Im vierten und letzten Teil unserer Berichterstattung zeigen wir noch einige Zimmer des Sobieski Hotels, in dem sich vorrangig die kleineren, hier weniger bekannten und darum um so interessanteren Hersteller präsentierten. Aber auch in einigen Räumen des Nationalstadions fanden wir Spannendes.
Noch einmal Aida Acoustics, diesmal die mit Accuton-Chassis bestückte Galatea, die mit WBT-Terminal und Mundorf-Bauteilen ausgestattet ist. Vorder- und Rückseite werden aus Massivholz gefertigt, die Seiten mit Leder bespannt
Mateusz Balabanski ist der Kopf hinter Aida Acoustics
Breitbänder mit Hornunterstützung oder mit zusätzlichem Tieftöner bei RDacoustic aus der Tschechischen Republik: rechts die Evolution, links die Euphoria. RDacoutics fertigt die Gehäuse und bestückt sie nach Kundenwunsch mit den Chassis. Mit einem Acht-Zoll-Fostex erreicht die Evolution einen Wirkungsgrad von 98 dB. Der Preis beträgt dann 10.000 Euro
Die Euphoria erreicht denselben Wirkungsgrad wie die Evolution, ist in verschiedenen Hölzern und Lederbespannungen erhältlich, besitzt Bi-Wiring-Termials und eine fünfstufige Frequenzgangbeeinflussung zur Geschmacks- oder Raumanpassung im Bassbereich Die Übergangsfrequenz liegt bei 200 Hz
David Pisca und Radovan Rehorek entwickeln nicht nur die „lauten“ Lautsprecher sondern auch den Diffusor recht an der Wand
Kunstwerk oder Vollverstärker: beides!
Dies technische Skulptur trägt den Namen Icarus und leistet zweimal 50 Watt, hat eine sehr hohe Bandbreite und kostet 25.000 Euro
Zum selben Preis wechselt auch ein Paar dieser Monitore mit Accuton-Bestückung den Besitzer. Er hört auf den schönen Namen Microphone
Kostas Metaxas entwirft und entwickelt nicht nur High-End-Equipment, sondern auch edle Schreibgeräte – für namhafte Hersteller und zum Verkauf unter eigenem Namen
Noch einmal Trenner und Friedl und zwar im Raum von Moje Audio mit Elektronik von Lampizator, Fidata und anderen
Für die Thöress-Kette lieferte ein Cantano die analogen Signale. Vom Laufwerk und Tonarm der Berliner Manufaktur schwärmt Kollege Wolfgang Kemper noch immer
Die Signale des Cantano bereitete die wohlbekannte Phonostufe mit variabler RIAA auf
So neu, dass sie noch nicht auf der Homepage zu finden ist, ist die sogenannte Dual-Funktion-Line-Vorstufe mit Klangregelung, die auch als Kopfhörerverstärker fungieren kann. Dabei treibt der Ausgang der Vorstufe alternativ die Schallwandler des Kopfhörers
Als fast neu bezeichnete Reinhard Thöress seine Eintakt Hybrid Triode, mit einer Triode im Eingang und einer MOSFET-Ausgangsstufe, die 15 Watt liefert. Der Preis 9.600 Euro
SonaraAcoustics zeigte die Lautsprecher des tschechischen Herstellers Shan: Das Modell in gelbem MDF steht mit 1.500 Euro in der Preisliste, die Beton-Version der kleinen Lyra mit 2.300 Euro
Auch das Laufwerk mit Betonelementen wird von Shan gefertigt. Der Tonarm dürfte ein Clearaudio sein. Der Preis der Kombination: 7000 Euro
Noch einmal Moje Audio mit Trenner und Friedl, Reimyo, Hijiri-Kabeln und Tuning-Accessoires von Harmonix
