tests/20-01-10_audirvana
 

SPL Plugins mit Audirvana plus 3.5

10.01.2020 // Wolfgang Kemper

SPL Electronics fertigt vor allem hochwertige Studio-Geräte für Aufnahmen und deren Mastering. Einige von ihnen sind mit identischen Funktionen auch als Software erhältlich und bieten im Zusammenspiel mit der aktuellen Player-Software Audirvana Plus beachtenswerte Möglichkeiten zur Klangverbesserung.

Wenige Wochen nachdem ich auf dem Analog-Forum in Krefeld mit dem SPL-Entwickler Bastian Neu und dem Marketing-Chef Sascha Flocken über die Möglicheit gesprochen hatte, für Hifi-Anwendungen sinnvolle Equalizer-Plugins in Hifistatement zu beschreiben, veröffentlichte Audirvana die Vorgehensweise zur Integration von Equalizern in die neueste Player-Software. Damit war für mich klar, ich sollte mich zeitnah mit dem Thema beschäftigen. Anlässe hatte ich genug. Denn nicht nur ich, sondern auch andere Audirvana-Nutzer in meinem Umfeld bemerken immer mal wieder, dass eine hochwertige Klangregelung hilfreich wäre. Dies betrifft in erster Linie Liebhaber unterschiedlicher Musik-Genres. Bei im weitesten Sinne klassischer Musik besteht häufig der Wunsch nach einem warmen Klangbild mit ausgeprägtem Grundton. Für Rockmusik kann dies dann durchaus kontraproduktiv sein und gefühlt etwas in Richtung Trägheit gehen, weil die gewollte Aggressivität gebremst wird. So wäre es nicht verkehrt, ja begrüßenswert, unterschiedliche Klang-Einstellungen abrufbar zu haben.

Das Einbinden eines Plugins ist bei Audirvana unkompliziert
Das Einbinden eines Plugins ist bei Audirvana unkompliziert

Nun mag man zurecht einwenden, es gäbe ja Player-Software auf hohem Niveau, die schon ihrerseits solche auf verschiedene Genres bezogene Klangkorrekturen beinhalten. Auch können dort häufig unter einer vom Benutzer definierten Einstellung individuelle Regelungen vorgenommen werden. Das ist vielleicht im Einzelfall ausreichend, jedoch weit entfernt von den Möglichkeiten, die hochwertige Equalizer-Plugins bieten können. Zudem gilt Audirvana als einer der audiophilsten Player und erfreut sich deshalb großer Beliebtheit. In das aktuelle Audirvana lassen sich sowohl in der Apple-Version als auch in der Windows-Variante alle Plugins im VST3-Format einbinden. Nach meiner Einschätzung dürfte der SPL-Equalizer Passeq für die oben genannten Ansprüche eine ausgezeichnete Komponente sein, da seine Regelmöglichkeiten auf gezielte tonale Veränderungen ausgerichtet sind. SPL Electronics hat seine Plugins für die Profi-Szene entwickelt in exakter Anlehnung an die jeweilige Geräte-Hardware, die ihrerseits eine Menge Geld kostet. Vermarktet werden diese Plugins über die Internet-Anbieter Plugin Alliance oder Universal Audio. Wie das ursprünglichen Gerät bringt auch die Einbindung der Plugins in die Audirvana Software einen, wenn auch minimalen, Eigenklang mit sich. Ob dieser dem Originalgerät entspricht, kann ich nicht sagen, da ich es nicht zum Vergleich zur Verfügung habe. Der Eigenklang der Plugins dürfte jedoch weitaus weniger ausgeprägt sein als der der Hardware. Man bedenke nur, dass bei der Hardware auch die Signal-Kabel und die Stromleitung klanglich eine Rolle spielen. Riesig ist der Unterschied beim Preis von Software und Hardware. Nehmen wir als Beispiel den Passeq, der als Gerät ohne Anschlusskabel, die seiner würdig wären, mit 4500 Euro das Portemonnaie belastet, das Plugin jedoch nur mit vergleichsweise bescheidenen 200 Dollar zuzüglich Mehrwertsteuer bei Plugin Alliance ausgepreist ist. Sascha Flocken sagte mir in Krefeld, dass die Preise stark variieren, auch bei einem einzigen Anbieter, so dass es lohnen mag, auf ein Sonderangebot zu warten. In Relation zum Kaufpreis für Audirvana kostet das Passeq-Plugin regulär knapp dreimal soviel. Gemessen an den klanglichen Möglichkeiten, soviel schon jetzt, ist die Investition nicht hoch. Eher ist der Autor der Meinung, dass Audirvana Plus für die 75 Euro enorm viel bietet und sehr günstig ist. Es ist wie immer: Will man noch etwas mehr, wird’s, wie hier mit dem Plugin, relativ teuer. Schön ist in diesem Zusammenhang, dass Plugin Alliance die Software für vierzehn Tage kostenlos zum Ausprobieren zur Verfügung stellt. Das ist viel Zeit. Jedoch ist das Einarbeiten in den PassEQ auch kein Kinderspiel. Es ist halt ein Gerät, das für Profis entwickelt wurde, die wissen, was zu tun ist. Bevor man die Software zu bedienen versucht, ist das Studium der Bedienungsanleitungen vom Passeq oder auch vom Vitalizer MK2T schon sehr empfehlenswert. Die SPL-Equalizer sind in hohem Maße zielführend, bedürfen aber der Beschäftigung mit ihren Funktionen und ein gewisses Grundverständnis, das man sich jedoch erarbeiten kann. Für diese Mühe wird man reichlich mit klanglichem Vorteil belohnt. Ein Nachteil der Plugins ist natürlich, dass sie einzig bei Computer-Hifi anwendbar sind. Ein eventuell vorhandener CD-Spieler oder gar die Vinyl-Abteilung profitieren nicht davon. Dafür wäre dann die Hardware-Alternative geeignet, eingeschleift zwischen Vor- und Endstufe oder über Tape-Monitor, falls vorhanden. Ich habe mich schon in verschiedenen Berichten dahingehend geäußert, dass ich die Musik vom CD-Player der gerippten Version vom Rechner in den allermeisten Fällen vorziehe. Mit der Passeq-Plugin-Erfahrung scheint sich zumindest bei Klassik das Blatt jetzt zu wenden.

