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Computer und HiFi Teil 3 – Musikdaten wandern ins Netzwerk

21.06.2010 // Karl-Heinz Fink
Nachdem nun hoffentlich alle CDs erfolgreich im gewünschten Format gerippt auf der Festplatte lagern, beginnt die Suche nach dem besten Weg ins heimische Netzwerk. Auch hier hilft die richtige Strategie, und es gilt genau abzuwägen, wohin die Datenreise der gerippten CDs gehen soll. Also erst lesen und dann nachdenken.


Computer und HiFi Teil 3 – Musikdaten wandern ins Computernetzwerk
Computer und HiFi Teil 3 – Musikdaten wandern ins Computernetzwerk
Wer über Computer und Audio nachdenkt, besitzt vermutlich einen Rechner. Und wer dies heutzutage tut, nutzt vermutlich auch das Internet. Und damit ist der erste Schritt schon mal gemacht. Egal welches Computeraudio-Abenteuer geplant ist, es braucht ein Netzwerk. Und ein Computer am Internet ist schon ein Netzwerk. Heutzutage üblich sind DSL-Anschlüsse und die meisten Anbieter liefern zusammen mit dem Anschluss auch einen sogenannten Router mit Modem. Solch ein Gerät wandelt die Daten aus der Telefonbuchse in computertaugliche Versionen um und verbindet sie mit der Außenwelt entweder über ein drahtlosen WiFi-Netzwerk oder ein Ethernetkabel. Meist sind beide Verbindungsvarianten vorhanden, die Ethernetanschlüsse oft sogar mehrmals.

An diesem Netzwerk wird in der Regel auch die zukünftige Musikabspielvorrichtung betrieben, weshalb dort also auch die entsprechenden Daten zur Verfügung stehen sollten.

Die wohl einfachste Methode besteht darin, die  Daten einfach auf dem Rechner zu lassen, der das Rippen erledigte. Allerdings kann von außen so ohne weiteres niemand auf die Musik zugreifen. Erst einmal müssen die entsprechenden Verzeichnisse auf dem Computer freigeben werden. Je nachdem, ob es ein Mac oder ein PC ist, geschieht das unterschiedlich. Beim Mac ruft man die Systemeinstellungen auf und wählt anschließend das Symbol für Sicherheit. Jetzt lassen sich mit der Datenfreigabe die entsprechenden Ordner für alle Benutzer erreichbar machen.

Ohne Stress (links): Der Mac erlaubt, mit nur wenigen Klicks gespeicherte Musikdateien von außen zugänglich zu machen. Auch nicht schwer (rechts): Unter Windows reicht ein Rechtsklick mit der Maus auf einen Ordner um die Freigabeeinstellungen zu erreichen.
Ohne Stress (links): Der Mac erlaubt, mit nur wenigen Klicks gespeicherte Musikdateien von außen zugänglich zu machen. Auch nicht schwer (rechts): Unter Windows reicht ein Rechtsklick mit der Maus auf einen Ordner um die Freigabeeinstellungen zu erreichen.


Ein Rechtsklick mit der Maus  auf den Musikordner bringt beim Windows-PC  die Option „Freigabe“ zutage, die  ebenfalls  das gewünschte Musikverzeichnis allgemein zugänglich macht.

Je nach verwendetem Abspielsystem ist es nötig, zusätzliche Software zu installieren: So braucht zum Beispiel das LOGITCH Squeezebox-System ein Programm namens Squeezebox-Server, das die Verteilung der Musikdaten an die entsprechenden Empfänger übernimmt und das Musiknetz auch verwaltet. Das würde sogar ohne Freigabe der Ordner funktionieren, aber dafür muss das Programm dann immer laufen.