Jarek Waszczyszyn steht hinter den beiden Firmen Ancient Audio und Fram, erstere produziert lupenreines High End in Manufakturqualität, letztere erschwinglichere Komponenten. In diesem Jahr dominierten die Fram-Lautsprecher in ihren Alugehäusen den Ausstellungsraum, Nachfolger der legendären Oslo
Als Signallieferant diente ein Ancient Audio Air CD-Player mit integrierter Röhrenvorstufe
Akkus präsentierte seine Referenzserie mit dem schönen Namen Redwine, die mit Accuton-Treibern bestückt ist. Im Topmodell, der glänzend verarbeiteten 1261, sind ein Hoch- und ein Mitteltöner aus der Cell-Serie verbaut. Der Tieftöner hat einen Durchmesser von 28 Zentimeter. Der Preis der 1261 liegt bei 78.000 PLN
In den Räumen im Nationalstadion fanden sich neben einer Reihen von Videoinstallationen auch größere Hifi-Importeure und Hersteller, die ihre Produkte entsprechend glänzend und glitzernd präsentierten
B&O hatte mit der BeoLab 50 einen großen Auftritt. Der Aktivlautsprecher kann sich auf den Raum einmessen, seine Richtcharakteristik lässt sich verändern. Aluminium und Eichenholzlamellen bestimmen die Optik
Der Cyrus Lyric ist ein Vollverstärker, UKW- und DAB-Tuner, CD-Player und Streamer in einem ansprechend gestalteten Gehäuse
Die Präsentation dieses Onkyo-Kopfhörers sorgt zumindest für Aufmerksamkeit: De gustibus non est disputandum
EIC zeigte die Synthesis Titan, die aus je vier KT 66 100 Watt generiert. Der Titan ist ein Vollverstärker mit D/A-Wandler, der Signale über UBS und S/PDIF akzeptiert
Im Stadion war auch eine Klipsch Cornwall zu sehen. Das Sondermodell zum 70-jährigen Jubiläum ist auf 70 Stück begrenzt
Noch einmal ein italienischer Röhrenbolide: Der Vollverstärker Synthesis NYC 200i soll zweimal 230 aus je vier KT 120 an die Lautsprecheranschlüsse liefern. Der Amp im Doppelmono-Aufbau bringt 50 kg auf die Waage
Quadral zeigte und spielte das Topmodell der Platinum+-Serie, die Nine. Die Seven beeindruckte Wolfgang Kemper sehr nachhaltig, wie man hier an anderer Stelle nachlesen kann
Der Klassiker unter den Plattenwaschmaschinen, hier in Blau: die Keith Monks
In Polen ist die Überalterung der an Hifi-Interessierten kein Thema, und über 14.000 Besucher an zweieinhalb Messetagen bestätigen den Stellenwert hochwertiger Musikwiedergabe
Ältere Hifi-Fans begeistert man leicht mit nostalgischen Geräten: hier ein Vollverstärker von Altus Hifi, einer alten polnischen Marke
Die Compact-Cassette erlebt heute in gewissen Kreisen wieder eine Renaissance. Das Cassetten-Deck des polnischen Hersteller Unitra, der in Warschau und Lodz produzierte, ist aber kein Neugerät
Ich gebe gern zu, dass ich mich von Vintage-Komponenten wie den obigen und dieser magisch angezogen fühlte. Aber diese Geräte konnte man nicht erwerben: Sie waren allesamt schmückendes Beiwerk bei der Präsentation von Yamahas MusicCast System
Dieser Vollverstärker hat mit Vintage rein gar nichts zu tun. Er stammt aus aktueller Produktion und kostet im die 5.000 Euro
Wer denkt bei der NS-5000 mit ihrem 30-Zentimeter-Bass nicht sofort an den legendären NS-1000-Studiomonitor?
