Der Titel bezieht sich auf die folgende Fotogeschichte. Sie dokumentiert den Aufbau einer Hyperion und lockert das Interview optisch auf, das ich mit Richard Rudolph, dem neuen Geschäftsführer von Acapella Audio Arts, und Marc Lindike, dessen Firma Unbelievable Audio ab sofort für den weltweiten Vertrieb der Schallwandler aus Duisburg zuständig ist, führte.
Dirk Sommer: Heute ist ja der Tag, wo zum ersten Mal die neue Struktur von Acapella greift. Die Besitzverhältnisse haben sich geändert. Richard, erzähl doch bitte mal, wie es dazu gekommen ist.
Richard Rudolph: Also, ich bin von klein auf in die Firma reingewachsen. Mein Vater hat mich da schon als Kind mit einbezogen. Wir hatten immer mehrere Lautsprecher zu Hause, unter anderem eine Campagile und auch eine Celesta. Mein Vater hat mich auch schon früh zu Kunden mitgenommen. Ich habe ihn gern begleitet. Ich fand es einfach schon immer interessant, mich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Ich habe dann erstmal eine Ausbildung als Zerspanungsmechaniker gemacht und bin dann mit 19 wieder in den Betrieb zurückgekehrt. Dort habe mich in alle Produkte reingearbeitet und angefangen, mich wirklich in die Entwicklung reinzuknien. Erst habe ich das Thema mehr begleitet, dann aber bei immer mehr Facetten Verantwortung übernommen. Stück für Stück habe ich die ganze Produktpalette überarbeitet. Ich habe jeden einzelnen Lautsprecher vom Acapella schon einmal gebaut. Vor sieben Jahren haben wir uns dazu entschieden, dass ich Teilhaber der Firma werde. So hat es sich dann ergeben, dass ich immer mehr Aufgaben übernommen habe, im Vertrieb, wie auch in der Fertigung und Entwicklung. Die ältere Generation, Hermann Winters und mein Vater, hat sich dann so nach und nach immer weiter zurückgezogen. Wir haben uns gemeinsam entschlossen, die vertrieblichen Strukturen zu verändern, um das Unternehmen weiter nach vorne zu bringen. Da muss man mit der Zeit gehen. Ich persönlich muss mich auf das Thema Entwicklung und Fertigung konzentrieren können, weil es einfach mein komplettes Arbeitspensum beansprucht. Vor anderthalb, zwei Jahren ist Marc Lindike dazugekommen und hat dann den saudi-arabischen Vertrieb übernommen. Wir haben viele Gespräche geführt und uns dazu entschieden, dass er den Vertrieb für Acapella übernimmt, damit ich mich auf Fertigungen und Entwicklung konzentrieren kann. Wir werden den Direktverkauf einstellen und klare Strukturen etablieren, um das Unternehmen in die Zukunft zu bringen.
DS: Acapella steht also ab sofort unter deiner Führung?
RR: Ja, unter meiner Führung. Aber die ältere Generation unterstützt und berät mich noch im Hintergrund.
DS: Du hast gesagt, dass Du jedes Lautsprechermodell schon mal gefertigt und den größten Teil der Produktpalette schon überarbeitet und modernisiert hast. Wie bist Du dann darauf gekommen, Elektronik zu entwickeln?
RR: Ich hatte damals mein Maschinenbaustudium beendet und viele Lautsprechermodelle in allen möglichen Variationen gebaut und viele Versuche gemacht. Ich kam aber nie über einen gewissen Punkt hinaus, weil jede Elektronik von jedem Entwickler einen bestimmten Klang hat, eine bestimmte Art der Abstimmung, und sich auch jede Version wieder in eine andere Richtungen entwickelt. Zu Hause habe ich bei niedrigen Lautstärken gerne mit Röhrenverstärkern gehört, weil die halt total melodisch, schön klingend und fließend spielen. Wenn ich perkussive Sachen mit viel Dynamik hören wollte, habe ich dann auch Transistorverstärker benutzt. Daher wollte ich eine Kombination aus beidem, eben einen Hybridverstärker bauen. Angefangen hat es in Zusammenarbeit mit Lorenz Martensen, der auch Verstärker als Hybridgeschichten gebaut hat. Später habe ich dann angefangen, mit einem kleinen Team von Mitarbeitern zusammen eigene Schaltungen zu entwickeln. Und da sind dann diese Geräte raus entstanden.
DS: Hast Du Dir Dein elektronisches Wissen autodidaktisch erarbeitet?
RR: Ja, bei mir war es autodidaktisch. Ich arbeite aber auch eng mit einem Kollegen zusammen, der einen Master in Nachrichtenelektronik hat. Wir entwickeln die Verstärker gemeinsam.
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