere DAVE entspricht wohl eher den hehren Ansprüchen der High Fidelity, macht aber zumindest ohne den BLU MkII eine Spur weniger Spaß. Statt weiterer Erbsenzählerei genieße ich noch ein Stück des Albums, das Stones-Drummer Charlie Watts mit der Danish Radio Big Band eingespielt hat, und das ich kürzlich als 24/48-Datei bei HighRes-Audio erworben habe, „You Can't Always Get What You Want“: Dank des Mytek bekomme ich aber alles, was ich mir wünsche: Bläsersätze mit feinen Anblasgeräuschen, satte Klangfarben, messerscharfe Breaks, einen mächtig grummelnden E-Bass und dazwischen ein paar Hammond-Sounds: eine heftig brodelnde Melange, die rhythmisch mitreißt – und einen trotzdem mit einer Fülle von Details verwöhnt. Grob- und Feindynamik vom Feinsten – ein Hochgenuss!

Aber ich schreibe ja nicht nur zum eigenen Vergnügen und sollte Ihnen verraten, wie gut der Manhattan II als Kopfhörerverstärker agiert. Dazu verbinde ich seine XLR-Ausgänge mit dem Bryston BHA-1, der für mich in Sachen symmetrischer Verstärkung das Maß der Dinge ist. Über die beiden 6,3-Millimeter-Klinkenbuchen, an denen das Signal einmal phasenrichtig und einmal um 180 Grad gedreht anliegt, und einen Adapter kann der Manhattan II ja auch Kopfhörer mit symmetrischer Verkabelung und vierpoligem XLR-Stecker treiben. Um es ihm nicht zu leicht zu machen, wähle ich den Audeze LCD-X mit einer Impedanz von nur 20 Ohm. Da es hier nicht zuletzt um Stromlieferfähigkeit geht, wähle ich als ersten Songs „Pork Pie Hat“ von Dave Hollands Solo-Bass-Album Ones All. Der Mingus-Titel wird über den LCD-X zum Hochgenuss: Detail wie Griffgeräusche oder das Atmen Hollands gibt’s in Hülle und Fülle, die unbegrenzt wirkende Dynamik lässt einen den Bass beinahe fühlen und die Wiedergabe wirkt so offen und frei, dass man schon nach Sekunden nicht mehr davon irritiert wird, dass die Musik nicht wie bei Lautsprechern von vorne kommt. Der Manhattan II treibt den Audeze so souverän, dass ich ohne große Erwartungen zum Bryston wechsle: Der hat den LCD-X natürlich genau so fest im Griff, verleiht der Wiedergabe sogar noch einen Hauch mehr Luftigkeit. Da muss man wohl ein Kopfhörer-Aficionado sein, um für diese minimale Verbesserung in den Bryston zu investieren.


Zwei gekapselte Trafos und jede Menge Siebkapazität: Der Manhattan hat zwei aufwändige lineare Netzteile an Bord
Zwei gekapselte Trafos und jede Menge Siebkapazität: Der Manhattan hat zwei aufwändige lineare Netzteile an Bord

Vielleicht fördert der erste Satz von Mahlers Symphonie Nr. 6 mit den Duisburgern Philharmoniker unter Jonathan Darlington ja größere Unterschiede zutage. Auch wenn es mir schwer fällt, es bei der Kopfhörerwiedergabe von Raum zu schreiben: Der Bryston differenziert die Instrumentengruppen räumlich besser und umgibt sie mit mehr Luft. Die vorzügliche Living-Concert-Series-Aufnahme wirkt über den Manhatten II minimal griffiger, direkter und auch rhythmisch noch eine Spur ansprechender, wenn der BHA-1 die Verstärkung übernimmt, bekommt man eine Anmutung der Größe der Bühne und Aufnahmeraumes und der Verteilung der Musiker darin. Ich weiß nicht, ob das für eingefleischte Kopfhörer-Nutzer genauso positiv klingt, wie ich es meine, aber für mich kommt die Wiedergabe über LCD-X und Bryston der über Lautsprecher etwas näher als beim direkten Anschluss des Audeze an den Manhattan II. Bleibt festzuhalten, dass der Mytek über einen sehr guten Kopfhörerverstärker verfügt und auch sehr niederohmige Lasten locker zum klingen bringt, dem Niveau eines spezialisierten Kopfhörerverstärkers wie des Bryston BHA-1 zwar recht nahe kommt, es aber nicht völlig erreicht.

Als nächstes steht der Umzug ins Wohnzimmer an, wo sich der Manhattan II mit dem Brooklyn samt Keces P8 messen und auch als Vorverstärker Farbe bekennen muss. Ich verbinde die beiden Myteks per Swisscable Reference mit der Brinkmann-Vorstufe und mit zwei Habst Ultra III mit dem Euphony Server, der ja über genügend USB-Anschlüsse verfügt. Doch ich muss feststellen, dass die Ausgabe der Daten an die beiden parallel angeschlossenen Wandler nicht funktioniert – und das unabhängig davon, welche USB-Ausgänge ich wähle. Aber es ist ja kein Drama, zum Vergleich ein USB-Kabel umzustecken. Da braucht man nicht zweimal hinzuhören: Beim Köln Concert bringt der Manhattan II gerade in der Anfangsphase mit dem unruhigen Publikum mehr Details zu Gehört, sorgt für mehr Fluss in Melodie und Rhythmus, differenziert dynamisch noch feiner, und verwöhnt mit einem größeren Raum. Aber das beweist ja na nur, dass bei Mytek die Hierarchie zwischen den Wandlern stimmt. Jetzt schleife ich auch wieder den Mutec MC-3+ zwischen Euphony und Mytek ein, und wie schon der Brooklyn so profitiert auch der Manhattan II deutlich von der galvanischen Trennung und der Aufbereitung des Signals im Zeitbereich: Der Raum wird größer, die Instrumente besser von einander getrennt, der Rhythmus zieht einen noch stärker in seinen Bann und dynamisch legt die Wiedergabe auch minimal zu. Eine so stimmige Reproduktion digitaler Daten gab im Wohnzimmer bisher nicht!

