Montag, 26 Juni 2017 00:01

Sieveking Quantum Noise Resonator

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Der Quantum Noise Resonator gehört zu der Sorte von Geräten, die hitzige Diskussionen auslösen dürften, denn seine Wirkungsweise lässt sich mit der Schulphysik wohl nicht erklären. Ich sehe das vollkommen undogmatisch, schließe das Gerät an und höre – nichts! Ein Erfahrungsbericht mit einer Überraschung.

Mit Jan Sieveking arbeite ich schon eine Weile zusammen. Wenn er über den Klang seiner Vertriebsprodukte wie etwa die feinen Lautsprecher von Verity, die schwergewichtige Vorstufe von AudiaFlight oder die Kabel von Cardas spricht, kann ich seine Eindrücke bei der Beschäftigung mit entsprechenden Komponenten in meinen eigenen vier Wänden meist leicht nachvollziehen. Als er dann bei einem Treffen während der CanJam in Essen von dem von Telos Audio in Taiwan für seine Firma gefertigten Quantum Noise Resonator oder kurz QNR schwärmte, habe ich spontan ein Exemplar zum Test bestellt – wenn denn Serienversionen des Resonators verfügbar sind. Anfang März ließen wir Jan Sieveking dann in einer News ausgiebig zu Wort kommen. Er erklärte dort, dass er erstmals bei seiner Beschäftigung mit dem Reimyo ALS-777 mit der Schaltung mit einem sogenannten Skalarfeld-Generator konfrontiert worden sei und sich seitdem mit diesem Thema beschäftige. Man könne den QNR als Stromaufbereiter verstehen, der Netzverunreinigungen und von den Hifi-Geräten ins Netz induzierte Störungen erkenne und mithilfe von Quantentechnologie die Qualität des Netzsinus verbessere. Da der QNR parallel zu den Hifi-Geräten angeschlossen wird, verursache er keine Dynamikeinschränkungen.

Der Sieveking Quantum Noise Resonator besitzt eine massive Frontplatte
Der Sieveking Quantum Noise Resonator besitzt eine massive Frontplatte

Kurz nachdem das Gerät dann eingetroffen ist, telefoniere ich noch einmal kurz mit Jan Sieveking, der darauf hinweist, dass die Wirkung des Quantum Noise Resonators auch von der Qualität des Netzkabels abhänge, mit dem er angeschlossen werde. Einer seiner Händler habe in Verbindung mit dem Gerät sogar schon häufiger Netzkabel verkauft, die dessen Preis überstiegen. Einerseits will ich es nicht übertreiben, es mir aber andererseits so leicht wie möglich machen, die Wirkung des QNR zu hören. Zu der Zeit – bis kurz vor der High End – befanden sich erfreulicherweise noch einige der fantastischen Hijiri 'Nagomi' X-DHC10 Netzkabel der japanischen Combak Corporation in meinem Fundus. Also habe ich dem Sieveking-Resonator eine der Edelstrippen spendiert und ihn angeschlossen, als der Kollege Roland Dietl mal wieder zu Besuch war. Gerade bei Komponenten, deren Wirkungsweise sich mir nicht sofort erschließt, finde ich eine zweite Meinung enorm hilfreich, um nicht doch der Autosuggestion zu erliegen und zu meinen, Dinge zu hören, einfach nur weil ich eine klangliche Veränderung erwarte. Beim QNR waren Roland Dietl und ich uns aber wirklich sicher, dass er nicht den geringsten Einfluss auf die Kette in meinem Hörraum hatte. Nach dieser doch recht enttäuschenden Erfahrung habe ich den Resonator wieder in sein Kistchen gepackt und vergessen.

In das Gehäuse des QNR ist ein Rauchglasdeckel eingepasst, der den Blick auf die Schaltung freigibt
In das Gehäuse des QNR ist ein Rauchglasdeckel eingepasst, der den Blick auf die Schaltung freigibt


Kürzlich fiel mir der Quantum Noise Resonator dann wieder in die Hände und ich beschloss, ihn zurückzuschicken. Doch dann erinnerte ich mich an einen Abend, den ich mit Rainer Weber, dem Entwickler der Kaiser Acoustic Kawero! Classic, verbrachte und zu dem er eine Reihe von Tuning-Gerätschaften von SteinMusic mitgebracht hatte, die in seiner Kette durchweg positive Auswirkungen hatten. Ein Teil von ihnen sollte auch im dem Bereich der Quantenphysik wirksam sein. Wie dem auch sei: Alles, was Rainer Weber mitgebracht hatte, brachte in meiner Kette keinerlei Verbesserung. Dazu sollte ich allerdings anmerken, dass in der Sun-Leiste, die die Energie für die Endstufen bereitstellt, auch ein Acoustic Revive RR77 Schumann Frequenz Generator eingesteckt ist. Zudem kleben an Wänden und Decke einige Acoustic System Resonatoren aus den verschiedensten Metallen und auch nicht gerade wenige Harmonix Tuning Devices. Der Hörraum kann sich also nicht über fehlende Zuwendung beklagen. Vielleicht gibt es ja auch so etwas wie: genug des Guten.

Diese Annahme brachte mich dann dazu, dem Sieveking Quantum Noise Resonator noch eine Chance im Wohnzimmer zu geben, wo außer der Anlage selbst nur ein HighEndNovum Multivocal Resonator für Wohlklang sorgt. Dass er zwischen den Acapella Violon VI leicht nach hinten zurückversetzt einen Platz fand, ist eher einem Zufall zu verdanken: Während ich auf eine Halterung zur Anbringung des Resonators an der Dachschräge im Hörraum wartete, hatte ich die Bronzeschale mit der – wie ich gerne zugebe – wenig attraktiven Holzsäule kurz im Wohnzimmer zwischengeparkt. Eines Tages fand ich den Resonator dann auf einer schmucken Glassäule zwischen den Violon VI. Meine Gattin merkte dazu lediglich an, wenn das Teil schon im Wohnzimmer stehen müsse, dann solle es wenigsten gut aussehen und akustisch nützlich sein. Letzteres tut es nun und auch optisch passt es: Die Schale wirkt zwischen den Acapellas fast wie ein drittes Horn.

Die Leuchtdioden blinken in unregelmäßiger Folge auf
Die Leuchtdioden blinken in unregelmäßiger Folge auf

Auf dem Plattenteller des Avance liegt Keith Jarretts „God Bless The Child“, der mitreißende Groove lässt keine Wünsche offen, die Bass-Drum besitzt eine Menge Druck, die sonst schon mal zu leichter Nervigkeit tendierende High-Hat kommt-farbig und leichtfüßig rüber, in puncto Differenzierung und Raumdarstellung bin ich von der deutlich aufwändigeren und entsprechend teureren Kette im Hörraum aber mehr gewohnt. Dann verbinde ich den Quantum Noise Resonator mit der mittleren von drei Wandsteckdosen, von denen die eine über Einsteins Octopus die Anlage – außer der Endstufe – speist und die andere die Lampe über dem Plattenspieler. In Kombination mit dieser Kette und diesem Raum hat der Sieveking Quantum Noise Resonator einen recht deutlichen Effekt und der ist eindeutig positiv: Sobald er mit den Stromnetz verbunden ist, gerät die Wiedergabe ein gutes Stück offener, detaillierter und vor allem räumlich weiter ausgedehnt. Die Instrumente verteilen sich auf einer deutlich breiteren Bühne. Ja, so macht die Platte echt mehr Spaß. Ich erfreue mich einfach noch an ein paar Scheiben und lasse das Testen für heute bleiben.


Am nächsten Tag – der QNR war die ganze Nacht über am Netz, die Verstärker habe ich eine halbe Stunde vor dem Hören eingeschaltet – mache ich die Probe aufs Exempel: Es mach wirklich ungeheuere Freude, mit der so aufgewerteten Anlage im Wohnzimmer zu hören. Mehr Analyse und Information gibt es zwar noch immer im Arbeitszimmer, aber richtig genießen kann ich nun beide Ketten. Zur Sicherheit trenne ich den QNR noch einmal kurz vom Netz: Die Abbildung schrumpft, es gehen ein paar Details verloren, die Präzision der Wiedergabe nimmt insgesamt ein Stück weit ab. Also kommt der Quantum Noise Resonator schnell wieder ans Netz – und wie zuvor stellt ein ein wenig in die Jahre gekommenes Audioplan PowerCord die Verbindung her. Der Anregung Jan Sievekings folgend probiere ich dann noch ein hochwertigeres Netzkabel aus. Da leider kein Hijiri mehr zu Verfügung steht, entscheide ich mich für ein etwa gleichwertigen SwissCable Reference Plus, das ich kurzzeitig aus der Kette im Arbeitszimmer entwende: Und wirklich, das Reference Plus sorgt vor allem für noch ein wenig mehr Dynamik und Spielfreude und eine noch minimal ausgedehntere imaginäre Bühne! Wirklich überzeugend!

Der QNR wird über eine dreipolige IEC-Buchse mit Strom versorgt. Die Qualität des Netzkabels hat Einfluss auf die Wirkung
Der QNR wird über eine dreipolige IEC-Buchse mit Strom versorgt. Die Qualität des Netzkabels hat Einfluss auf die Wirkung

STATEMENT

Sievekings Quantum Noise Resonator kann den Klang einer Kette deutlich steigern. So sorgt er selbst in einer nicht optimal aufgestellten Anlage für eine deutlich bessere räumliche Aufteilung der Instrumente, verbessert die Dynamik und macht mehr Details hörbar. Tuning-Exzesse dürften aber keinen Sinn machen: Wenn Sie bereits mit einer Vielzahl von Maßnahmen den Klang Ihrer Kette optimiert haben, wird auch der QNR nicht mehr viel bringen. In allen anderen Fällen sorgt er für mehr Wohlklang ohne Experimente – wie sie etwa bei Platzierung von Room-Tuning-Elementen nötig sind. Unbedingt ausprobieren!
Gehört mit
Plattenspieler Brinkmann Avance
Tonarm Breuer Dynamic 8
Tonabnehmer Roksan Shiraz
Phonostufe Lukaschek PP1
Musikserver SoulM mit Keces P8
Reclocker Mutec MC-3+ Smart Clock USB
D/A-Wandler Mytek Brooklyn mit Keces P8
Vorverstärker Brinkmann Marconi
Endstufe Eintein The Poweramp
Lautsprecher Acapella Violon VI
Kabel Swiss Cables Reference (Plus), Habst Ultra III, Audioquest Diamond, SunWire Reference
Zubehör Einstein The Octopus, HighEndNovum Multivocal Resonator, Harmonix Füße, Audioquest Jitterbug, Franc Audio Accessories und Acoustic System Füße
Herstellerangaben
Quantum Noise Resonator
Dauerstromverbrauch 1,5 Watt
Abmessungen (L/B/H) 18/13,5/4cm (mit angebrachten Elastikpuffern)
Gewicht 1680g
Preis 1200 Euro

Vertrieb
Sieveking Sound GmbH & Co KG
Ansprechpartner Jan Sieveking
Anschrift Plantage 20
28215 Bremen
Telefon +49 421 6848930
E-Mail kontakt@sieveking-sound.de
Web www.sieveking-sound.de

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Freitag, 23 Juni 2017 00:01

Keces P8

geschrieben von

Nach der Beschäftigung mit dem im besten Wortsinne enorm preiswerten SoulM inklusive des Keces-DC-116-Netzteils habe ich für die Kette meiner Gattin den Server erstanden. Vom Kauf zweier Stromversorgungen – der Artikel löste beim Kollegen und Mytek-Brooklyn-Eigner Peter Banholzer ebenfalls einen Haben-Müssen-Impuls aus – riet Robert Ross jedoch ab.

