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Audia Flight Strumento n°1 mk2

05.12.2016 // Dirk Sommer

Viele Audiophile meinen, in diesen digitalen Zeiten ohne Vorstufe auskommen zu können. Diese Ansicht teile ich nicht: Für mich ist ein Vorverstärker unverzichtbar und kann gar nicht genug symmetrische Eingänge haben. Aber der Audia Flight beeindruckt nicht nur mit seinen fünf XLR-Eingängen, die er natürlich auch in der neuen mk2-Version behalten hat.

Auch wenn heute erfreulicherweise selbst einige Wandler mit einem hervorragenden Preis/Leistungsverhältnis wie etwa der Mytek Brooklyn nicht nur über einen Analogeingang, sondern sogar über einen durchgängig analogen Signalweg inklusive Lautstärkeregelung verfügen, komme ich ohne Vorstufe nicht aus. Zum einen warten mindestens drei symmetrische Quellen darauf, im Wechsel mit den Endstufen verbunden zu werden. Zum anderen erfordert die bequeme Aufstellung der beinahe kompletten Anlage in Hörplatznähe knapp sechs Meter lange NF-Leitung bis zu den Leistungsverstärkern neben den Lautsprechern, und für diese Strecke sollte das Signal optimal aufbereitet sein. Oder anders ausgedrückt: Die Ausgangsstufe sollte über eine gewisse Stromlieferfähigkeit und eine recht niedrige Ausgangsimpedanz verfügen. Den Glaubenssatz, dass weniger Bauteile im Signalweg prinzipiell zu besserem Klang führen, haben meine – wie ich gern zugebe: nicht allzu vielen – Experimente nicht bestätigt. Denn bei Wandlern ohne analoge Pegelregelung verzichte ich auf eine Vorstufe nicht einmal für einen kurzen Test, weil ich dann beständig befürchtete, mit der Absenkung des Pegels gleichzeitig auch die Auflösung zu beeinträchtigen. Nein, so sehr ich mich in den letzten fünf Jahren auch für Digitaltechnik begeistern konnte, so konservativ bleibe ich in Sachen Vorstufe.

Das gelungene Audio-Flight-Design hat einen hohen Wiedererkennungswert. Der Aufwand für die Oberflächen ist beträchtlich: Die von Hand polierten Teile werden zusammengebaut, dann wieder getrennt, gekennzeichnet und schließlich eloxiert
Das gelungene Audio-Flight-Design hat einen hohen Wiedererkennungswert. Der Aufwand für die Oberflächen ist beträchtlich: Die von Hand polierten Teile werden zusammengebaut, dann wieder getrennt, gekennzeichnet und schließlich eloxiert

Mit dieser Haltung scheine ich genau in die von Audia Flight mit dem Strumento n°1 mk2 anvisierte Zielgruppe zu gehören, die klassisches High-End mit entsprechendem Materialeinsatz schätzt. Das beginnt schon mit der Verpackung: Genauso wie Einsteins The Preamp, mein langjähriger und aktueller Favorit, wird die italienische Vorstufe in einer schweren Holzkiste geliefert. Aber auch ohne diese bringt sie noch immer 28 Kilogramm auf die Waage. Daran hat natürlich auch das überaus ansprechende und sehr hochwertig verarbeitete Aluminium-Gehäuse seinen Anteil. Nicht unwesentlich tragen zum Gewicht aber auch die direkt hinter der Frontplatte mit der Platine mit der Elektronik für die Drucktasten und den Impulsgeber montierten 40 niederohmigen, für Spannungen bis 100 Volt ausgelegten Siebkondensatoren mit je 680 Mikrofarad und die vier ferromagnetisch geschirmten, vergossenen Netztrafos bei: je ein 75-Watt-Ringkerntrafo für die Audio-Elektronik eines der beiden Audiokanäle, ein 25-Watt-Trafo für die Kontrollelektronik und einer mit einer Leistung von 15 Watt für die Logik-Schaltung. Das Netzteil für die Audio-Schaltungen verfügt über acht sehr rauscharme Spannungsregler, die für jeden Kanal ±60 und ±18 Volt zur Verfügung stellen.

Das Display informiert über die Nummer des Eingangs, den vom Benutzer dafür gewählten Namen und den Wert der Lautstärke
Das Display informiert über die Nummer des Eingangs, den vom Benutzer dafür gewählten Namen und den Wert der Lautstärke


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