Das Beste – und Teuerste – was ESS Technology zu bieten hat: Der ES9038PRO
Das Beste – und Teuerste – was ESS Technology zu bieten hat: Der ES9038PRO

Beim Vergleich der eingebauten Vorstufe des Mytek mit der Brinkmann Marconi kam das Signal anfangs direkt aus dem Wandler in die analoge Lautstärkeregelung des Manhattan II. Aber auch dieser extrem kurze Signalweg konnte nicht verhindern, dass es über den Marconi noch einen Tick offener, in Tiefe und Breite minimal weiter ausgedehnt und auch dynamisch etwas packender Klang. Wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht, hat der Manhattan II gegenüber seinem Vorgänger dennoch in puncto Räumlichkeit deutlich zugelegt. Das scheint sich bei der Verwendung der unsymmetrischen Hochpegel-Eingänge zu bestätigen: Bei Bang, Baaroom And Harp bildet der Manhattan II das Precussions-Ensemble auf einer enorm breiten Bühne ab, und – wie erwartet – lassen Dynamik und Spielfreude keine Wünsche offen. Der Brinkmann verleiht dem virtuellen Raum allerdings noch ein wenig mehr Tiefe und verwöhnt mit ein wenig mehr Luft zwischen den Instrumenten. Ohne direkten Vergleich höre ich aber auch mit dem Manhattan sehr zufrieden die altbekannte Scheibe. Wunschlos glücklich bin ich dennoch nicht, denn mir geht die Frage nicht aus dem Kopf, wie viel es besser klingen könnte, wenn statt des PP1 der großartige Aurorasound Vida die Entzerrung besorgen würde, aber der ist leider schon längst kein Bestandteil meiner Kette mehr…


Doch zurück zum Manhattan II: Dass eine Kombination aus High-End-Wandler, sehr gutem Kopfhörerverstärker und ebensolcher analogen Vorstufe einem reinen, deutlich teureren Vorverstärker klanglich nicht ganz ebenbürtig ist, spricht meines Erachtens nicht im geringsten gegen den Mytek. Die beste Nachricht am Schluss – zumindest für alle Besitzer eines Manhattan, der vor Jahren 4500 Euro kostete: Mytek bietet ein Upgrade auf den Zweier an, und zwar zum Preis von nur 1000 Euro. Dafür wird die komplette Hauptplatine ausgetauscht. Wenn die Kundenfreundlichkeit bei Mytek noch eines Beweises bedurft hätte: Hier ist er!

Für nur 1000 Euro bietet Mytek ein Upgrade vom Manhattan auf den Manhattan II an: Dabei wird die gesamte Hauptplatine getauscht
Für nur 1000 Euro bietet Mytek ein Upgrade vom Manhattan auf den Manhattan II an: Dabei wird die gesamte Hauptplatine getauscht

STATEMENT

Dass ein Mytek ungemein mitreißend und lebendig musiziert, darf man inzwischen erwarten. Aber der Manhattan II hat in puncto Raumdarstellung und Detailzeichnung noch ein gutes Stück mehr zu bieten. Er ist schlicht der beste Mytek, den es je gab. Wer in dieser Preisklasse und auch darüber hinaus zu investieren bereit ist und dies tut, ohne den Manhattan II ausführlich gehört zu haben, dem kann ich auch nicht mehr helfen!
Gehört mit (Wohnzimmer)
Laufwerk Brinkmann Avance
Tonarm Breuer Dynamic 8
Tonabnehmer Roksan Shiraz
Phonostufe Lukaschek PP1
Musikserver SoulM mit Keces P8. Euphony mit Keces P8
Reclocker Mutec MC-3+ Smart Clock USB
D/A-Wandler Mytek Brooklyn mit Keces P8
Vorverstärker Brinkmann Marconi
Endstufe Eintein The Poweramp
Lautsprecher Acapella Violon VI
Kabel Swiss Cables Reference (Plus), Habst Ultra III, Audioquest Diamond, SunWire Reference
Zubehör Einstein The Octopus, HighEndNovum Multivocal Resonator, Harmonix Füße, Audioquest Jitterbug, Franc Audio Accessories und Acoustic System Füße, Sieveking Quantum Noise Resonator
Gehört mit (Hörraum)
CD-Laufwerk Chord Electronics BLU MK II
NAS Melco N1ZH/2, WDMyCloud
Streaming Bridge Auralic Aries Femto mit SBooster BOTW P&P Eco
D/A-Wandler Chord Electronics DAVE
Vorverstärker Einstein The Preamp
Kopfhörer-Verstärker Bryston BHA-1
Endstufe Eintein The Poweramp, Accustic Arts Mono II
Lautsprecher Kaiser Acoustics Kawero! Classic
Kopfhörer Audeze LCD-X
Kabel HMS Gran Finale Jubilee, Swisscables Reference Plus, Goebel High End Lacorde, Habst Ultra III, Audioquest Diamond und Carbon,Cardas Audio Clear Network, Transparent Cables
Zubehör PS Audio Power Regenerator P5, Clearaudio Matrix, Sun Leiste, Audioplan Powerstar, HMS-Wandsteckdosen, Acapella Basen, Acoustic System Füße und Resonatoren, Artesania Audio Exoteryc, Harmonix Real Focus, Room Tuning Disks, Tuning Tips und TU-666M, Audio Exklusiv Silentplugs
Herstellerangaben
Mytek Manhattan II D/A-Wandler, Vorstufe, Kopfhörerverstärker
Analoge Ausgänge 1x XLR (symmetrisch, 1 x Cinch (unsymmetrisch)
Auflösung des DAC 32bit bei PCM, x256 (11,2MHz) bei DSD
PCM-Abtastrate 44,1 / 48 / 88,2 / 96 / 176,4 /192 / 384 kHz
Dynamikumfang 130dB
Ausgangsimpedanz 75 Ohm
Kopfhörerverstärker mehr als 500mA, 6W, hoher Strom, hohe Anstiegszeit, extrem niedrige Verzerrungen, symmetrisch, voll kompatibel mit symmetrischen Kopfhörern
Analoger Vorverstärker Hochpegel oder Phono-MM/MC Eingänge, Relais gesteuert
Computer-Audio Ein-, Ausgang USB 2.0 High Speed, bis zu 480MBits/384kHz, Type B, treiberlos
AES/EBU XLR, bis zu 24bit/384kHz, DSD bis zu x128 (DoP)
S/PDIF optischer Eingang bis zu 176kHz, DSD x64, single wire
S/PDIF koaxialer Eingang 1, 2, 3 PCM bis zu 24bit/384kHz, DSD bis zu x128 (DoP), single wire
SDIF DSD Eingang DSD bis zu x256 (native)
WordClock Ein-, Ausgang BNC, 75 Ohm
Clock Mytek Femtoclock Generator™, 0,82ps interner Jitter, WordClock Ein-, Ausgang (erlaubt das Zusammenschalten mehrerer Geräte für Mehrkanal-Betrieb, auch Mehrkanal-DSD)
Firmware Upgrade über das USB-Control-Panel, Updates online verfügbar, periodische Upgrades für Features
Netzteil zwei, getrennt für analoge und digitale Schaltungen, doppelt geschirmte Trafos für hohe Spitzenbelastung mit geringem Streufeld, externer Wahlschalter für 110 und 230 Volt
Abmessungen (B/H/T) 431/66/300 mm
Gewicht 8kg
Leistungsaufnahme 15W bei 230v ohne Last, 32W bei 230V an 15 Ohm Last pro Kanal, Sinus vollausgesteuert
Preis 6000 Euro, 1000 Euro für die Roon-Ready-Network-Card, 1500 Euro für die SUT-Phono-Karte

