HIGH END 2026: Messerundgang mit Finn Corvin Gallowsky – Teil 3

12.06.2026 // Finn Corvin Gallowsky

 

GSS ist eines der sehr jungen Unternehmen aus der Start-Up Area. Vier junge Menschen, teilweise gerade frisch aus dem Studium, haben hier ein Unternehmen gegründet (seit letztem November ist GSS erst eine GmbH), dass mit einem sehr flachen Subwoofer eine Nische besetzen möchten. Er begünstigt flache Bauweisen, wie sie für Soundbars oder im Automobilsektor gefragt sind. Der Sub verträgt eine Auslenkung von ±17 Millimetern und produziert aus einem geschlossenen Gehäuse mit nur 1,75 Litern 37 Hertz bei -6 Dezibel. Im Gegensatz zu einem Bassreflexgehäuse fällt der Bass unter der Grenzfrequenz weniger steil ab. In der Messevorführung erzeugten die zwei Rücken an Rücken in einem Gehäuse sitzenden Subs mächtig Druck und Tiefgang. Die Anbindung bei 100 Hertz an die kleinen Studiomonitore war dabei absolut mustergültig. Ich hätte die beiden Prototypen am liebsten als hochkompakte Basserweiterung für meinen Audioarbeitsplatz in meinem platztechnisch sehr begrenztem Arbeitszimmer mitgenommen. GSS fertigt bisher den Treiber bisher nur für OEM-Zwecke. So muss ich leider warten, bis erste Hersteller ein fertiges Produkt anbieten.

 

Der Vertrieb IAD lockt mit einem angedeuteten britischen Landsitzvorzimmer in den Hörraum. Dabei stammen bei weitem nicht alle von IAD vertreten Marken von der Insel. Wharfedale und Entwickler Peter Comeau allerdings ohne Frage. Mit ihm spreche ich über die verschiedenen Auslegungen der Serien. Während die moderne Elysian 4R (9.000 Euro/Paar) auch einen ebenso modernen Sound an den Tag legt, bleibt der bisher größte Lautsprecher der Heritage Serie Rosedale (12.000 Euro/Paar) einem traditionellerem britischen Sound treu. Zavfinos Will Tremblett hat Plattenspielerbasen ausgraben, die ihm vor Jahren ein lokaler Künstler zu Einzelstücken veredelt hat. Er hat sie für die Aufnahme der aktuellen Tonarmbasen und Motoren samt Controller überarbeitet. So ist auch der in Zusammenarbeit mit Helmut Thiele entstandene 9-Zoll-Tonarm, der erstmals auf der Messe spielte und ab sofort erhältlich sein solle, mit den Kunstwerken kompatibel. Will beweist wie flexibel seine Kabelsparte ist, und hat ein speziell konfektioniertes Kabel für den Anschluss eines optischen DS audio Tonabnehmers an Soulnotes E-3 Phonovorstufe im Angebot. Als kleines Gimmick verfügt der Stecker um eine haptische Einbuchtung mit zwei Schrauben auf der einen und nur einer auf der anderen Seite. So können die Seiten auch blind gesteckt erfühlt werden. Auf das grüne Zavfino-Exemplar im Ausstellungsraum hat IADs Krey Baumgartl bereits Anspruch erhoben. Er zeigt mir Audiolabs PPA7, einen Mini-Phono-Preamp, der das Plattensignal via aptX auch an Bluetooth-Equipment senden kann. Quad präsentiert neue Regallautsprecher. Der fotografierte Elegan 2 wird 2.000 pro Paar kosten, der kleinere Elegan 1 1.000 Euro pro Paar. Dass der Leak Truespeed für um die 800 Euro als Neuauflage wiederkommt, dürfte bei einigen Fans Freude auslösen. Nebenan bekomme ich Lumins ersten Switch, den N1 mit Linearnetzteil für 2.300Euro zu sehen. Außerdem den neuen Flaggschiff-Netzwerkplayer X2. Die ebenfalls in der Vorführung agierende Music Library L2 war schon bei Dirk Sommer im Test.

 

Luxman feiert sein 100-jähriges Jubiläum mit einem neuen Monoblock und einem Class-A-Vollverstärker. Seit 20 Jahren ist der B-100 der erste neue Monoblock im Portfolio. Er soll 125 Watt an 8 Ohm liefern, 25 davon in reinem Class-A-Betrieb und 1.000 Watt an einem Ohm Peakleistung. Dazu schöpft er aus einem 1.250-VA-Trafo und puffert mit 16 mal 10.000 Mikrofarad. In die Fertigung einer Endstufe fließen rund 39 Arbeitsstunden und sie wird 55.000 Euro kosten. Der L-100C Vollverstärker operiert in reiner Class-A-Manier und soll 20 Watt an 8 Ohm leisten. Neben Phono MM/MC bietet er auch einen Kopfhörerausgang mit symmetrischer 4,4-Millimeter-Buchse auf der Front. Die Lecua-Lautstärkeregelung erfolgt über ein prozessorgesteuertes Widerstandsnetzwerk, so können durch Bauteilalterung keine Probleme entstehen. Der Signalpfad wurde so kurz wie möglich gehalten. Der L-100 wird 12.000 Euro kosten.

 

Matrix ist eine Marke, die mich schon lange fasziniert. Sie ist jetzt bei DREI H im Deutschlandvertrieb. Racks unter der Marke Bastion Audio und Plattenzubehör unter der Marke Oblitz gehören zwar zum Mutterkonzern, werden aber nicht von DREI H vertrieben. Am neuen High-End-DAC ND-1kann per Touchscreen zwischen Übertrager- und OPAmp-Ausgang umgeschaltet werden. Die Streamer/DAC-Kombi MS-1c wird ebenfalls mit Übertragerausgängen gefertigt. Die Audiosektion verfügt über ein lineares, die Elektroniksektion über ein Schaltnetzteil. Der Aufbau des MS-1 ist nicht weniger eindrucksvoll. Nach langer Matrix-Pause bei Hifistatement ist der Test einer neuen Komponente bereits in Planung.

 

MSBs Sentinel DAC besteht aus drei Teilen in drei separaten Gehäusen: dem eigentlichen DAC mit vorgeschaltetem FPGA, insgesamt 32 DAC-Modulen samt Vorverstärker, dem Digital Director, der die gesamte digitale Vorverarbeitung übernimmt und als Schaltzentrale dient, und dem Netzteil mit drei Kanälen, separat gefiltert und jeweils mit zwei Trafos aufgebaut. Der Digital Director wird über Lichtwellenleiter mit dem DAC verbunden. So gut wie alles wird inhouse gefertigt. Selbst die PCBs kommen nicht aus China, sondern von einem lokalen Fertiger aus der Bay Area. Sie sollen deutlich bessere Messdaten aufweisen. Der Sentinel kostet 375.000 Dollar. Der Cascade (95.000 Dollar) verfügt über 8 DAC-Module und der Palisade (59.000 Dollar) über vier. Ihre Digital Director sind identisch. Der Cascade verfügt über einen eingebauten Vorverstärker, benötigt somit Eingangsstufen, die mit Linearnetzteil gespeist werden. Der Palisade verfügt lediglich über den DAC-Ausgang. Da dieser sowieso immer ohne Output Buffer und mit direktem passivem Ausgang ausgeführt ist, benötigt der Palisade kein dediziertes Linearnetzteil.


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