Der Inhaber des deutschen Keces-Vertriebs hatte aber nicht plötzlich das Vertrauen in einen der von ihm vertretenen Hersteller verloren, sondern nur kurz vor der High-End das neue P8-Netzteil gehört. Und seitdem ist er davon überzeugt, dass es noch für deutlich größere Verbesserungen sorgen kann, als der Austausch einen serienmäßigen Netzteils gegen das Keces DC-116. Das P8 ist noch einmal ein Stück größer, schwerer und teurer als das DC-116. Es besitzt ebenfalls ein solides, gut verarbeitetes Metallgehäuse und darüber hinaus noch ein recht großes Display mit weißer Schrift, das Auskunft über die an den beiden Ausgängen anliegenden Spannungen und die aktuelle Stromaufnahme der angeschlossenen Geräte gibt. Zusätzlich findet man einen USB-Anschluss, der bis zu ein Ampere zur Verfügung stellt. Wenn man beispielsweise den ifi iDefender3.0 einsetzt, um nur sauberen Strom über die USB-Verbindung zum Wandler zu schicken, ist der dritte Ausgang des P8 ein willkommenes Extra. So flexibel wie der DC-116, bei dem man im Inneren eine Vielzahl von Spannungen für die beiden Ausgänge einstellen kann, ist der große Keces allerdings nicht. Hier gibt es zwei Modelle mit nur einem Ausgang, wobei man per Schalter einmal zwischen 9 und 12 und beim anderen Modell zwischen 19 und 20 Volt wählen kann. Darüber hinaus werden noch vier sogenannte „Dual-Versionen“ angeboten, bei denen dann jede der beiden Spannungen per Schalter in geringem Umfang variiert werden kann.

Das analoge Netzteil wirkt in seinem Aluminium-Gehäuse mit den abgerundeten Ecken und den in Deckel und die Frontplatte eingraviertem Firmenlogo- und Namen wie eine noble Hifi-Komponente
Das analoge Netzteil wirkt in seinem Aluminium-Gehäuse mit den abgerundeten Ecken und den in Deckel und die Frontplatte eingraviertem Firmenlogo- und Namen wie eine noble Hifi-Komponente

Ähnlich wie bei den Netzteilen von SBooster legt man sich beim P8 also beim Kauf auf die Spannung(en) eines Gerätes fest. Aber auch in den schnelllebigen digitalen Zeiten wird man ja nicht im Jahresrhythmus seine Komponenten wechseln. Im Testbetrieb sieht das allerdings ein wenig anders aus. Da ich das „große“ Keces-Netzteil mit dem DC-116 vergleichen möchte und letzteres in der Wohnzimmerkette den SoulM-Musikserver und den Mytek-Brooklyn-DAC speist, habe ich eine Dual-Version mit 19 und 12 Volt bestellt. Mit den beiden gesicherten Schaltern auf der Rückseite kann die Spannung für den ersten Ausgang auf 18 und für den zweiten auf 9 Volt reduziert werten. Weitere Anpassungen sind wie gesagt nicht möglich. Zwischen Server und Wandler bereitet der hervorragende Mutec MC-3+ Smart Clock USB das Digitalsignal nicht nur auf, sondern trennt die beiden angeschlossenen Geräte auch galvanisch. Deshalb verzichte ich an dieser Stelle auf den Defender3.0, so dass der 5-Volt-Ausgang des P8 ungenutzt bleibt.

Wie bei einen Netzteil nicht anders zu erwarten, fallen beim Blick in den P8 zuerst der voluminöse Ringkerntrafo und die beiden Kondensatorenbänke für die Siebung ins Auge. Trafo und Elkos werden durch einen Kühlkörper getrennt, an dem ein Teil der aktiven Bauteile für die Spannungsstabilisierung montiert sind. Drei weitere sind auf der rechten Gehäusewand montiert. Aufbau und Verarbeitung der Platinen bieten nicht den geringsten Anlass zu Kritik.


Der P8 wird mit zwei Anschlusskabel und einem Adaptersatz geliefert
Der P8 wird mit zwei Anschlusskabel und einem Adaptersatz geliefert

Die Anlage meiner Gattin hatte ich zwar auch zuvor schon mal miteinbezogen, doch wenn ich mich bei diesem Test nun allein auf sie verlasse, sollte ich vielleicht kurz einige Worte zu ihrer Klangcharakteristik verlieren. Lange Zeit fehlte den hervorragenden Acapella Violon VI ein adäquates Frontend. Dank eines Einstein The Poweramps und Brinkmanns Marconi ist nun auch für eine angemessene Verstärkung gesorgt. Die beinahe komplette Verkabelung mit Swiss Cable Reference – nein, nicht der Plus-Variante, die macht für meinen Geschmack in dieser Kombination zu viel Druck im Bass – sorgt für die nötige Schnelligkeit, Offenheit und gute Raumdarstellung. Die – in preislich anderen Dimensionen angesiedelte – Anlage im Arbeitszimmer löst noch einmal besser auf, bringt mehr Details zu Gehör, wirkt im Bass minimal agiler, aber auch ein Stück schlanker. Dadurch können schlechte Aufnahmen dort auch schon mal ein wenig „grätzig“ klingen. Vor allem wegen der Portion mehr Schub im Bass gefällt vom Hifi-Bazillus weniger befallenen Besuchern die Kette im Wohnzimmer oft besser als mein „Arbeitsgerät“. Für mich ist es immer wieder ernüchternd zu hören, dass selbst die teuersten Diamant-Hochtöner oder Edel-Bändchen nicht die geringste Chance haben, die Leichtigkeit und Farbigkeit des Ionenhochtöners in der Acapalla zu erreichen. Sicherlich wäre aus der Wohnzimmer-Anlage noch ein gutes Stückchen mehr Wohlklang herauszuholen, wenn man etwa bei der Aufstellung der Lautsprecher ebenso kompromisslos wie im Hörraum auf Symmetrie achten würden. Aber im Wohnzimmer habe ich – wie schon öfter erwähnt – nicht die absolute Hifi-Hoheit, sondern mehr beratende Funktion. Da dies wohl nicht nur für mich gilt, dürfte die Aufstellung der Anlage der Realität in deutschen Wohnräumen gewiss näher kommen als die nahezu perfekten Bedingungen im Hörraum

Im Fotostudio ist kein Verbraucher an den Keces P8 angeschlossen, wie die Werte für die Stromaufnahme zeigen. Der SoulM verbraucht übrigens 0,6, der Mytek DAC etwa 1 Ampere
Im Fotostudio ist kein Verbraucher an den Keces P8 angeschlossen, wie die Werte für die Stromaufnahme zeigen. Der SoulM verbraucht übrigens 0,6, der Mytek DAC etwa 1 Ampere

Da ich bei der Beurteilung von Komponenten mit der eher nach Wohnraumfreundlichkeit aufgestellten Anlage – das Horn der linken Acapella hat deutlich weniger Abstand zu Seitenwand und Dachschräge als das der linken – noch nicht ebenso viel Erfahrung habe wie mit der Kette in meinem Hörraum, mache ich es mir zumindest in puncto Musikauswahl leicht und wähle Ravi Shankars „West Eats Meat“: Das Tabla-Intro kommt mit viel Druck in den Tiefen, wirkt dadurch aber auch minimal langsamer als im Hörraum. Die Pauken im Hauptteil trotzen vor Energie, der E-Bass groovt und knarzt und die Farbigkeit der Perkussion ist einfach fantastisch. Allerdings löst sich der Klang nicht völlig von den Lautsprechern und die räumliche Aufteilung hat eine leichten Drall nach links – nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, dass der linke Lautsprecher näher an den begrenzenden Wänden steht. Erstaunlicherweise bringt der Wechsel der Stromversorgung für den SoulM sogar in dieser Disziplin Vorteile: Aufgrund der nun noch besseren Auflösung hört man deutlich stärker ausgeprägte Hallfahnen und die reichen eben auch weiter nach rechts. Das größere Netzteil sorgt zu meiner Überraschung für eine stabilere und breitere Bühnenillusion. Und die Echos der Stimme verschwinden nun erst ein ganzes Stück weiter entfernt in der Tiefe des Raumes. Die Wiedergabe gerät mit dem P8 noch ein wenig detailreicher und die Klangfarben – schon bisher eine der Schokoladenseiten dieser Kette – erstrahlen noch ein wenig kräftiger. Schon jetzt möchte ich auf das große Keces-Netzteil nicht mehr verzichten.