Hersteller
Mytek Digital
Anschrift 148 India Street 1FL
Brooklyn, NY 11222
USA
Telefon +1 347 384 2687
E-Mail highend@mytecdigital.com
Web www.mytekdigital.com
Vertrieb
HEM Electronics
Inhaber Marcin Hamerla
Anschrift Mytek European Rep and Distribution
Instalatorow 7c
02-237 Warszawa
Poland
Telefon +48 22 823 7238

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Freitag, 18 August 2017 23:26

Audio Exklusiv P 0.8

geschrieben von

„Verehrter Musik-Enthusiast“ lautet die Ansprache des Lesers in der Bedienungsanleitung des ersten reinen D/A-Wandlers von Audio Exklusiv. Trotz des günstigen Preises darf man auch wegen dieser Begrüßung auf den Klang des neuen P 0.8 gespannt sein.

Der P 0.8 ist ein kleines Gerät und bestens verarbeitet
Der P 0.8 ist ein kleines Gerät und bestens verarbeitet

Der selbst auferlegte Anspruch hinsichtlich musikalischer Qualität ist bei der deutschen Manufaktur keineswegs bescheiden. Das bewiesen die Tests der letzten Jahre. So war ich seinerzeit sehr angetan vom Klang der preisgünstigen Eco-Line Verstärker. Auf der letzten Highend zeigte Audio Exklusiv-Chef Andreas Schönberg die Vorserien-Version eines neuen, zweiteiligen Reference-Vorverstärkers, der mit enormen Detail-Aufwand gebaut werden wird. Auf den müssen wir aber noch etwas warten und sicher auch etwas sparen. Es ist zu begrüßen, wenn ein Hersteller hochklassiger Komponenten sich mit seinem Knowhow in den bezahlbaren Bereich begibt. Hier hat der DA-Wandler P 0.8 seinen Platz. Der erste separate Digital-Analog-Wandler der hessischen Manufaktur überhaupt ist technisch dicht angelehnt an den integrierten Wandler des CD-Players P 8 der Classic-Line, in dem Röhren den Klang mitbestimmen. Dieser hat mich im Herbst 2014 sehr beeindruckt, als ich ihn, er war gerade auf den Markt gekommen, zum Test hatte.

Das technische Konzept macht die Installation eines USB-Treibers nötig. Einige liegen auf der CD bei, andere gibt es im Web
Das technische Konzept macht die Installation eines USB-Treibers nötig. Einige liegen auf der CD bei, andere gibt es im Web

Optisch ist der P 0.8 klein, schlicht und funktional, wirkt aber hochwertig. Dies ist auch der massiven, gebürsteten Aluminium-Front zu verdanken. Rückseitig machen solide Kipp-Schalter, ebenfalls auf Alu montiert, einen guten Eindruck. Das Gehäuse selber besteht aus einem Metall-Profil, das mit seinen Rippen reichlich Oberfläche zur Kühlung bietet. Die fest integrierte, erdungsfreie Netzleitung gerät zum optischen Stolperstein. Da muss man als Audio-Enthusiast die Option einer Netzkabel-Optimierung gleich ad acta legen. Dies ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass Audio Exklusiv-Chef Andreas Schönberg und sein Entwickler auch den Rotstift ansetzen mussten, um den günstigen Preis von 669 Euro zu realisieren. Ich kenne Andreas Schönberg schon einige Jahre und weiß, dass er und sein Team in ausgiebigen Hörtests ermittelt, wo in einem Gerät Aufwand getrieben werden muss und an welcher Stelle Sparmaßnahmen nur minimale Auswirkungen haben. Mit diesem Wissen kann ich die Kabel-Kröte schlucken, zumal beim Betrachten des P 0.8 auch schnell jedem klar wird, dass eine Netz-Kaltgeräte-Buchse keinen Platz hat. Dies wird erst recht deutlich, wenn man den oberen Teil des Profil-Gehäuses nach dem Lösen von je zwei Inbus-Schrauben vorn und hinten abhebt. Der P 0.8 ist sehr gut mit feinen Bauteilen gefüllt. Das Netzteil besteht aus einem stattlichen Trafo und großen Netz-Kondensatoren mit üppig dimensionierter Sieb-Kapazität. Die Platinen begünstigen mit 105 Mikron dicken Kupfer-Leitern den Stromfluss. Viel Wert legen Andreas Schönberg und sein Entwickler auf die Ausgangsstufe. Die ist im P 0.8 diskret und nicht mit preisgünstigen Operations-Verstärkern aufgebaut. Die Class-A-Schaltung ist mit hochwertigen, eng tolerierten Koppelkondensatoren bestückt. Die kosten zwar Geld, sind musikalisch aber einfach besser und deshalb wichtig und unumgänglich. Schließlich ist die Referenz dieser Stufe das erwähnte, mit Röhren bestückte Pendant im P 8 CD-Player.


Vier digitale Eingänge werden angeboten. Nutzbar sind drei, weil man per internem Jumper zwischen Toslink und S/PDIF-Koax auswählt
Vier digitale Eingänge werden angeboten. Nutzbar sind drei, weil man per internem Jumper zwischen Toslink und S/PDIF-Koax auswählt