Clearaudio war natürlich auch großflächig vertreten
Den Stellenwert einer Messe zeigt auch die Anzahl der Premieren. Sonus Faber hatte die Audio Video Show für die weltweit erste Präsentation des neuen Topmodells Aida, das der Hersteller als Drei-Zweidrittel-Wege-Konzept beschreibt, ausgewählt
Der Vertrieb SoundClub scheint sich auf Top-Hersteller spezialisiert zu haben: die Vorführung mit Marten, Soulution und Tenor
Accustic Arts findet sich ebenfalls im Portfolio von SoundClub
Audio System führte mit Cary Audio an Blumenhofer Gran Gioia MK 2 vor
Die Meters Music OV-1 sind einfach ein Hingucker. Schade, dass der Träger die VU-Meter selbst nicht sehen kann. Hierzulande werden die Kopfhörer von Sieveking Sound vertrieben. Angesteuert wurden die Meters von Chords Hugo 2, dem Mojo inklusive des nun lieferbaren Streamers Poly
Der Auris Audio Headonia kann simultan zwei Kopfhörer mit unterschiedlichen Impedanzen treiben
Im Kopfhörer-Bereich führte Final mit Vinyl vor
Auffällig und kein bisschen martialisch: Kopfhörerpräsentation bei Magnat
Der Divaldi AMP-01 Gold ist eine Kopfhörerverstärker-Phonoentzerrer-Kombination im Vollaluminium-Gehäuse und schreckt mit seinen 850 Milliwatt auch vor Audezes oder Hifimen nicht zurück. Der Preis etwa 1.000 Euro
Dieser DeVore-Fidelity-Schallwandler trägt den originellen Namen Orangutan O/96, wobei die Zahl den Wirkungsgrad in Dezibel angibt. Erreicht wird er mit einem Zehn-Zöller mit Papiermembran und einer Seidenkalotte mit Doppelmagnet und einer kurzen Hornanpassung. Gefertigt wird in Brooklyn
Audio Physiks neuer Geschäftsführer Wolfgang Lücke war zuvor in leitender Funktion für die Musikmesse Frankfurt tätig
Auch bei Primare hat es einen Führungswechsel gegeben: Siemen Algra hat die schwedische Manufaktur übernommen
Gigantomanisch: Der Opera Only soll ein Symbol für einen professionellen High-End-Audio-Verstärker sein und zweimal 20.000 Watt in Class-A liefern. Wer's braucht…
Myteks Brooklyn DAC+: Wie Kollege Roland Dietl verriet, hat er deutliche klangliche Verzüge gegenüber dem Brooklyn ohne +. Spätestens in einer Woche erfahren Sie auf diesen Seiten mehr
Galeria Audio vertreibt die feinen kleinen Komponenten von Acoustic Plan in Polen
Analoge Signale lieferte ein Soulines Satie mit Jelco-Arm
SotMs Windows Netzwerk-Player mit passendem Netzteils bei Koris
Das Triple-Set von SOtM: tX-USBultra, sMS-200ultra und sPS-500, eine Kombination aus USB-Reclocker, Netzwerk-Player und passendem Netzteil
JR Audio bietet zwei Laufwerke an, eines mit im Gehäuse integrierten und dieses mit freistehendem Motor. Inklusive Arm soll es lediglich 5.000 Euro kosten
Der JR-Audio-Impossible-Arm besitzt ein drehbares Headshell wie vor Jahrzehnten schon der Garrard. Auf dem Bild oben erkennt man einen Metallstab, der neben dem eigentlichen Arm aus Holz verläuft und das Headshell so dreht, dass der Fehlspurwinkel gegen null geht
Der My Sound Pre ist ein Vorverstärker mit getrennten Gehäusen für das Netzteil, die aktive Röhrenstufe und die passive Lautstärkeregelung in 64 Stufen. Der Preis: 7.000 Euro
Bei der Röhrenendstufe Cube von My Sound ist das liegende U aus Glas Teil des Gehäuses: Es soll die sonst üblichen Gitter ersetzen
Der Cube liefert aus zwei EL 84 im Push-Pull-Betrieb zwölf Watt. Ein Pärchen Cube kostet 6.500 Euro
