HIGH END 2026: Messerundgang mit Finn Corvin Gallowsky – Teil 3

12.06.2026 // Finn Corvin Gallowsky

 

PS Audio präsentiert die PMG Signature Endstufen. Sie werden als S200, M400, S400 und M800 ab etwa 10.000 Euro erhältlich sein. Ihre Typenbezeichnung gibt zum einen den Mono- oder Stereoaufbau, zum anderen ihre Leistung an 4 Ohm an. Die S200 schafft 10 Watt pro Kanal im Class-A-Betrieb, die S400 5 Watt, die M400 30 Watt und die M800 50 Watt. Sie verfügen über eine sehr ungewöhnliche stromverstärkende Schaltung, deren Grundidee eigentlich aus der Funktechnik kommt. Sie erreichen Slew Rates von über 200 Volt pro Mikrosekunde und entgegen üblichen Spannungsverstärkern sehr niedrige und vor allem lineare THD-Werte über alle Frequenzen. Normalerweise steigen Verzerrungen bei konventionellen Konzepten zu hohen Frequenzen hin an. Als weitere Besonderheit sei der Verzicht auf Netzteiltrafos zu nennen. Stattdessen kommen Schaltnetzteile von Hypex zum Einsatz. Zwar musste für ihren Einsatz besondere Sorgfalt auf elektromagnetische Schirmung gelegt werden, der eigentliche Netzeilausgang ist allerdings sehr sauber und störungsfrei. Diese Details waren so spannend, dass ich PS Audios Paul McGowan gar nicht weiter zu den Lautsprechern und dem neuen Subwoofer der Marke befragt habe, aber es gibt ihn – Sie sind hiermit informiert.

 

Bei Raidho wird man vom Prototypen einer TD 4.10 und dem Größengegensatz X1t im Flur begrüßt. Es wird noch etwa ein halbes Jahr dauern, bis der bisher gewaltigste Lautsprecher der TD-Reihe präsentierfertig ist. Er wird wohl 200.000 Euro kosten. Im Vorraum werden die Signature-Ausführungen der TD 1.2, TD 2.2 und TD 3.2 gezeigt. In sie sind die bei der Konstruktion der TD 3.10 gewonnen Erkenntnisse geflossen. Sie verfügen über eine überarbeitete Frequenzweiche, Furutech-Terminals und Isoacoustics Füße. Gegenüber ist die Scanconic HD M-Serie zu sehen. Die „kleine“ M15.2 hat mich im Test kürzlich für sich gewinnen können. Mit der im Hörraum präsentierten X2.8 hält erstmals ein 8-Zoll Treiber in die X-Serie Einzug. In schwarz oder weiß lackierter Ausführung wird der Lautsprecher 27.000 Euro, im matten Walnussfurnier 30.000 Euro kosten. Außerdem neu ist die Reference-Ausführung der X1.6 für 10.000 Euro. Sie wurde mit Nordost Walhalla Innenverkabelung versehen, die Frequenzweiche wurde mit Mundorf-Komponenten veredelt und statt einem Bassreflexrohr, kommt eine Passivmembran zum Einsatz. Die originale X1.6 war ebenfalls bereits bei mir im Test.

 

Mit Nordyx hat Storgaard & Vestskov einen neuen deutschen Vertrieb, der in seinem Hörraum eine Gro präsentierte. Frida, die letztes Jahr nach ihrem Test mit dem Statement in High Fidelity ausgezeichnet wurde, durfte nur im Flur posieren. Im der eigenen Hörkabine von S&V spielte Astrid (43.000 Euro) am Vitus Audio SD-025 Mk.II DAC (26.500 Euro), SL-103 Mk.I Pre (36.000 Euro) und SM-025 Mk.II Monos (55.000 Euro). Die Verkabelung stammte aus der Zensati Angel-Serie. Als Streamer kam ein SD-025 Mk.II (26.500 Euro) zum Einsatz. Ein Hörraum, der mir in Erinnerung geblieben ist. Nicht nur durch die aufgeräumte Optik der Kette, sondern insbesondere durch die vielseitige Musikauswahl. Einer der wenigen Räume in dem es mich nicht gestört hat, wenn auch mal etwas lauter vorgeführt wurde. Astrid behielt stets die Oberhand und das Hörerlebnis blieb trotz sportlichem Abhörpegel geschmeidig, unangestrengt und frei von Härte. S&V bewies mir neuerlich, dass sie die Auszeichnung nicht zu Unrecht erhalten haben.

 

Sigma Acoustics Maat Zenith 3°Edition mit ihren sechs Wegen inklusive Basshorn, GOTO-Treibern und Super-Hochtöner ist wirklich ein ungewöhnlicher Anblick. So deplatziert sie im Hörraum auch wirkte, die holografische, freischwebende Bühne zwischen den Lautsprechern war eine echte Überraschung. Viele Komponenten der Elektronik stammen aus seinen persönlichen Rücklagen, erläuterte mir Italiener Marco Minoccheri, der den Raum betreute. Für Systeme mit ähnlich vielen Kanälen dient der Fluksus Stark mit internem DSP und acht Ausgangskanälen, vor- oder endverstärkt im Graphitcase und kostet 120.000 Euro.

 

Dirk Sommer und Roland Dietl, als von mir ausgewiesener SOtM- und Diretta-Experte, haben auf der High End mit SOtM Chef-Entwickler Il Won Lee ein Interview geführt. Dabei ging es vielmehr um den sMS-500 und generell SOtMs Streamer-Technologie und weniger um das Diretta Protokoll. Dennoch verband dies im Hörraum die Digital-Bausteine der Kette miteinander. Der Entwickler des Diretta-Protokolls war ebenfalls anwesend und zeigte, an welchen Modulen auf Raspberry Pi Basis er aktuell bastelt. Tiefere Einblicke in die Welt von SOtM liefert Ihnen dann schon bald das Interview.

 


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