Freitag, 17 Januar 2020 00:21

BlockAudio C-Lock und C-Lock Lite

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Wer die Hifistatement-Kette im Sounds-Clever-Raum auf der letztjährigen High End gesehen und gehört hat, dürfte gemerkt haben, dass meine Kollegen und ich im Bemühen um erschwinglichen Wohlklang auch vor dem – übermäßigen? – Einsatz des klebrig schwarzen Fugenbandes nicht zurückschrecken. Zumindest bei Steckdosen gibt es ästhetischere Lösungen.

Für alle, denen sich die Kombination von Steckdosen und Fugenband nicht sofort erschließt, erzähle ich gerne, wie ich erstmals damit konfrontiert wurde: Vor mehr als einer Dekade testete ich die große Vorstufe von Esoteric Audio Research, die mir noch mehr wegen ihres hervorragenden Klanges als wegen ihres aufgrund einer Vielzahl eingebauter Übertrager extrem hohen Gewichts in bester Erinnerung geblieben ist. Zu dieser Zeit war Lothar Mertens hauptberuflich für den Vertrieb tätig und besuchte mich in meinem Hörraum um zu demonstrieren, wie der Klang der Kette mit einfachen Mitteln verbessert werden könnte. Unter anderem knetete er kleine Schlangen aus besagtem Fugenband und legte diese um die Netzstecker der beiden Filter für den analogen und digitalen Teil der Kette – und zwar an exakt der Stelle, wo das Steckergehäuse in der Wandsteckdose steckte. So wurden diese miteinander verbunden und mögliche Vibrationen zwischen den beiden wirkungsvoll verhindert. Das machte sich klanglich durchaus positiv bemerkbar: Das Klangbild wirkte offner, der Hintergrund schwärzer, die imaginäre Bühne etwas größer. Das waren natürlich keine weltbewegenden Veränderungen, aber der positive Effekt war auch damals mit meiner noch nicht extrem hochauflösenden Kette deutlich zu hören: nach dem korrekten – und völlig kostenlosen – richtigen Ausphasen der Geräte wohl eine der günstigsten Tuning-Maßnahmen überhaupt. Das ist und bleibt sie bis heute – vorausgesetzt, Sie scheuen weder den Kontakt mit der klebrigen schwarzen Masse noch den weniger eleganten Anblick der Stecker und Dosen nach vollendetem Tuning.

Hier ein Prototype der C-Lock-Dose. Das aktuelle SE-Modell baut auf Furutechs bester Wandsteckdose FT-SWS NCF mit rhodinierten Kupferkontakten auf und erfuhr noch einige Änderungen
Hier ein Prototype der C-Lock-Dose. Das aktuelle SE-Modell baut auf Furutechs bester Wandsteckdose FT-SWS NCF mit rhodinierten Kupferkontakten auf und erfuhr noch einige Änderungen

Auch wenn Sie sich mit der Haptik des Fugenbandes anfreunden konnten oder gar das Glück hatten, dass es jemand für Sie an Ort und Stelle anbringt, gibt es dennoch ein Argument gegen den Einsatz der schwarzen Knete: Sobald Sie etwa wegen eines Urlaubes die Anlage vorsichtshalber vom Netz trennen möchten, kommt das böse Erwachen. Zwar lässt sich der Stecker locker aus der Dose ziehen, doch an beiden kleben jetzt Reste des Fugenbandes. Keine schöne Aufgabe, beide von den klebrigen Überbleibseln zu reinigen und beim Inbetriebnehmen der Kette wieder eine Schlange zu formen und diese auf den Übergang von Stecker und Dose zu kleben. Darüber, ob das für Jiri Nemec und Dan Oudes der Grund war, eine Steckdose mit einem Klemm-System für den Stecker zu entwickeln, kann man nur mutmaßen. Keinen Zweifel gibt es allerdings daran, dass ihre Konstruktion ebenso so konsequent auf Qualität setzt wie ihre enorm beeindruckende BlockAudio-Vor/Endstufen-Kombination und ihr Statement in Sachen Zwei-Wege-Regal-Lautsprecher. Die erste C-Lock-Version baute auf einer sehr hochwertigen Furutech-Wandsteckdose auf. Ich habe sogar ein Exemplar davon bekommen, konnte es aber nicht verwenden, da ich für meine Anlage eine Dreierkombination benötige. Ich hätte zwar den Furutech-Einsatz gegen einen meiner HMS-Varianten tauschen können, die Abdeckplatte mit der Klemm-Vorrichtung aber nicht montieren können.

Die Steckdosen-Abdeckung mit Klemm-Mechanismus für das System 55
Die Steckdosen-Abdeckung mit Klemm-Mechanismus für das System 55


Inzwischen gibt es die C-Lock SE, die auf Furutechs jetzigem Top-Modell FT-SWS NCF, dem Steckdosen-Einsatz mit Rhodium-plattierten Kupferkontakten, basiert. In dieser Ausführung ist auch eine Doppel-Steckdose erhältlich, aber leider keine Dreifach-Variante. Seit kurzem werden auch noch zwei erschwinglichere Versionen angeboten, die auf dem System 55 des deutschen Herstellers Gira aufbauen. Die Zahl bezeichnet die Abmessungen der Steckdosen-Abdeckung in Länge und Breite, die in ein- oder mehrfache Rahmen in unterschiedlichen Farben und mit verschiedenen Oberflächen eingesetzt werden. Block Audio bietet nun eine Steckdosen-Abdeckung mit den Maßen 55 mal 55 Millimeter an, auf der ein Klemm-Mechanismus montiert ist. Der wirkt nicht ganz so satt: Zwar kommt hier der gleiche Magnesium-Ring mit innenliegendem Silikonring wie beim SE zum Einsatz, aber beim Lite läuft er auf einen Gewindestück aus Plastik, während beim SE an dieser Stelle in der aktuellen Version Edelstahl verwendet wird.

Wenn der weiße Silikonring durch das Herunterschrauben des Magnesium-Rings auf dem Gewinde gequetscht und nach innen gedrückt wird, fixiert er den von ihm umschlossenen Stecker
Wenn der weiße Silikonring durch das Herunterschrauben des Magnesium-Rings auf dem Gewinde gequetscht und nach innen gedrückt wird, fixiert er den von ihm umschlossenen Stecker

Die beiden Varianten des C-Lock Lite unterscheiden sich lediglich durch das mitgelieferte Zubehör: Für etwa 120 Euro bekommt man eine Abdeckung inklusive Klemmvorrichtung für das System 55, die man beispielsweise auf einen bereits in der Wand montierten Steckdosen-Einsatz von Gira schrauben kann. Dann braucht man für Umrüstung ledig eine Schraube zu lösen, die alte Abdeckung zu entfernen, an ihrer Stelle den C-Lock Lite einzusetzen und anschließend eine Schraube festzuziehen. Das funktioniert übrigens auch bei Steckdosen-Einsätzen von HMS, da ihnen auch das System 55 zugrunde liegt. Auf diese Weise habe ich auch schon zwei meiner drei für die Anlage vorgesehenen Steckdosen umgerüstet. Investiert man 20 Euro mehr, liegt der Abdeckung inklusive Klemmvorrichtung auch noch ein Rahmen für eine Einfachdose und ein Standard-Steckdosen-Einsatz von Gira bei.

Recht gut zu sehen: Je weiter der Ring auf das feststehende Gewindeteil geschraubt wird, desto weiter wird der Silikonring nach innen gedrückt
Recht gut zu sehen: Je weiter der Ring auf das feststehende Gewindeteil geschraubt wird, desto weiter wird der Silikonring nach innen gedrückt


Selbstverständlich ist ein Steckdosen-Einsatz mit höherem Kontaktdruck und bestem Leitermaterial ebenso wichtig wie der möglichst vibrationsfreie Sitz der Steckers in der Dose. Die Produkte von BlockAudio ermöglichen es, auch in Kombination mit Einsätzen von Furutech respektive HMS für ihre Kette eine angemessene Lösung zu finden. Ich würde vorschlagen, Sie beginnen mit etwas Fugenband und denken bei einem positive Effekt über eine weniger klebrigere Lösung nach. Ich werde mich wohl in nicht allzu ferner Zukunft näher mit Furutechs FT-SWS NCF beschäftigen, selbst wenn ich bei deren drei mit BlockAudios C-Lock Lite und einem Gira-Rahmen vorlieb nehmen muss.