Die Schalter zur Spannungswahl sind gegen versehentliche Betätigung geschützt. Zudem gibt es Schutzschaltungen, die bei Überlastung, Über- und Unterspannung ansprechen. Hier geht Sicherheit vor Flexibilität bei der Spannungseinstellung
Die Schalter zur Spannungswahl sind gegen versehentliche Betätigung geschützt. Zudem gibt es Schutzschaltungen, die bei Überlastung, Über- und Unterspannung ansprechen. Hier geht Sicherheit vor Flexibilität bei der Spannungseinstellung


Eine der positiven Seiten beim Streaming ist für mich, dass man – die entsprechende Einstellung der App vorausgesetzt – beim Ansteuern der gesuchten Titel auch immer wieder in Vergessenheit geratene Cover entdeckt: Diesmal ließ mich der Vogel auf dem Bild der Hülle von Albert Mangelsdorffs Triplicty mit Arild Anderson am Bass und Pierre Favre am Schlagzeug innehalten. Die Posaune des Virtuosen erklang über SoulM, Keces, Mutec und Mytec und nicht zuletzt über die Acapellas ungeheuer druckvoll und energiegeladen und dennoch farbstark und fließend. In „Green Shading Into Blue“ fasziniert dann besonders Arild Andersons packendes Kontrabass-Spiel mit perkussiven Attacken und melodiösen Passagen. Nach dieser kurzen Schwelgerei in jazzigem Wohlklang noch einmal zurück zu einer der üblichen Testscheiben: Bei Patrick Herals „Improvisation“ auf Le Concert De Parfums lässt der SoulM dank des P8 den Raum deutlich tiefer und die Wiedergabe nicht unbeträchtlich schneller wirken, der Tieftonbereich der Trommeln und Pauken kommt knalliger und differenzierter – ja, er besitzt einfach mehr Charakter. Hier geht es nicht um marginale Unterschiede, wie sie etwa bessere Gerätefüße bewirken. Hier sind die Verbesserungen viel drastischer: Ich habe wohl nie besser angelegte 300 Euro gehört – das ist nämlich die Preisdifferenz zwischen dem Keces DC-116 und dem P8. Aber noch sollte ich mit derart überschwänglichem Lob vorsichtig sein: Es ist ja nicht auszuschließen, dass der bessere Klang auch daher rührt, dass nun getrennte Keces-Netzteile für Wandler und Server zum Einsatz kommen.

Das innere des P8 wird von einem großen Ringkerntransformator dominiert. Auf den Kühlkörpern rechts und links der Kondensatorenbänke sitzen die Spannungsregler
Das innere des P8 wird von einem großen Ringkerntransformator dominiert. Auf den Kühlkörpern rechts und links der Kondensatorenbänke sitzen die Spannungsregler

Also trenne ich den Mytek Brooklyn vom DC-116, verbinde ihn mit dem P8 und starte noch einmal die „Improvisation“, da ich mich hier ja gerade eingehört hatte: Der Zuwachs an Raumtiefe ist schier unglaublich! Zwar weiß ich dank Melco, Aries Femto und Chord DAVE in welche Weiten einen diese Scheibe entführen kann, vom SoulM und dem Mytek inklusive Keces und Mutec habe ich einen solch beeindruckenden Raum aber bisher noch gehört. Beeindruckend, wie akribisch die Violon VI jegliche Verbesserung des Frontends aufzeigen. Zu erwähnen, dass der Brooklyn auch in allen anderen Hifi-Disziplinen sehr nachdrücklich von der Stromversorgung durch das P8 profitiert, scheint mir da beinahe müßig. Lieber genieße ich jetzt auch im Wohnzimmer einige bekannte und wiederentdeckte Alben in extrem hoher Qualität!

STATEMENT

Dass die Qualität des Netzteils einen nicht unerheblichen Einfluss auf den Klang hat, weiß jeder, der sich ein wenig mit Hifi und High-End beschäftigt. Das ist natürlich bei digitalen Quellgeräten nicht anders. Aber dass der Keces für gerade einmal 700 Euro aus sehr guten Komponenten wie dem SoulM und dem Mytek Brooklyn noch halbwegs erschwingliche High-End-Juwele macht, hätte ich nicht für möglich gehalten: ein Erlebnis!
Gehört mit
Musikserver SoulM mit Keces DC-116
Reclocker Mutec MC-3+ Smart Clock USB
D/A-Wandler Mytek Brooklyn mit Keces DC-116
Vorverstärker Brinkmann Marconi
Endstufe Eintein The Poweramp
Lautsprecher Acapella Violon VI
Kabel Swiss Cables Reference (Plus), Habst Ultra III, Audioquest Diamond, SunWire Reference
Zubehör Einstein The Octopus, HighEndNovum Multivocal Resonator, Harmonix Füße, Audioquest Jitterbug, Franc Audio Accessories und Acoustic System Füße
Herstellerangaben
Keces P8
Gleichstrom-Ausgangsspannung Mono-Versionen: 9/12V, 19/20V, Dual-Versionen: 5/7V und 9/12V, 9/12V und 12/15V, 9/12V und 18/19V, 9/12V und 20/24V, zusätzlich 1 x USB (5V, 1A)
Gleichstromstecker 2,1mm Hohlstecker, Adapter vom Vertrieb beigelegt
Eingangsspannung 115V 60Hz / 230V 50Hz, schaltbar
Gehäuse Aluminium
Abmessungen (B/H/T) 300/78/240mm
Gewicht kg
Preis 700 Euro

Vertrieb
Robert Ross Audiophile Produkte GmbH
Anschrift Alemannenstr. 23
85095 Denkendorf
Telefon 08466 905030
E-Mail r.ross@robertross.de
Web www.robertross.de

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Mittwoch, 21 Juni 2017 05:15

Expolinear Sondermodell T-100 DeLuxe

Als limitiertes Sondermodell präsentieren Expolinear® die neue T-100 DeLuxe. Es handelt sich um einen 2-Wege Kompakt-Lautsprecher, der mit exquisiten Bauteilen produziert wird und eine verfeinerte Version der beliebten T-100 L darstellt.

Im Tiefmitteltonbereich setzen die Berliner Lautsprecherspezialisten ein neues Hochleistungssystem mit Spezial-Membran ein. Dieses arbeitet mit extrem linearem Frequenzgang. Der Hochtonbereich ist dem State of the Art Bändchenhochtöner Expolinear RT-9 Pro bestückt. Es handelt sich um ein klassisches Bändchen mit Übertrager, das extrem breitbandig (1500 Hz - 35 KHz) aufspielt. 

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Der Monitor zeichnet sich durch ein räumliches, elegantes, hochauflösendes und sehr musikalisches Klangbild aus. Gleichzeitig verfügt der Lautsprecher über solide Autorität im Tiefsttonbereich. In den Frequenzweichen kommen hochwertige Induktivitäten zum Einsatz, besonders hervorzuheben sind unsere anwendungsspezifisch für diesen Monitor konfektionierten Expolinear Caps mit 630 Volt Spannungsfestigkeit mit extrem geringen Toleranzen. Die Innenverdrahtung besteht aus 6N-Reinstkupferkabeln. Das massive hartvergoldete Anschlussfeld komplettiert die hochwertige technische Ausstattung.

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Das Gehäuse ist in der bewährten Sandwich-Mehrschichtbauweise (Holz/ Holzwerkstoffe, Moranostoffe, Glas, Naturstein) ausgeführt. So wird ein optimales Resonanzverhalten erreicht, das mit reinen Natursteingehäusen oder reinen Holzgehäusen so nicht zu erzielen ist. Eine edle Echt-Glasabdeckung und die Front-Bespannung befinden sich ebenso im Lieferumfang.

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Mit 3.800 Euro für das Paar in der Standard-Version Bianco Carrara Marmor besitzt die T-100 DeLuxe ein äußerst attraktives Preis-Qualitätsverhältnis. Der Kunde kann wie bei allen Expolinear-Lautsprechern zwischen nahezu allen am Markt befindlichen Marmor-, Schiefer und sonstigen Natursteinsorten sowie vielen Holzvarianten und sonstigen Materialien sein individuelles Design auswählen. Auch die Echt-Glasabdeckung und die Front-Bespannung sind in verschiedenen Farben wählbar.

Vertrieb
Expolinear® Elektroakustik
Anschrift Jörg Henning-Reinelt
Dahlmannstraße 19
10629 Berlin
Telefon +49 30 8739454
Mobil +49 172 7828379
Fax +49 30 8738038
E-Mail info@expolinear.de
Web www.expolinear.de

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Montag, 19 Juni 2017 00:01

Thrax Dionysos und Heros

geschrieben von

Die in Sofia beheimatete Firma Thrax hat sich in kurzer Zeit einen ganz ausgezeichneten Ruf unter Audiophilen erarbeitet. Dirk Sommer hat vor einiger Zeit der Phonostufe Orpheus von Thrax gar „Weltklasse-Fähigkeiten“ bescheinigt. Ich habe deshalb sofort zugegriffen, als sich mir die Gelegenheit bot, mich mit der Line-Vorstufe Dionysos und den Mono-Endstufen Heros intensiver zu beschäftigen.

Thrax Vorstufe Dionysos und Monoendstufen Heros
Thrax Vorstufe Dionysos und Monoendstufen Heros

Dazu passte ganz hervorragend, dass Rumen Artarski, der Chef und Eigentümer von Thrax, Dirk Sommer und mich im Vorfeld der diesjährigen High End in der Redaktion von hifistatement besuchte. Es wurde ein langer und hochinteressanter Abend. Im Gespräch über die Produkte und die Firmenphilosophie von Thrax wurde schnell klar, dass Rumen Artarski die Designs japanischer Röhrenlegenden, wie Shishido San (Wavac) oder Kondo San (Audio Note), ausgiebig studiert hat. Besonders die Kreationen von Sakuma San haben es ihm angetan. Herausgekommen sind aber nicht einfach nur Nachbauten berühmter Vorbilder, sondern eigenständige Designs mit einer klaren Linie, die sich konsequent durch alle Komponenten von der Phono- über die Line-Stufe bis zu den Endverstärkern zieht: Schaltungsaufbau so einfach und mit so wenigen Verstärkerstufen wie nur möglich, ausschließliche Verwendung von Trioden oder anderen aktiven Bauteilen mit Trioden-ähnlichen Charakteristiken als aktive Verstärkungselemente, Verzicht auf Gegenkopplung sowie die weitgehende Vermeidung von Kondensatoren und Widerständen im Signalweg und stattdessen die Verwendung von Übertragern sowohl im Eingang als auch im Ausgang.

