boulevard/26-02-13_acapella
 

Eine Acapella Hyperion zieht um

13.02.2026 // Dirk Sommer

Der Titel bezieht sich auf die folgende Fotogeschichte. Sie dokumentiert den Aufbau einer Hyperion und lockert das Interview optisch auf, das ich mit Richard Rudolph, dem neuen Geschäftsführer von Acapella Audio Arts, und Marc Lindike, dessen Firma Unbelievable Audio ab sofort für den weltweiten Vertrieb der Schallwandler aus Duisburg zuständig ist, führte.

Dirk Sommer: Heute ist ja der Tag, wo zum ersten Mal die neue Struktur von Acapella greift. Die Besitzverhältnisse haben sich geändert. Richard, erzähl doch bitte mal, wie es dazu gekommen ist.
Richard Rudolph: Also, ich bin von klein auf in die Firma reingewachsen. Mein Vater hat mich da schon als Kind mit einbezogen. Wir hatten immer mehrere Lautsprecher zu Hause, unter anderem eine Campagile und auch eine Celesta. Mein Vater hat mich auch schon früh zu Kunden mitgenommen. Ich habe ihn gern begleitet. Ich fand es einfach schon immer interessant, mich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Ich habe dann erstmal eine Ausbildung als Zerspanungsmechaniker gemacht und bin dann mit 19 wieder in den Betrieb zurückgekehrt. Dort habe mich in alle Produkte reingearbeitet und angefangen, mich wirklich in die Entwicklung reinzuknien. Erst habe ich das Thema mehr begleitet, dann aber bei immer mehr Facetten Verantwortung übernommen. Stück für Stück habe ich die ganze Produktpalette überarbeitet. Ich habe jeden einzelnen Lautsprecher vom Acapella schon einmal gebaut. Vor sieben Jahren haben wir uns dazu entschieden, dass ich Teilhaber der Firma werde. So hat es sich dann ergeben, dass ich immer mehr Aufgaben übernommen habe, im Vertrieb, wie auch in der Fertigung und Entwicklung. Die ältere Generation, Hermann Winters und mein Vater, hat sich dann so nach und nach immer weiter zurückgezogen. Wir haben uns gemeinsam entschlossen, die vertrieblichen Strukturen zu verändern, um das Unternehmen weiter nach vorne zu bringen. Da muss man mit der Zeit gehen. Ich persönlich muss mich auf das Thema Entwicklung und Fertigung konzentrieren können, weil es einfach mein komplettes Arbeitspensum beansprucht. Vor anderthalb, zwei Jahren ist Marc Lindike dazugekommen und hat dann den saudi-arabischen Vertrieb übernommen. Wir haben viele Gespräche geführt und uns dazu entschieden, dass er den Vertrieb für Acapella übernimmt, damit ich mich auf Fertigungen und Entwicklung konzentrieren kann. Wir werden den Direktverkauf einstellen und klare Strukturen etablieren, um das Unternehmen in die Zukunft zu bringen.

b_850_0_16777215_10_images_content_boulevard_26-02-13_acapella_Kasten.jpg

DS: Acapella steht also ab sofort unter deiner Führung?
RR: Ja, unter meiner Führung. Aber die ältere Generation unterstützt und berät mich noch im Hintergrund.
DS: Du hast gesagt, dass Du jedes Lautsprechermodell schon mal gefertigt und den größten Teil der Produktpalette schon überarbeitet und modernisiert hast. Wie bist Du dann darauf gekommen, Elektronik zu entwickeln?
RR: Ich hatte damals mein Maschinenbaustudium beendet und viele Lautsprechermodelle in allen möglichen Variationen gebaut und viele Versuche gemacht. Ich kam aber nie über einen gewissen Punkt hinaus, weil jede Elektronik von jedem Entwickler einen bestimmten Klang hat, eine bestimmte Art der Abstimmung, und sich auch jede Version wieder in eine andere Richtungen entwickelt. Zu Hause habe ich bei niedrigen Lautstärken gerne mit Röhrenverstärkern gehört, weil die halt total melodisch, schön klingend und fließend spielen. Wenn ich perkussive Sachen mit viel Dynamik hören wollte, habe ich dann auch Transistorverstärker benutzt. Daher wollte ich eine Kombination aus beidem, eben einen Hybridverstärker bauen. Angefangen hat es in Zusammenarbeit mit Lorenz Martensen, der auch Verstärker als Hybridgeschichten gebaut hat. Später habe ich dann angefangen, mit einem kleinen Team von Mitarbeitern zusammen eigene Schaltungen zu entwickeln. Und da sind dann diese Geräte raus entstanden.
DS: Hast Du Dir Dein elektronisches Wissen autodidaktisch erarbeitet?
RR: Ja, bei mir war es autodidaktisch. Ich arbeite aber auch eng mit einem Kollegen zusammen, der einen Master in Nachrichtenelektronik hat. Wir entwickeln die Verstärker gemeinsam.