STATEMENT

Block Audio bietet mit seinen C-Lock-Produkten Lösungen zur Verhinderungen von Vibrationen zwischen Steckdose und Stecker an. Auch wenn es schwer sein mag, sich deren negative Auswirkungen auf den Klang vorzustellen, sollten Sie diesen in einem ersten Schritt mit Fugenband entgegenwirken, um schließlich ein eleganteres Gegenmittel zu wählen. Bei Block Audio haben Sie die Wahl, ohne sich gleich finanziell zu ruinieren.
Gehört mit
NAS Melco N1ZH/2, WDMyCloud
Streamer Auralic Aries G1
D/A-Wandler Chord Electronics DAVE
LAN-Switch SOtM sNH-10G i mit Keces P8
10-MHz-Clock SOtM SCLK-OCX10 mit Keces P8
Plattenspieler Brinkmann LaGrange mit Röhrennetzteil
Tonarm Thales Simplicity, Einstein The Tonearm 12
Tonabnehmer Lyra Olympos SL und Etna, Transrotor Tamino
Phonostufe Einstein The Turntable‘s Choice (sym)
Vorverstärker Einstein The Preamp, Audio Exklusiv R7
Endstufe Einstein The Poweramp
Lautsprecher Kaiser Acoustics Kawero! Classic, Göbel Epoque Aeon Fine
Kabel Goebel High End Lacorde Statement, Audioquest Dragon HC, Tornado (HC) und NRG-Z3,, Swiss Cables
Zubehör AHP Klangmodul IV G, Audioquest Niagara 5000 und 1000, Synergistic Research Active Ground Block SE, HMS-Wandsteckdosen, Acapella Basen, Acoustic System Füße und Resonatoren, Artesania Audio Exoteryc, Harmonix Real Focus und Room Tuning Disks, Audio Exklusiv Silentplugs
Herstellerangaben
C-LOCK SE
  • Absolut neues und einzigartiges Klemm-System für die High-End-Stromversogung
  • Passend für alle Netzkabel mit einem Stecker von 35 bis 41 Millimeter Durchmesser
  • Clevere und benutzerfreundliche Konstruktion
  • Furutech FT-SWS NCF Rhodium-plattierte Wandsteckdose
  • Referenz-Fertigungsqualität
  • Dank C-LOCK SE wird Ihr Kabel nicht mehr herunterhängen
  • Preis: 350 Euro
Herstellerangaben
C-LOCK Lite
  • Die Vorteile des Locking System mit dem richtigen Preisniveau für Ihr Audio-System
  • Einfache Konstruktion
  • Passend für alle Netzkabel mit einem Stecker von 35 bis 41 Millimeter Durchmesser
  • Klares Design
  • Der eigentliche Anfang Ihrer High-End-Kette
  • Dank LOCK LITE wird Ihr Kabel nicht mehr herunterhängen
  • Preis: 140 Euro mit Gira-Steckdosen-Einsatz120 Euro als Upgrade für HMS-Steckdose

Hersteller
BLOCKAUDIO s.r.o.
Anschrift Vodární 1179/1A
779 00 Olomouc
Tschechische Republik
Telefon +420 604 514 282
E-Mail ms@blockaudio.com
Web www.blockaudio.com

Weitere Informationen

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Sonntag, 16 Januar 2000 01:11

Klipsch Audio

geschrieben von
Hersteller
Klipsch Audio
Web de.klipsch.com
Sonntag, 16 Januar 2000 01:08

Osiris Audio AG

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Vertrieb
Osiris Audio AG
Anschrift Borsigstraße 32
65205 Wiesbaden
Telefon +49 6122 727600
E-Mail shop@osirisaudio.de
Web osirisaudio.de

Klipsch Audio und McLaren Racing freuen sich, einen ganz besonderen Schulterschluss ankündigen zu dürfen. Beginnend mit der Formel 1 Saison 2020 startet eine mehrjährige Partnerschaft der beiden innovationsgetriebenen Unternehmen, die gemeinsam für besten Sound kräftig Gas geben.

McLaren Racing und Klipsch vereinen ihr Know-how, um gleichermaßen klangstarke wie innovative Kopfhörer und mobile Audioprodukte zu entwickeln, die zusätzlich noch schnittig aussehen. Im Rahmen der CES 2020 (Consumer Electronics Show) wurden die ersten Kopfhörer der „Klipsch x McLaren“-Kollektion vorgestellt. Sie bestechen durch den Einsatz feinster Materialien sowie fortschrittlichster Technologie in Einklang mit einem fließenden Design sowie optischen Akzenten in der charakteristischen McLaren Farbe Papaya-Orange.

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Die revolutionären Klipsch x McLaren T10 True Wireless Smart In-Ear-Kopfhörer sind deutlich kleiner und leichter als andere True Wireless Kopfhörer – und sie sind smart! Dafür sorgt ein eingebautes Betriebssystem samt künstlicher Intelligenz, das eine fortschrittliche Gestensteuerung für maximalen Komfort ermöglicht. Diese Kopfhörer vereinen den legendären Klipsch Sound mit herausragender Sprachkontrolle und Telefonie dank Dual-Microphone Active Noise Cancellation. Und das bei einer Batterielaufzeit von bis zu sechs Stunden. Für den erstklassigen Klang sind die gleichen BA-Treiber verantwortlich, die schon bei den preisgekrönten Klipsch X10i Kopfhörern zum Einsatz kommen und für eine ebenso kräftige wie dynamische Wiedergabe sorgen. In besonders lauten Umgebungen kann auf Knopfdruck der neue Turbo Boost Modus zugeschaltet werden. Bestens geschützt werden die Klipsch x McLaren T10 True Wireless Smart Earphones durch ein innovatives Case im McLaren Design mit modernen magnetischen Klappen.

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Mit topmoderner Dual-Microphone Active Noise Cancellation blenden die Klipsch x McLaren Over-Ear ANC Kopfhörer selbst die lautesten Umgebungen effektiv aus. Und das besonders ausdauernd, denn mit ultra-bequemen Ohrpolstern aus Memory Foam, geringem Gewicht, drahtloser Bluetooth-Anbindung und bis zu 30 Stunden Batterielaufzeit gibt es kaum Gründe, die Kopfhörer wieder abzusetzen. Das FlightCase™ mit USB-C-Ladeanschluss macht diese Kopfhörer zudem zu idealen Reisebegleitern.

Wetterfest: Die Klipsch x McLaren T5 Sport True Wireless In-Ear-Kopfhörer bleiben auch bei einem fortgeschrittenen Workout an Ort und Stelle und liefern den passenden Soundtrack beim Joggen oder im Fitnessstudio. Die robusten Ohrhörer sind staub- und wasserdicht nach IP67-Standard. Das Ladecase verfügt zudem über ein einzigartiges Feuchtigkeitsabfuhrsystem und unterstützt drahtloses Laden. Dank zusätzlicher Ohrflügel gewährleisten die In-Ears einen besonders sicheren Sitz, während die patentierte True Comfort Technologie die anatomischen Gegebenheiten des menschlichen Ohrs berücksichtigt und somit einen einmaligen Tragekomfort ermöglicht.

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Weitere Informationen sind unter Klipsch.com/CES zu finden. Preise und Verfügbarkeiten werden zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben.

