Finest Audio Show Darmstadt

21.10.2026 // Dirk Sommer, Birgit Hammer (Fotos)

Ich gebe zu, dass dies unser erster Besuch der Finest Audio Show Darmstadt war. Der Grund dafür ist nicht, dass sie seit 2017 unter wechselnden Namen stattfand. Keiner unserer Autoren lebt im Rhein-Main-Gebiet, und unser Messekalender ist im Herbst mehr als gut gefüllt. Da haben wir andere Prioritäten gesetzt, was rückblickend wohl ein Fehler war.

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Die Veranstaltung in Darmstadt hat einen etwas anderen Charakter als die übrigen Regionalmessen. Zwar sind dort auch hin und wieder Händler aus der Umgebung vertreten, aber bei der Finest Audio Show und ihren Vorgängern war die Beteiligung des Fachhandels von Anfang an ein Pfeiler des Konzepts. Die großen Freiflächen im Eingangsbereich, in den Sälen und den breiten, sie umgebenden Gängen im ersten Stock sorgten für eine luftige Atmosphäre und boten Platz unter anderem für eine Gaming Zone, die auch schon während der letzten High Ends ein Anziehungspunkt für jüngeres Publikum war. Viel Zuspruch fand auch das High-End-Kino, für dessen Aufbau Audio Reference weder Kosten noch Mühen gescheut hatte. Der Zutritt war aufgrund der beschränkten Sitzplatzzahl nur mit einem – kostenlosen – Ticket möglich, sehr zum Leidwesen einiger Besucher, die nicht das Glück hatten, eine Karte für einen Platz im ständig ausgebuchten Kino zu ergattern. In einem weiteren Saal war die World of Headphones zu finden, wo Kopfhörer-Fans auf einer ganzen Reihe von Hörplätzen Gelegenheit hatten, ihre Favoriten bei Schallwandlern, mobilen und stationären Zuspielern ausgiebig zu testen. Besonders im riesigen, akustisch bestens ausgestatteten Saal, in dem viele Händler Produkte aus ihrem Portfolio zeigten, wirkte es nicht im geringsten störend, wenn hin und wieder eine Kette in moderater Lautstärke zu hören war. Man nahm aufeinander Rücksicht: Insgesamt herrschte eine entspannte, lockere Stimmung vor.

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In der dritten Etage gab es ein recht großes Angebot an Tonträgern, wobei solche aus Vinyl in der Mehrzahl waren. Obwohl wir uns allein schon aus Platzgründen nicht mehr auf Trüffelsuche begeben, konnten wir bei einer Alexis-Korner-Doppel-LP nicht widerstehen. Die stand ganz vorne in einer der vielen Plattenkisten und war einfach nicht zu übersehen. Nicht unerwähnt bleiben soll auch ein Angebot von DJ Chromo an einem der illustren Schallplattenstände: Er propagiert Musik als Hilfe. Auf Nachfrage, was genau damit gemeint sei, erklärte er, dass er komponiere und man bei ihm für jede Lebenslage ein Lied bestellen könne. Er spiele seine Komposition dann mit verschiedenen Keyboards ein. Wenn der Kunde sich nicht zutraue, einen Text zu dichten respektive diesen zu singen, dann übernähme er das ebenfalls. So könne der Kunde nach circa 30 Minuten seinen Laden mit einer ganz persönlichen CD verlassen. Diese Freude sei für 40 Euro zu haben.

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Auf derselben Ebene wurden verschiedene Anlagen in zehn unterschiedlich großen Räumen präsentiert. Die waren deutlich größer als die Zimmer bei Hotelmessen, boten einer Vielzahl von Interessierten Platz und klangen trotz der Fensterfront auf einer Seite überraschend gut. Auch wenn ich es ablehne, auf Messen kritisch zu hören, weil man ja nie weiß, welche der vielen Parameter für den Gesamtklang entscheidend sind, fiel auf, dass es auf der Finest Audio Show – anders als in den üblichen Hotelzimmern – keinen Raum gab, den man nach dem ersten Klangeindruck fluchtartig verließ, da der Präsenzbereich das Trommelfell über Gebühr traktierte. Da verwundert es nicht, dass an beiden Tagen die Sitzplätze in den Hörräumen gut besetzt waren. Das zahlreiche Publikum schien die Vorführungen offensichtlich zu genießen. Qualitativ erreichten die Präsentationen in den acht Räume auf der zweiten Etage das gleiche Niveau wie im darüber liegenden Stockwerk.

