Die Klangbibliothek 2.0 wächst (7)

01.05.2015 // Dirk Sommer

Bei der Beschreibung des grandiosen Etna war es einfach naheliegend, es mit Lyras – zumindest was den Preis anbelangt – aktuellem Spitzenmodell Atlas und dem leider nicht mehr erhältlichen Olympos zu vergleichen. Das können Sie dank unserer Klangbibliothek nun auch tun.

Auch nach über 20 Jahren finde ich es noch immer schwer, eine Komponente – oder noch schwieriger eine ganze Kette – ohne klanglichen Bezugspunkt qualitativ einzuordnen. Deswegen scheue ich auch auf Messen vor detaillierten Aussagen und höre lieber unter kontrollierten Bedingung in den heimischen vier Wänden. An ein über Jahre punktegenau funktionierendes akustisches Gedächtnis kann ich einfach nicht glauben, weswegen ich Kollegen, die für ihre Bewertungen über ein solches verfügen müss(t)en, bewundere – oder bedaure. Klar, erinnere auch ich mich noch heute daran, dass mich vor Jahren mal die ein oder andere Vorführung nachhaltig beeindruckt hat. Aber hatte ich damals gerade ein paar euphorische Minuten, war der Strom im betreffenden Netz besonders sauber oder passte die Kette einfach gut in den Raum?

Eigentlich schade, dass es nicht bei allen Komponenten Sinn macht, sich digitale Erinnerungshilfen wie diese für den Klang verschiedener Tonabnehmer zu schaffen. Außerdem könnten Sie als Leser dann viel einfacher überprüfen, ob die Vorlieben eines Autors mit den Ihren übereinstimmen. Bei einem Magazin, das von den Beitragen durchweg langjährig erfahrener Hifi-Fans und Schreiber lebt und keine Redaktionsmeinung – was immer das sein mag – vertritt, muss man einfach im Lauf der Zeit die Geschmäcker der Autoren kennenlernen, um zu wissen, wessen Empfehlungen ganz oder teilweise für einen selbst nachvollziehbar sind. So gesehen sorgt unsere Klangbibliothek auch für eine gewisse Transparenz: Mit ein paar Clicks können Sie überprüfen, ob sich der Verfasser eines Artikels im jeweiligen Fall zu schwer vermittelbarer Schwärmerei hat hinreißen lassen, sich einem großartigen Produkt allzu stoisch genähert hat oder einfach andere Prioritäten setzt als Sie selbst. Mit meiner Bewertung des Etna stelle ich mich gerne Ihrem Urteil. Wenn da auf dem Weg nur nicht eine gewisse digitale Unschärfe wäre! Trotzem viel Spaß mit dem drei Tracks und dem Etna.

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