Das gelungene Frontdesign der Vorstufe Dionysos
Das gelungene Frontdesign der Vorstufe Dionysos

Übertrager? Ja, bei Thrax scheut man sich nicht, in allen Komponenten Übertrager zu verwenden und das, obwohl Übertrager bei so manchem Audio-Designer oder Audiophilen einen eher schlechten Ruf genießen. Sie gelten als groß, schwer und kompliziert mit eher bescheidenen Übertragungseigenschaften und obendrein als sehr teuer. Rumen Artarski ist da anderer Meinung, gibt es doch seiner Erfahrung nach extrem hochwertige Übertrager mit großer Bandbreite bei gleichzeitig ausgezeichneter Linearität und extrem geringen Verzerrungen. Die Vorteile lägen ganz eindeutig in der galvanischen Isolierung am Ein- und Ausgang einer Komponente und in der ausgezeichneten Gleichtaktunterdrückung bei symmetrischen Signalverbindungen. Der schlechte Ruf sei eher auf mangelndes Know-how und die Verwendung von billigen Übertragern zurückzuführen. Zweifelsohne stünden hier aber – wie bei kaum einem anderen Bauteil – Qualität und Preis in einem direkten Verhältnis.


Die Tippschalter für Ein/Aus, Tape-Ausgang und Mute mit LED Anzeige
Die Tippschalter für Ein/Aus, Tape-Ausgang und Mute mit LED Anzeige

Der Dionysos ist ein Mikroprozessor-gesteuerter Vorverstärker mit hohem Bedienungskomfort und einem absolut audiophilen, zweifach Übertrager-gekoppeltem single-ended Trioden Design, verpackt in einem außergewöhnlichen Gehäuse. Die Frontplatte bildet zusammen mit den Rücken- und Seitenteilen – alles aus massivem Aluminium gefräst – eine resonanzarme Ringstruktur. Auf eine Beschriftung der einzelnen Bedienungselemente wurde aus optischen Gründen verzichtet. In der Mitte dominiert der große Lautstärkeregler und zwei grüne LED Displays zeigen die eingestellte Lautstärke an. Wir sehen Tippschalter auf der linken Seite für Ein/Aus, Tape-Ausgang und Mute und auf der rechten Seite für die Eingangswahl sowie für die Einstellung der absoluten Phase.

Der große Lautstärkeregler und die beiden grünen LED Displays für die Anzeige der eingestellten Lautstärke
Der große Lautstärkeregler und die beiden grünen LED Displays für die Anzeige der eingestellten Lautstärke

Auf der Rückseite finden wir sechs Eingänge – vier unsymmetrische mit RCA-Buchsen und zwei symmetrische mit XLR-Buchsen – sowie vier Ausgänge: jeweils zwei davon unsymmetrisch und symmetrisch. Alle unsymmetrischen Ein- und Ausgänge können über kleine Schalter individuell von der Gehäusemasse getrennt werden –- sehr praktisch, wenn man mit Brummschleifen zu kämpfen hat.

Die Fernbedienung mit zusätzlicher Möglichkeit zur Einstellung der Balance
Die Fernbedienung mit zusätzlicher Möglichkeit zur Einstellung der Balance


Bei der Umschaltung zwischen den Eingängen wird nicht nur das Signal, sondern auch die Signalmasse geschaltet. Dies sorgt dafür, dass man sich über die Masseleitung gerade nicht benutzter Geräte keine Störungen einfangen kann. Die unsymmetrischen und symmetrischen Ausgänge werden über einen kleinen Schalter ausgewählt und können – technisch bedingt – leider nicht gleichzeitig benutzt werden. Zusätzlich steht noch ein unsymmetrischer Tape-Ausgang mit fixem Pegel zur Verfügung. Das Kerngeschäft eines Vorverstärkers ist für mich neben der Quellen-Wahl die Verstärkung und Lautstärkeregelung. Beide Punkte hängen eng miteinander zusammen. Während einige analoge Phonostufen noch eine gewisse Verstärkung in der Line-Stufe erfordern, genügt der Ausgangspegel eines CD-Players oder Digital-Analogwandlers in aller Regel, um eine Endstufe voll auszusteuern, so dass eine zusätzliche Verstärkung gar nicht benötigt wird. In vielen Vorverstärker-Konzepten wird das Musiksignal aber mit dem Lautstärkeregler erst abgeschwächt und dann unnötig wieder verstärkt.

Das minimalistische Frontdesign der Heros Mono-Endstufen
Das minimalistische Frontdesign der Heros Mono-Endstufen

Der Philosophie von Thrax folgend werden alle Eingänge der Dionysos über einen Übertrager eingekoppelt. Dieser Übertrager hat aber noch eine weitere Funktion. Die Lautstärke wird nämlich nicht über Potentiometer oder Widerstände eingestellt, sondern über eben diesen Übertrager geregelt. Sekundärseitig wird dabei das Musiksignal in Stufen abgegriffen. Wie bei einem Trafo ergeben sich damit unterschiedliche Ausgangsspannungen, die über eine Vielzahl von Relais entsprechend in den Signalweg geschaltet werden. Während bei einem Widerstandsnetzwerk, das Signal abgeschwächt und die Leistung in Wärme verbraten wird, steht bei einem Übertrager das Signal zwar mit einer geringeren Spannung, aber dafür mit höherem Strom zur Verfügung. Hinzu kommt, dass mit dieser Lösung Widerstände im Signalweg vermieden werden, die nach Meinung von Rumen Artarski schlechter klingen als reines Kupfer oder Silber in einem Übertrager. Die eigentliche Spannungsverstärkerstufe ist minimalistisch mit je einer Hälfte der rauscharmen Doppel-Triode 6N6P/ 6H6П aufgebaut. Die Auskopplung des Signals erfolgt über einen weiteren Übertrager. Eine weitere Besonderheit ist, dass die Lautstärkeregelung im unteren Einstellungsbereich rein passiv arbeitet, dann erst die Röhrenstufe zugeschaltet wird und ganz im obersten Bereich zusätzlich noch eine Umschaltung im Ausgangs-Übertrager erfolgt. Die so konzipierte Lautstärkeregelung hat insgesamt 32 Stufen und einen Regelbereich von 64 dB (-46 dB bis +18dB). Lautstärkeregelung und Verstärkung bilden damit vom Eingang bis zum Ausgang eine Gesamtlösung.

Die Rückseite der Endstufen
Die Rückseite der Endstufen

Im Netzteil des Dionysos arbeitet ein mächtiger Ringkerntransformator, die Gleichrichtung übernimmt eine Gleichrichterröhre vom Typ 6C4P-EV/ 6Ц4П gefolgt von einer aufwändigen Siebung mit Spule und Kondensatoren. Stabilisiert wird dann mit einer Kombination aus Stromquelle und Shunt-Regler, der mit einem schnellen Operationsverstärker und einer hochgenauen Spannungsreferenz aufgebaut ist.


Das Anschlussfeld der Endstufen im Detail
Das Anschlussfeld der Endstufen im Detail

Die Steuerung aller Einstellungen im Dionysos übernimmt ein Mikroprozessor. Für die Schaltaufgaben werden vakuumgekapselte Relais verwendet, die sich durch ihre Langlebigkeit auszeichnen sollen und insbesondere nach ihren klanglichen Eigenschaften ausgewählt wurden. Für den klanglichen Feinschliff spielt Rumen Artarski bei den Relais nämlich ganz bewusst mit unterschiedlichen Kontaktmaterialien. Alle verwendeten Bauteile sind von hervorragender Qualität.

Die umfangreichen Anschlussmöglichkeiten der Vorstufe Dionysos
Die umfangreichen Anschlussmöglichkeiten der Vorstufe Dionysos

Die Monoendstufe Heros bringt satte 30 Kilogramm auf die Waage. Das gesamte Gehäuse ist ein einziger Kühlkörper mit massiven Kühlrippen auf drei Seiten, um die riesige Verlustleistung abzuführen. Wie bei der Vorstufe werden auch hier alle Gehäuseteile der Heros bei Thrax in-house aus vollem Aluminium gefräst und sollen eine möglichst resonanzfreie Arbeitsumgebung für die Elektronik bereitstellen. Darüber hinaus sind die einzelnen Baugruppen im Inneren in getrennten Abteilen untergebracht, um eine gegenseitige Beeinflussung zu vermeiden. Das Design des Gehäuses ist absolut minimalistisch. Auf der Frontseite findet sich nur der Ein-Aus-Standby-Schalter und auf jegliche Beschriftung – nicht einmal der Firmenname ist zu finden – wurde wie bei der Vorstufe verzichtet.

Die Netzteilplatine der Endstufe Heros
Die Netzteilplatine der Endstufe Heros


Auf der Rückseite finden wir einen unsymmetrischen und einen symmetrischen Eingang. Die Eingangswahl erfolgt über einen kleinen Schalter. Über zwei weitere Schalter können die Eingangsempfindlichkeit zur optimalen Anpassung an die Vorstufe und die Ausgangs-Impedanz („4 Ω“ oder „8 Ω“) zur optimalen Anpassung an die angeschlossenen Lautsprecher eingestellt werden. Die Heros hat einen außergewöhnlichen Formfaktor und ist für mich eine der schönsten Endstufen am Markt.

Die Audioschaltung der Endstufe Heros im Detail: links am Kühlkörper der Power-MOSFET, auf der Audioplatine hochwertige Kondensatoren von Mundorf und rechts auf der Rückseite der Audioplatine der Power-JFET
Die Audioschaltung der Endstufe Heros im Detail: links am Kühlkörper der Power-MOSFET, auf der Audioplatine hochwertige Kondensatoren von Mundorf und rechts auf der Rückseite der Audioplatine der Power-JFET

Schaltungstechnisch wurden bei der Heros die ausgetretenen Wege verlassen und ein hoch interessantes Konzept umgesetzt: Die Endstufe ist einerseits ein Hybrid-Röhren/Transistor-Design und folgt andererseits konzeptionell aber klar einem klassischen Röhren-Design. Das Eingangssignal wird über einen Übertrager eingekoppelt, der als Phasensplitter arbeitet und an seinem Ausgang zwei Signale gleicher Amplitude, aber mit entgegengesetzter Polarität erzeugt. Das folgende zweistufige Schaltungsdesign kombiniert die bestens beleumundete Doppeltriode 5687 für die Spannungsverstärkung mit einem JFET/MOSFET für die Stromverstärkung. Damit erfolgt eine vollständig differentielle Signalverarbeitung, die erst am Ausgangs-Übertrager wieder zusammengeführt wird. Diese Lösung ist also zwischen Eingangs- und Ausgangs-Übertrager vollständig floatend und damit immun gegen Störeinflüsse, insbesondere von der Netzteilseite.

