Vor zwei Wochen eröffnete Alfred Rudolph pünktlich zum 50-jährigen Jubiläum das Audio Forum Duisburg neu. Seit sein Sohn Richard die Entwicklung und Fertigung der Acapella-Lautsprecher und Unbelievable Audio deren Vertrieb übernahm, kümmert er sich unter dem Stichwort Acapella Vintage um ältere Modelle der Marke und natürlich um LaMusika.
LaMusika war von Anbeginn ein ganzheitliches Konzept. Dabei geht es nicht um einzelne Komponenten, sondern um eine Kette mit aufeinander abgestimmten Geräten. Neben speziellen, von Alfred Rudolph entwickelten Lautsprechern kommen dabei auch Verstärker von Symphonic Line respektive Rolf Gemein zum Einsatz. Je nach Preislage liefert ein Acapella Plattenspieler oder ein Basismodell von Pro-Ject die Signale. Natürlich wird dies ebenso wie die Elektronik von Alfred Rudolph intensiv modifiziert – vor allem, um störende Resonanzen abzuleiten. Mit diesem Thema hat sich der Entwickler fast sein ganz Leben lang beschäftigt. Er beruhigt Gehäuse, aber auch Baugruppen im Inneren mit Holzelementen und einer plastischen Masse. Ein gutes Bespiel für seine Materialkenntnis ist sein Plattenpuck, bei dem an zwei Stellen unterschiedliche Hölzer zum Einsatz kommen können. Er favorisiert keine spezielle Kombination, sondern sucht die beiden Holzarten passend zu aktuellen Kette aus. Innerhalb einer Anlage sieht Alfred Rudolph den Lautsprecher niemals als Selbstzweck, sondern immer nur als Botschafter der Musik. Er sieht seine wichtigste Aufgabe darin, Geräte einer Anlage so zu tunen, dass sie auf demselben hohen Niveau musizieren.
Ein weiteres Anliegen ist es ihm, den Klang der Schallplatte von mechanischen Artefakten zu befreien. Dafür macht er unter anderem die Reibung der Abtastnadel in der Rille verantwortlich. Dieser wirkt er mit dem Auftrag eines extrem dünnen Films von Squalan-Öl entgegen. Wie er nicht müde wird zu demonstrieren, ist es mit dem Auftragen auf die Plattenoberfläche allein nicht getan. Erst nach mindesten vier Abspielvorgängen hat die Nadel das Öl in die Rillenflanken „eingearbeitet“: Der Klang wird nach dem Aufbringen des Öls mit jedem Abspielen besser.

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