Der P 0.8 ist kein Upsampler. Er verarbeitet das PCM-Signal bis 24 bit/192 kHz so, wie er es über einen der drei Eingänge angeliefert bekommt, ohne es umzurechnen. Im Eingang bereitet ein Crystal Cirrus CS 8416 den Audio-Datenstrom mit seiner präzisen Taktgebung Jitter-minimiert auf. Von ihm erhält dann ein Burr-Brown PCM 1793 Wandler-Chip das Signal zur Umsetzung ins Analoge. Die drei rückseitigen Eingänge für das digitale Eingangs-Signal sind: USB, S/PDIF-Koax und Toslink. Benötigt man den Toslink-Eingang nicht – er ist bei TV-Receivern wegen der galvanischen Trennung sinnvoll –, bietet sich statt seiner ein zweiter koaxialer S/PDIF-Eingang auf der Geräte-Rückseite an. Dazu ist es notwendig, im Gerät eine Brücke umzustecken. Die gewünschte Variante kann auch beim Kauf des P 0.8 geordert werden und ist jederzeit reversibel. Mit einem der beiden rückseitigen Kipp-Schalter wählt man zwischen den drei Eingängen. Der zweite Kipp-Schalter ist zuständig für den Netz-Strom und trennt den DAC gänzlich vom Netz. Das USB-Eingangs-Modul kommt von M2Tech aus Italien, einem seit vielen Jahren etablierten Hersteller in Sachen Digital-Analog-Wandlung mit eigenem großen Geräte-Angebot. Der USB-Anschluss verarbeitet in Verbindung mit dem passenden Treiber ebenfalls PCM bis 24 bit / 192 kHz. Dieses M2Tech Modul ist kein Plug- und-Play-Konzept, sondern bedarf der Installation der passenden Software. Die lässt sich auf der Support-Website von M2Tech leicht finden. Einige Treiber liegen dem Wandler aber auch auf CD bei. Für Apple-Rechner steht aktuell ab dem Betriebssystem El Capitan kein Treiber zur Verfügung, weil Apple die Entwickler bei M2Tech zur Zeit ärgerlicherweise nicht unterstützt wie auf der Support-Website http://lnx.m2tech.biz/support/ bei der Treiber-Beschreibung zu lesen ist. Ganz anders ist es bei Windows. Hier ist für Windows 10 gesorgt und sogar das Upgrade auf Creator wird bedient. Dazu muss nur unter Systemsteuerung-Sound der exklusive Zugriff-Modus für den Audio Exklusiv-Treiber deaktiviert werden. Etwas gewöhnungsbedürftig funktionieren die drei frontalen LEDs. Sobald der P 0.8 an einen USB-Anschluss eines eingeschalteten Computers oder Streamers angeschlossen ist, leuchtet die rote USB-LED. Das ist auch der Fall, wenn der Wandler nicht eingeschaltet ist und die dazugehörige Power-LED nicht leuchtet. Irritierend ist, dass die rote Lock-LED zwar bei S/PDIF und Toslink die Funktion anzeigt, bei USB jedoch nicht. Wenn man dies einmal weiß, ist´s gut und spielt keine Rolle mehr. Ohnehin fällt es von Herzen leicht, dem kleinen P 0.8 derartige Extravaganzen zu verzeihen, sobald man ihn gehört hat.

Das Netzteil spielt klanglich eine wichtige Rolle und nimmt entsprechend Platz ein. Unterhalb des blau gekapselten Trafos befindet sich eine Gleichtaktdrossel von Talema. Zwei Spulen sind hier auf einen Kern gewickelt und unterdrücken elektromagnetische und hochfrequente Störungen (EMI und RFI)
Das Netzteil spielt klanglich eine wichtige Rolle und nimmt entsprechend Platz ein. Unterhalb des blau gekapselten Trafos befindet sich eine Gleichtaktdrossel von Talema. Zwei Spulen sind hier auf einen Kern gewickelt und unterdrücken elektromagnetische und hochfrequente Störungen (EMI und RFI)

Bei mir ging es los mit dem Primare CD-Spieler, angeschlossen über S/PDIF. Es ist mir schon beinahe unangenehm, immer wieder meine Begeisterung für die preisgünstigeren Geräte von Audio Exklusiv zu formulieren. Ich fürchte da fast um meine Glaubwürdigkeit, aber Dirk Sommer, der sich bevorzugt um die teureren Komponenten kümmert, geht es bei diesem Hersteller nicht viel anders. Die Audio-Exklusiv-Elektronik, die ich in den letzten Jahren hören konnte, übertraf immer wieder meine Erwartungen. Dies gilt für den P 0.8 nicht nur ebenso, sondern hier erst recht: Soviel dynamische Spielfreude und musikalischen Fluss, die Abwesenheit eines eigenen klanglichen Fingerabdrucks, solch eine saubere Zeichnung des Klangbildes und die Bereitschaft, richtig zur Sache zu gehen, hatte ich nicht erwartet. Bleiben wir aber auf dem Teppich! Verglichen mit deutlich teureren DACs wie meinem Audio-gd, der dreimal so viel kostet, fehlt es etwas an Detail-Auflösung. Dies ist zum Beispiel hörbar beim Händeklatschen in „The Beat Goes On“ von Patricia Barbers Album Companion. Nur, sobald der P 0.8 wieder im Spiel ist, vermisst man die soeben über den anderen DAC gehörten Details überhaupt nicht, weil beim P 0.8 die musikalische Stimmigkeit obsiegt. Darauf kann man sich nicht nur entspannt einlassen, nein, die Musik erfährt mit diesem Audio Exklusiv-Wandler eine mitreißende Lebendigkeit.

Das USB-Bord kommt von M2Tech aus Italien
Das USB-Bord kommt von M2Tech aus Italien


Um das Können des Wandlers auszuloten, brachte ich die Mutec MC-3+Smart Clock mit ins Spiel. Darüber ließ ich sowohl meinen Primare CD-Player am AES-EBU-Eingang des Mutec laufen als auch per USB jetzt meinen Mac Mini mit Audirvana. Verbunden waren diese Komponenten mit hochwertigen AES/EBU- und SPDIF-Leitungen von JIB-Boaacoustic sowie dem Audioquest Diamond USB mit Audioquest Jitterbug. Dieser Aufwand übertrifft den Preis des Wandlers ganz erheblich. Um so erfreulicher war das Ergebnis. Der kleine Audio Exklusiv hatte keine Mühe, diese Investition hörbar zu machen. Es war beachtlich, welchen klanglichen Zugewinn ich zu hören bekam. Somit ist die musikalische Güte des P 0.8 ganz wesentlich von seinen Zuspielern abhängig. Als ich zum Vergleich bei Beethovens Klavierkonzerten 1 und 3 mit Ronald Brautigam am Flügel meinen Audio-gd heranzog, gefiel mir die Wiedergabe mittels des P 0.8 sogar partiell besser, weil das Orchester so kraftvoll und satt, mit Struktur und musikalischem Fluss, im Raum stand. Ohnehin scheint dieser Wandler, egal welches Musik-Genre er verarbeiten muss, perfektes Timing zu beherrschen. Der Audio-gd klang bei Beethoven fast ein wenig langweilig, da er das Orchester weniger warm reproduzierte. So schien mir bei dieser CD der Audio Exklusiv etwas authentischer zu sein.