Innenaufbau der Vorstufe Dionysos: links oben LC-Siebung, links unten Ringkerntransformator, in der Mitte die Leistungstransistoren des Shunt-Reglers, rechts oben Ausgangsübertrager und rechts unten Eingangsübertrager/Lautstärkeregelung
Innenaufbau der Vorstufe Dionysos: links oben LC-Siebung, links unten Ringkerntransformator, in der Mitte die Leistungstransistoren des Shunt-Reglers, rechts oben Ausgangsübertrager und rechts unten Eingangsübertrager/Lautstärkeregelung

Anstelle, wie in den meisten Hybrid-Designs üblich, einer Transistor-Ausgangsstufe ein Röhren-Frontend voranzustellen, geht Thrax den umgekehrten Weg und verwendet ein Röhren-Design, bei dem die Ausgangsröhren durch Halbleiter ersetzt werden. Das ist in der Praxis nicht ganz so einfach, wie es sich anhört. Thrax verwendet einen mittlerweile nicht mehr erhältlichen Leistungs-JFET (keinen MOSFET!) mit einem Trioden-ähnlichen Kennlinienverlauf. Da dieses Bauteil nur eine bescheidene Spannungsfestigkeit besitzt, wird es mit einem Leistungs-MOSFET kaskadiert. Für eine Ausgangsleistung von 100 Watt im reinen Class A-Betrieb ist es normalerweise erforderlich, mehrere Ausgangstransistoren parallel zu schalten. Bei Thrax vertritt man allerdings der Meinung, dass die Parallelschaltung mehrerer Ausgangselemente – ganz gleich ob Röhren oder Transistoren – dem Klang eher abträglich ist. Deshalb arbeiten beim Heros nur zwei Ausgangselemente – jeweils bestehend aus JFET/MOSFET – im Push-Pull-Betrieb wie bei einem klassischen Röhren-Design auf einen Ausgangs-Übertrager. Da die Transistoren nur die vergleichsweise hohe Impedanz des Übertragers „sehen“, fließt an dieser Stelle nur ein vergleichsweise geringer Strom, so dass sich eine Parallelschaltung erübrigt.


Die beiden Übertrager/Lautstärkeregler
Die beiden Übertrager/Lautstärkeregler

Im Praxistest habe ich meine Phonostufe von Erno Borbely an einen der unsymmetrischen Eingänge der Dionysos angeschlossen und die Vorstufe abwechselnd entweder über einen der unsymmetrischen Ausgänge mit meinen Omtec Endstufen oder symmetrisch mit den beiden Heros Mono-Blöcken verbunden. Entgegen meiner Befürchtung funktionierten die unsymmetrischen Verbindungen ganz hervorragend. Nach einer ordentlichen Einspielphase ging‘s dann los.

Die beiden Ausgangsübertrager
Die beiden Ausgangsübertrager

Um es gleich einmal vorweg zu nehmen: Das Duo klingt überragend! Ich bin immer wieder überrascht, wie absolute Top-Vor- und Endstufen den Klang einer Anlage prägen können. Mit den Thrax-Komponenten löst sich das Klangbild so vollständig von den Lautsprechern, dass es eine wahre Freude ist. Dabei fasziniert nicht nur die räumliche Tiefe allein, sondern noch mehr die Art und Weise, wie die Musik gerade auch direkt hinter den Lautsprechern wieder gegeben wird und die Lautsprecher dabei dennoch völlig „verschwinden“. Auf dem Album „Preludios e Intermedios“ (ALHAMBRA - ALTO (AA006), 1997) findet sich eine herrliche Sammlung verschiedener Vor- und Zwischenspiele aus den Federn spanischer Komponisten. Die Räumlichkeit dieser Aufnahme ist mit den Thrax-Komponenten sowohl in der Tiefe als auch in der Breite superb. Das Orchester bleibt zu jeder Zeit klar gestaffelt und dennoch unglaublich geschlossen, wobei kleinste Details hörbar werden. Hinzu kommt ein musikalischer Fluss in der Wiedergabe, den man in dieser Form nur selten zu hören bekommt. In der Overtüre zu Wilhelm Tell von Rossini dirigiert Piero Gamba das London Symphony Orchestra (Rossini: Overtures – Speakers Corner reissue of Decca SXL-2266) mit einem Elan, der einfach mitreißend ist und niemals Langeweile aufkommen lässt. Hier können Dionysos und Heros ihre exzellenten dynamischen Fähigkeiten voll ausspielen und zwar sowohl in feinsten dynamischen Nuancierungen, etwa wenn sich der „Sturm“ ankündigt oder mit großem Druck im furiosen Finale.

Das Netzteil der Vorstufe Dionysos mit der Gleichrichterröhre 6C4P-EV/ 6Ц4П
Das Netzteil der Vorstufe Dionysos mit der Gleichrichterröhre 6C4P-EV/ 6Ц4П


Einen typischen Röhrenklang produziert das Duo zu keiner Zeit: Es spielt höchst musikalisch, in den Höhen klar, aber niemals überanalytisch und immer mit enormer Kraft aus den Mitten. Nehmen wir das „Concerto de Aranjuez“ von Joaquin Rodrigo mit Pepe Romero und dem Orchester Academy of St. Martin-in-the-Fields unter der Leitung von Neville Marriner (Joaquin Rodrigo: Concierto de Aranjuez, Pepe Romero & Concierto Andaluz, Los Romeros – Philips 9500 563). In dem bekannten, langsamen zweiten Satz erklingt ein nachdenklicher Dialog zwischen der Gitarre und den Instrumentalsolisten des Orchesters, Englisch-Horn, Fagott, Oboe und Trompete. Die Tonalität der einzelnen Solo-Instrumente ist allererste Klasse, wunderschön rund und klar umrissen, einfach perfekt passend zu der Stimmung dieses Satzes. Im ersten Satz dagegen wird der rhythmische Fluss immer wieder durch die hart angeschlagenen Saiten des Solo-Gitarre betont, die glasklar und kraftvoll erklingen, ohne dass der runde Klang des Instruments verloren geht. Kein Hörtest ohne meinen derzeitigen aktuellen Favoriten „High Voltage“ mit dem Count Basie Orchestra in der von Edel aufwendig remasterten und in der audiophilen Reissue-Edition AAA auf 180-Gramm-Vinyl wiederveröffentlichten Fassung (Edel Triple A Series / MPS / 0211545MSW). Bei den Basie-typischen Bläsereinsätzen zeigen die Thrax Komponenten so richtig, was sie dynamisch drauf haben. Das lässt mich mehrmals beherzt zum Lautstärkeregler greifen.

Die eindrucksvolle Spule für die LC-Siebung in der Vorstufe Dionysos
Die eindrucksvolle Spule für die LC-Siebung in der Vorstufe Dionysos

Um dem klanglichen Charakter von Vorverstärker und Endstufe noch genauer auf den Grund zu gehen, habe ich beide Geräte auch intensiv einzeln in meiner Anlage gehört. Die vorstehend geschilderten klanglichen Eigenschaften gelten, wie ich es nicht anders erwartet habe, für beide Geräte. Die beindruckende Kraft aus den Mitten heraus geht allerdings klar auf das Konto der Endstufen. Im Violinkonzert Nr. 3 von Wolfgang Amadeus Mozart mit Iona Brown als Solistin und dem Orchester Academy of St. Martin-in-the-Fields (Wolfgang Amadeus Mozart: Violinkonzert Nr. 3 & 4:, Iona Brown – Decca 6.42407) hat die Solovioline eine Strahlkraft und Intensität, die ich so noch nicht gehört habe.

STATEMENT

Die Thrax Vorstufe Dionysos und die Mono-Endstufen Heros gehören ohne Zweifel zum Besten, was der Markt zu bieten hat. Beide Geräte spielen ungemein musikalisch auf absolutem Top-Niveau, und die Verarbeitungsqualität ist eine Klasse für sich. Mein ganz persönlicher Favorit sind die Monoblöcke Heros!
Gehört mit
Plattenspieler Platine Verdier
Tonarm Souther TRIBEAM
Tonabnehmer Clearaudio Veritas
Vorstufe Phono Kaneda, Erno Borbely
Endstufe Omtec CA 25
Lautsprecher Outsider Jota mit Velodyne Subwoofer Management System SMS-1
Kabel Madrigal HPC, Van den Hul, Sun Wire Audio Reference
Herstellerangaben
Thrax Dionysos
Eingänge 4 Paar unsymmetrisch RCA, 2 Paar symmetrisch XLR
Ausgänge 2 Paar unsymmetrisch RCA, 2 Paar symmetrisch XLR, 1 Paar unsymmetrisch RCA – Tape out
Netzspannung 230/115 V
Leistungsaufnahme 45 W
Gewicht 15 kg
Abmessungen 43,2 cm x 12 cm x 40 cm (BxHxT)
Preis 16.800 Euro
Herstellerangaben
Thrax Heros
Eingänge 1 Paar unsymmetrisch RCA, 1 Paar symmetrisch XLR
Ausgangsleistung 100 W an 4 Ω / 8 Ω
Netzspannung 230/115 V
Leistungsaufnahme 230 W
Gewicht 30 kg
Abmessungen 21 cm x 23 cm x 40 cm (BxHxT)
Preis 29.800 Euro (Paar)

Hersteller
Thrax Audio Ltd.
Anschrift 251 Okolovrasten pat, Delta Center
1766 Sofia – Bulgarien
Telefon +359 2 988 95 55
E-Mail sales@thraxaudio.com
Web www.thrax.bg

Vertrieb
WOD-Audio - Werner Obst Datentechnik
Anschrift Westendstr. 1a

61130 Nidderau
Telefon +49 6187 900077
E-Mail info@wodaudio.de
Web www.wodaudio.de

Weitere Informationen

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Montag, 18 Juni 2007 19:36

Thrax Audio Ltd.

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Hersteller
Thrax Audio Ltd.
Anschrift 251 Okolovrasten pat, Delta Center
1766 Sofia – Bulgarien
Telefon +359 2 988 95 55
E-Mail sales@thraxaudio.com
Web www.thrax.bg
Freitag, 16 Juni 2017 01:52

Audioquest DragonFly MQA-Upgrade

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Hochkarätiges Hifi-Equipment hat seinen Preis. Aber manchmal, wenn auch selten, bekommt man etwas geschenkt. Zu den Gewinnern gehören diesmal alle Besitzer eines Audioquest DragonFly red oder black USB-D/A-Wandlers. Denn diese werden jetzt per Upgrade MQA-fähig.