Hersteller
Klipsch Audio
Web de.klipsch.com

Vertrieb
Osiris Audio AG
Anschrift Borsigstraße 32
65205 Wiesbaden
Telefon +49 6122 727600
E-Mail shop@osirisaudio.de
Web osirisaudio.de

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Mittwoch, 15 Januar 2020 01:32

AperionAudio Subwoofer jetzt in Deutschland

Auf ihrem Heimatmarkt USA sorgen die Subwoofer von AperionAudio bereits für Furore – nun auch in Deutschland! Sowohl der Bravus II 10D als auch der Bravus II 12D sind ab sofort bei HifiPilot erhältlich

Die beiden, jeweils mit drei (!) Membranen bestückten Subwoofer vereinen die Vorteile einer geschlossenen mit denen einer Bassreflex-Konstruktion – nur ohne die jeweiligen Nachteile. Dank einer aktiven Downfire-Membran und zweier Passivmembranen kommen die Subwoofer mit einem kompakten Gehäuse aus und erreichen dennoch einen beachtlichen Tiefgang. Dabei bleiben sie jedoch aufgrund des geschlossenen Gehäuses stets präzise. Mit den drei speziellen Aluminium-Ultra-Longstroke Membranen versorgen die Subwoofer auch anspruchsvolle Heimkinos mit trockenem, dynamischen Bass.

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Hinter der aktiven Membran steht eine Hochleistungsendstufe, die bis zu 850 Watt an die Chassis liefern kann. Die äußerst effiziente Konstruktion der Endstufe stellt die Leistung in Bruchteilen von Sekunden zur Verfügung, wann immer sie benötigt wird. Weitere technische Informationen zum Bravus II 10D finden sie hier, die zum Brabus II 12D unter diesem Link.

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Zur Feier der Markteinführung werden die Subwoofer im Rahmen einer einmaligen Sonderaktion mit bis zu 30% Rabatt angeboten:

Vertrieb
HifiPilot GmbH
Anschrift Höhenstr. 7
75239 Eisingen
Telefon +49 7232 3640155
E-Mail kontakt@hifipilot.de 
Web www.hifipilot.de

Weitere Informationen

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Dienstag, 14 Januar 2020 00:47

Pro-Ject RPM 9 Carbon SuperPack

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Sie suchen einen technisch ausgereiften, hochwertigen Komplett-Plattenspieler ohne Schnickschnack? Einen, der herausragend klingt, toll aussieht und einen famosen Arm hat, der auch Top-Abtaster voll ausnutzt? Und dazu noch preisgünstig ist? Et voilà – mit dem RPM 9 Carbon SuperPack bietet Pro-Ject einen absoluten No Brainer an!

Im Herbst des letzten Jahres bat mich Dirk Sommer um einen Vorschlag für ein Testgerät. Er grenzte lediglich die Gerätekategorien etwas ein, so kam zum Beispiel auch ein Plattenspieler in Betracht. Also freie Bahn für mich! Ziemlich schnell war mir klar, dass ich einen Dreher von Pro-Ject zum Test bestellen wollte. Ich bin nämlich sowas wie ein Pro-Ject-Fan. Vor circa eineinhalb Dekaden hatte ich mir mal einen Pro-Ject RPM 6 – dieses Modell gibt es heute gar nicht mehr – im Paket mit einem Sumiko Blue Point No. 2 zugelegt, später kam für eine Zweitanlage ein Debut III mit Ortofon VinylMaster Red ins Haus. Letztgenannter ist aus meiner Sicht übrigens im Brot-und-Butter Segment bis heute der unerreichte Preis-Leistungs-Champion. Ich darf also mit Fug und Recht behaupten, mit der Marke Pro-Ject durchaus vertraut zu sein.

Meine Wahl für diesen Test fiel auf das Modell RPM 9 Carbon, welches über den deutschen Vertrieb ATR Audio Trade GmbH auch als so genanntes „SuperPack“ zusammen mit dem vormontierten Tonabnehmer Ortofon MC Cadenza Red angeboten wird. Praktischerweise vertreibt die Audio Trade GmbH in Deutschland nämlich auch Ortofon und kann dadurch für den Kunden preislich interessante Gesamtpakete schnüren. In diesem Fall muss der Käufer gegenüber dem regulären Preis von 1995 Euro für den RPM 9 mit Tonarm 9cc Evolution lediglich 680 Euro Aufpreis für das Ortofon MC Cadenza Red anstatt den regulären Listenpreis von 1100 Euro bezahlen.

Der schmucke Pro-Ject RPM 9 Carbon in seiner vollen Pracht
Der schmucke Pro-Ject RPM 9 Carbon in seiner vollen Pracht

Für mich als Tester ist dieses „SuperPack“ ebenfalls total praktisch, weil ich nämlich der Tonabnehmer-Montagemuffel-Fraktion angehöre. Ich bin zwar grobmotorisch nicht allzu ungeschickt veranlagt, wobei ich diese Einschätzung aus Sicht meiner Frau exklusiv habe, allerdings bin ich faul und ungeduldig. Und deshalb freue ich mich einfach über einen vom deutschen Vertrieb akkurat und präzise vormontierten Top-Tonabnehmer von Ortofon. Hatte ich eigentlich schon erwähnt, dass Ortofon meine Lieblings-Tonabnehmermarke ist?


Nachdem ich mich jetzt also gleich zu Beginn des Tests indirekt als voreingenommen geoutet habe, kann ja eigentlich nichts mehr schief gehen, oder? Nun, die aufgerufenen 2675 Euro sind absolut gesehen natürlich nicht „billig“ im eigentlichen Sinn und liegen auch nicht unbedingt nahe bei markanten psychologischen Grenzen wie 1000, 1500 oder 5000 Euro, sondern eher im preislichen Niemandsland. Ich persönlich glaube nämlich, ohne fundierte Belege vorweisen zu können, sondern lediglich auf meine Markterfahrung stützend, dass Plattenspieler-Gesamtpakete in der Klasse sagen wir einmal zwischen 2500 und 3000 Euro rein auf die Absatzzahlen des Marktes bezogen eher unterrepräsentiert sind, sogar gegenüber deutlich teureren Geräten.

Highlight: der großartige Tonabnehmer Ortofon MC Cadenza Red ist im SuperPack enthalten
Highlight: der großartige Tonabnehmer Ortofon MC Cadenza Red ist im SuperPack enthalten

An wen richtet sich dieses Plattenspielerpaket also? Na, an Typen wie mich zum Beispiel! An Leute, denen viel Chrom, Bling Bling und unnötiger Zierrat schnuppe sind. An Vinyl-Liebhaber, die einen technisch bis ins Detail ausgereiften Dreher suchen, der genug Potential besitzt, dass man mit ihm auch alt werden könnte, ohne sich nach zwei oder drei Jahren auf die Suche nach einer Alternative begeben zu müssen à la „na ja, ist ja ganz nett, aber da geht doch noch was…“ An Vernünftige, die wissen, dass ausgefeilte technische Lösungen und hohe Fertigungsqualität zwar ihren Preis haben, die aber preislich trotzdem auf dem Teppich bleiben wollen.

Die Magnetfeld-Füße entkoppeln den Plattenspieler sehr effektiv vom Untergrund
Die Magnetfeld-Füße entkoppeln den Plattenspieler sehr effektiv vom Untergrund

Beim Aufbau des Geräts offenbaren sich denn auch gleich automatisch einige der bereits erwähnten technischen Finessen. Bei den drei in die Gewinde unter dem Chassis einzuschraubenden Gerätefüße handelt es sich um Magnetfeld-Füße, die auf clevere Weise den gesamten Plattenspieler in vertikaler Richtung von seiner Stellfläche entkoppeln und damit ähnlich wie ein „Schwabbler“ wirken – also wie ein in einem Grundchassis federnd aufgehängtes Subchassis, wie es „früher“ die Regel war. Dass der Plattenspieler mithilfe der Libelle perfekt „ins Wasser“ zu stellen, also waagerecht auszurichten ist, versteht sich von selbst. Und das passiert bitteschön nicht durch Verstellen der Magnetfüße per „Justage“ über das fein laufende Gewinde (diese werden fest bis zum Anschlag geschraubt), sondern über eine entsprechende Ausrichtung der Stellfläche… Das Chassis mit seiner charakteristischen Carbon-Optik beinhaltet ein vergossenes Granulat zur Schwingungsdämpfung und verfügt bereits über ein solides Grundgewicht. Doch spätestens beim Positionieren des sieben Kilogramm schweren Aluminiumplattentellers auf der Lagerachse des Gerätechassis wird klar, dass wir es hier mit einem Dreher der Kategorie Masselaufwerk zu tun haben.