Der 1793 Burr-Brown Wandler-Chip leistet klanglich einen entscheidenden Beitrag
Der 1793 Burr-Brown Wandler-Chip leistet klanglich einen entscheidenden Beitrag

Will man mehr als die für den P 0.8 aufgerufenen 669 Euro investieren, kann ich mir vorstellen, dass die Anschaffung der Mutec-Clock, für etwa 1000 Euro, mehr Sinn macht, als das Geld für einen anderen, kostspieligeren Wandler auszugeben. Als ich mit dem Reclocker im Signalweg „The Beat Goes On“ mit Patricia Barber noch einmal hörte, war auch das Händeklatschen detailreicher und hinsichtlich der Klangfarbe sehr glaubwürdig. Übrigens erfahren bei Verwendung des Mutec auch alle Apple-Benutzer keinerlei Einschränkungen mehr, egal welches Betriebssystem sie benutzen. Der Mutec serviert dem P 0.8 dann auch noch höher aufgelöste PCM-Formate und DSD in der passenden 24 bit /192 kHz-Auflösung. Technisch wie klanglich bilden die Zwei ein hervorragendes Duo, das begeisternd zu musizieren versteht.

Musikalisch von größter Bedeutung ist die diskret aufgebaute Ausgangs-Stufe
Musikalisch von größter Bedeutung ist die diskret aufgebaute Ausgangs-Stufe

STATEMENT

Einmal mehr hat es Audio Exklusiv geschafft, ein preisgünstiges Gerät auf den Markt zu bringen, das klanglich begeistert. Gemessen an seinen musikalischen Fähigkeiten, ist der P 0.8 ein Schnäppchen, das es verdient, mit den feinsten Komponenten zusammenzuspielen.
Gehört mit
Computer Asus Laptop U53Jc mit Windows 10 Creator, Apple MacMini mit OS X El Capitan, Audirvana Plus 3 und Qobuz
Clock Mutec MC-3+Smart Clock USB
DA-Wandler Antelope Zodiac plus, Audio-gd Master 7, Sonic Frontiers SFD-1
CD-Player Primare DVD 30
Vorverstärker Audio-gd Master 9
Endstufe für Bass: zwei Primare A-32, für Mittel-Hochton: Air Tight ATM-3 oder Spectral DMA-100
Lautsprecher Triangle Grand Concert
Zubehör Audioquest Diamond oder Carbon USB, Audioquest Jitterbug, JIB-Boaacoustic Silver Digital Carbon SPDIF und Silver Digital Krypton AES/EBU, Inakustik Black&White NF-1302, Audio-gd NF Cinch und XLR, QED Genesis Silver Spiral LS mit Enacom LS, MudrAkustik Max Netzleiste, Mudra, AHP Reinkupfer-Sicherungen, Groneberg Wandsteckdosen, mbakustik Raum-Absorber
Möbel Creaktiv Audio mit Absorberböden, Finite Elemente Pagode, Audio Exklusiv d.C.d. Basis
Herstellerangaben
Audio Exklusiv P 0.8
Frequenzgang 5 Hz bis 20 kHz (-2dB)
Rauschabstand dBu 98,5 dB
Rauschabstand dBu 96,3 dB gefiltert
Verzerrungen 0,025 %
Stromaufnahme 2 Watt
Abmessungen 120 B x 190 T x 69 H mm
Gewicht 1,2 kg
Preis 669 Euro

Hersteller/Vertrieb
Audio Exklusiv
Anschrift Andreas Schönberg
Sudetenstrasse 11
63691 Ranstadt
Telefon +49 6041 9624217
Fax +49 6041 9624218
E-Mail info@audioexklusiv.de
Web www.audioexklusiv.de

Weitere Informationen

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Donnerstag, 17 August 2017 05:17

Burmester 175 Plattenspieler

Pünktlich zum 40. Geburtstag des Unternehmens präsentiert Burmester ein analoges Laufwerk im Reference Design. Nach jahrzehntelanger Erfahrung in der Verarbeitung von feinsten Phono-Signalen vervollständigt Burmester damit die Reihe der erfolgreichen Phono-Vorstufen mit einem Schallplattenspieler.

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Schon auf den ersten Blick als typischer Burmester erkennbar, bedient sich der 175 Schallplattenspieler charakteristischer Gestaltungselemente der Reference Line. Die integrierte Signalverarbeitung aus dem Burmester 100 Phonopreamplifier verarbeitet die feinen Phono-Signale auf höchstem Niveau.

Der seriennahe Prototyp des 175 Schallplattenspielers wurde auf der High End in München vorgestellt. Er hat ein Gesamtgewicht von circa 60 Kilogramm und wird in der Berliner Manufaktur gefertigt. Der Burmester 175 ist voraussichtlich ab 2018 erhältlich und wird etwa 30.000 Euro kosten.

Hersteller
Burmester Audiosysteme GmbH
Anschrift Wilhelm-Kabus-Straße 47
10829 Berlin
Fon +49 30 787 968 0
Fax +49 30 787 968 68
E-Mail mail@burmester.de
Internet www.burmester.de

Weitere Informationen

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Dienstag, 15 August 2017 04:11

SongKong

geschrieben von

Gut gepflegte Meta-Daten sind das A und O einer digitalen Musiksammlung. Nur wenige von uns besitzen Musikbibliotheken, die in dieser Hinsicht wirklich perfekt sind. Hier kann man – insbesondere bei größeren Musikbibliotheken – gut und gerne Tage und Wochen mit der Pflege verbringen. Ein kleines Programm mit dem Namen SongKong verspricht Abhilfe.