Für die aktuellen Audioquest DragonFly black und red steht das Upgrade auf MQA zur Verfügung
Für die aktuellen Audioquest DragonFly black und red steht das Upgrade auf MQA zur Verfügung

Wer von Ihnen, lieber Leser, den Audioquest DragonFly nicht kennen sollte, findet fast alles Wissenwerte im Test von Dirk Sommer. Der DragonFly wurde entwickelt, um den Kopfhörer-Anschluss am Laptop, sei es Apple oder Windows, auf eine besseres klangliches Niveau zu heben. Er ist unkompliziert zu handhaben und in seiner PCM-Auflösung auf 96 Kilohertz limitiert, um die Installation von Treibern bei Microsoft überflüssig zu machen. Seit geraumer Zeit findet in sehr vielen D/A-Wandlern renommierter Hersteller die MQA-Kodifizierung Einzug. Es gibt allerdings wenige Anbieter, bei denen MQA-Files per Download käuflich zu erwerben sind. MQA gibt es zur Zeit bei Highresaudio.com oder beim Label 2L. 2L produziert seine Aufnahmen in DXD-Qualität, also 24 Bit und 352,8 Kilohertz und bietet die selber produzierte Musik in diversen Formaten, eben auch in MQA an. Interessant ist das MQA-Format für Nutzer des Streaming Portals Tidal. Dies gilt besonders, wenn Sie gern direkt vom Laptop Ihre Musik hören, vielleicht auf Reisen per Kopfhörer und den kleinen, unkomplizierten Audioquest DragonFly für den besseren Klang nutzen.

Nicht nur für einen Kopfhörer, sondern auch für die Verbindung zur Stereo-Anlage eignet sich der preiswerte DragonFly
Nicht nur für einen Kopfhörer, sondern auch für die Verbindung zur Stereo-Anlage eignet sich der preiswerte DragonFly

Kurz zusammengefasst bestehen die Vorteile von MQA darin, dass hochaufgelöstes Material durch das MQA-Origami, einem geschickten Falten und Verpacken von Daten ins MQA-Flac-Format, nicht mehr Datenvolumen beinhaltet als die CD-Auflösung. MQA-Dateien beanspruchen maximal so viel Speicher wie ein 24Bit/48kHz-File und ist somit im Vergleich zu HighRes-Files sehr platzsparend. Qualitativ ist MQA interessant, weil es unabhängig von der ursprünglichen Auflösung des Musik-Files ein spezielles Anti-Ringing-Filter enthält. Dieses reduziert Vor- und Nachschwinger, die den Musik-Impuls verfälschen. Die klangliche Auswirkung ist unterschiedlich ausgeprägt, manchmal frappierend, oft abererst nach längerem Hören eindeutig. Gleichzeitig greift MQA aber auch in die Daten-Struktur ein, so dass die originale HighRes-Auflösung nicht gewährleistet ist.


Fast ausschließlich über PC, sowohl OS X als auch Windows, bietet das Streaming-Portal Tidal Musik aus allen Genres im MQA-Format an. MQA-Alben heißen bei Tidal Masters und finden sich für Abonnenten von Tidal HiFi unter „Neuheiten > Alben > Masters > Alle anzeigen“. Benutzer eines Apple-Rechners haben darüber hinaus die Möglichkeit, die Player-Software Audirvana Plus 3 zu nutzen. Über diese lassen sich ebenfalls die Masters-Alben bei Tidal aufrufen. Zusätzlich kann Audirvana Plus 3 aber auch auf dem Rechner oder seinen Zuspielern befindliche MQA-Musik-Dateien wiedergeben. Beide Player, sowohl der in Tidal integrierte, als auch Audirvana Plus 3, entschlüsseln die kompliziert verschachtelten MQA-Files teilweise. Dies ist unabdingbare Voraussetzung für die Funktion des neuen MQA-DragonFly.

Die Installation des AQ_Device-Managers auf den Rechner ist der Schritt vor dem Upgrade
Die Installation des AQ_Device-Managers auf den Rechner ist der Schritt vor dem Upgrade

Der DragonFly mit MQA-Upgrade funktioniert anders als gewohnte, übliche MQA-fähige DA-Wandler. Er ist ein MQA-Renderer und leistet nur einen Teil der MQA-Entschlüsselung. Denn sowohl Tidal als auch Audirvana Plus 3 entschlüsseln MQA-Musik-Dateien bereits soweit, dass sie bis zu einer Auflösung von 96 Kilohertz von jedem beliebigen DAC wiedergegeben werden können. Der muss also zu keinerlei spezieller MQA-Decodierung fähig sein. Allerdings geht der Rest der in MQA verpackten Information, beispielsweise der Anteil von 96 bis 352,8 Kilohertz bei einem Musikstück vom 2L-Label, komplett verloren. An dieser Stelle greift jetzt die neue Software des DragonFly red oder black. Sie implantiert den MQA-Codex und entpackt nun auch die höherwertigen Daten. Das reicht bis zu einer Auflösung von 768 Kilohertz, ist also ein wenig überdimensioniert. Nicht möglich ist es, ein MQA-File komplett zu entschlüsseln. Somit müssen Benutzer eines Windows-Rechners noch warten, bis es ein Windows-taugliches Pendant zu Audirvana Plus 3 gibt, falls sie gespeicherte MQA-Files hören wollen.

Leicht zu handhaben ist das MQA-Upgrade
Leicht zu handhaben ist das MQA-Upgrade


Soviel zum Grundsätzlichen. Damit Sie nun an das kostenlose Vergnügen gelangen, sollten Sie Ihren DragonFly aktualisieren. Dazu schließen Sie bitte zuerst Ihren DragonFly an den Computer an. Dort rufen Sie diese Website von Audioquest auf, wählen Ihr Betriebssystem im Pull-Down-Menü aus und akzeptieren die Lizenz-Bedingungen durch Setzen des Häkchens. Jetzt können Sie den roten Download-Software-Button anklicken. Nun muss Ihr DragonFly in den USB-Anschluss. Der auf ihrem Rechner installierte AQ-Device-Manager erkennt die Seriennummer und den aktuellen Software-Stand Ihres DragonFly red oder black und zeigt diese auch an. Starten Sie das angebotene Upgrade. Die Aktualisierung dauert eine kleine Weile und ist am Fortschrittsbalken nachzuvollziehen. Gleichzeitig blinkt das Libellen-Symbol am DragonFly. Jetzt ist Ihr DragonFly red oder black bereit für MQA-kodierte Musik.

Diese Einstellung bei Tidal-HiFi fordert Audioquest
Diese Einstellung bei Tidal-HiFi fordert Audioquest

Folgende Einstellung gilt es unter Tidal „> Einstellungen > Streamen“ zu machen: Klicken Sie auf das Zahnrad hinter dem von Tidal erkannten Audioquest DragonFly. Setzen Sie dann einen Haken bei „Nutze den exklusiven Modus“. Unter Audirvana Plus 3 aktivieren Sie bitte im Auswahlmenü unter Voreinstellungen für den Wandler den DragonFly und setzen die Erkennung des MQA-Modus sicherheitshalber nicht auf automatisch sondern auf Renderer. Unten wählen sie bitte die unbegrenzte Auflösung und nicht wie bislang nur 96 kHz. Ganz gleich, ob Sie über Tidal oder Audirvana hören, sichtbar wird das Rendern von MQA-Musik am DragonFly auch: Die Libelle wechselt ihre Farbe zu Lila.

Die Alleskönner-Software für Apple Audirvana Plus 3.0.6 erfordert auch die richtige Anpassung
Die Alleskönner-Software für Apple Audirvana Plus 3.0.6 erfordert auch die richtige Anpassung

Die klangliche Bedeutung von MQA Files habe ich mich in meinem zweiteiligen Bericht über MQA an dieser Stelle beschrieben. Überrascht war ich über das Ausmaß der Fähigkeit des DragonFly red, den Unterschied zwischen einem MQA-Musikstück und einem nicht-MQA-kodierten Titel hörbar zu machen. Dass ein Brinkmann Nyquist für 15.000 Euro insgesamt die Nase klanglich vorn hat, darf nicht verwundern. Der Audioquest macht aber die Vorzüge der kompletten Auflösung sehr deutlich. Die eindeutige, klangliche Verbesserung kostet Sie weder bei Audioquest noch als Abonnent von Tidal-HiFi einen Cent. Ich möchte als musikalisches Beispiel ein Album anführen, das ich bei Highresaudio.com erwarb und über Audirvana Plus 3.06 mit dem DragonFly absolut genossen habe. Es ist die ECM-Produktion Eleni Karaindrou: David. Wunderschöne, farbenreiche, ruhige Klänge mit Hinwendung zur Melancholie lassen tief in die Musik eintauchen. Wenn Sie sich zusätzlich etwas Gutes tun wollen, gönnen Sie dem DragonFly noch den Audioquest Jitterbug am USB-Ausgang. Damit wird die Musik noch erlebnisreicher.