Die Lagerachse zur Aufnahme der unter dem Plattenteller befindlichen Lagerbuchse
Die Lagerachse zur Aufnahme der unter dem Plattenteller befindlichen Lagerbuchse

Der fette Plattenteller verfügt über eine schwingungsdämpfende Ringeinlage aus Gummi
Der fette Plattenteller verfügt über eine schwingungsdämpfende Ringeinlage aus Gummi

Schließlich wird dem Laufwerk der seinerseits über drei kleine Gummifüße entkoppelte Motor zur Seite gestellt und per Distanzlehre korrekt positioniert. Der Motor an sich ist übrigens ein extrem ruhiger und leiser Vertreter seiner Art. Der Antriebsriemen wird anschließend um den Plattenteller und um die Riemenscheibe der Motorachse – Pulley – geschlungen. Das Ganze passiert bitteschön nicht mit schweißigen Fingern, sondern mithilfe der dem Paket beiliegenden Handschuhe, um vorzeitiges Altern des Riemens und Schlupf durch einen fettigen Tellerrand zu vermeiden. Das Umschalten zwischen den Drehzahlen 33 und 45 UPM erfolgt durch einen kurzen Tastendruck auf den mit STBY bezeichneten Schalter.

Die Motoreinheit mit Pulley und Antriebsriemen erlaubt das Umschalten der Drehzahl per Tastendruck
Die Motoreinheit mit Pulley und Antriebsriemen erlaubt das Umschalten der Drehzahl per Tastendruck

Der korrekte Abstand zwischen Plattenteller und Pulley wird per Distanzlehre eingestellt
Der korrekte Abstand zwischen Plattenteller und Pulley wird per Distanzlehre eingestellt

Ein weiteres Schmankerl dieses Pakets ist ganz gewiss der Tonarm 9cc Evolution. Das Carbonrohr mit integrierter Headshell ist klanglich vorteilhaft, weil es keine mechanischen Übergänge gibt. Nachteil: Die Montage von Tonabnehmern gerät im Vergleich zu abnehmbaren Headshells viel fummeliger und es ist sehr viel Sorgfalt angebracht, um zum Beispiel die Präzisions-Kugellager des Tonarmlagers nicht durch unnötige Belastungen beim Umbau zu beschädigen. Perfektionisten bauen gleich den ganzen Arm aus und legen ihn auf den Rücken… Was mir aber alles völlig egal ist, denn wie bereits erwähnt bin ich ja ein Tonabnehmer-Montagemuffel und lasse sowas gerne von Experten vornehmen, die das besser können als ich.


Ausgereifte Sache: der Pro-Ject Tonarm 9cc Evolution
Ausgereifte Sache: der Pro-Ject Tonarm 9cc Evolution

Am Heck des Tonarms befindet sich das Gegengewicht sowie das Antiskating-Gewicht
Am Heck des Tonarms befindet sich das Gegengewicht sowie das Antiskating-Gewicht

Die Auswahl mitgelieferter Gegengewichte erlaubt den Einsatz von Tonabnehmern zwischen fünf und 14 Gramm Gewicht
Die Auswahl mitgelieferter Gegengewichte erlaubt den Einsatz von Tonabnehmern zwischen fünf und 14 Gramm Gewicht

Das Antiskating-Gewicht sowie das zum Tonabnehmer passende Gegengewicht sind schnell montiert, die korrekte Auflagekraft ist ruckzuck eingestellt. Azimut und VTA sind ohnehin korrekt vorjustiert. Gut so! Und auf langweilige Experimente mit alternativen Phonokabeln habe ich sowieso verzichtet – der Name des beigelegten Pro-Ject Connect it 5P-CC klingt schon so sperrig, das schien mir hochanständig zu sein.

Das Phonokabel Connect it 5P-CC ist im Paket enthalten
Das Phonokabel Connect it 5P-CC ist im Paket enthalten

Habe ich noch was vergessen? Ach ja, natürlich, im Paket wird wie eingangs erwähnt das großartige System MC Cadenza Red von Ortofon – perfekt vormontiert! – mitgeliefert. Ein mir bekanntes Sahneteil, das über jeden Zweifel erhaben ist. Und das natürlich auch eine Top-Phonostufe verdient, damit das mal klar ist.


Schließlich kommen wir zum entscheidenden Kriterium: Was bringt dieses Schwergewicht denn nun klanglich auf die Platte? Der erste Eindruck war sehr unspektakulär, und das meine ich im besten Sinne positiv. Die oft mit Spielfreude verwechselte Hektik vieler „Bretter“ ist ihm völlig fremd. Souveränität, Schwärze im Hintergrund bei leisen Passagen oder Pausen kennzeichnen seinen Charakter. Oder treffender formuliert: Der Pro-Ject RPM 9 Carbon wirkt extrem gelassen. Er scheint einfach zu wissen, wie es geht und schüttelt tiefe Töne mit angemessener Schwärze und Druck aus dem Ärmel, wo leichtgewichtigere Vertreter seiner Zunft häufig ein wenig anämisch klingen. Dabei bleibt die Spielfreude keineswegs auf der Strecke. Womöglich wirkt das spritzige Ortofon MC Cadenza Red hier sogar ein wenig kompensatorisch – ich würde jedenfalls nicht unbedingt einen in seiner Gangart allzu gediegenen, dunkel timbrierten Tonabnehmer zum RPM 9 gesellen.

Der schwere Plattenpuck sollte zur Fixierung der Vinylscheiben unbedingt verwendet werden
Der schwere Plattenpuck sollte zur Fixierung der Vinylscheiben unbedingt verwendet werden

Mit ein paar obligatorischen Klassikern ließ sich das leicht überprüfen: Das Intro der unwiderstehlichen „Hells Bells“ von AC/DC (Back in Black, Atlantic Records, 1980) offenbart grundsätzlich unmittelbar jede Schwäche insbesondere im Tieftonbereich. Die Höllenglocken schepperten hier derart wuchtig und weiträumig vor einem pechschwarzen Hintergrund, dass es schon fast unheimlich und irgendwie gruselig schön war. Manch einer mag das als tumbe Effekthascherei abtun. Aber weit gefehlt. Wenn schließlich Gitarrenriffs und Drums einsetzten und Brian Johnson zu singen begann, war da einfach nur noch pure Spielfreude zu hören. Der RPM 9 bewies ein tolles Rhythmusgefühl und alle Instrumente waren klar zu differenzieren, ohne in einem Geräuschteppich zu versumpfen. Kleinste noch so verästelte Klangstrukturen ließen sich leicht verfolgen – wenn man es denn wollte. Ein Analytiker am Werk also? I wo!

Auch Klassisches überzeugte in Sachen Raumstaffelung und Klangfarbentreue, wie zum Beispiel Vivaldis „Die vier Jahreszeiten“ (Yehudi Menuhin, His Master´s Voice, 1985). Auch wenn Klassik nicht immer so ganz mein Ding ist: Streicher und Blasinstrumente kamen in ihren Klangfarben so echt und authentisch rüber, wie ich es selten erlebt habe. Vor allem aber lässt sich nur mit „echten“ Ensembles die Raumabbildung wirklich überprüfen – und hier stimmte subjektiv einfach alles! Instrumente hatten viel „Luft zum Atmen“, einfach genügend Raum um sich herum und insbesondere die Tiefenstaffelung überzeugte. Chapeau!


