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Interview mit Marcin Hamerla und Paweł Gorgoń, HEM

27.02.2026 // Roland Dietl

Marcin Hamerla präsentiert den Wandla
Marcin Hamerla präsentiert den Wandla

Roland Dietl: Ihr verwendet beim Wandla einen USB-C Anschluss. Gibt es einen besonderen Grund für USB-C und was ist das Konzept hinter dieser Entscheidung?
HEM:Es gibt zwei Gründe. Der eine ist, dass der USB-C Anschluss besser als die vorherigen Implementierungen USB-A/B ist. Er ist schneller und hat eine bessere Impedanzanpassung. Hinzu kommt: USB-A/B ist für Drucker und ähnliches gedacht. Es handelt sich nicht um eine Hochgeschwindigkeitsverbindung. Sie wurde zu einer Zeit entwickelt, als USB noch 1,5 Megabit pro Sekunde für die Übertragung verwendete.
Der andere Grund ist, dass USB-C eine moderne Verbindung ist. Kunden und Hersteller werden zwar sicherlich noch eine Weile USB-A/B verwenden, aber in einigen Jahren werden bestimmt alle auf USB-C umgestiegen sein. Ich meine, unsere Branche ist ziemlich langsam, wenn es darum geht, Veränderungen anzunehmen.
Und es gibt noch einen Vorteil von USB-C, den wir erst kürzlich erkannt haben. Das ist das Thema Kabel. Wenn man in einen „normalen“ Laden – kein HiFi-Geschäft – geht und ein USB-A/B Kabel kaufen möchte, wird man wahrscheinlich ein Kabel für den Anschluss von Druckern erwerben. Diese Kabel sind in der Regel von sehr geringer Qualität. Das bedeutet, dass sie nicht resistent gegen Störgeräusche aus der Umgebung sind. USB-C-Kabel sind von Haus aus für schnellere Übertragungen ausgelegt und besitzen eine sehr gute Abschirmung. Sie haben in Bezug auf die Übertragung eine höhere Qualität und sind auch für Audio besser geeignet.
Roland Dietl: Ein gutes, für Audioübertragung geeignetes USB A/B-Kabel zu verwenden, ist eigentlich selbstverständlich.
HEM:Mitunter gibt es auch Probleme mit einigen dieser „Boutique“-USB-Kabel. Die funktionieren manchmal einfach nicht. Einige Unternehmen im Audiobereich bevorzugen USB A/B-Kabel, weil sie diese besser von Hand löten können. Die Stecker sind größer, sodass das einfacher ist. Wir hatten hier sehr teure Kabel, die einfach nicht richtig funktionierten. Und es ist nicht so einfach zu wissen, wie man gute USB-C-Kabel herstellt.
Dirk Sommer:: Ich habe viele teure USB-A/B Kabel und hatte damit bisher keine Probleme.
HEM:Wir hatten hier einige Fälle und es kam auch vor, dass Kunden fragten, warum das eine oder andere sehr teure Kabel nicht funktionierte.
Roland Dietl: Wenn ich mir den Kabelmarkt in unserem Bereich anschaue, sehe ich aktuell sehr viel mehr USB-A/B-Kabel als USB-C-Kabel. Ist das richtig?
Dirk Sommer:: Im Moment hast du Recht, aber es kommen immer mehr USB-C-Kabel aus dem Audiobereich auf den Markt, derzeit allerdings noch nicht von den kleineren Herstellern.

Roland Dietl: Das scheint die These von HEM zu stützen.
Dirk Sommer:: Ihr habt erwähnt, dass USB-C eine höhere Datenübertragungsrate ermöglicht. Wenn ich einen Vergleich zu Ethernet ziehe, dann ist meine Erfahrung, dass ein System oft besser klingt, wenn ich von 1000 Megabit pro Sekunde auf 100 Megabit pro Sekunde wechsle. Ich denke, eine hohe Übertragungsrate ist nicht immer besser.
HEM:Darum geht es uns nicht …
Roland Dietl: Wir müssen unterscheiden zwischen der mit einer bestimmten USB-Version einhergehenden Übertragungsgeschwindigkeit und dem Stecker- und Kabel-Typ. Das sind zwei grundsätzlich verschiedene Dinge. Ist es richtig, dass Ihr zwar einen USB-C Anschluss verwendet, aber die Übertragungsrate USB 2.0 entspricht und nicht USB 3.0 oder USB 3.1 oder was auch immer?
HEM:Ja richtig, das ist USB 2.0, mit 480 Mbit pro Sekunde. Wir halten uns hier an den Standard.
Roland Dietl: Der Grund, warum Ihr USB-C verwendet, ist also nicht die Übertragungsrate …
HEM:… nein, uns geht es um die physische Verbindung.
Roland Dietl: Ihr habt vorhin erwähnt, dass es auch eine Softwareseite gibt, wo USB eurer Meinung nach Vorteile hat. Wir würden gerne noch etwas zu diesem Thema erfahren.
HEM:Wir haben vorhin bereits den Kommunikationskanal erwähnt. Es geht nicht nur um das Senden der Audiodaten, sondern irgendwie muss man ja mit der Quelle, einem Server oder Computer, kommunizieren. So etwas gibt es nicht fertig bei I2S , während bei USB bereits alles implementiert ist.
Bei USB kann man darüber hinaus mehrere Arten von Informationen über die Schnittstelle senden: Man kann zusätzliche Kommunikationskanäle hinzufügen, die für den Austausch von verschiedenen Arten von Informationen gedacht sind. Wir nutzen das, um einen angeschlossenen Streamer vom DAC aus fernzusteuern und um Informationen, wie den Titel eines Stücks, an den DAC zu senden und dort anzuzeigen. Das ist so, als würde man den Computer vom DAC aus steuern. Das kann man mit I2S nicht machen, weil niemand daran gedacht hat, hierfür einen Kommunikationskanal zu entwickeln, über den man diese Informationen senden kann.
Roland Dietl: Möchten Sie uns noch etwas über USB mitteilen?
HEM:Nein, wir haben, wie wir glauben, alles abgedeckt.
Dirk Sommer und Roland Dietl: Vielen Dank für das Gespräch!


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