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Transparent „Stage 1”

09.01.2024 // Finn Corvin Gallowsky

Wer Genaueres zum Powerwave erfahren möchte, kann dies in meinem eingangs verlinkten Test tun
Wer Genaueres zum Powerwave erfahren möchte, kann dies in meinem eingangs verlinkten Test tun

Schlussendlich fehlt nur das The Wave Lautsprecherkabel und die dazu passenden Bi-Wiring-Brücken. Mit ihnen im Spiel, wird die Wiedergabe homogener und die einzelnen Frequenzbereiche scheinen stärker zusammengeschweißt zu werden. Der holografische Eindruck und die Bühnentiefe nehmen nochmals zu. Das Gleichgewicht zwischen dem Mitten- und Seitenanteil der Musik wird wieder ausgewogener. Zusammenfassend können die Veränderungen wie folgt beschrieben werden: Besonders die räumliche Komponente profitiert von dem Kabelsatz. Instrumente lassen sich jetzt noch deutlicher in ihrer Tiefenstaffelung unterscheiden. Außerdem erstreckt sich diese jetzt auch stärker über die gesamte Stereobreite: In meinem Setup konnte ich zwar mittig zwischen beiden Lautsprechern eine großzügige Tiefenabbildung ausmachen, diese wurde zu den Seiten allerdings immer kleiner. Mit der „Stage 1“ bleibt sie auch weiter außen, sehr nah an den Lautsprechern stabil.

Bevor ich weitere Veränderungen vornehme, lasse ich das System in dieser Konstellation erst einmal eine Weile spielen und verifiziere meinen gemachten Eindruck mit anderen Musikstücken. Auch in „Silence“ von John Børge Askelands und Arve Henriksens The Realization treten die festgestellten Veränderungen zutage. Das Klavier wird wunderbar ansatzlos und fein aufgelöst wiedergegeben, es wirkt regelrecht anmutig und elegant. Arve Henriksens Trompete scheint noch etwas greifbarer und direkter als sonst. Die Bühne hat sich nicht nur nach hinten, sondern auch noch vorne geöffnet. Dabei haben sich die Positionen der Instrumente selbst allerdings kaum verändert, sondern hauptsächlich der Raum, in dem sie spielen, scheint etwas größer und klarer umrissen. Beim Querhören verschiedener Musikstile fällt nochmals die übergreifende Ordnung, Strukturiertheit und Ruhe auf. Das Transparent Setup verhilft meiner Anlage zu einer stärker fokussierten, scheinbar stressfreieren, gleichzeitig nachdrücklicheren und gehaltvolleren Wiedergabe.

Eine der Filtergruppen habe ich meiner Endstufe gegönnt, eine weitere teilen sich das Hypsos-Netzteil meines DACs und der Reclocker, auf dem dritten und letzten Steckplatz steckt das Netzteil von Switch und Transport
Eine der Filtergruppen habe ich meiner Endstufe gegönnt, eine weitere teilen sich das Hypsos-Netzteil meines DACs und der Reclocker, auf dem dritten und letzten Steckplatz steckt das Netzteil von Switch und Transport

Einige Tage später mache ich dann nochmals einen bestmöglichen Direktvergleich, bei dem ich vom Powerwave und den Stromkabeln abgesehen, alle anderen verwendeten Transparentkabel in einem Rutsch gegen meine üblichen Kandidaten austausche. Diesen Wechsel führe ich mit einigem Abstand in beide Richtungen aus, also erst von Transparent zu meinen Kabeln und dann zurück, damit zumindest der Effekt vom ewig schlechten zweiten Kandidaten im Rahmen bleibt und ich auch die Möglichkeit habe, mein eigenes System als Ausgangspunkt zu hören und nicht nur als erwartete schlechtere Option.

Mit „Bergland“ von Flim & the BB’s Big Notes führe ich diesen Vergleich zuerst aus. Eröffnet wird das Stück von einer Rassel, die sich im Stereopanorama hin- und herbewegt. Darauf folgt ein erster Synth, eine weitere Rassel, Toms, noch mehr Rasseln, Bass und Snare Drum, Hi-Hat, ein weiter Synth und erst dann legt Dick Oatts am Sopransaxophon los. Es ist folglich eine Menge los im Raum. Beim Wechsel zurück zu meinen eigenen Kabeln fällt der Unterschied erst einmal gar nicht so dramatisch auf. Man sollte trotz meiner möglichst genauen Klangbeschreibung und -analyse nicht vergessen, dass zwar sehr wohl Unterschiede vorhanden sind, aber wir bei weitem nicht von Welten sprechen. Ich bin in dieser Hinsicht aber ohnehin entspannter geworden. Ich kann mit meiner Kette auf sehr hohem Niveau Musik hören und habe eine Menge Spaß. Raum für Verbesserung ist zwar grundsätzlich immer vorhanden und zu allem Überfluss wird mir dies auch regelmäßig in Tests unter die Nase gerieben, aber ich werde inzwischen durchaus weniger nervös, wenn meine eigenen Komponenten mal zurückfallen. Dennoch liegt das Transparent Setup, hört man genau hin, klar vorne. Zum einen fehlt es meiner Konfiguration im Direktvergleich etwas an Attacke und Schmiss. Transienten werden anscheinend nicht ganz so knackig herausgearbeitet. Die verschiedenen Instrumente heben sich weniger deutlich voneinander ab. Mikroinformationen werden weniger freimütig herausgespielt. Die Wiedergabe klingt alles in allem etwas flacher, weniger inspiriert und etwas beliebig. Der Wechsel zurück auf die Transparent Kabel fällt wiederum weniger drastisch aus, als ich es mir ausgemalt hatte, aber die vorher vermisste Energie ist wieder zurück. Dies ist insbesondere bei den Synths zu hören. Ich bin immer wieder überrascht, wie viele klangliche Nuancen einem synthetischen Sound mit meist sehr begrenzter Dynamik innewohnen können. Außerdem scheint der Fade-In des Synths zu Beginn des Stücks viel langsamer, sanfter und feinschrittiger abzulaufen. Insbesondere der weitgreifende Raumeindruck ist zurück und hilft den einzelnen Instrumenten dabei, sich stärker voneinander abzuheben.


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