Es lassen sich in Audirvana bis zu vier Plugins miteinander kombinieren. Hier sind es der Passeq und der Vitalizer MK2T
Es lassen sich in Audirvana bis zu vier Plugins miteinander kombinieren. Hier sind es der Passeq und der Vitalizer MK2T


  • AudioQuest PowerQuest 3

    Jeder ambitionierte Musikhörer sollte nicht nur seinen HiFi-Geräten, sondern der gesamten Kette die gebotene Aufmerksamkeit widmen, um nicht schon ganz am Anfang Klangqualität zu verschenken. Hier bietet AudioQuest mit seiner PowerQuest 3 Filternetzleiste eine technisch herausragende und gleichzeitig günstige Offerte. Das passte ja wie die berühmte Faust aufs Auge, als Dirk Sommer mich bat, eine Steckdose zu testen, denn meine derzeitige Netzleiste schien schon allein äußerlich dank meiner oft rüden Handhabung etwas ramponiert und in…
    25.03.2020
  • Finite Elemente Pagode Edition MKII

    Finite Elemente hat ein neues Pagode-Rack-System entwickelt. Im Wesentlichen ähnelt es dem bekannten Pagode. Aber es gibt gravierende Innovationen. Die neue Generation soll klanglich deutliche Vorteile bringen. Da war das Angebot des Herstellers, das Bewährte mit dem Neuen zu vergleichen, verlockend. Zuerst etwas zu den Fotos in diesem Bericht: Leider ist es aktuell nicht möglich, das Pagode wie geplant zu transportieren und eigene Fotos zu erstellen. Sie finden deshalb Bilder und Grafiken, die uns Finite…
    18.03.2020
  • Spec Real Sound Processor RSP-AZ9EX

    Zwar haben wir bisher keine Spec-Komponente – der Nobel-Hersteller hat einen Plattenspieler, einen D/A-Wandler, Vor-, Voll-, Phono- und Endverstärker sowie Kondensatoren im Angebot – getestet. Der aufsehenerregende DAC mit LAN-Eingang spielte aber im Artikel über das Diretta-Protokoll eine Rolle. Hier geht es um zwei Holzkästchen aus dem Hause Spec. Der DAC mit LAN-Eingang, der bei Spec als Netzwerk-Player firmiert, und das ausgelagerte Netzteil hatten bei mir schon in der kurzen Zeit, bevor Roland Dietl sie…
    13.03.2020
  • Soundspace Systems Pirol

    Soweit ich mich erinnern kann, hat es so etwas in Hifistatement noch nicht gegeben: einen Lautsprecher mit einem Wirkungsgrad von 97 Dezibel, einem Gewicht von über 200 Kilogramm und einer Verstärkerleistung von 500 Watt für die beiden Zehn-Zoll-Tieftöner pro Box: Freuen Sie sich auf eine Begegnung mit der Soundspace Systems Pirol. Die Pirol ist übrigens das Einstiegsmodell in die Welt von Soundspace System. Erstmals zu sehen war ein Lautsprecher dieses Herstellers in unseren Messeberichten von…
    10.03.2020
  • Keces Sphono and Spower

    With the matching cartridges, the Keces Ephono turned out to be a real bargain: So much superb sound and substantial usage of materials plus good workmanship can hardly be found elsewhere at this price. The Sphono now also offers higher load impedances and even more features. Does it also have more to offer in terms of sonic performance? Regarding the Ephono, I had wondered where Keces did cut costs considering its highly customer friendly price,…
    06.03.2020
  • Soul und Soul E

    Der Soul stellt ein bis heute seltenes Geräte-Konzept dar: Er ist zugleich Musikserver respektive Netzwerkplayer mit reichlich Speichervolumen, Digital/Analog-Wandler und Vorverstärker. Seine Ergänzung findet der Soul im Endverstärker Soul E. Sowohl in der Kombination, aber auch jeder für sich beeindrucken technisch und klanglich. Der Soul trägt keine Zusatzbezeichnung auf der schwarzen, zehn Millimeter starken Frontplatte ebenso wie sein Endverstärker-Partner Soul E. Firmenintern läuft er als Soul All-In-One. Vielleicht, weil er mit seiner Vielseitigkeit die Basis…
    03.03.2020

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.