Meta-Daten enthalten die Informationen über unsere Musikdateien, wie Album, Titel, Künstler, Band, Erscheinungsjahr, Komponist, et cetera und nicht zu vergessen das Album Cover. Ohne Meta-Daten wissen wir nichts über eine bestimmte Musik-Datei. Aufmerksam geworden bin ich SongKong durch einen Hinweis von Alan Ainslie, dem Digital-Spezialisten und Kopf hinter Melco. Dirk Sommer und ich treffen uns mit Alan nun fast schon regelmäßig, wenn er in Deutschland ist. Sie können mir glauben, dass uns der Diskussionsstoff bei diesen Treffen niemals ausgeht. Bei unserem letzten Treffen kamen wir auf die Bedeutung von Meta-Daten für die Verwaltung einer digitalen Musiksammlung zu sprechen. Alan erzählte uns von den Problemen, die viele seiner stolzen Melco-Besitzer mit der schlechten Qualität ihrer Meta-Daten hätten, die von gerippten oder heruntergeladenen Dateien stammten. Auf der Suche nach einer einfachen Lösung für seine Kunden ist eine Kooperation zwischen Melco und JThink Ltd. entstanden. Alan hat mir freundlicher Weise dann den direkten Kontakt mit Paul Taylor, dem Entwickler und Kopf hinter JThink, vermittelt. SongKong ist ein kleines, intelligentes Programm zur automatischen Optimierung der Meta-Daten in digitalen Musiksammlungen. SongKong sucht nach Meta-Daten für alle Art von Musik und nutzt hierfür das Konzept des akustischen Fingerabdrucks (acoustic fingerprint). Vereinfachend gesprochen hört sich das Programm jedes Musikstück an, generiert daraus ein digitales Muster und gleicht dieses Muster mit den Informationen in entsprechenden Online Datenbanken ab. Bereits vorhandene Meta-Daten werden zusätzlich in die Suche miteinbezogen, um die Treffergenauigkeit zu erhöhen; im Extremfall funktioniert das Ganze sogar dann, wenn zu einem Musikstück überhaupt keine Meta-Daten vorhanden sind. Hat SongKong Informationen gefunden, werden diese automatisch heruntergeladenen und die in einer Musiksammlung schon vorhandenen Daten korrigiert und ergänzt. Seine Informationen bezieht SongKong vom eigenen JThink Music Server, der sich regelmäßig mit den Daten von MusicBrainz und Discogs versorgt und optimal mit SongKong zusammenarbeitet. Übrigens: Paul Taylor hat früher für MusicBrainz gearbeitet und dort an verantwortlicher Stelle an deren Such-Code geschrieben.

Die Test-Musikbibliothek mit den Datei-Formaten WAV, FLAC und DSD-DSF
Die Test-Musikbibliothek mit den Datei-Formaten WAV, FLAC und DSD-DSF

Ergebnis der intensiven Kooperation mit Melco ist die Programm-Version SongKong for Melco. Diese Bezeichnung führt meiner Meinung nach aber eher zur Verwirrung. Zum einen ist SongKong for Melco ein eigenständiges Programm, das unabhängig von einem Melco-Server auf jedem Rechner unter Windows, Mac OS X oder Linux installiert und von jedermann erworben werden kann. Wie mir Paul Taylor in diesem Zusammenhang berichtete, wird SongKong for Melco in Zukunft im Bereich UPnP spezielle Erweiterungen erhalten. Zum anderen erzeugt SongKong for Melco Standard Meta-Daten Felder, die von jedem guten Media Server unterstützt werden. Natürlich arbeitet das Programm besonders gut mit MinimServer und Twonky zusammen, die beide auch auf den Melco-Geräten laufen.

SongKong nimmt für sich in Anspruch, mit allen wesentlichen Datei-Formaten einschließlich DSD-DSF und Dateien mit unterschiedlichen Sampling-Raten zurechtzukommen. Ich habe deshalb eine Testumgebung mit SongKong auf meinem Windows 10 Laptop und einer externen USB-Festplatte mit einer kleinen Musikbibliothek von etwa 50 Alben aus Pop/Rock, Jazz und Klassik und in den unterschiedlichsten Formaten und Sampling-Raten aufgebaut. Als Media Server liefen MinimServer und als Control Point habe ich Linn Kazoo verwendet. Bei der Installation des Programms kann man die bevorzugte Sprache auswählen. Ich habe es hier bei Englisch belassen, wobei die deutsche Spracheinstellung übrigens alles andere als schlecht ist.


Vorab noch eine grundlegende Bemerkung zu Meta-Daten im Zusammenhang mit Audio-Netzwerklösungen auf der Basis des Standards UPnP-AV: Die Meta-Daten, die auf einem Control Point, wie einem Tablet, zur Anzeige kommen, werden durch die vom Media Server bereitgestellten Daten bestimmt. Ein Control Point kann keine Daten anzeigen, die auf dem Media Server nicht vorhanden sind, umgekehrt kann nicht jeder Control Point alle vom Media Server bereitgestellten Informationen anzeigen. In jedem Fall sollte der Media Server so konfiguriert sein, dass die Meta-Daten bestmöglich genutzt werden. Hierzu gibt es im Blog von Paul Taylor eine äußerst lesenswerte Anleitung zur Konfiguration von MinimServer für die Zusammenarbeit mit SongKong.

Nach der Installation rufen wir SongKong auf und wählen den Ordner mit unseren Musikdateien aus, die durch SongKong bearbeitet werden sollen und klicken „Fix Songs“.

Die minimalistische Programmoberfläche von SongKong nach dem Start
Die minimalistische Programmoberfläche von SongKong nach dem Start

Anschließend öffnet sich ein Fenster und wir müssen uns durch eine Vielzahl von Einstellungen arbeiten, mit denen SongKong individuell konfiguriert werden kann. Ich habe mir dazu die ausgezeichnete Anleitung ausgedruckt und neben den Bildschirm gelegt. In den meisten Fällen kommt man mit den Standardeinstellungen bestens zu Recht. Im Basis-Menü könnten wir uns über einen Haken bei „Preview only“ die von SongKong geplanten Änderungen erst einmal in Ruhe anschauen und verhindern, dass die Änderungen sofort in die Dateien geschrieben werden. Abweichend von den Standard-Einstellungen habe ich „Update Mood and other acoustic attributes such as BPM“ abgewählt, da ich für „Stimmung“ und „Beats per Minute“ keine Verwendung habe. Auf einige der anderen Einstellungen werde ich gleich noch einmal zurückkommen.

Der Reiter „Basic“ mit den Grundeinstellungen
Der Reiter „Basic“ mit den Grundeinstellungen

Anschließend klicken wir auf „Start“ und lassen SongKong arbeiten. Bei größeren Musikbibliotheken kann das beim ersten Mal durchaus mehrere Stunden dauern. Meine Empfehlung ist deshalb, die Bearbeitung der Musikbibliothek irgendwie zu unterteilen und nicht alles auf einmal zu bearbeiten, insbesondere dann, wenn man sich die von SongKong vorgenommenen Änderungen auch im Einzelnen anschauen möchte. SongKong erstellt hierzu einen hervorragenden, extrem ausführlichen Bericht in HTML, in dem jede Kleinigkeit dokumentiert ist und der mit jedem Browser angesehen werden kann.