Der Jitterbug verbessert beide DragonFly-Modelle
Der Jitterbug verbessert beide DragonFly-Modelle

STATEMENT

Audioquest erfreut alle Besitzer und Neukäufer eines DragonFly red oder black mit diesem kostenlosen Upgrade. Das nenne ich Kundenpflege. So lässt sich MQA-kodierte Musik auf einem deutlich höheren Klang-Niveau genießen.
Gehört mit
Computer Apple MacMini mit OS X El Capitan, Audirvana Plus 3.06 und Tidal
Vorverstärker Audio-gd Master 9
Endstufe für Bass: zwei Primare A-32, für Mittel-Hochton: Air Tight ATM-3 oder Spectral DMA-100
Lautsprecher Triangle Grand Concert, Analysis Audio Epsilon, Quadral Platinum M50
Kopfhörer RHA T-20 InEar und Denon AH-D2000
Zubehör Audioquest JitterbugAudioquest Diamond oder Carbon USB, Sommer Cable Carbokab-AES/EBU, Inakustik Black&White NF-1302, Shunyata Andromeda LS mit Enacom LS, Audio-gd LS und NF, MudrAkustik Max Netzleiste, Mudra und Audioquest NRG-X2 Netzkabel, AHP Reinkupfer-Sicherungen, Groneberg Wandsteckdosen, mbakustik Raum-Absorber
Möbel Creaktiv Audio mit Absorberböden, Finite Elemente Pagode, Audio Exklusiv d.C.d. Basis
Herstellerangaben
Audioquest DragonFly black
  • Digital-Analog-Wandler in USB-Stick-Größe
  • Spielt sämtliche Musikdateien ab: von MP3 bis Hi-Res
  • Kompatibel mit Apple- und Windows-PCs, ebenso mit iOS- und Android-Mobilgeräten (Apple-Kamera-Adapter oder Made-for-Android-/OTG-Adapter erforderlich)
  • Treibt Kopfhörer direkt
  • Ungeregelter Ausgang für Vorverstärker oder A/V-Receiver
  • Ansynchrone Übertragung für exakte digitale Taktung
  • Mittlerer Leistungsbereich (1,2 Volt) treibt eine große Bandbreite an Kopfhörern
  • DAC: 32-bit ESS 9010 mit Minimalphasenfilter
  • Analoge Lautstärkeregelung
  • Preis: 100 Euro
Herstellerangaben
Audioquest DragonFly Red
  • Digital-Analog-Wandler in USB-Stick-Größe
  • Spielt sämtliche Musikdateien ab: von MP3 bis Hi-Res
  • Kompatibel mit Apple- und Windows-PCs, ebenso mit iOS- und Android-Mobilgeräten (Apple-Kamera-Adapter oder Made-for-Android-/OTG-Adapter erforderlich)
  • Treibt Kopfhörer direkt
  • Ungeregelter Ausgang für Vorverstärker oder A/V-Receiver
  • Ansynchrone Übertragung für exakte digitale Taktung
  • Hohe Leistungsabgabe (2,1 Volt) treibt fast alle Kopfhörer, auch leistungshungrige Modelle
  • DAC: 32-bit ESS 9016 mit Minimalphasenfilter
  • Bitperfekte digitale Lautstärkeregelung
  • Preis: 200 Euro

Vertrieb
AudioQuest BV
Anschrift Hoge Bergen 10
4704RH Roosendaal
Niederlande
Telefon 0800 181 5284 (kostenlos)
E-Mail rdrees@audioquest.nl
Web www.audioquest.nl

Weitere Informationen

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Goldene Zeiten brechen bei Opera Audio Consonance an. Anlässlich der HIGH END 2017 präsentierte der deutsche Vertrieb erstmalig den neuen Plattenspieler AIR-1. Ein einzigartiger Aufbau, der nicht nur technisch, sondern auch optisch voll überzeugen soll.

Dieser besondere Dreher hat sich voll und ganz der technischen Spezifikation des Tonarmes gewidmet. Hierzu wurde der bereits 2016 auf der HIGH END präsentierte LT-1 Tangential Tonarm modifiziert und ist als LT-1S ab Werk verbaut. Der AIR-1 ist im Gegensatz zu den bisherigen Opera Schallplattenspielern ausschließlich in Verbindung mit dem LT-1S einsetzbar.

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Der technische Aufbau besteht aus zwei massiven goldenen (wahlweise auch schwarzen) Aluminium Ebenen und einer extrem steifen Konstruktion, die eine perfekte Unterstützung für den leichtgängigen Tonarm LT-1S bietet. Die beiden Aluminiumplatten werden durch eine speziell entwickelte Gummischicht verbunden und garantieren eine hervorragende Entkopplung und Lagerung. Mithilfe der drei Standfüße steht der massive AIR-1 statisch perfekt und lässt sich im Handumdrehen ausrichten. Der LT-1S ist bereits vormontiert und ermöglicht es, dass bereits nach wenigen Handgriffen der Schallplattenspieler voll einsatzbereit ist. Nach dem Einbau des Wunschsystems und Einstellung des Gegengewichtes kann der AIR-1 mit der externen Luftversorgung verbunden und an eine Phono-Vorstufe angeschlossen werden.

Der VTA (Höhenkorrektur) wird anschließend, beim Abspielen der ersten Vinyl mithilfe der großen Einstellschraube gesetzt. Die Geschwindigkeit kann per Umschalter verändert und getrennt voneinander justiert werden. Die hier verbaute Steuerungseinheit wird bereits seit 2016 bei der Walküre mk2 eingesetzt und kommt bei AIR-1 leicht modifiziert zum Einsatz. Der Antrieb des Plattentellers läuft über einen kleinen unsichtbaren Subteller und erfolgt über den Opera-bekannten Silikonfaden. Die Stromzufuhr erfolgt über ein externes 12-Volt-DC-Netzteil, das einen sauberen und gleichbleibenden Stromfluss ermöglicht. Insgesamt ein weiteres Meisterwerk aus dem Hause Opera, das Design, Haptik und höchstes technisches Know-How verbindet.

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Der Opera Consonance AIR-1 inkl. LT-1S ist ab sofort zum Preis von 7.500 Euro erhältlich. Weitere Informationen und Bezugsmöglichkeiten unter: www.opera-online.de.

Vertrieb
OPERA Vertrieb GmbH & Co. KG
Anschrift Schwarzwaldstraße 13
75173 Pforzheim
Telefon +49 7231 2988368
Web www.opera-online.de

Weitere Informationen

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Sonntag, 11 Juni 2017 23:30

Mutec MC-3+ Smart Clock USB

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Nowadays, USB is the most common interface to transfer digital audio data from a PC or a special audio server to an audio device, at least when it comes to consumer audio at home. As simple as the USB connection is in its handling, it is so difficult to come to grips with the sonics. Exactly at this point, the MUTEC MC-3+ Smart Clock USB enters the game.

The MC-3+USB is a rather inconspicuous little box from the Berlin-based company MUTEC, a leading manufacturer of high-quality A/V studio clocks, audio re-clockers, interfaces, format converters and signal distributors for professional applications. Though professional audio equipment is rather rare in domestic high-end systems, it is always worthwhile to think outside the box.

The MC-3+USB’s front panel: 37 LEDs provide information on every conceivable operating condition
The MC-3+USB’s front panel: 37 LEDs provide information on every conceivable operating condition

From a sonic point of view, computer-based music sources offer a rather inadequate environment for audiophile music enjoyment. Due to their construction, they operate with high clock rates while they keep a variety of processes running parallel to the music reproduction that create a wide spectrum of high-frequency interference of all kinds. The MC-3+USB is equipped with a special USB interface to minimize these unavoidable interferences and to prevent the sensitive digital-to-analogue conversion process from being adversely affected. It is completely galvanically isolated from the rest of the device, operating with its own ultra-low noise audio clock oscillators, which are fed by a carefully designed power supply consisting of a pre-regulator with a downstream main regulator. The MC-3+USB thereby acts as an isolator between the audio computer and the subsequent digital signal path. According to MUTEC, "interferences from the USB data stream can be suppressed as far as possible, resulting in an almost interference immune behaviour of the USB interface towards the connected PC, laptop or music server."

In the subsequent re-clocking unit, the digital audio signal is freed from interferences caused by a computer connected via USB and is then re-clocked under optimal conditions. For this purpose, the clock data contained in the incoming signal are first completely removed and then replaced by the clock data of the proprietary internal high-precision clock. The clock generation and its distribution are undoubtedly core competencies of MUTEC. The MC-3+USB uses a high-precision low-jitter clock generator with an extremely high system clock of one gigahertz. I will spare you further technical details at this point but here is what is important: the signal present at the MC-3+USB’s output provides an optimal clock quality and the re-clocking is completely bit-transparent. It is particularly important in studio environments that this clock signal can be passed to other devices via four clock outputs at the rear panel. At the end of my article, I will revisit this aspect.


The MC-3+USB allocates the incoming USB signal to five digital audio outputs in the formats AES3 (XLR), AES3id (BNC) and S/P-DIF (BNC, RCA or Toslink). In addition to USB, the MC-3+USB also accepts all other common digital input connections in the formats AES3 (XLR), AES3id (BNC) and S/P-DIF (BNC, Toslink or RCA via included adapter). All input signals run through the re-clocking unit. The USB interface works bi-directionally. Thereby, for example, the path from S/P-DIF back through USB into the PC is available - a convenient option when you digitize analogue recordings and store them on a PC’s hard disk.

The MC-3+USB’s rear panel is completely filled with various inputs and outputs
The MC-3+USB’s rear panel is completely filled with various inputs and outputs

In addition, the USB interface is capable of receiving not only standard PCM audio up to 192 kHz but also native DSD and DoP streams with a clock rate up to four times (DSD256), as well as converting those streams to PCM audio at user-definable sampling rates (176.4 kHz, 88.2 kHz, and 44.1 kHz). For this purpose, the MC-3+USB contains its own special converter chip. The output offers here also the already mentioned five audio and interface formats, whereas their sampling frequency is selectable between 44.1-, 88.2- or 176.4 kHz. Thus, DSD streams, for example, can also be reproduced with a ladder DAC which, inherent by design, does not provide a DSD conversion.

The MC-3+USB’s outward appearance can not deny its origin from the pro audio world. The front panel is equipped with a large number of light-emitting diodes for displaying the various operating modes whereas the extensive labeling does not really contribute to clarity. The unit’s rear is fully equipped with the input and output jacks for the above mentioned audio and interface formats, the USB port, the power switch and the power jack. Inside the device, a small switching power supply can be found that accords to the medical standard and is shielded from the other circuit parts by a separating plate. Numerous modern, rather high-quality linear voltage regulators with extremely low noise values follow the switching power supply. For further optimization, as a rule, several voltage regulators are connected in series. As MUTEC is obviously aware of the importance of a good power supply, the components used in the device are consistently of high quality.

The interior: below the switching power supply, in the centre left the USB unit and underneath the large main board
The interior: below the switching power supply, in the centre left the USB unit and underneath the large main board


In practice, the operation of the MC-3+USB proves itself easier than it first seems. All settings are controlled by only two buttons on the front panel. Pressing the Menu button invokes the basic function menus, which generally correspond to the vertical LED rows from left to right. Subsequently, individual functions can be selected by using the Select button within a basic function menu, which means switching between the individual LEDs within a vertical LED row. Once you got used to it, it works amazingly well in practice whereas I have the feeling that the manual is not really helpful.