Die Opera von hORNS müssen mit den zwölf Watt der Cubes auskommen, besitzen aber dank des Mittel- und Hochtöner mit Horn einen Wirkungsgrad von 93 db. Das Gehäuse besteht aus einem Komposit-Material. Da scheint der Preis von 20.000 durchaus angemessen
J.Sikora stellte in diesem Jahr das Modell Standard MAX vor, dass sich durch seinen speziellen Materialmix zur Resonanzminderung – Gusseisen, Stahl, Messing und Aluminium – auszeichnet
Der Initial wurde in der Version MAX Black mit Jelco- und Kuzma-Arm vorgeführt
Leider viel zu selten zu hören: die große Wilson Benesch
Die beiden Neun-Zoll-Tieftöner und der Sechs-Zoll-Mitteltöner der Avior sind mit von Rockport Technologies entwickelten Composite-Membranen mit Kohlefasern ausgestattet, die ein sehr gutes Steifheits/Gewichts-Verhältnis besitzen und eine kolbenförmige Membranbewegung garantieren sollen
ESA ist der Hersteller der Red House Schallwandler. Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so scheint, handelt es sich dabei um Dipolstrahler mit offener Rückseite. Um trotzdem ausreichend Druck im Bass produzieren zu können, wurden drei 13-Zöller verbaut. Der Wirkungsgrad liegt bei 91 dB
Angetrieben werden die Red House von zwei Nagra HD AMPs, die 250 Watt an acht Ohm bereitstellen, davon die ersten 30 Watt in Class-A
Die Zeta Zero war ja schon im Bericht aus dem Sobieski zu sehen. Hier ist nun eine klassische rundum abstrahlende Zeta Zero mit dynamischem, nach oben gerichteten Bass unter der speziellen Anordnung von Bändchen
Die SoulSonic Hologramm-X setzt im Hochtonbereich ebenfalls auf ein Bändchen – und zwar ein ein Zentimeter breites und 2,21 Meter langes ganz links außen an der Schallwand. Vier 15-Zöller und der mittig montierte Zwölf-Zoll-Mitteltöner erreichen einen Wirkungsgrad von 95 dB. Der Preis: 150.000 Euro
Lautsprecher-Designer Miro Krajnc und seine Gattin Jasna neben ihrem Hologramm-X Lautsprecher
Die Natural Sound Samurai kommen mit ihrem 18-Zoll-Tieftöner, dem Zwölf-Zoll-Mitteltöner und dem 23 Zentimeter hohen Air Motion Transformer auf einen Wirkungsgrad von 94 db
Im dritten Teil des Messerberichts stelle ich ihnen einige weitere ausgesuchte Produkte in Wort und Bild vor. Wie üblich bei der Audio Video Show habe ich mich auf Neuheiten und vor allem auf Hersteller konzentriert, die in Deutschland selten oder gar nicht zu sehen sind. JL Audio, üblicherweise für Subwoofer bekannt, zeigte auf der AVS die Europapremiere ihres Primacy Systems. Es umfasst den Standlautsprecher T6 (110.000 Euro) und einen Kompaktlautsprecher S3 (75.000 Euro). Die gesamte…
Jedes Jahr aufs Neue habe ich den Eindruck, dass die Audio Video Show nochmals besser besucht ist als im Vorjahr. Während das neu erschlossene zweite Stockwerk der Ostseite des Stadiums im letzten Jahr noch etwas steril und vom Publikum übersehen wirkte, wurde es dieses Jahr vollumfänglich angenommen. Auch das Interesse an den besonders teuren und großen Systemen erschien mir lebhafter als noch im letzten Jahr. Besonders mit der Acapella Sphäron Excalibur wollten sich viele Gäste…
Dieses Jahr beginne ich meinen Rundgang im Stadion. Denn während in den Hotelräumen derselbe Charme wie jedes Jahr herrscht – hier geben sich etablierte Marken und kleine Manufakturen die Klinke in die Hand – expandiert die Messe gerade im Stadion stark. Letztes Jahr wirkten selbst große Marken etwas überfordert die neugewonnene Fläche angemessen zu nutzen. Nicht jeder schaffte es, in den großen Hörräumen die Anlagen in Szene zu setzen. Einige Systeme spielten dabei in recht…