Zentrale Verwaltung: Mit dem Squeezebox Server lassen sich alle Optionen des Musiknetzwerks kontrollieren.
Zentrale Verwaltung: Mit dem Squeezebox Server lassen sich alle Optionen des Musiknetzwerks kontrollieren.
Andere Systeme wie zum Beispiel das von Linn, erwarten einen sogenannten UPnP- Server, der die Datenverteilung übernimmt. Dafür, dass ein solcher gefunden wird, sorgt in neueren Windows-Versionen automatisch der eingebaute MediaPlayer, wenn er entsprechend konfiguriert wird. Er muss dafür gar nicht laufen, sondern nur still im Hintergrund den Service zur Verfügung stellen. Allerdings steht der Mediaplayer von Microsoft nicht gerade im Ruf, mit  allen Systemen besonders zuverlässig zu arbeiten. Das sollte „ASSET UPnP“ besser erledigen, ein Programm vom Autor des ausgezeichneten Rippers „dBpoweramp“ . Es gibt den UpnP-Server in Versionen für Windows einschließlich dem Windows-Home-Server. Eine richtige Mac-Version existiert leider nicht, nur eine Lösung mit einem Emulator, die nicht immer stabil arbeitet.

Für Apple-Rechner existiert aber eine Version des  TWONKY-Servers, ein extrem weit verbreiteter UpnP-Verteiler, und EyeConnect von Elegato, ein Programm, das vorrangig Video-Daten streamt. Wie der Mediaplayer von Microsoft sind TWONKY und EyeConnect universelle UpnP-Server, die auch Bilder und Videos im Netzwerk zur Verfügung stellen. Nur ASSET UPnP ist „Audio only“ und wird vor allen Dingen deshalb besonders oft von Linn-Jüngern eingesetzt. Überhaupt ist der UpnP-Standard nicht gerade das, was er sein sollte – ein wirklich verbindlicher Standard. Es gibt zu viele Variationsmöglichkeiten. Deshalb wurde im Jahr 2003 die Organisation „DLNA“ (Digital Living Network Alliance) gegründet, um bessere Standards zu definieren und auch zu überprüfen. Wer die Prüfung besteht, bekommt dann deren Logo verpasst. Damit steigt die Chance, das Geräte, die das Logo tragen, auch miteinander funktionieren.

Oft im Einsatz: Der TWONKY-Server ist weit verbreitet und einfach zu bedienen.
Oft im Einsatz: Der TWONKY-Server ist weit verbreitet und einfach zu bedienen.
Aber egal welche Software auf dem Rechner läuft – dieser muss halt immer laufen, soll die Musik erreichbar sein. Je nach Rechnertyp ist das übers Jahr gerechnet nicht nur teuer, sondern auch laut. Wenn schon ein Rechner, dann könnte ein NetTop eine Lösung sein. Solch ein Rechner ist klein, kann mit externen Festplatten erweitert werden und ist mit rund 250 bis 400 Euro auch nicht zu teuer.

Die Alternative zum Rechner ist ein sogenanntes NAS (Network attached Storage). Von außen sieht ein solches NAS-Gerät aus wie eine externe Festplatte, was es im Grunde genommen ja auch ist. Allerdings stecken je nach Ausführung zwischen einer und zehn Platten in einem NAS.

Was die Speicherkapazität angeht, liegt man mit einem Terabyte schon mal nicht falsch. Wer gern größer plant, greift gleich zu zwei Terabyte. Zusätzlich zu den Festplatten werkelt im NAS aber auch noch ein Computer – allerdings meist ein recht kleiner mit LINUX als Betriebssystem. Da aber die Anforderungen an ein NAS nicht sehr hoch sind, reicht die Rechenleistung in der Regel aus. Bei Versionen mit zwei oder mehr Platten kann es sinnvoll sein, das Laufwerk in einem sicheren Modus zu betreiben, in dem die gleiche Information immer gleichzeitig auf zwei Festplatten landet. Das halbiert natürlich die maximale Kapazität um die Hälfte. Doch der Vorteil liegt auf der Hand  – geht eine kaputt, bleibt immer noch die andere.

Der Anschluss eines NAS-Laufwerks ans Netzwerk ist meist ziemlich simpel: Stromkabel rein, Netzwerkkabel in ein freies Loch des Routers stecken und schon sollte sich alles automatisch einstellen. Das Gerät meldet sich dann selbständig im Netzwerk an und ist damit sofort erreichbar. Wie das geht? In einem Netzwerk hat jedes Gerät eine eigene Adresse, damit die Daten auch immer dort ankommen, wohin sie gehören. Eines der  Geräte – meist der Router – übernimmt die Verteilung de Adressen automatisch und verwaltet sie. Erkennt er jetzt einen Neuling, sucht er eine frei Adresse raus, übergibt sie und schon hat das Netzwerk einen Anwohner mehr.


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