Der von SongKong erzeugte Bericht in der Übersicht
Der von SongKong erzeugte Bericht in der Übersicht

Ein besonderer Schwerpunkt wurde bei SongKong auf das Tagging klassischer Musik gelegt. Die Anforderungen an Meta-Daten für klassische Musik sind ja bekanntlich ziemlich unterschiedlich zu denen für Pop und Rock Musik. Dabei geht es um wichtige Informationen wie Komponist, Dirigent oder Orchester. Bei Pop/Rock Musik enthält ein Album meistens die Songs eines Künstlers oder einer Gruppe. Die Kompositionen klassischer Komponisten hingegen heißen beispielsweise Symphonien oder Sonaten und werden als Werke und nicht als Alben bezeichnet. Darüber hinaus besteht ein Werk, wie eine Symphonie, aus mehreren Sätzen. Wenn klassische Musik als Album veröffentlicht wird, kann dieses Album nur Teile eines Gesamtwerks enthalten, umgekehrt aber auch mehrere Werke eines oder mehrerer Komponisten. Eine Anzeige nach Alben ist deshalb mitunter nicht besonders aussagekräftig. SongKong erkennt klassische Musik und stellt die zusätzlichen Informationen in besonderen Meta-Daten Feldern bereit. Darüber hinaus findet das Programm auch Informationen wie Opus, Nummer oder ausführende Künstler mit ihren Instrumenten.

Als Beispiel für die Fähigkeiten von SongKong bei klassischer Musik greifen wir deshalb das Album Beethoven Symphonien No.1 und 3 mit dem Royal Philharmonic Orchestra unter der Leitung von René Leibowitz heraus. Bei diesem Album war ich der Meinung, dass ich eigentlich recht gute Meta-Daten hinterlegt hätte. Schauen wir also, was SongKong dazu meint: Als erstes stellen wir fest, dass SongKong das eingebettete Album Cover gelöscht und durch ein Cover in höherer Auflösung, wie wir gleich sehen werden, ersetzt hat.

SongKong hat das bisherige Album Cover gelöscht
SongKong hat das bisherige Album Cover gelöscht

Allerdings findet SongKong nicht immer das richtige Cover. Um deshalb nicht allein wegen des Covers alle Änderungen rückgängig machen zu müssen, habe ich folgende Strategie angewendet. In meiner Musikbibliothek ist in fast allen Fällen das Cover zusätzlich im File-System abgespeichert. Im Reiter „Artwork“ habe ich deshalb eingestellt, dass SongKong das neu gefundene Cover bei besserer Qualität in die Song-Datei einbetten darf, lasse SongKong aber zusätzlich das neue Cover auch in das File-System schreiben, ohne die bereits vorhandene Bild-Datei zu überschreiben. In diesen Fällen kann ich dann später in aller Ruhe auswählen, und eventuell manuell mit einem Tagger das bisherige Cover wieder in die einzelnen Musik-Dateien kopieren. Ganz ohne Handarbeit geht es also nicht, wenn man seine eigenen Vorstellungen hat.


Der Reiter „Artwork“ mit den Einstellungen für die Album Cover
Der Reiter „Artwork“ mit den Einstellungen für die Album Cover

Ferner hat SongKong in den folgenden Feldern Änderungen vorgenommen.

SongKong hat an den vorhandenen Meta-Daten-Feldern Änderungen vorgenommen
SongKong hat an den vorhandenen Meta-Daten-Feldern Änderungen vorgenommen

Im Feld Album hat SongKong den Titel wesentlich ausführlicher gefasst. Der Komponist stand bereits am Beginn des Albumtitels. Wenn nicht, hätte SongKong diesen hinzugefügt. Dies erreichen wir durch zusätzliche Einstellungen im Reiter „Classical“. Hier können wir auch den Komponisten aus dem Feld Album Artist entfernen lassen, da für den Komponisten ein eigens Feld vorgesehen ist. Die übrigen von SongKong vorgenommenen Änderungen fallen unter die Kategorie Feinschliff.

Der Reiter „Classical“ mit den Einstellungen für klassische Musik
Der Reiter „Classical“ mit den Einstellungen für klassische Musik

SongKong hat nicht nur Felder gelöscht oder geändert, sondern auch eine Vielzahl neuer Felder hinzugefügt. Nachfolgend die beeindruckende Liste neuer Felder, wobei ich nur die wichtigsten ausgewählt und die mehr technischen Felder weggelassen habe.


Ein Auszug aus der Liste der hinzugefügten Felder
Ein Auszug aus der Liste der hinzugefügten Felder

Auffallend sind die vielen Sort Felder. Bei Feldern, wie Composer (Komponist) oder Conductor (Dirigent), erfolgt der Feldeintrag nämlich immer in der Reihenfolge Vorname - Nachname. Sucht man im Feld Composer, dann findet man Beethoven deshalb unter dem Buchstaben L wegen seines Vornamens Ludwig. Mit den Sort Feldern kann man die Anzeige des Felds Composer in der richtigen Reihenfolge erreichen. Allerdings funktioniert dies nur dann, wenn zu jedem Eintrag im Feld Composer auch ein entsprechender Eintrag im Feld Sort Composer existiert; da sind wir wieder bei dem Thema gut gepflegte Meta-Daten.

Man kann natürlich darüber streiten, ob so viele Felder überhaupt notwendig sind. Auch hier zeigt sich SongKong sehr flexibel und ermöglicht es uns, im Reiter „Format“ auszuwählen, dass bestimmte Felder nicht hinzugefügt werden. Paul empfahl mir allerdings, insbesondere MusicBrainz Id Felder, wie MB Recording Id, nicht abzuwählen, da diese von SongKong verwendet werden, um festzustellen, ob bereits ein Abgleich des betreffenden Stücks mit MusicBrainz stattgefunden hat. Wir könnten aber beispielsweise problemlos alle Sort Felder abwählen.

Der Reiter „Format“ mit der Auswahl, welche Felder SongKong nicht hinzufügen soll
Der Reiter „Format“ mit der Auswahl, welche Felder SongKong nicht hinzufügen soll

Wichtige Felder bei klassischer Musik sind Group und Work. Das Group Feld ist ein gutes Beispiel für das perfekte Zusammenspiel zwischen SongKong und MinimServer. Obwohl Group kein Standard Meta-Daten Feld ist, kann SongKong dieses Feld erzeugen und füllen, so dass die entsprechenden Stücke von MinimServer automatisch zusammengefasst werden. Ohne diese Funktion werden die Stücke, in unserem Beispiel die Sätze der Symphonien, einfach der Reihe nach angezeigt, wenn wir das Album öffnen.

Die Ansicht in Linn Kazoo ohne Gruppierung
Die Ansicht in Linn Kazoo ohne Gruppierung


Mit Hilfe der Gruppierung sehen wir nun auf einen Blick, dass das Album zwei verschiedene Werke, nämlich die Symphonien Nr. 3 und Nr. 1 von Beethoven, enthält. Damit können wir bequem eine gesamte Symphonie zum Hören auswählen, statt die einzelnen Sätze der jeweiligen Symphonie.

