Auralic Aries Mini, SBooster BOTW und Tidal Streaming

04.01.2016 // Dirk Sommer

Auf das sensationell gute Preis/Klang-Verhältnis des Aries Mini hatte ich ja schon im Artikel über ein Vorserien-Modell hingewiesen. Dort hatte ich auch versprochen, die Fähigkeiten der Serienversion noch einmal genauer zu betrachten. Nun ist es endlich so weit.

Dass dies etwas länger dauerte als geplant, hat zwei Gründe: Zum einen traf die erste Lieferung für den deutschen Markt etwas später ein als angekündigt. Zum anderen waren alle dann endlich eingetroffenen Aries Mini aufgrund zahlreicher Vorbestellungen schon so gut wie verkauft – und das trotz einer sehr großen Order von AudioNext, dem deutschen Auralic-Vertrieb. Schließlich erreichte mich doch noch vor dem Jahreswechsel ein Modell in schwarz, das weiße war ein wenig früher angekommen. Warum ich beide Ausführungen bestellte, werde ich später verraten. Es lag jedenfalls nicht daran, dass ich versuchen wollte, etwaige klangliche Unterschiede zwischen den beiden Farb-Varianten aufzuspüren, obwohl es so etwas Ähnliches in der an Obskurem nicht armen Hifi-Szene schon gegeben hat: Analog-Fans können sich vielleicht erinnern, dass bei Besitzern von Linn-LP12-Laufwerken die Erkenntnis weit verbreitet war, dass weiße Ikea-Tischchen eine besser klingende Plattenspielerbasis darstellten als schwarze – oder war es umgekehrt?

Den Aries Mini gibt es im schwarzen oder weißen Gehäuse
Den Aries Mini gibt es im schwarzen oder weißen Gehäuse

Wie dem auch sei, zurück zum Aries Mini: Den unterscheidet so gut wie nichts vom Vorserienmodell – erstaunlicherweise auch keine Beschriftung der Anschlüsse auf der Geräterückseite. Der erfahrene Digital- und Hifi-Kenner sollte wissen, was er wo anzuschließen hat, und Neu-Einsteiger können ja die Bedienungsanleitung zu Rate ziehen. Mehr Veränderungen als zwischen Vorserien- und Serienversion gab es seit der ersten Begegnung mit dem Aries Mini beim digitalen Equipment in meinem Hörraum: Die TP-Links, die die Geräte in den Artesania Racks drahtlos ins Netzwerk integrierten, habe ich durch eine Ethernet-Verbindung mit Audioquests Carbon zwischen Router und Netgear Switch mit Squeeze-Upgrade BOTW Linearnetzteil ersetzt. Von dort geht es zum einen über ein Audioquest Diamond zum Auralic Aries Femto mit SBooster BOTW P&P Eco sowie SBooster Ultra und zum anderen über ein Vodka zum Melco N1-Z, dessen Ein-Terrabyte-SSD-Speicher fast völlig mit den Daten meiner sorgfältig mit dBpoweramp gerippten CDs belegt ist. Für Dateien in hoher Auflösung fehlt da der Platz. Die D/A-Wandlung übernimmt der Chord Hugo TT.

Die Anschlüsse des Mini sind nicht beschriftet, aber selbsterklärend
Die Anschlüsse des Mini sind nicht beschriftet, aber selbsterklärend

Ersetzt man den Wandler und den Aries Femto durch den Mini, schrumpft die imaginäre Bühne ein Stückchen – nicht weiter verwunderlich, bekäme man für den Gegenwert von Femto und Hugo TT doch mehr als ein Dutzend Minis. Da kann man die leichte Einschränkung der räumlichen Verhältnisse leicht verschmerzen. Als gravierender empfinde ich einen kleinen Mangel an Spielfreude und Druck im Tiefbass. Ich muss allerdings zugeben, dass der Hugo TT wie üblich über symmetrische Kabel mit der Einstein-Vorstufe verbunden blieb, während beim Mini ja nur unsymmetrische Leitungen möglich sind. Trotz der beschriebenen leichten Defizite des Mini im Vergleich zur vielfach teureren Chord-Auralic-Kombination, ist es schlicht begeisternd, wie viel Musikgenuss ein Quellgerät für 500 Euro selbst über eine hochauflösende High-End-Kette wie die meine ermöglicht.


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