tests/20-01-28_chord
 

Chord ÉTUDE

28.01.2020 // Peter Banholzer

Das kompakte Anschlussfeld auf der Rückseite mit Kupfer-Polklemmen, symmetrischen XLR- und unsymmetrischen Cinch-Anschlüssen sowie den beiden Phasenumschaltern
Das kompakte Anschlussfeld auf der Rückseite mit Kupfer-Polklemmen, symmetrischen XLR- und unsymmetrischen Cinch-Anschlüssen sowie den beiden Phasenumschaltern

Das Prinzip einer dynamischen Kopplung innerhalb des Netzteils verwendet Chord auch bei der Étude. Es ist ein einzigartiges System, wo die positive und negative Versorgungsspannungen gegenseitig durch einen starken magnetischen Fluss gekoppelt sind. Dabei wird eine positive Last stets im gleichen Maß von einer negativen Leistung begleitet und umgekehrt. Das soll im Ergebnis zu einer gleichmäßigeren Leistungsabgabe führen und Störungen durch Masseschleifen und Modulationsverzerrungen verhindern. Dieses System hält den Verstärker letztendlich dynamisch im Gleichgewicht. Diese auch in den neuen ULTIMA-Endstufen verwendete Technologie beinhaltet eine Fehlerkorrektur mit zwei Vorwärtskopplungen, die auf einem technischen Artikel von Dr. Malcom J. Hawksford basiert, ein emeritierter Professor der Essex University. Sie wurde von Bob Cordell von Bell Labs aufgegriffen und verfeinert. Cordell stellte ein kleines Verstärker-Design vor, das eine beispiellose harmonische Gesamtverzerrung von 0,001 Prozent bei 20 Kilohertz aufwies. John Franks ließ sich von diesem Design inspirieren, um es unter Verwendung des vorhandenen Hochfrequenz-Schaltnetzteils auf ein höheres Niveau zu bringen. John Franks hat das Design der Dual-Feed-Forward-Fehlerkorrektur weiterentwickelt: Dank verschachtelter Vorwärts- und globaler Rückkopplung können die eigenen, speziell entwickelten MOS-FET-Ausgangstransistoren mit zwei Silizium-Chips eine einzigartige Leistung erbringen. Bei der Étude kommen hier TO3P-Typen zum Einsatz, die exklusiv für Chord Electronics von einem britischen Hersteller von Halbleitern in der Luft- und Raumfahrtindustrie gefertigt werden.

Im gebrückten Monobetrieb müssen die beiden Phasenschalter jeweils diametral ausgerichtet sein. Die Reihenfolge spielt hierbei keine Rolle, aber die gewählte Ausrichtung muss an der zweiten Endstufe identisch erfolgen
Im gebrückten Monobetrieb müssen die beiden Phasenschalter jeweils diametral ausgerichtet sein. Die Reihenfolge spielt hierbei keine Rolle, aber die gewählte Ausrichtung muss an der zweiten Endstufe identisch erfolgen

Das Schaltungsdesign passt die individuelle Verstärkungskurven der Ausgangstransistoren intelligent an und kompensiert sie. In der Étude kommen zwei Bänke von vier 250-Watt-MOSFETs mit lateraler Struktur zum Einsatz. Damit kann sie 150 Watt an vier Ohm oder 300 Watt im gebrückten Monomodus liefern. Die Étude verfügt dabei über drei separate Stromversorgungsstufen, wobei das dritte HFS-Netzteil für die Stromversorgung der restlichen Geräteperiphere genutzt wird. Wie bei den Referenz-Ultima-Modellen kommen Class-AB-Ausgangsstufen mit sliding Bias, also einer gleitenden Vorspannung zum Einsatz. Die Kühlung erfolgt sowohl über einen Kühlkörper und dem aus einem einzigen Block gefertigten Aluminiumgehäuse als auch über einen Lüfter, der jedoch im Betrieb praktisch nicht zu hören ist.

Ob die vielen konstruktiven Maßnahmen aber letztlich beim Kunden ankommen, kann nur ein Hörtest klären. Wir machten uns das Motto eines Bonbonherstellers zu eigen und einigten uns mit Chord auf „Nimm zwei“, eine Étude im silbernen Aluminiumgehäuse und eine zweite im schwarz eloxierten. Dabei hörte ich zunächst eine bereits eingespielte Endstufe in der Stereoversion. Die zweite Endstufe war komplett neu und durfte sich in der Zwischenzeit an meiner Zweitanlage einspielen. Beeindruckend ist aber zunächst, was man nicht hört, nämlich Rauschen. Das war mir bereits beim Test der Chord SPM 1050 MKII aufgefallen, aber die Etude ist in dieser Hinsicht wohl noch einen Tick besser. Rauschen und hochfrequente „Hashs“ sind bei Chord-Netzteilen offenbar überhaupt kein Problem. Zehn Jahre Forschung und Entwicklung auf diesem Gebiet zahlen sich hier aus: Die Produkte von Chord erfüllen die CE-Emissions-, Oberschwingungs- und Immunitätstests stets problemlos.