Das atmosphärische Meisterwerk The Joshua Tree von U2 (Island Records, 1987) nutzt sich bei mir bis heute zum Glück nicht ab – auf den Tag warte ich schon lange – und ich werde nicht müde, es immer mal wieder hören zu wollen. Das Tolle: Ohne eine einzige Notiz war die Scheibe durchgehört, die Auslaufrille raspelte leise und spätestens jetzt war klar, dass sich mit diesem Setup unglaublich gut in die Musik abtauchen ließ, ohne sich angestrengt auf den „Klang“ zu konzentrieren.

STATEMENT

Die große Stärke dieses Plattenspielers ist, dass er keinerlei Schwächen hat, ohne auch nur im Geringsten langweilig zu sein. Der Pro-Ject RPM 9 Carbon ist ein technisch ausgereifter Dreher, den preisbewusste Connaisseure als Hidden Champion in Betracht ziehen werden, um mit ihm in Rente zu gehen.
Gehört mit
Phono-Vorstufe EAR Yoshino 834P
Endstufe Sun Audio Uchida SV-2A3
Lautsprecher Diverse DIY Vollbereichsbreitbänder: Open Baffle (Ciare CH250), Transmissionline (Seas FA22RCZ & Seas Exotic F8), Tapered Quar-ter Wave Tube (Tang Band W8-1772), Backloaded Horn (Fostex FE206En)
Zubehör Reson LSC Lautsprecherkabel, StraightWire Symphony II NF-Kabel
Möbel DIY
Herstellerangaben
Pro-Ject RPM 9 Carbon SuperPack
Geräteart Plattenspieler mit Tonarm und Tonabnehmer (MC)

Pro-Ject RPM 9 Carbon
 
Drehzahlen 33/45 Umdrehungen pro Minute
Drehzahlabweichung +/- 0,1%
Drehzahlschwankung +/- 0,06%
Rumpeln 73dB
Effektive Tonarmmasse 8g
Effektive Tonarmlänge 9“ (230mm)
Überhang 18mm
Leistungsaufnahme 12W max / <0,3W Standby
Netzteil 15V DC / 1,6A AC, 90-264V AC, 47-63Hz
Gewicht 16,5 kg
Abmessungen 440 x 180 x 325mm
Preis 2675 Euro
(1995 Euro ohne Tonabnehmer)

Ortofon MC Cadenza Red
 
Empfohlene Auflagekraft 25mN (2,5g)
Abtastwinkel 20 Grad
Gleichstromwiderstand 5 Ohm
Empfohlener Abschlusswiderstand 50-500 Ohm
Gehäusematerial Edelstahl/Aluminium
Höhe 18mm
Gewicht 10,7g
Besonderheit Wicklung aus Reinsilberdraht
Preis inklusive im SuperPack (1100 Euro Einzelpreis regulär)

Vertrieb
ATR - Audio Trade
Anschrift Hi-Fi Vertriebsgesellschaft mbH
Schenkendorfstraße 29
D-45472 Mülheim an der Ruhr
Telefon +49 208 882660
E-Mail email@audiotra.de
Web www.audiotra.de

Weitere Informationen

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  • Social Introtext Sie suchen einen technisch ausgereiften, hochwertigen Komplett-Plattenspieler ohne Schnickschnack? Einen, der herausragend klingt, toll aussieht und einen famosen Arm hat, der auch Top-Abtaster voll ausnutzt? Und dazu noch preisgünstig ist? Et voilà – mit dem RPM 9 Carbon SuperPack bietet Pro-Ject einen absoluten No Brainer an!
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Montag, 10 Januar 2000 00:40

AudioQuest Europa

geschrieben von
Hersteller
AudioQuest Europa
Anschrift Hoge Bergen 10
Roosendaal 4704RH
Niederlande
Telefon +31 165 82 00 63
Mobil +44 7575 689 632
Web de.audioquest.com

GoldenEar Technology, Hersteller einiger der weltweit hochwertigsten audiophilen Lautsprecher, und The Quest Group, bekannt als Eigentümer der AudioQuest-Marke für Kabel, Niagara-Produkte und DragonFly-DACs, freuen sich, bekannt zu geben, dass GoldenEar Teil der The Quest Group geworden ist.

The Quest Group ist ein kalifornisches Unternehmen, das sich zu 100 Prozent im Besitz des Gründers und CEO von AudioQuest, Bill Low, befindet. Nachfolgend finden Sie den Brief, den Sandy Gross heute Morgen an die GoldenEar-Händler und Export-Distributoren verschickt hat:

“Ich möchte Ihnen einige sehr aufregende Neuigkeiten mitteilen: Unsere Branche hat in den letzten Jahren eine bemerkenswerte Reihe von Fusionen und Übernahmen erlebt. Jetzt freue ich mich, Ihnen mitteilen zu können, dass The Quest Group, der Eigentümer von AudioQuest, GoldenEar Technology erworben hat. Die Quest Group, bekannt als Erfinder und Lieferant der Marke AudioQuest, gehört Bill Low, einem leidenschaftlichen Audiophilen. Sie hat definiert, wie ein Fokus auf audiophile Leistung mit Marktkenntnis und -verständnis, Marketing-Exzellenz und operativer Exzellenz kombiniert werden kann, um außergewöhnliche Ergebnisse zu erzielen Alle diese positiven Aspekte spiegeln das wider, worum es bei GoldenEar geht, jedoch mit größerer Stärke, Ressourcen und Fähigkeiten.

Don Givogue, Bob Johnston und ich haben GoldenEar vor zehn Jahren mit der Vision gegründet, einen amerikanischen Klassiker zu schaffen: ein starkes, leistungsorientiertes High-End-Audio-Unternehmen, das eine führende Position auf der Weltbühne einnehmen würde. Wir haben hervorragende Produkte entwickelt, die in ihrer Kombination aus Leistung und Wert ihresgleichen suchen. Durch unser schlagkräftiges Marketing, unsere Werbung und unsere fantastischen Rezensionen sind wir zu einer festen Größe auf dem Lautsprechermarkt geworden. In Nordamerika haben wir über die besten stationären Händler ein umkämpftes Vertriebsnetz aufgebaut. Auf den internationalen Märkten haben wir begonnen, mit Distributoren in 35 Ländern eine ebenso beneidenswerte weltweite Präsenz aufzubauen.

Als Don vor einigen Jahren auf mich zukam, um mir mitzuteilen, dass er in Rente gehen wollte, stellte er mich vor die Herausforderung, den richtigen Geschäftspartner für GoldenEar zu finden – einen, der versteht, wer wir sind, was wir tun und wie wir es tun es. Die Wahl war klar: Ich kenne Bill Low seit fast 50 Jahren, als ich zum ersten Mal durch das Land gereist bin, um Polk Distribution aufzubauen. Damals hatte Bill ein kleines High-End-Audiogeschäft in Portland, Oregon, und als zwei fanatische Audiophile haben wir uns sofort verstanden und sind seitdem Freunde. Deshalb bin ich mit Begeisterung auf Bill zugegangen, um GoldenEar in die Quest Group zu holen, und bin bei AudioQuest eingestiegen. Heute geben wir diese Kombination bekannt.

Ich möchte meine lebenslange Arbeit fortsetzen, großartige Lautsprecher zu entwickeln und auf den Markt zu bringen. Don war die operative Seite des Geschäfts, und ich glaube, dass die operative Stärke innerhalb der Quest Group mehr als in der Lage sein wird, den Ball aufzunehmen und voranzukommen. Ich denke, dass die Fähigkeiten von TQG uns dabei helfen werden, eine noch effektivere Marktpräsenz aufzubauen und zu strukturieren. Mit ihrer Hilfe und Unterstützung bin ich zuversichtlich, dass unser Verkaufsteam wächst und Ihnen, unseren Händlern, noch mehr Unterstützung für Distributoren und Ihre Teams bieten kann.

