Göbel Lacorde Statement Ethernet oder wohin mit dem Router

12.12.2016 // Dirk Sommer

Oliver Göbels Digitalkabel sind nun in der Serienversion erhältlich – werden aber nicht in Längen oberhalb von drei Metern angeboten. Könnte es da sinnvoll sein, den Router näher bei der Anlage aufzustellen? Aber wie wirkt sich das WLAN-Signal auf den Klang der dann in der Nähe stehenden Audio-Komponenten aus? Ein Experiment.

Dass Oliver Göbels Lacorde Statement Ethernet dem Klang meiner digitalen Wiedergabekette ausgesprochen förderlich ist, habe ich ja schon im Bericht über die Prototypen geschrieben – mit Blick auf den Preis vielleicht nicht ganz so euphorisch, wie es eine solche klangliche Verbesserung eigentlich verdient hätte. Nicht nur aus pekuniären Erwägungen verbietet sich der Gedanke, in meiner Kette für die Verbindung zwischen Router und Melco ein Lacorde Statement einzusetzen: In dieser Länge sei das in Handarbeit gefertigte Kabel gar nicht herzustellen, meint Oliver Göbel zum Thema. Schon beim Test der Audioquest- und Cardas-Clear-Ethernet-Kabel war es nicht leicht, ein Kabel von 15 Metern zu bekommen: Audioquests konfektionierte Top-Kabel sind nur bis zu einer Länge von 12 Metern lieferbar, weshalb wir auf ein Carbon mit Telegärtner-Steckern auswichen, und beim Cardas musste der deutsche Vertrieb Sieveking Sound extra eine Spezialanfertigung aus USA ordern. In beiden Fällen hat sich der Aufwand ausgezahlt: Im Vergleich mit sorgfältig geschirmten CAT-7-Kabeln aus der Computer-Abteilung sorgten beide Leitungen für einen deutlich besseren Klang meines digitalen Trios aus Melco NAS, Aries Femto Streaming Bridge und DAVE D/A-Wandler.

Oben links unter dem Ergo-2-Kopfhörer markiert der WD-My-Cloud-NAS die Stelle, an der bisher die Time Machine mit ihrer Router-Funktion stand. Für den Test steht sie auf dem halbhohen Pro-Rack rechts in der Mitte
Oben links unter dem Ergo-2-Kopfhörer markiert der WD-My-Cloud-NAS die Stelle, an der bisher die Time Machine mit ihrer Router-Funktion stand. Für den Test steht sie auf dem halbhohen Pro-Rack rechts in der Mitte

Als Router verwende ich die Zwei-Gigabyte-Time-Machine von Apple, die ein eingebautes Netzteil, aber kein integriertes Modem besitzt. Wenn also der Weg von Router zum Melco – wie gehört – Einfluss auf den Klang hat, könnte es ja durchaus sinnvoll sein, die Strecke möglichst kurz zu halten und für die Verbindung statt 15 Meter Cardas oder Audioquest 1,2 Meter Göbel-Kabel zu verwenden. Das Modem wird dann per Cardas mit der Time Machine verbunden – nicht weil ich meine, dass die Kabelqualität auch bei dieser Verbindung hörbar sei, sondern weil die blaue Nobelstrippe schon fein säuberlich im Hörraum verlegt ist. Ob die Beschaffenheit der Leiter auch auf dieser Strecke klangrelevant ist, kann ja später noch einmal Thema werden. Neben den beiden Artesania Exoterycs steht in meinem Hörraum ein halbhohes, professionelles 19-Zoll-Rack mit Studioequipment darin und einigen Hifi-Kleinigkeiten wie einem Hugo, einem Dragonfly und einem Audeze auf einem Room's Stand obendrauf. Diese Fläche habe ich abgeräumt und die Time Machine samt zusätzlicher iomega-Festplatte und Western Digitals My Cloud dahin umziehen lassen. Über ein Sonic-Line-Filter mit drei Sub-Gruppen sind die drei ebenso wie Melco, Aries und Dave mit dem Netz verbunden. Die Vorstufe, der Plattenspieler und die Entzerrer-Vorverstärker beziehen ihre Energie über einen PS Audio Power Regenerator P5 aus der benachbarten Wandsteckdose. So sollte für eine ausreichende netzseitige Trennung zwischen digitaler und analoger Welt gesorgt sein.

Der Umzug von Router und Co. sowie der Einsatz eines weiteren Lacorde Statement Ethernet brachte dann auch den erhofften Effekt: So von den Lautsprechern losgelöst, dynamisch frei und lebendig habe ich meine Test-CDs respektive -Files nie zuvor gehört. Ob dies letztendlich mehr an der kürzeren Verbindung zwischen Router und Melco oder der besondern Qualität der Lacordes liegt, kann ich in Ermangelung von 15 Metern Lacorde nicht abschließend klären – die Frage treibt mich momentan aber nicht wirklich um: Bei diesem tollen Sound genieße ich lieber erst einmal einige meiner Lieblings-Songs. Theoretisch hat die größere Nähe strahlender Gerätschaften – einmal eher ungewollt durch die Schaltnetzteile, zum anderen systembedingt durch die WLAN-Signale – natürlich eher negative Einflüsse auf das analoge Equipment. Bei der Wiedergabe von Files können mir etwaige elektromagnetische Einstrahlungen durch die Nähe des Routers zur Vorstufe aber herzlich egal sein: Insgesamt klingt es bei dieser Aufstellung ja ein gutes Stück besser!

Die Göbel High End Lacorde in der Ethernet- und USB-Version sind nun mit den charakteristischen Göbel-Steckern lieferbar
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