tests/25-12-09_eversolo
 

Eversolo DAC-Z10

09.12.2025 // Dirk Sommer

Am Anfang des ersten Satzes von Mahlers Symphonie Nr. 3 mit dem Bayerischen Radio Symphonie Orchester unter Mariss Jansons überzeugt Chord Electronics' Wandler mit kraftvollen tiefen Trommeln. Da kann der Eversolo nicht hundertprozentig mithalten, begeistert aber mit einer weiter in die Tiefe reichenden imaginären Bühne und einer einen Tick präziseren Durchzeichnung. Bleibt festzuhalten, dass sich DAC-Z10 auch vor deutlich teureren Komponenten keineswegs verstecken muss. Dass im Tiefbass noch ein Hauch mehr geht, als er zu bieten hat, spürt man zwar im direkten Vergleich, gerät aber nach kurzer Zeit in Vergessenheit. Ich habe den gesamten ersten der Satz der Mahler-Symphonie jedenfalls rundum genossen.

Doch halt! Bevor ich hier zu abschließenden Einschätzungen komme, sollte ich erstens zugeben, dass ich bisher völlig vergessen habe, den Klang des Eversolo nach meinen Vorstellungen klanglich zu optimieren, und zweitens umgehend damit beginnen, ein wenig mit dem Clock Shaping und den sechs Filtereinstellungen zu experimentieren. Bei Abdullah Ibrahim & Ekayas „Calypso Blue“ ist der positive Einfluss des rekonstruierten Clock-Signals eindeutig: Nachdem ich es nun erstmals aktiviert habe, wirkt der virtuelle Raum ein Stückchen größer, die Instrumente werden besser gegeneinander abgesetzt und dynamische und rhythmische Feinheiten treten klarer hervor. Clock Shaping bleibt ab jetzt eingeschaltet.

Der eingebaute temperaturstabilisierte Quarzoszillator arbeitet mit 10 Megahertz
Der eingebaute temperaturstabilisierte Quarzoszillator arbeitet mit 10 Megahertz

Für die Filterauswahl verlasse ich mich einmal mehr auf den Beginn des ersten Satzes von Schostakowitschs Symphonie Nr. 15 mit den Duisburger Philharmonikern. Bis jetzt war das „Minimum Phase slow Roll-off“-Filter aktiv, dass ich bei der Inbetriebnahme ohne vorheriges Hören eingestellt hatte. Das „Linear Phase slow Roll-off“-Filter sorgt jetzt für eine noch weitere Ausdehnung der Bühne in der Tiefe und eine minimal bessere Feinzeichnung. Zwar verlegt das „Minimum Phase fast mix“-Filter das musikalische Geschehen noch weiter hinter die Lautsprecherebene, macht die gesamte Abbildung dabei aber etwas diffuser. Auch das „Linear Phase fast Switch“-Filter gefällt nicht uneingeschränkt: Bei sehr guter Raumdarstellung wirkt die Wiedergabe ein wenig kühl und zu nüchtern. Abschließend bleibt also nur noch zu klären, ob beim „Linear Phase“-Filter die „slow Roll-off“- oder die „fast Roll-Off“-Variante mehr überzeugt. Auch wenn die Unterschiede eher gering sind, ziehe ich das weniger steile Filter vor. Beim „Linear Phase slow Roll-off“ gelingt die Wiedergabe einen Hauch offener und strahlender. Es ist schon verblüffend, wie viel Wohlklang selbst in einer High-End-Kette mit einen Wandler für 2.000 Euro möglich ist – wenn man sich denn die Mühe macht, ihn auf die Anlage und den eigenen Geschmack hin zu optimieren.

Der Blick in den kanalgetrennt aufgebauten Wandler zeigt die Verwendung von für die Preisklasse ungewöhnlich hochwertigen Bauteilen
Der Blick in den kanalgetrennt aufgebauten Wandler zeigt die Verwendung von für die Preisklasse ungewöhnlich hochwertigen Bauteilen

Beim nächsten Schritt ist es mit ein wenig Mühe nicht getan. Es ist schon eine größere Investition fällig, wenn man den DAC-Z10 mit einer externen Master-Clock takten will. Allerdings haben die meisten externen Taktgeber mehr als einen Ausgang, so dass man, vorausgesetzt man hat in seiner Kette schon eine Clock integriert, nur ein für diesen Zweck geeignetes BNC-Kabel erwerben muss. Ich hatte mir zu der Zeit, als ich noch hauptsächlich das SOtM-Switch benutzte, eine sCLK-OCX10 mit passendem Keces-Netzteil zugelegt. Diese Kombination stellt nun auch den 10-Megahertz-Takt am 75-Ohm-Eingang des DAC-Z10 bereit. Praktischerweise kann man in der Eversolo App zwischen der internen und externen Clocks umschalten. Also verkabele ich die SOtM-Clock und starte Arild Andersens Album Mira, von den ich üblicherweise nur den Track „Raijin“ für Tests verwende. Das ist eigentlich schade, denn die vorangehenden fünf Stücke sind ebenso schön und eingängig, allerdings nicht so spektakulär wie „Raijin“. Beim ersten Hören fasziniert wie gewohnt der im Studio konstruierte Raum, in dem große Trommeln und eine Flöte erklingen. Zu meiner freudigen Überraschung fehlt mir hier im Bassbereich rein gar nichts. Auch die Auflösung stimmt: Die elektronischen Störgeräusch hinter den Trommelschlägen sind klar wahrzunehmen – allerdings nicht so klar und differenziert wie nach dem Umschalten auf die externe Clock. Glücklicherweise betreffen die deutlichen Verbesserungen nicht nur die ungewollten Nebengeräusche. Auch die einzelnen Schläge auf die Felle werden dynamisch besser aufgelöst. Man erhält plötzlich eine Menge mehr Informationen über die Ein- und Ausschwingvorgänge. Auch die Positionierung der Instrumente im nun deutlich größeren Raum gelingt noch besser: Mit der externen Clock spielt der Eversolo einfach auf einem höheren Niveau.


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