International gesehen ist The Quest Group logistisch weit vor allem, was wir jemals hatten. Ihre starke Präsenz vor Ort in Europa umfasst eine vollständige Lagerhaltung und eine wachsende Vertriebsunterstützungsstruktur. Ihr exzellentes Team für den asiatisch-pazifischen Raum unterstützt unser derzeitiges Vendor Interface-Team und bietet persönlichen Verkaufssupport. Zusammen werden diese Vermögenswerte für GoldenEar und unsere Vertriebshändler eine enorme Hilfe sein, um Wachstum zu erzielen und eine viel stärkere internationale Position einzunehmen. Unser Ingenieurteam, verstärkt durch den neuen Leiter Benjamin Seaman, der über enorme Erfahrung in der Organisation und Leitung effektiver Ingenieurteams in der Luft- und Raumfahrtindustrie verfügt, ist weiterhin vor Ort und arbeitet an neuen Projekten, um meine Produktträume zu verwirklichen. Unser Verkaufsteam von Dave Kakenmaster, Chris Volk und Michael Grover ist ebenfalls vor Ort und bereit. Unser internes Verkaufsteam von Anne Conaway und Mary Conaway arbeitet wie immer mit Ihnen zusammen und sorgt für einen reibungslosen und effizienten Ablauf.

Ich freue mich darauf, mit Ihnen an diesem neuen Kapitel in der Geschichte, Entwicklung und dem Erfolg von GoldenEar zusammenzuarbeiten.

Vorwärts und aufwärts,”

Sandy Gross
President
GoldenEar Technology

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Nachtrag von Bill Low:

„Ich freue mich, GoldenEar im Herzen des leistungsorientierten Audio-Geschäfts von The Quest Group begrüßen zu dürfen. Davon abgesehen sagt Sandys Brief alles aus – einschließlich der wichtigen Tatsache, dass ich die GoldenEar-Technologie erwerbe, weil nichts kaputt ist und nichts repariert werden muss. Die Geschäfte von GoldenEar und AudioQuest ergänzen sich einfach und sind in einem Maße kompatibel, wie es selten der Fall ist, wenn ein Investmentunternehmen Unternehmen kauft.

Ich war mir immer sicher, dass ich mich nur mit Geschäftsaktivitäten befassen möchte, die ich von meinen Geschäften in Portland, OR und Santa Monica über AudioQuest-Kabel, Niagara- und PowerQuest-Stromversorgungsprodukte bis zur DragonFly-Serie für tragbare Geräte initiiert habe – aber die Gelegenheit, mit Sandy zusammenzuarbeiten und am Wachstum von GoldenEar teilzuhaben, ist einfach unwiderstehlich. Jeder, der Sandy kennt, hat miterlebt, wie jemand getan hat, was er liebt - ich hoffe, dasselbe gilt für diejenigen, die mich kennen. Sandy und ich üben jetzt unseren Lieblingsbeschäftigungssport unter demselben Dach.“

Mit freundlichen Grüßen,
Bill

William E. Low
Geschäftsführer und Gründer
The Quest Group
dba AudioQuest

Hersteller
AudioQuest Europa
Anschrift Hoge Bergen 10
Roosendaal 4704RH
Niederlande
Telefon +31 165 82 00 63
Mobil +44 7575 689 632
Web de.audioquest.com

Weitere Informationen

  • Imagefolder news/20-01-10_audioquest
Montag, 10 Januar 2000 00:21

SPL Plugins

geschrieben von
Vertrieb
SPL Plugins
Web www.plugin-alliance.com
Freitag, 10 Januar 2020 00:05

SPL Plugins mit Audirvana plus 3.5

geschrieben von

SPL Electronics fertigt vor allem hochwertige Studio-Geräte für Aufnahmen und deren Mastering. Einige von ihnen sind mit identischen Funktionen auch als Software erhältlich und bieten im Zusammenspiel mit der aktuellen Player-Software Audirvana Plus beachtenswerte Möglichkeiten zur Klangverbesserung.

Wenige Wochen nachdem ich auf dem Analog-Forum in Krefeld mit dem SPL-Entwickler Bastian Neu und dem Marketing-Chef Sascha Flocken über die Möglicheit gesprochen hatte, für Hifi-Anwendungen sinnvolle Equalizer-Plugins in Hifistatement zu beschreiben, veröffentlichte Audirvana die Vorgehensweise zur Integration von Equalizern in die neueste Player-Software. Damit war für mich klar, ich sollte mich zeitnah mit dem Thema beschäftigen. Anlässe hatte ich genug. Denn nicht nur ich, sondern auch andere Audirvana-Nutzer in meinem Umfeld bemerken immer mal wieder, dass eine hochwertige Klangregelung hilfreich wäre. Dies betrifft in erster Linie Liebhaber unterschiedlicher Musik-Genres. Bei im weitesten Sinne klassischer Musik besteht häufig der Wunsch nach einem warmen Klangbild mit ausgeprägtem Grundton. Für Rockmusik kann dies dann durchaus kontraproduktiv sein und gefühlt etwas in Richtung Trägheit gehen, weil die gewollte Aggressivität gebremst wird. So wäre es nicht verkehrt, ja begrüßenswert, unterschiedliche Klang-Einstellungen abrufbar zu haben.

Das Einbinden eines Plugins ist bei Audirvana unkompliziert
Das Einbinden eines Plugins ist bei Audirvana unkompliziert

Nun mag man zurecht einwenden, es gäbe ja Player-Software auf hohem Niveau, die schon ihrerseits solche auf verschiedene Genres bezogene Klangkorrekturen beinhalten. Auch können dort häufig unter einer vom Benutzer definierten Einstellung individuelle Regelungen vorgenommen werden. Das ist vielleicht im Einzelfall ausreichend, jedoch weit entfernt von den Möglichkeiten, die hochwertige Equalizer-Plugins bieten können. Zudem gilt Audirvana als einer der audiophilsten Player und erfreut sich deshalb großer Beliebtheit. In das aktuelle Audirvana lassen sich sowohl in der Apple-Version als auch in der Windows-Variante alle Plugins im VST3-Format einbinden. Nach meiner Einschätzung dürfte der SPL-Equalizer Passeq für die oben genannten Ansprüche eine ausgezeichnete Komponente sein, da seine Regelmöglichkeiten auf gezielte tonale Veränderungen ausgerichtet sind. SPL Electronics hat seine Plugins für die Profi-Szene entwickelt in exakter Anlehnung an die jeweilige Geräte-Hardware, die ihrerseits eine Menge Geld kostet. Vermarktet werden diese Plugins über die Internet-Anbieter Plugin Alliance oder Universal Audio. Wie das ursprünglichen Gerät bringt auch die Einbindung der Plugins in die Audirvana Software einen, wenn auch minimalen, Eigenklang mit sich. Ob dieser dem Originalgerät entspricht, kann ich nicht sagen, da ich es nicht zum Vergleich zur Verfügung habe. Der Eigenklang der Plugins dürfte jedoch weitaus weniger ausgeprägt sein als der der Hardware. Man bedenke nur, dass bei der Hardware auch die Signal-Kabel und die Stromleitung klanglich eine Rolle spielen. Riesig ist der Unterschied beim Preis von Software und Hardware. Nehmen wir als Beispiel den Passeq, der als Gerät ohne Anschlusskabel, die seiner würdig wären, mit 4500 Euro das Portemonnaie belastet, das Plugin jedoch nur mit vergleichsweise bescheidenen 200 Dollar zuzüglich Mehrwertsteuer bei Plugin Alliance ausgepreist ist. Sascha Flocken sagte mir in Krefeld, dass die Preise stark variieren, auch bei einem einzigen Anbieter, so dass es lohnen mag, auf ein Sonderangebot zu warten. In Relation zum Kaufpreis für Audirvana kostet das Passeq-Plugin regulär knapp dreimal soviel. Gemessen an den klanglichen Möglichkeiten, soviel schon jetzt, ist die Investition nicht hoch. Eher ist der Autor der Meinung, dass Audirvana Plus für die 75 Euro enorm viel bietet und sehr günstig ist. Es ist wie immer: Will man noch etwas mehr, wird’s, wie hier mit dem Plugin, relativ teuer. Schön ist in diesem Zusammenhang, dass Plugin Alliance die Software für vierzehn Tage kostenlos zum Ausprobieren zur Verfügung stellt. Das ist viel Zeit. Jedoch ist das Einarbeiten in den PassEQ auch kein Kinderspiel. Es ist halt ein Gerät, das für Profis entwickelt wurde, die wissen, was zu tun ist. Bevor man die Software zu bedienen versucht, ist das Studium der Bedienungsanleitungen vom Passeq oder auch vom Vitalizer MK2T schon sehr empfehlenswert. Die SPL-Equalizer sind in hohem Maße zielführend, bedürfen aber der Beschäftigung mit ihren Funktionen und ein gewisses Grundverständnis, das man sich jedoch erarbeiten kann. Für diese Mühe wird man reichlich mit klanglichem Vorteil belohnt. Ein Nachteil der Plugins ist natürlich, dass sie einzig bei Computer-Hifi anwendbar sind. Ein eventuell vorhandener CD-Spieler oder gar die Vinyl-Abteilung profitieren nicht davon. Dafür wäre dann die Hardware-Alternative geeignet, eingeschleift zwischen Vor- und Endstufe oder über Tape-Monitor, falls vorhanden. Ich habe mich schon in verschiedenen Berichten dahingehend geäußert, dass ich die Musik vom CD-Player der gerippten Version vom Rechner in den allermeisten Fällen vorziehe. Mit der Passeq-Plugin-Erfahrung scheint sich zumindest bei Klassik das Blatt jetzt zu wenden.

