Die beiden genannten Themenbereiche kamen natürlich auch bei der Neueröffnung wiederholt zur Sprache. Aber am Freitag und Samstag – sonntags war ich schon zurück in Gröbenzell – gab es kein festgelegtes Programm: Man traf sich in wechselnden Gruppen im Eingangsbereich, um mit Gleichgesinnten zu fachsimpeln, in Erinnerungen an erste Besuche im Audio Forum zu schwelgen oder begab sich in den Hörraum mit den Sphäron Excalibur. Angetrieben wurde dieser Traum-Lautsprecher von einer Variante des LaMusika-Vollverstärkers, den aber noch nicht die vorgesehene Frontplatte zierte. Die war leider nicht rechtzeitig fertiggeworden. Aber das störte die vielen aufmerksamen Zuhörer im großen Raum in keiner Weise. Sie genossen es, einmal intensiver einen Lautsprecher vom Kaliber eines Excalibur erleben zu können. Auf mindesten ebenso so viel Interesse stießen die technischen Erklärungen und Anekdoten aus der Hifi-Szene, mit denen Alfred Rudolph sein Publikum unterhielt. Er saß entspannt in seinem Sessel weit außerhalb des Sweet Spots und ließ sich auch gern auf Fragen ein. Es herrschte eine sehr angenehme, familiäre Atmosphäre auch im großen Raum.

Der ist es wohl auch zu verdanken, dass einer der Besucher freundlich fragte, ob man denn nicht auch mal Schlager spielen könnte oder ob das die übrigen Gäste störe. Schnell war man sich einig, dass jeder den ein oder anderen Song aus seinem Lieblingsgenre hören können sollte. Diese Offenheit gegenüber Musikstilen ging aber nicht mit der gegenüber qualitativ mittelmäßigen Quellen wie Streaming einher. So etwas gibt es im Audio Forum nicht: The Beast bezog seine Daten natürlich von einem Netzwerk gebundenen Speicher, auf dem aber leider kein Stück von Helene Fischer zu finden war, das sich der erwähnte Gäste gewünscht hatte. Stattdessen gab es eine Reihe von Liedern von Udo Jürgens. Die hätten mich eher kaltgelassen, hätte Alfred Rudolph nicht sehr kenntnisreich über die verschiedenen Aufnahmeorte und die -umstände berichten können. Mit so viel Hintergrundinformationen wird sogar Musik spannend, der ich üblicherweise nichts abgewinnen kann.
So gut es im Audio Forum auch klang und so spannend Alfred Rudolphs Erzählung aus 50 Jahren intensiv erlebter Hifi-Geschichte auch waren: Deshalb war ich nicht nach Duisburg gekommen, sondern vor allem deshalb, weil meine eigene Hifi-Vita vor über 45 Jahren eng mit dem Audio Forum verflochten war. Daran war anfangs das legendäre Album Esther und später das enorm kundenfreundliche Audio-Forum-Programm zum schrittweise Aufbau einer High-End-Kette Schuld. Und wenn es in Studentenzeiten finanziell nicht für eine neue Komponente reichte, waren die Three-Blind-Mice-LPs immer noch ein ausreichender Grund, von Dortmund in die Koloniestraße 203 zu pilgern. Ich habe die Rückkehr an die Anfänge meiner Hifi- oder vielleicht schon High-End-Begeisterung sehr genossen und möchte rückblickend kühn behaupten, dass es ohne das Audio Forum heute wahrscheinlich kein hifistatement.net gäbe.
© 2026 | HIFISTATEMENT | netmagazine | Alle Rechte vorbehalten | Impressum | Datenschutz
Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.

