Prolight + Sound – Musikmesse

10.04.2016 // Dirk Sommer

In diesem Jahr wurde die Musikmesse und die sich eher an Profis wendende Prolight + Sound erstmal getrennt – zumindest für ein paar Tage. Macht das neue Konzept die Messe für Hifi-Fans attraktiver? Nein. Aber ein paar wenige, dafür aber umso spannendere Produkte ließen sich dennoch finden – und Interviews und Tests dazu vereinbaren.

Solange ich die Ausstellung besuche, gab es zwar die beiden Bezeichnungen Prolight + Sound und Musikmesse, die jeweils rechts und links des Torhauses liegenden Hallen waren aber allen Interessierten zugänglich – an einigen Tagen nur Fachbesuchern, an ein oder zwei Tagen auch dem breiten Publikum. Heuer fiel diese Unterscheidung weg, die Prolight + Sound fand von Dienstag bis Freitag und die Musikmesse von Donnerstag bis Sonntag statt. Das war zumindest für einige bisher treue Aussteller ein Grund, diesmal nicht teilzunehmen. Ich entschied mich für einen der beiden Tage, an denen beide Ausstellungen geöffnet waren. Unter Hifi- respektive High-End-Gesichtspunkten war das Angebot dennoch sehr überschaubar – was mir andererseits Gelegenheit gab, mit den Anbietern der wirklich interessanten Produkte konkrete Absprachen über Tests und Interviews zu treffen.

Da Merging Technologies leider keinen Nadac-High-End-Wandler mit nach Frankfurt gebracht hatte, kann ich Ihnen hier nur den Hapi zeigen – meines Wissens nach der einzige A/D-Wandler, mit dem man nativ DSD256 und PCM mit 384 Kilohertz und 32 Bit erzeugen kann
Da Merging Technologies leider keinen Nadac-High-End-Wandler mit nach Frankfurt gebracht hatte, kann ich Ihnen hier nur den Hapi zeigen – meines Wissens nach der einzige A/D-Wandler, mit dem man nativ DSD256 und PCM mit 384 Kilohertz und 32 Bit erzeugen kann

Dass USB nicht die ideale Schnittstelle für die Verteilung von Audio-Dateien ist, gehört bei Computer-Audio-Fans inzwischen zum Allgemeinwissen. Eine Alternative wäre die Ethernet-Verbindung, die allerdings erst durch ein spezielles Protokoll zur überlegenen Alternative wird. Für Furore sorgt in den einschlägigen Foren momentan der erste Wandler mit Ethernet-Eingang, der Daten nach dem sogenannten Ravenna-Protokoll empfängt: Der Nadac von Merging Technologies. Die Schweizer Profis genießen dank ihrer Pryramix-Software in Aufnahme- und Mastering-Studios hohes Ansehen und feiern in diesem Jahr ihr 25-jähriges Firmenjubiläum. Der Nadac ist ihr erstes Produkt für den High-End-Markt. Kein Wunder also, dass der Stand von Merging Technologies meine erste Anlaufstelle auf der Messe war. Dort war ich mit Thomas Römann, dem technischen Leiter beim Digital Audio Service, dem deutschen Merging-Vertrieb, verabredet. Auf dem Weg zu Merging traf ich dann zufällig Jörg Klein, den Inhaber von Hörgenuss für Audiophile: Er beschäftigt sich sei einiger Zeit mit dem Nadac und hat sogar einen eigenen Musikserver mit Ethernet-Ausgang dafür konstruiert. Zu dritt verabredeten wir einen Test des Nadac samt HGFA-Server, der möglichst noch vor der High End veröffentlicht werden soll. Wenn alles klappt wie von Thomas Römann geplant, sollten wir zuvor auch noch Gelegenheit haben, ein Interview mit Dominique Brulhart, dem Entwickler des Nadac zu führen.

Dass sich auch hier ein Hapi im Einsatz befindet, ist kein Zufall: Auch er sendet und empfängt Daten über Ethernet mit Hilfe des Ravanna-Protokolls, das Axel Holzinger für ALC Network X entwickelte. Da die Firma in München sitzt, ist ein Interview mit ihm geradezu naheliegend
Dass sich auch hier ein Hapi im Einsatz befindet, ist kein Zufall: Auch er sendet und empfängt Daten über Ethernet mit Hilfe des Ravanna-Protokolls, das Axel Holzinger für ALC Network X entwickelte. Da die Firma in München sitzt, ist ein Interview mit ihm geradezu naheliegend

Digital Audio Service hat seit einiger Zeit auch die Lautsprecher der finnischen Schallwandler-Spezialisten Amphion in seinem breitgefächerten Vertriebsprogramm. Firmenchef und Entwickler Anssi Hyvonen konzentrierte sich in den letzten Jahren vor allem auf den Profibereich – und das ausgesprochen erfolgreich. Daher plant er, zur High End in München auch Hifi-Varianten seiner Monitore zu präsentieren. Die Qualität der Amphions konnte man auch in einer Vorführkabine erleben – auf der Musikmesse eher eine Seltenheit.


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