Es lassen sich in Audirvana bis zu vier Plugins miteinander kombinieren. Hier sind es der Passeq und der Vitalizer MK2T
Es lassen sich in Audirvana bis zu vier Plugins miteinander kombinieren. Hier sind es der Passeq und der Vitalizer MK2T


Ich habe den Passeq als Beispiel für einen Equalizer gewählt. Es lassen sich selbstverständlich auch andere Equalizer einbinden, auch von anderen Herstellern als SPL. Ganz anders anders als der Passeq funktioniert der Vitalizer MK2T von SPL. Er dient der Sound-Aufbereitung auf eine ganz interessante Art. So lässt sich zum Beispiel die Basisbreite einer Stereo-Aufnahme verändern. Der Bass kann weicher oder knackiger justiert werden. Auch sind Frequenzgang-Beeinflussungen vorgesehen. Der Vitalizer MK2T ist nach meiner Einschätzung eine hervorragende Komponente, um Oldies oder seitens der Aufnahme weniger gelungene Musik aufzupeppen. Auf dem eigentlich von Joe Henry klanglich recht gut produzierten Album der Carolina Chocolate Drops Genuine Negro Jig kleben beim Song „Cornbread And Butterbeans“ die Instrumente auf der linken Seite etwas am Lautsprecher. Mit leicht über die Hälfte aufgedrehtem Stereo-Expander löst sich die Instrumentierung von der Box und erweitert die Bühne etwas mehr nach außen. Das gefällt mir. Zu bedenken ist, dass bei solchen Veränderungen der Musik und nicht nur durch Pegel-Anhebungen, Übersteuerungen passieren können. Dann muss der Pegel mit dem Output-Regler entsprechend zurückgenommen werden. Dieses Feature besitzt das Hardware-Vorbild nicht, weil das leibhaftige Gerät keine Pegel-Probleme generiert. Dies sollte man bei allen Plugins in Audirvana berücksichtigen, es ist letztlich klanglich aber unerheblich.

Hier eine Kombination von Passeq und Twintube. Mit Twintube lässt sich Röhren-Sounds generieren
Hier eine Kombination von Passeq und Twintube. Mit Twintube lässt sich Röhren-Sounds generieren

Die Integration eines oder mehrerer Plugins in Audirvana ist ziemlich einfach. Man lade die Equalizer-Software zum Beispiel bei Plugin Alliance herunter, entpacke die Zipp-Datei und installiere sie in Audirvana folgendermaßen: Klicken Sie auf das Lautsprecher-Symbol unten in der Player-Software. Klicken Sie dann auf das Symbol > neben dem gewünschten Wiedergabe-Weg. In meinem Falle ist das der Mutec-Reclocker mit dem folgenden PS Audio DirectStream-DAC. Jetzt können Sie die Plugins ganz einfach unter Audio-Signal-Processing aufrufen. Wenn Sie, wie in meinem Falle den Passeq und den Vitalizer benutzen, platziert Audirvana beide unter einem Auswahl-Button. Sie müssen dann entscheiden, welchen der Software-Equalizer Sie nutzen möchten. Einen anderen können Sie auf Speicherplatz zwei aufrufen, weitere auf drei und vier. Mit einem übergeordneten Schiebe-Button erlaubt Audirvana das komplette Ein- oder Ausschalten des gesamten Audio-Signal-Processings, also aller eingebundenen Equalizer. So kann man direkt vergleichen, wenn man dies möchte. Alles funktioniert sowohl mit DSD wie auch mit PCM-Files. Wenn Sie die Einstellungen im laufenden Spielbetrieb handhaben möchten, aktivieren Sie den Realtime-Schalter. Dann werden alle aktiven Equalizer, sobald die Musik spielt, sichtbar. Auf diese Weise werden die vorgenommenen Veränderungen sofort hörbar, was zum Einstellen nach Gehör enorm hilfreich ist. Realtime funktioniert nicht bei DSD-Files, die auch als solche ausgegeben werden sollen und nicht von Audirvana in PCM konvertiert wurden. Denn im DSD-Format können ja grundsätzlich keine Pegelveränderungen vorgenommen werden. Hier muss die Regelung stattfinden, bevor die Musik geladen wird. In der Praxis ist das unbedeutend, da man für das Erarbeiten der richtigen Einstellung ja auf PCM-Konvertierung schalten kann. Hat man dann die individuelle Lösung gefunden und abgespeichert, geht man einfach wieder auf DSD zurück.

So beeinflusst der Passeq mit vier verschiedenen Einstellungen gleichzeitig. Das kann zur Raummoden-Bearbeitung sinnvoll sein
So beeinflusst der Passeq mit vier verschiedenen Einstellungen gleichzeitig. Das kann zur Raummoden-Bearbeitung sinnvoll sein

Beim Passeq kann ich so gut wie keinen Eigenklang des Plugins feststellen. In Audirvana gibt es vier Plätze für Equalizer. Der Passeq selber bietet ebenfalls vier Speicherplätze. Verwendet man also ausschließlich den Passeq, lassen sich bis zu sechzehn verschiedene Einstellungen speichern. Die vier Speicherplätze in Audirvana lassen sich gleichzeitig miteinander kombinieren und aktivieren. So können Sie nach Gehör, oder besser nach einer vorausgegangenen Messung, eine Raummode glätten und diese Einstellung zum Beispiel auf Speicherplatz eins in Audirvana legen. Sollten weitere Raummoden zu eliminieren sein, legen Sie weitere Filter auf Speicherplatz zwei bis vier. Für weitere Speicherung von Einstellungen, wie Genre-bezogene Klangreglung, sind die Speicherplätze am Passeq selbst bevorzugt geeignet, weil Sie ja jeweils nur den einen für die gerade gehörte Musikrichtung wie Klassik, Rock oder anderes benötigen. Auf den Speicherplätzen in Audirvana, die Sie für eine Raumkorrektur nicht benötigen, hätten Sie Platz für den Vitalizer mit seinem speziellen Soundtuning, der seinerseits auch vier eigene Programmierplätze zur Verfügung stellt. Insgesamt sind die Möglichkeiten vor allem wegen des ausgeklügelten Übereinanderlegens in Audirvana sehr vielseitig. Zu berücksichtigen sind allerdings zwei Dinge: Die wählbaren Frequenzen, falls man mehrere Passeq gleichzeitig einbindet, sind oftmals keine Verdopplungen. So wären zum Beispiels mit drei Plugins nicht 30, 60 und 120 Hertz wählbar, sondern 30, 60 und 140 Hertz. Sobald man das Plugin aus der Konfiguration nimmt, sind die Einstellungen leider weg. Man tut gut daran, sorgsam ermittelte Einstellungen sicherheitshalber zu notieren!


