Ayon Scorpio

23.01.2017 // Jürgen Saile

Das muss ein Ayon sein, den erkenne ich sogar aus der Ferne und ohne Brille! Was hier als schmales Hemd daherkommt – zumindest aus Ayon-Sicht - stellt das Einsteigermodell der Firma in die Welt der Röhren Monoblöcke dar.

Die beiden Monoblöcke nehmen - nebeneinander gestellt - nicht mehr Platz weg als die Stereoversion. Um die Lautsprecherzuleitungen kurz zu halten, stellt man sie idealerweise in die Nähe der Lautsprecher.
Die beiden Monoblöcke nehmen - nebeneinander gestellt - nicht mehr Platz weg als die Stereoversion. Um die Lautsprecherzuleitungen kurz zu halten, stellt man sie idealerweise in die Nähe der Lautsprecher.

Ich muss zugeben, das Design gefällt mir, keine Rallye-Streifen, kein tiefer gelegter Auspuff, nichts aus der Glamourwelt. Die Gehäuse sind makellos solide gebaut und mit 15 kg pro Gerät noch gut transportabel. Sagt mein Kreuz. Insgesamt macht alles einen sehr wertigen Eindruck. Neben Ausgangs- und Netztrafo findet man noch zwei Leistungsröhren und zwei Kleinsignalröhren auf der Basisplatte, das wars! Für die Body-Builder unter uns gibt es Scorpio auch als Vollverstärker in einem Gehäuse mit geschmeidigen 29kg.

Als Endröhren werden KT88 Beampower Tetroden eingesetzt, die Ayon im chinesischen Shuguang Werk fertigen lässt. Mit KT88 Tetroden aus chinesischer Fertigung ist ja leider einiges an Schindluder getrieben worden. Umgelabelte Billig-Röhren, B-Ware zusammen mit A-Ware verkauft; die Chinesen wissen das natürlich, kommen aber immer wieder damit durch. Allerdings weiß Ayon dies auch. Deshalb baut Shuguang die Röhren nach genauen Vorgaben der Firma und aufgrund des mittlerweile großen Umsatzes gibt es hiermit auch keine Probleme mehr. Trotzdem werden die Röhren natürlich gemessen und selektiert, bevor sie in die Verstärker eingesetzt werden. Somit lässt man am besten die Finger von diesem Röhrensatz und belässt alles, so wie es ist. Die Röhren sind gematched und gekennzeichnet, in welchen Sockel sie gehören. Dazu später mehr.

Netzschalter gibt es keinen. Oder doch? Ayontypisch ist dieser links an der Unterseite angebracht. In der Aufwärmphase blinkt das Ayonsymbol und gibt nach etwas einer Minute die Schaltung frei.
Netzschalter gibt es keinen. Oder doch? Ayontypisch ist dieser links an der Unterseite angebracht. In der Aufwärmphase blinkt das Ayonsymbol und gibt nach etwas einer Minute die Schaltung frei.


  • BlockAudio Line & Power Block and Mono Block

    BlockAudio was founded by two HiFi and music enthusiasts because amplifiers available on the market failed to meet their expectations in terms of sound, finishing or the price performance ratio. Their first pre/power amplifier combination has a price of 70,000 Euro. No, this doesn’t mean you can smirk, it is not a contradiction: Their amplifiers convince in all three criteria. Jiri Nemec and Dan Oudes have been working together since 2003; they were enthused by…
    01.09.2017
  • Accustic Arts Mono II

    Accustic Arts, the tradition-steeped company from Germany's south-western region of Swabia, is celebrating its 20th anniversary this year. While quickly gaining a good reputation in the Far East and also being there commercially successful, the prophet remained less prominent in his own country. As the Mono II prove, the products surely are not the ones to blame. It was the former company management that held responsible for this by primarily having focussed on the export…
    25.08.2017
  • Accustic Arts Mono II

    Das schwäbische Traditionsunternehmen Accustic Arts feiert heuer seinen 20. Geburtstag. Während man sich im Fernen Osten schnell einen guten Ruf erwarb und auch kommerziell sehr erfolgreich war, blieb der Prophet im eigenen Land weniger präsent. An den Produkten liegt es gewiss nicht, wie die Mono II beweisen. Es war eher eine Entscheidung der früheren Firmenleitung, sich vorrangig auf den Export zu konzentrieren. Vor zwei Jahren erwarb dann Hans-Joachim Voss die Firma und kümmerte sich natürlich…
    31.07.2017
     
  • BlockAudio Line & Power Block und Mono Block

    BlockAudio wurde von zwei Hifi- und Musikenthusiasten gegründet, weil die verfügbaren Verstärker ihre Erwartungen in puncto Klang, Verarbeitung oder Preis/Leistungsverhältnis nicht entsprachen. Ihre erste Vor/End-Kombination kostet 70.000 Euro. Nein, das ist kein Grund zum Schmunzeln, kein Widerspruch: Ihre Verstärker überzeugen in allen drei Kriterien. Jiri Nemec und Dan Oudes arbeiten schon seit 2003 zusammen, sie haben sich für die Lautsprecher-Bausätze von Dynaudio begeistert und gemeinsam Boxen gebaut. Dan Oudes betreibt im Tschechischen Olomouc oder Olmütz…
    16.05.2017
  • ZeroUno PLUS

    Vor ungefähr einem Jahr hatte ich mit dem ZeroUno DAC einen Digital-Analog-Wandler zum Test, der wie eine kleine Röhrenendstufe aussah und der mich damals mit seinem Klang so richtig begeistert hatte. Als ich mich seinerzeit mit Ingenieur Mario Canever ausführlich über die Technik des ZeroUno DAC unterhielt, kamen wir beim Punkt der hochwertigen Röhrenausgangsstufe fast zwangsläufig auch auf das Thema analoge Line-Eingänge zu sprechen. Technisch seien ein oder mehrere Line-Eingänge kein Problem, er habe selbstverständlich…
    29.04.2017
  • Ayon S-10

    Bereits auf der letztjährigen High End hat mir Gerhard Hirt, Eigentümer und Chef von Ayon, seine Neuentwicklung im Bereich Netzwerkspieler ausführlich vorgestellt und danach war klar, dass wir dieses Gerät so schnell wie möglich zum Test haben wollten. Vor einigen Wochen war es dann soweit und wir haben das Gerät exklusiv zum Test bekommen. In unserem kürzlich geführten Gespräch erzählte mir Gerhard Hirt dann völlig entspannt, dass der S10 eigentlich bereits seit etwa einem Jahr…
    27.03.2017