b_850_0_16777215_10_images_content_boulevard_26-02-13_acapella_IMG_6707.jpg


  • Wiener (High End) Impressionen

    Der Umzug der wohl wichtigsten Hifi-Messe weltweit stellt nicht nur die Veranstalter, Aussteller – und Besucher? – vor neue Herausforderungen. Für uns war die Show in München in Heimspiel: Im letzten Jahr kamen fünf der sieben hifistatement.net-Teilnehmer aus München oder dem nahen Umfeld, auch wenn nicht alle Bild- oder Textbeiträge lieferten. Auch in diesem Jahr wird die Hauptlast die Berichterstattung wieder auf den Schultern von Finn Corvin Gallowsky liegen. Er hat die Aufgabe im letzten…
    04.06.2026
  • Statements in High Fidelity | Vienna Edition 2026

    My colleague Wojciech Pacuła’s magazine, highfidelity.pl, and hifistatement.net have traditionally recognised one component at each of the trade fairs in Munich and Warsaw that had impressed us over the previous six months. As High End is taking place in Vienna this year, we will henceforth be referring to the Vienna and Warsaw Edition of the Awards. Apart from the name change, there are no surprises this time. My colleague indulged his fondness for British loudspeakers…
    25.05.2026
  • Statements in High Fidelity | Vienna Edition 2026

    Das Magazin meines Kollegen Wojciech Pacuła, highfidelity.pl, und hifistatement.net zeichneten zu den Messen in München und in Warschau traditionell jeweils eine Komponente aus, die uns im vorausgegangenen Halbjahr begeisterte. Da die High End heuer in Wien stattfindet, werden wir ab sofort von der Vienna und der Warsaw Edition der Awards sprechen. Außer der Namensänderung gibt es diesmal keine Überraschungen. Der Kollege frönte seiner Vorliebe für englische Lautsprecher aus der BBC-Tradition, kürte die Harbeth mit der…
    25.05.2026
  • High End ohne Limit – ein Besuch bei Göbel High End

    Vor einem Jahr erlebte ich die Göbel Divin Comtesse bei Dirk Sommer – das kleinste Modell der Divin-Serie. Schon sie überzeugte mich klanglich. Und doch schwärmte Dirk Sommer bei dieser Gelegenheit über die geradezu unglaubliche Wiedergabe der großen Systeme, die er im Showroom von Oliver Göbel in Landshut hören durfte. Nun hat Göbel High End die Premiere seines neuen Ultra-High-End-Standlautsprechers Divin Monarque auf der kommenden High End im Juni in Wien angekündigt und hifistatement.net vorab…
    01.05.2026
  • Mal wieder in Gröbenzell: Angus Leung

    Der Besuch von Angus Leung, dem Firmenchef von WestminsterLab und Marketing-Beauftragten von Lumin, und Krey Baumgartl vom Deutschland-Vertrieb IAD vor der High ist schon fast zur Tradition geworden. Aber auch zwischen den Messen schauen die beiden glücklicherweise gern mal vorbei. Dieses Mal ging es um den Vollverstärker Omne von WestminsterLab. Wenn Ihnen der Name des Verstärkers bekannt vorkommen sollte, dürfte es daran liegen, dass hifistatement.net bereits im Februar des vergangenen Jahres über dessen Vorstellung im…
    13.03.2026
  • Interview mit Marcin Hamerla und Paweł Gorgoń, HEM

    Ende Januar hatten sich Dirk Sommer und ich mit Marcin Hamerla, HEM CEO, und Paweł Gorgoń, HEM Head of R&D, zum Interview per Teams verabredet. HEM ist das Unternehmen, das hinter der Marke Ferrum Audio steht. Roland Dietl: An USB als Audio-Verbindung scheiden sich bekanntlich die Geister. Da passt es perfekt, dass Ihr mit uns über USB sprechen wollt. Warum eigentlich? HEM:Wie Ihr wisst, werden wir in Kürze einen Streamer auf den Markt bringen. Es…
    27.02.2026

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.