Die gleichzeitige Darstellung von Passeq und Vitalizer ermöglicht deren Bedienung im Spielbetrieb – siehe Screenshot oben
Die gleichzeitige Darstellung von Passeq und Vitalizer ermöglicht deren Bedienung im Spielbetrieb – siehe Screenshot oben

SPL empfiehlt in der Bedienungsanleitung, beim Ändern des Frequenzganges stets mit dem Absenken von Frequenzbereichen zu beginnen, bevor man anhebt und nennt dies das Yin und Yang-Prinzip. Es ist gut zu wissen, dass eine Absenkung an geeigneter Stelle meist nur die Hälfte der Korrektur-Amplitude benötigt wie eine entsprechende Anhebung an anderer geeigneter Stelle. An Beispielen werden in der Bedienungsanleitung die Auswirkungen auf die Tonalität beschrieben. Ich zitiere hier mal: „Einer Stimme mehr Wärme zu verleihen wird ihre Präsenz verringern. Bei der Arbeit mit dem EQ das Yin und Yang-Prinzip anzuwenden heißt, sich idealerweise immer mit sich ergänzenden Frequenzbereichen zu beschäftigen, beispielsweise um einen sowohl warmen als auch präsenten Klang zu erhalten. Härte im oberen Mittenbereich bis zu den unteren Höhen kann mit mehreren Maßnahmen bekämpft werden: Eine hart klingende Trompeten-Sektion kann mit einer Reduktion um 6-8 Kilohertz verbessert werden und/oder mit einer Anhebung bei etwa 250 hertz. Beide Maßnahmen ergeben einen wärmeren Klang, entscheidend für die Wahl der Maßnahme ist, was sich besser auf die übrigen Elemente der Mischung auswirkt.“ Wie gesagt, der Passeq ist für Profis gemacht. Vierzehn Tage Zeit zum Ausprobieren sind ein guter Zeitrahmen für erste, Früchte tragende Erfahrungen. Mein Tipp ist, die Bedienungsanleitung vorher zu studieren, damit man in seinem Vorgehen die Möglichkeiten dieses tollen Plugins richtig nutzt und versteht, was passiert. Die Komplexität des Passeq will ich hier nicht beschreiben. Die finden sich auf der Website und auch in vielen Testberichten aus der Profi-Szene.

Bei DSD-Signalverarbeitung ohne Umwandlung in PCM ist keine Echtzeit-Regelung möglich. Dennoch funktionieren alle aufgerufenen Plugins mit den zuvor eingestellten Werten
Bei DSD-Signalverarbeitung ohne Umwandlung in PCM ist keine Echtzeit-Regelung möglich. Dennoch funktionieren alle aufgerufenen Plugins mit den zuvor eingestellten Werten

Nach reichlichem Probieren, was mir vor allem im Realtime-Modus viel Spaß gemacht hat, ist in meiner Kette letztlich eine einzige Klangregelung – und zwar eine Absenkung bei 3,5 Kilohertz um 2,5 Dezibel – geblieben. Klassische Musik bekommt mit dieser leicht geänderten Tonalität an meinen Triangle Grand Concert-Lautsprechern einen deutlich fundierten Grundton. Vor allem Streichern mit ausgeprägter Präsenz gereicht dies zum Vorteil, weil sie überzeugend an Struktur gewinnen. Auch ein Piano zeigt jetzt seinen Holz-Korpus deutlich und gleichzeitig Wucht und in der Tiefe gestaffelte Detail-Auflösung. Orchestrales ist eindeutig näher am realen Konzertsaal. Dort klingt es zwar auch nie gleich; die genannte Absenkung gibt aber vor allem den Streichern eine intensivere Grundton-Wärme und sie erwies sich sogar bei anderen Genres als ideal. Das gilt für viele Jazz-Alben, aber auch für Rock-Balladen wie „Perfect Day“ von Lou Reeds Album Transformer. Mit dem Passeq sehe ich mich in der Lage, jederzeit wunschgemäß und sensibel Korrekturen vorzunehmen. Mein CD-Spieler hat es vor allem bei klassischer Musik nun schwer. Da würde wohl nur die kostspieligere Hardware-Lösung Abhilfe schaffen. Und hin und wieder würde ich auch, vor allem bei Oldies oder klanglich nicht ganz so gut produzierten Alben, den SPL Vitalizer einsetzen. Lassen Sie mich noch kurz etwas zum Preis sagen. Selbst wenn ich davon ausgehe, dass ein Plugin wie das SPL Passeq etwa dreimal so teuer ist wie die Audirvana-Software und ich darüber hinaus feststelle, dass ich pro Kanal möglicherweise nur zwei Regler betätige – die Software koppelt übrigens auf Wunsch die beiden Kanäle, so dass nur ein Regler betätigt werden muss –, ist die Investition sinnvoll. Denn außer der deutlich kostspieligeren, identischen Hardware, gibt es wohl keine Möglichkeit, derart gezielt und effektiv die eigene Anlage auch hinsichtlich der Raumakustik ganz nach persönlichem Geschmac zu optimieren. Investitionen in noch so teure Verstärker oder Lautsprecher sind da keine wirkliche Alternative.

Das SPL Passeq-Plugin ist sehr sinnvoll, wenn es nicht um Effekte sondern um feinfühlige Klang-Optimierung geht
Das SPL Passeq-Plugin ist sehr sinnvoll, wenn es nicht um Effekte sondern um feinfühlige Klang-Optimierung geht

STATEMENT

Audirvana ist sowohl Mac- als auch für Windows-Nutzern als hochkarätiger Highres-Player bekannt. Dank ständiger Produkt-Pflege ist das Einbinden von Klangkorrektur-Plugins möglich. Da ist das für den professionellen Studio-Bereich entwickelte Programm von SPL Electronics eine Fundgrube. Der Vitalizer und besonders der Passeq dürften Musikliebhabern, die sich die Zeit für sorgfältige Einstellungen nehmen, bis dahin nicht gekannte klangliche Verbesserungen ermöglichen und so noch größeres Hörvergnügen vermitteln.
Gehört mit
Computer Dell i7 mit Windows 10 Pro, Audirvana Plus für Windows 10 3.5.
Reclocker Mutec MC-3+ Smart Clock USB
DA-Wandler PS Audio Direct-Stream-DAC
Vorverstärker Audio-gd Master 9
Endstufe für Bass: zwei Primare A-32, für Mittel-Hochton: Spectral DMA-100
Lautsprecher Triangle Grand Concert
Zubehör Audioquest Diamond USB, In-akustik Black&White NF-1302, Audio gd NF Cinch und XLR, QED Genesis Silver Spiral LS mit Enacom LS, Real-Cable HD-TDC mit Enacom LS, Audioquest Niagara 5000, Hurricane HC. Source und NRG-X2 Netzkabel, AHP Reinkupfer-Sicherungen, AHP Klangmodul Ivg, Furutech NFC Wandsteckdose, Raum-Absorber von mbakustik und Browne Akustik
Möbel Creaktiv Audio mit Absorberböden, Finite Elemente Pagode, Audio Exklusiv d.C.d. Basis

Hersteller
Audirvana
Web audirvana.com

Vertrieb
SPL Plugins
Web www.plugin-alliance.com

Weitere Informationen

  • Imagefolder tests/20-01-10_audirvana
  • Social Introtext SPL Electronics fertigt vor allem hochwertige Studio-Geräte für Aufnahmen und deren Mastering. Einige von ihnen sind mit identischen Funktionen auch als Software erhältlich und bieten im Zusammenspiel mit der aktuellen Player-Software Audirvana Plus beachtenswerte Möglichkeiten zur Klangverbesserung.
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