  • The Gryphon Audio Designs Ethos

    Wir schreiben das Jahr 2020 und auf dem Aufmacher ist ein CD-Player abgebildet. Die CD ist ein digitales Format, das in die Jahre gekommen ist, als technisch veraltet gilt und von vielen Musikliebhabern als Sackgasse, ja sogar als Ende der echten Musik betrachtet wird. Aber wir stimmen einer schlicht Null-Eins-Behandlung von Audioformaten nicht zu. Denn, seien wir ehrlich, jeder Audiophile hat sein eigenes, einzig „echtes“ Format, das er als die größte Annäherung an die Quelle…
    05.06.2020
  • Boulder 866

    Bei mir stehen die Programmquellen und die Vorstufe in der Nähe des Hörplatzes, die Endstufe zwischen den Schallwandlern und lange, hochwertige Lautsprecherkabel besitze ich auch nicht: Keine guten Voraussetzungen für den Test eines Vollverstärkers, sollte man meinen. Beim auch ansonsten überraschenden Boulder 866 gilt das jedoch nicht. Eigentlich hatte ich geplant, den Vollverstärker Wolfgang Kemper zum Test zu schicken, der ihn recht leicht in die Anlage in seinem oberen Hörraum einbauen könnte. Doch die Anmutung…
    02.06.2020
  • Cayin MT-35MK2 Bluetooth

    Cayin ist ja mittlerweile ein regelmäßiger Gast in meinem Wohnzimmer. Der Vollverstärker Cayin MT-35MK2 Bluetooth baut dank moderatem Preis und entsprechender Schnittstelle zur Kommunikation mit Handy und Co. eine Brücke für die jüngere Generation, um in das Röhrenverstärkerlager zu wechseln. Gelingt dieser technische Spagat? Zugegeben, ich fand es zunächst schon etwas befremdlich, dass ausgerechnet ein Röhrenverstärker mit einer Bluetooth-Schnittstelle daherkommt. Braucht doch eigentlich kein Mensch, sowas: Ein zusätzlicher in den Röhrenverstärker integrierter Wandler kommuniziert mit…
    29.05.2020
  • LAB 12 DAC 1 Reference

    Aus der HighEnd-Schmiede LAB 12 von Stratos Vichos in Athen kommt ein bemerkenswerter, neuer D/A-Wandler mit einer Röhren-Ausgangsstufe. Das technische Layout zielt auf einen möglichst analogen Klangcharakter. Es ist nicht das erste LAB 12-Gerät, mit dem ich mich beschäftigen darf. Seinerzeit hatte der Gordian Netzfilter-Stromaufbereiter mit seiner ungewöhnlichen, ja einzigartigen Ausstattung mir viel Aufschlussreiches zum Thema Strom vermittelt. Ein Netzfilter ist bekanntlich in seiner Wirkung sehr abhängig von den Gegebenheiten an seinem Einsatzort. Das verhält…
    26.05.2020
  • Soundspace Systems Pirol

    As far as I remember, there has never been anything like it in Hifistatement: a loudspeaker system with a sensitivity of 97 decibels, a weight of over 200 kilograms and an amplifier power of 500 watts per speaker for the two ten-inch woofers in each cabinet: Prepare yourself for a close encounter of the Soundspace Systems Pirol kind. By the way, the Pirol is the entry-level model into the world of Soundspace Systems. For the…
    22.05.2020
  • Ansuz Acoustics Digitalz D-TC Supreme, Mainz D2 und Darkz D-TC Supreme

    Beim Bericht über Ansuz' PowerSwitch D-TC Supreme hatte ich mich allein auf das Switch konzentriert, die Spannungsversorgung jedoch nicht berücksichtigt, denn die ist nur für firmeneigene Ethernet-Kabel wie die Digitalz D-TC Supreme nutzbar. Deshalb geht es hier um diese, ein Ansuz-Netzkabel und sehr spezielle Füße: einmal PowerSwitch mit allem. Wie schon im Artikel über das PowerSwitch ausgeführt ist dieses eine Kombination aus LAN-Switch und Stromversorgung für die Kabel der D2-, D-TC- und D-TC-Supreme-Linien. Es gibt…
    19.05.2020

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.