Die Ansicht in Linn Kazoo mit Gruppierung
Die Ansicht in Linn Kazoo mit Gruppierung

Mit einem Doppel-Klick auf die Symphonie Nr. 3 sehen wir dann wieder die einzelnen Sätze des Werks und können wieder jeden Satz getrennt auswählen.

Die Ansicht in Linn Kazoo mit unterhalb der Ebene Gruppierung
Die Ansicht in Linn Kazoo mit unterhalb der Ebene Gruppierung

Mit dem Feld Work hingegen können wir in unserer Datenbank gezielt nach einzelnen Werken, wie der Symphonie Nr. 3, suchen.

Die Ansicht in Linn Kazoo nach einzelnen Werken
Die Ansicht in Linn Kazoo nach einzelnen Werken

Diese wenigen Beispiele zeigen eindrucksvoll, wie perfekt SongKong bei Klassik arbeitet. Dies gilt, wie ich mich überzeugen konnte, für die Datei-Formate WAV, FLAC und DSD-DSF gleichermaßen und unabhängig von der Sampling-Rate.

Wer nun glaubt SongKong, sei nur etwas für Klassikliebhaber, für den habe ich noch ein Beispiel aus dem Bereich Pop/Rock: das bekannte Album Love Over Gold von den Dire Straits. SongKong hat an vorhandenen Meta-Daten wieder einiges auszusetzen und deshalb bestehende Felder geändert und neue hinzugefügt. SongKong bringt also auch bei Pop/Rock Alben einen deutlichen Zugewinn an Information.


Die von SongKong hinzugefügten Felder bei einem Pop/Rock Album
Die von SongKong hinzugefügten Felder bei einem Pop/Rock Album

Allerdings funktioniert auch bei SongKong nicht alles perfekt, wie das folgende Beispiel zeigt.

Hier hat SongKong ganz offensichtlich nichts rechtes gefunden
Hier hat SongKong ganz offensichtlich nichts rechtes gefunden

Hier bleibt nur die Funktion „Undo Fixes“. Wir wählen den betroffenen Ordner im File-System aus und SongKong macht alle Änderungen rückgängig. Dies funktioniert ganz hervorragend, wie ich mich in verschiedenen Fällen überzeugen konnte. Perfekt wäre eine Funktion, mit der nur einzelne Änderungen, wie Album Cover, zurückgenommen werden könnten. Allerdings besitzt SongKong gerade keine manuelle Tagging-Funktion. Wer es perfekt haben möchte, kommt um manuelle Eingriffe mit einem Tagger nicht herum. Und hier könnte Jaikoz, der große Bruder von SongKong, ins Spiel kommen.

Jaikoz bietet neben dem automatischen Abgleich der Datenbestände mit MusicBrainz und Discogs analog SongKong auch die Möglichkeit, ein Album halbautomatisch oder manuell mit einer ganz bestimmten Ausgabe bei MusicBrainz oder Discogs abzugleichen. Umgekehrt können neue Releases auch von Jaikoz nach MusicBrainz zurückgeschrieben werden. Darüber hinaus hat Jaikoz eine sehr übersichtliche Benutzeroberfläche, mit der man alle Felder schnell und einfach überarbeiten kann.


Die Benutzeroberfläche von Jaikoz, dem großen Bruder von SongKong
Die Benutzeroberfläche von Jaikoz, dem großen Bruder von SongKong

Jaikoz lässt sich nach meiner Erfahrung leicht bedienen und ist ein fantastischer Tagger, um seine Musik-Dateien automatisch, halbautomatisch oder manuell zu überarbeiten. Allerdings erfordern die vielen Funktionen schon ein gehöriges Maß an Einarbeitung und man sollte wissen, was man tut. Im direkten Vergleich wird damit das Konzept von SongKong noch klarer: mit einmal gewählten Grundeinstellungen soll dem Anwender die gesamte Arbeit bei der Überarbeitung seiner Meta-Daten vollautomatisch abgenommen werden.

STATEMENT

SongKong ist ein einfaches und zugleich mächtiges Werkzeug, mit dem man mit wenigen Klicks die Meta-Daten einer digitalen Musiksammlung überarbeiten kann. Die Ergebnisse sind absolut überzeugend. Eine klare Empfehlung!
Gehört mit
Computer Intel Core i5 2,5 GHz, 6 GB RAM, Windows 10 mit AudiophileOptimizer 2.0, iPad mini
Software MinimServer, JPlay 6.2, Linn Kazoo
Herstellerangaben
SongKong Standard
Leistung Unbegrenzt suchen
Hinzufügen akustischer Meta-Daten Nein
Parse Naim Rips Meta-Daten Nein
Melco Optimiert Nein
Geschäftliche Nutzung erlaubt Nein
Preis £25 ($31 USD)
Herstellerangaben
SongKong Pro
Leistung Unbegrenzt suchen mit doppelter Geschwindigkeit
Hinzufügen akustischer Meta-Daten Ja
Parse Naim Rips Meta-Daten Nein
Melco Optimiert Nein
Geschäftliche Nutzung erlaubt Nein
Preis £35 ($43 USD), £40 ($50 USD) (Melco discount)
Herstellerangaben
SongKong for Melco
Leistung Unbegrenzt suchen mit doppelter Geschwindigkeit
Hinzufügen akustischer Meta-Daten Ja
Parse Naim Rips Meta-Daten Ja
Melco Optimiert Ja
Geschäftliche Nutzung erlaubt Nein
Preis £50 ($62 USD)
Herstellerangaben
SongKong Commercial
Leistung Unbegrenzt suchen mit doppelter Geschwindigkeit
Hinzufügen akustischer Meta-Daten Ja
Parse Naim Rips Meta-Daten Ja
Melco Optimiert Nein
Geschäftliche Nutzung erlaubt Ja
Preis £99 ($122 USD)

Hersteller/Vertrieb
JThink Ltd.
E-Mail paultaylor@jthink.net
Web www.jthink.net/songkong/de/index.jsp

Weitere Informationen

  • Imagefolder tests/17-08-15_songkong
Mittwoch, 15 August 2007 02:09

JThink Ltd.

geschrieben von
Hersteller/Vertrieb
JThink Ltd.
E-Mail paultaylor@jthink.net
Web www.jthink.net/songkong/de/index.jsp
Mittwoch, 15 August 2007 02:06

JThink Ltd.

geschrieben von
Hersteller/Vertrieb
JThink Ltd.
E-Mail paultaylor@jthink.net
Web www.jthink.net/songkong/de/index.jsp
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