My review of the MC-3+USB turned out to be much more extensive than I had originally planned. In the last few weeks and months, I tried the MC-3+USB in many different configurations and was repeatedly very pleasantly surprised. But let us take one step at a time. I started with my Sony laptop, running a special installation of Windows 10 that was optimized as far as possible with the program AudiophileOptimizer which I will cover in a separate article. The installed media servers include MinimServer and the media players JPLAY and JRIVER 19. Since we work with Windows, first the corresponding USB driver has to be installed for the MC-3+USB which behaves like a DAC in this respect. Then I connected the MC-3+USB’s input with the laptop via a USB connection and its output by S/P-DIF with the Mytek Brooklyn’s appropriate input. At any time, even with the often critical switching between files with different sampling rates or data formats, the USB connection worked perfectly. In JPLAY, the extreme settings for the DAC connection could be fully thrashed out. Apparently, the ever so important matching of the USB driver and USB input module is a brilliant success.

The MC-3+USB provides a significant tonal improvement that is instantly audible without any major difficulties. All recordings - no matter what genre - sound a lot cleaner and more natural. The treble gains in suppleness, the important timing is much tighter and there are clear changes in spaciousness. This sonic gain can be very well perceived at the ‘Intermezzo from Goyescas’ of Enrique Granados with the New Philharmonia Orchestra, directed by Rafael Frübeck des Burgos (Decca Legacy Volume One - FIM UHD). Without any harshness, the expressive string entries at the beginning and in the middle of the piece gain a lot of charismatic power. Without the MC-3+USB, the comparison appears almost coarse-grained. The horns, which lead to the song’s climax stand no longer more or less diffuse in the room but suddenly become clearer defined in terms of their size and their placement in the orchestra. Applying to all musical genres, the spaciousnes of the recording thereby improves considerably, less so in absolute depth but in clarity and concision. With one of my favourites ‘Don’t know why’ (Norah Jones: Come Away With Me; 96 kHz), Norah Jones' wonderful and sensitive voice is now clearly focused while the instrumental accompaniment at the same time shows much more to advantage. It's simply fun!

The left half of the rear panel with the four clock and the five digital audio outputs in detail
The left half of the rear panel with the four clock and the five digital audio outputs in detail


Admittedly rather skeptical, I now change to DSD files. What use might the conversion to PCM by the MC-3+USB have when the Mytek Brooklyn can process and convert DSD directly? A surprise follows instantly: over the intermediate MC-3+USB also ‘Night And Day’ or ‘Fine and Dandy’ in the recording with the Joe Holland Quartet (Joe Holland Quartet The Joe Holland Quartet - Klipsch Tape Project Vol. II - HDTT DSD128) sounds excellent even in comparison with the "direct" DSD playback without any detour. Yes, I actually tend to the MC-3+USB since I simply prefer its imaging and spatial placement of instruments, too - very good to spot with the bongos and the drums.

As the MC-3+USB impresses me so rather positively, I wonder whether the described effects are not only resulting of a special random constellation of my setup. To be sure, I change in a second setup the source and connect the MC-3+ USB to a MacBook Pro with a likewise optimized operating system and Amarra 3.0 as an audio player. The MC-3+USB immediately works with the MacBook Pro. A separate driver installation is not required under Mac OSX. As Amarra 3.0 basically sounds a bit different, especially a bit more mellifluous than JPLAY– I never feel certain that Amarra does not add anything artificial to the music –, the above-mentioned sonic impressions absolutely apply also to the Mac system. I cannot remember having listened to music with a Mac in a better way. The same applies to the playback of the DAC M2Tech Young which was also used for the comparison and that benefits profoundly from the MC-3+USB..

The right half of the rear panel with clock and digital inputs in detail
The right half of the rear panel with clock and digital inputs in detail

As I now would like to explore the MC-3+USB’s limits, I use the not only by me highly appreciated MELCO N1A as a player. Here too – MELCO is known for using Linux as operating system – the MC-3+USB immediately works without any driver installation. To my admittedly big surprise, the MELCO N1A in combination with the MC-3+ USB gains in the same degree as the previously used PCs. During my vacation, I leave Dirk Sommer the MC-3+USB who uses it in conjunction with the significantly more expensive, with separate power supplies equipped MELCO N1ZH. Completely independent from me, Dirk Sommer comes also to a very similar sound assessment of the MC-3+USB. These experiences clearly show me how critical the USB interface and a precise clock are for a superb sound reproduction.


The latest FPGA technology is used in the MC-3+USB
The latest FPGA technology is used in the MC-3+USB

Is now everything fine using an MC-3+USB, fine in the sense that the quality of music servers or accessories, such as USB cables, does not play any or only a minor role? Unfortunately, I have to disappoint you. The difference between a "normal" Windows 10 system and a Windows 10 tuned with AudiophileOptimizer is also significant with the MC-3+USB. The same applies to the used player software. For me, the JPLAY Streamer ranks first. Obviously, the MC-3+USB cannot iron out all errors in the chain. Despite or just because of the MC-3+USB, I can still distinguish the JPLAY USB reference cable effortlessly – a review will follow – from any cheap USB wire. However, due to my gained experience, I would, next to the optimization of the operating system, first invest in the MC-3+USB, followed by a reasonable USB cable and, if necessary, some additional accessories.

Actually, my report would have ended at this point had it not been for a long phone call at the beginning of September with MUTEC’s CEO, Mr. Christian Peters that led to consequences. In the course of this conversation, he explained to me that the MC-3+USB could also be cascaded, that two devices connected in series could achieve yet an additional sonic improvement. As we quickly agreed that this would be worth trying out, at short notice Mr. Peters allocated me another MC-3+USB.

In my experimental setup, the cascade of connecting two MC-3+USB units via a BNC connectors equipped S/P-DIF cable worked right away. No matter what sampling rate the audio data has, both devices synchronize fast and reliably. I am amazed what additional positive effect another re-clocking has on the sonic image. Immediately, the improvements are clearly audible and given in the same direction as already described, meaning still more cleanliness and naturalness in combination with an improved spatial resolution and clarity. In the ‘Intermezzo from Goyescas’, the strings lose their remaining rest of sharpness. At this point corresponding a lot better to the piece’s character, the size of the horn instruments is reproduced even more realistic, appearing less obtrusive and at the same time more intense. It is always amazing how fast one can get used to an improved sound which becomes evident when you go back to the initial state, in my case to a single MC-3+USB. Quite obviously – not contradicting the MC-3+USB’s quality but being rather a nature of things – the effect of a re-clocking process is not limitless. Thus, a subsequent re-clocking process based on a very clean signal can achieve a further improvement. Do not get me wrong, the sonic improvement of cascading two MC-3+USB devices is not twice as much as one can achieve by using only one MC-3+USB. Here again the rule is true that the expenditure for a particular result does not increase linearly but rather exponentially with the progressive optimization. Still, two MC-3+USB units are better than one MC-3+USB alone!


The two MC-3+USB units for cascading
The two MC-3+USB units for cascading

In the above-mentioned discussion, the idea arose to use the clock signal at the MC-3+USB’s clock output once for the external clocking of the Mytek Brooklyn. The Mytek Brooklyn, having its roots also in the studio, is one of the few DACs providing an input for an external clock signal. On its front panel, one can conveniently switch between internal and external clock, too. I did not expect any improvement since the Mytek Brooklyn already uses a very high-quality internal clock and the manual interestingly does not recommend the use of an external clock. Nevertheless, I tried this configuration out. To my great astonishment, a further improvement could be found which in my system is reflected in an additional more refined high frequency reproduction, a clearer separation of individual instruments and their more precise placement in the room.

It is surprising that all mentioned improvements by the MC-3+USB, without fundamentally changing or even assimilating the sound characteristics of the used components, somehow tend into the same sound direction.

STATEMENT

For me, the MUTEC MC-3+USB is one of this year’s big surprises. Due to its versatility in a digital signal chain, the device proves to be a true all-rounder. Using just a USB connection, the resulting sound improvement is striking. Do not miss to try it out!
Listened with
Computer Intel Core i5 2,5 GHz, 6 GB Windows 10 with AudiophileOptimizer 2.0, MacBook Pro 13“
Software MinimServer, JPlay 6.2, JRiver 19, Amarra 3.0, Roon
D/A converter Mytek Brooklyn, M2Tech Young
Pre-amp Omtec Anturion
Poweramp Omtec CA 25, Einstein – The Poweramp
Speaker Outsider Jota mit Velodyne Subwoofer Management System SMS-1
Cable Van den Hul, JCAT Reference USB, JCAT Reference LAN, Analysis Plus Digital Oval Yellow, AudioQuest Eagle Eye Digital Cable
Manufacturer's Specifications
Mutec MC-3+ Smart Clock USB
Digital inputs USB2.0 interface, bidirectionally usable
XLR input for AES3/11, 110 Ohm termination, transformer-balanced
BNC input for S/P-DIF + AES3id, 75 Ohm termination, unbalanced
Optical input for S/P-DIF, Toshiba
Toslink ™, EIAJ RC-5720 1 x BNC input for Word Clock + 1-10 MHz, 75 Ohm termination, can be switched off unbalanced
Digital outputs XLR output for AES3/11, terminated, transformer-balanced, buff ered
BNC output for AES3id, terminated, unbalanced, buff ered
BNC output for S/P-DIF, terminated, unbalanced, buff ered
Cinch output (coaxial) for S/P-DIF, terminated, unbalanced, buff ered
Optical output for S/P-DIF, Toshiba Toslink ™, EIAJ RC-5720
4 x BNC outputs for Word Clock, terminated, unbalanced, individually buff ered, pairwise adjustable
Weight 1350g
Dimensions (W x H x D) ousing size: 196 x 42 x 156mm without connections / housing feet
Front panel dimensions: 198 x 44 x 4mm
Recommended retail price 1059 Euro
Manufacturer
MUTEC
Address

MUTEC Gesellschaft für Systementwicklung
und Komponentenvertrieb mbH
Siekeweg 6/8
12309 Berlin
GERMANY

Phone +49 30 7468800
Fax +49 30 74688099
E-Mail contact@mutec-net.com
Web www.mutec-net.com

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    Deutsch English|
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Freitag, 08 Juni 2007 20:42

BETONart-audio

geschrieben von
Hersteller/Vertrieb
BETONart-audio
Anschrift Dipl. Phys. Jörg Wähdel
Steige 2
69181 Leimen
Telefon +49 6224 994741
Mobil +49 151 42427127
E-Mail kontakt@betonart-audio.de
Web www.betonart-audio.de
Freitag, 08 Juni 2007 20:38

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