Davon muss ich mich natürlich selbst überzeugen und lege gleich zu Beginn eine Platte auf den Acrylteller, die zu meinem festen Test-Equipment gehört und die ich wirklich sehr gut kenne. Ricki Lee Jones „Chuck E.‘s In Love“ in der 45er-Version von der gleichnamigen MFSL-LP. Bei diesem Reissue hat Krieg Wunderlich wirklich einen hervorragenden Job im Mastering vollbracht. Keine meiner diversen Ausgaben klingt annähernd so anspringend und mitreißend, wie die MFSL. Tatsächlich legt die US-Sängerin auf dem Scala ordentlich los. Ihre Stimme kommt prägnant und die scharf angerissenen Stahlseiten von Buzzy Feitens akustischer Gitarre lassen unmittelbar Freude aufkommen. Das groovt ordentlich und ich habe sofort das Gefühl, dass die Räke-Kombi sehr gut aufeinander abgestimmt ist.
Kürzlich bin ich beim Konzert von Pat Metheney in der Hamburger Laeiszhalle gewesen und meine Begeisterung über seine Performance ist noch nicht verflogen. Die Alben des aus Missouri stammenden Gitarristen landen regelmäßig auf meinem LaGrange und deshalb durfte mein Favorit Offramp auch bei diesem Test mit ran. Das von Metheney und seinem kongenialen Partner Lyle Mays geschriebene „Are you going with me?“ ist mein Highlight auf dem hervorragenden ECM-Album. Vom ersten Ton an zeigt sich die Harmonie und die Leichtigkeit der Musiker miteinander. Ich gewinne den Eindruck, dass jedes Instrument mit dem anderen kommuniziert und ich spüre den musikalischen Fluss der Aufnahme. Ich denke mir: Was müssen die Jungs für einen Spaß gehabt haben bei den Aufnahmesessions in der legendären New Yorker Power Station.

Da Dirk Räke irgendwann meinte, dass der Scala eine echte Rockmaschine sei, muss ich der Sache selbstverständlich nachgehen. Sofort kommt mir Beggars Banquet von den Rolling Stones in den Sinn. Wenn ein Stück richtig los rockt, dann ist das „Sympathy For The Devil“. Mein altes DECCA-Exemplar mit dem silbernen boxed Label ist noch gut erhalten. Ein kurzer Waschgang und schon kann‘s losgehen. Ich bin überrascht: Stimmen, Perkussion und die menschlichen Laute – alles kommt klar und differenziert rüber. Mick Jaggers teilweise rausgepresster Gesang erinnert mich an frühere Zeiten. Als Keith Richards das schneidende und ruppige Gitarrensolo spielt und ihn der Chor mit dem bekannten Ooh, ooh begleitet, ertappe ich mich beim rhythmischen Wippen auf meinem Hörplatz. Der Räke-Mastermind scheint recht zu haben.
Mal sehen, ob der Scala auch Elektronik kann. Malia hat gemeinsam mit Yello-Mann und Studio-Tüftler Boris Blank das großartige Album Convergence aufgenommen. 2014 war das, aber ich höre es heute noch so gern wie vor zwölf Jahren. Der Einsteiger „Celestial Echo“ ist absolut umwerfend. Schneidende Synthesizer-Sounds gepaart mit einer gefühlvollen Stimme. Der Transrotor macht ordentlich Druck bei den elektronischen Beats und vermittelt dem Hörer eindringlich die intime Stimmung bei Malias Gesang.
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