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Ein Grund für die offenbare Zufriedenheit dürfte darin liegen, dass anders als bei einer großen internationalen Messe keine überaus exotischen Komponenten im Fokus standen und selbst High-End-Vertriebe mit eher kleinem Besteck angereist waren. Daraus folgt natürlich keinesfalls, dass alle gezeigten Anlagen oder ihre Teile für alle Besucher erschwinglich waren. Aber in Darmstadt ging es eben nicht um höher, schneller, teurerer. In den Vorführungen dominierten wohlbekannte Marken mit – an Oligarchen-High-End gemessen – relativ moderaten Preisen. Dazu passten auch sehr gut die Anbieter von liebevoll aufgearbeiteten Vintage-Hifi: eine tolle Gelegenheit, jetzt die Objekte der Begierde während der ersten jugendlichen Hifi-Begeisterung zu erstehen, die damals unerreichbar waren. Ein kleiner Wermutstropfen des publikumsorientierten Angebots: Es gab so gut wie keine technischen Sensationen, die meines Erachtens nach jeden Messebericht würzen. Darüber hinaus kann man bei einer der vielen Hifi-Shows im Herbst nicht immer erwarten, Neuheiten zu entdecken. Deshalb haben wir uns entschlossen, mit einer Vielzahl von unkommentierten Bildern Lust auf dem Besuch der nächsten Finest Audio Show in Darmstadt zu machen.

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Dennoch möchte ich nicht darauf verzichten, kurz einen neuen Hersteller vorzustellen: Birkenfeld Audio zeigte seine Produkte in Darmstadt erstmals eine breiteren Öffentlichkeit. Da war zum einem ein Rack-System, das zwar Assoziationen an das eines etablierten Anbieters weckt, aber auf einem Patent für Rahmenanbauteile beruht, mit der die Lagerung der Schieferplatten realisiert wird. Ein sehr flacher Schallwandler mit aktiver DSP-Weiche ist ebenfalls im Angebot. Für die pro Kanal nötigen vier Endstufen hält der Hersteller Angebote in verschiedenen Preisklassen bereit. Die Reise nach Darmstadt hatte auch zur Folge, dass ein Händler aus München in den Blick geriet: die Hörzone, die sich vorrangig mit Aktivlautsprechern sowohl für den professionellen, als auch für den Heimbereich beschäftigt. Zur Messe hatte man die kompakten, hübschen und farbigen DAC/Kopfhörerverstärker-Kombinationen von Khadas mitgebracht, die per Magnet ans Smartphone angedockt und über Kabel oder Bluetooth verbunden werden. Aus dem Programm von Humminguru wurden Plattenwaschmaschinen, ein Record Stabilizer, der auch der Geschwindigkeitskontrolle dienen kann, eine Nadelreiniger/Tonarmwaage-Kombination und der Orbit, der Schallplatten von Statik befreien soll, präsentiert: ebenso interessantes wie erschwingliches Analogzubehör.

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Der neue Name der Veranstaltung dürfte Kennern der Hifi-Szene verraten haben, dass die Messe diesmal – und auch weiterhin – von der High End Society ausgerichtet wird. Folglich war Ali Ibrahim mit seinem Team vor Ort. Er ist seit Anfang des Monats Geschäftsführer der High End Society Service GmbH. Dort hat er vor zehn Jahren seine Ausbildung begonnen und nach nur zwei Jahren erfolgreich abgeschlossen. Er wurde übernommen und hat in den folgenden Jahren auf allen Tätigkeitsfeldern Erfahrungen sammeln können. Wir hatten während der Messe Zeit für ein ausführliches Gespräch, in dem deutlich wurde, dass es ihm ein Anliegen ist, nicht nur weiterhin eine perfekte Messeorganisation zu garantieren, sondern er auch schon eine Menge Ansätze entwickelt hat, wie man das Thema Hifi und vor allem mehr Musikgenuss außerhalb der bisherigen Zielgruppe populärer machen kann. Wenn es ihm mit seinem großen Engagement gelingt, auch nur einen Teil der frischen Ideen zu realisieren, ist er in der neuen Position ein Gewinn für gesamte die Hifi-Szene.

 

Veranstalter
HIGH END SOCIETY Service GmbH
Vorm Eichholz 2g
42119 Wuppertal
Telefon: +49 202 702022
E-Mail: info@highendsociety.de
www.highendsociety.de

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