tests/25-10-21_acapella
 

Acapella Harlekin 2

21.10.2025 // Dirk Sommer

Der Hochtöner mit einem Durchmesser von 45 Millimetern ist kein Chassis von der Stange, sondern eine Entwicklung von Richard Rudolph
Der Hochtöner mit einem Durchmesser von 45 Millimetern ist kein Chassis von der Stange, sondern eine Entwicklung von Richard Rudolph

Dass das Gehäuse des Hochtöners gegenüber dem des Tietöners zurückversetzt ist, dient natürlich, wie jeder ein wenig erfahrene Audiophile weiß, der zeitrichtigen Wiedergabe. Der ungewöhnlich große Kalottenhochtöner soll ab einer Frequenz um die zwei Kilohertz ins musikalische Geschehen eingreifen. Zur Flankensteilheit der Frequenzweiche gibt es keine konkreten Zahlen, sondern lediglich den vagen Hinweis, dass sanft gefiltert werde. Das Gehäuse für den Tief/MItteltöner besteht größtenteils aus Multiplex, besitzt eine Schallwand aus 50 Millimetern MDF, ist inwendig vielfach versteift und mit Filz sowie anderen speziellen Dämmmaterialien befüllt und umschließt ein Volumen von 60 Litern. Die Oberflächen sind mit echtem Furnier oder gegen einen moderaten Aufpreis mit Acrylplatten verkleidet. Die Box ruht auf drei recht einfach ausschauenden Lautsprecherfüßen aus Aluminium. Für einen sicheren Stand, selbst bei groben Remplern gegen das Gehäuse gibt es hintern an der Unterseite zusätzlich zwei seitliche Pucks, die im Normalfall aber keinen Kontakt zur Stellfläche haben.

Die beiden Schwergewichte – der Harlekin bringt immerhin 75 Kilogramm auf die Waage –lieferten Richard Rudolph und Frank Hakopians, seit über einem Jahr auch für Acapella tätig ist, freundlicherweise bis ins Wohnzimmer, wo sie den Platz der Göbel Epoque Aeon Fine einnahmen. Das kann man übrigens fast wörtlich nehmen, denn die Ausgangsposition für die Aufstellung war exakt die, die zuvor die Göbels innehatten. Obwohl die Harlekine direkt aus dem Transporter kamen und vor ihrer Reise nur rudimentär eingespielt worden waren, machten sie schnell klar, dass sie mit dem mehrfach teureren Biegewellenstrahler in Sachen Auflösung und Feinzeichnung zwar nicht konkurrieren wollten, aber in puncto Spielfreude und Musikalität nichts anbrennen ließen. Schon ohne Hin- und Her-Gerücke im Zentimeterbereich und ohne Fine-Tuning ließen sie keinen Zweifel daran aufkommen, dass die Beschäftigung mit ihnen eher Spaß denn Arbeit sein würde.

Richard Rudolph hatte die Harlekine anfangs fast parallel ausgerichtet, ein Versuch mit einer etwas stärkeren Einwinkelung wirkte sich aber positiv auf die Ablösung des Klangs von den Gehäusen aus, so dass er noch kurz ein wenig mit verschiedenen Winkeln experimentierte. Schließlich war er selbst überrascht davon, wie schnell und mühelos seine Lautsprecher einen großen Teil ihrer Fähigkeiten in meinem Raum abrufen konnten, was wohl auch daran lag, dass die vorgeschaltete Kette keinerlei Fehler offenbarte – auch wenn sie – wie er kurz anmerkte – nicht an die Qualität seines momentanen Lieblingsprojekts, die von ihm entwickelten Enérgeia Vor- und Endstufen, heranreichte, die allerdings zum etwa zehnfachen Preis zweier Harlekine den Besitzer wechseln. Dennoch einigten wir uns rundum zufrieden darauf, dass er mir die restliche Feinabstimmung überlassen würde, da sie ja letztendlich auch mit eigenen Präferenzen zu tun hat: So blieb noch ausreichend Zeit für einen Besuch in einem der nahegelegenen Biergärten. Aber selbst dort konnte ich ihm nicht die Zusage abringen, ein paar Demoteile für die Fotos zu schicken…

Der Bass stammt aus skandinavischer Produktion. Die Membrane wird bei Acapella beschichtet
Der Bass stammt aus skandinavischer Produktion. Die Membrane wird bei Acapella beschichtet

Einige Abende genossen meine Gattin und ich zur Stunde des Aperitifs ein paar neue Alben über die Harlekin. Nachdem sich die Lautsprecher dann ein paar Tage akklimatisiert und noch ein paar Betriebsstunden gesammelt hatten, mussten sie sich einer kleinen Auswahl an Teststücken stellen. Eine penibel genaue, gleiche Ausrichtung der beiden Schallwandler auf den Hörplatz brachte noch ein wenig mehr Abbildungspräzision und einen Tick mehr räumliche Tiefe. Und wie das so ist, wenn Lautsprecher auf einem hohen Niveau spielen – selbst wenn schon über dem, das in ihrer Preisklasse üblich ist –, möchte man einfach noch ein wenig mehr. Meine Gattin schlug deshalb vor, die Aufstellung zu optimieren. Da wir beispielsweise bei der Aufstellung der Stenheim Five SX mit den Silent Mounts von Andante Largo ungemein positive Erfahrungen gemacht hatten und ich sie glücklicherweise noch nicht an den Vertrieb zurückgeschickt hatte, kamen sie jetzt zwischen den kleinen Aluminiumzylindern der Harlekin und dem Teppich zum Einsatz.


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