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Computer und HiFi Teil 2: Back to the Roots - Richtig Rippen

13.03.2010 // Karl-Heinz Fink
Computer-Audio ist bequem. Titel anwählen, Startknopf drücken und los hören. Denkste. Erst müssen die Silberscheiben mal in möglichst perfekter Qualität auf die Festplatte gelangen. Sollte doch ganz einfach sein – immerhin ist die CD ja schon von sich aus „digital“. Ist aber genauer betrachtet doch nicht so einfach –  und wer später keinen Frust schieben will, braucht erst mal einen Plan.


Abb. 1
Abb. 1
Die erste Frage, die sich stellt: In welchem Format soll die Musik auf die Platte? Klar, verlustfrei muss es sein und wenig Platz auf der Festplatte soll sie verbrauchen. Ach ja, und Titel und Album samt Cover sollen natürlich auch dabei sein. Um das alles unter einen Hut zu bringen, muss die Strategie stimmen.

Sinnvoll ist es, erst einmal das eigentliche Rippen (das Kopieren der Musik von der CD auf die Festplatte) getrennt von der späteren Anwendung zu betrachten. Speichern und sichern heißt die Devise. Dazu reicht ein PC/MAC und eine möglichst große, externe USB-Festplatte ab ein Terrabyte. Die gibt es preiswert und sie dient als Zwischenlager. Als nächstes stellt sich die Frage, in welchem Format die Daten auf die Festplatte sollen. Weit verbreitet ist das WAV-Format. Es stammt aus der Windows-Welt, ist verlustfrei und unkomprimiert und alles, was irgendwie Bits und Bytes zu Musik verarbeitet, kann damit was anfangen. Nicht wenige High-Ender schwören auf WAV, und man macht damit auch nicht wirklich etwas falsch.

Allerdings hat das Format einen Pferdefuß: Es kann keine zusätzlichen Informationen wie Titel oder Interpreten innerhalb des Musikfiles speichern. Diese sogenannten Metadaten stammen ursprünglich aus der MP3-Welt und ermöglichen es, die Musiksammlung später einfach zu katalogisieren und zu organisieren.  Um später trotzdem wenigstens an ein paar Informationen zu gelangen, kann man die Musikfiles in einer bestimmten Reihenfolge auf die Festplatte kopieren. So ist es inzwischen quasi Norm, dem ersten Verzeichnis den Namen des Interpreten zu geben, im Verzeichnis darunter steht der Name des Albums und innerhalb dieses Ordners werden die einzelnen Titel entsprechend aufgeführt. Wer also vier Alben von Count Basie rippt, hat später einen Ordner namens Count Basie, darin vier Ordner mit den Namen der Alben und innerhalb jedes Album-Ordners die entsprechenden Titel. Auch das Cover des Albums wird zusammen mit den Titeln gespeichert. Es heißt in der Regel „folder.jpg“ oder „cover.jpg“ und jedes Abspielprogramm, das diese Speicherorganisation unterstützt, findet es auch.

Ordnung muss sein - Wer seine CD so abspeichert, wird seine Musik stets problemlos wiederfinden
Ordnung muss sein - Wer seine CD so abspeichert, wird seine Musik stets problemlos wiederfinden
Ein anderes, inzwischen weit verbreitetes Format ist FLAC (Free Lossless Codec). Es komprimiert die Musikdaten verlustfrei auf circa 50 Prozent der ursprünglichen Größe, ohne ihren Inhalt zu verändern und es kann deshalb ohne Qualitätsverlust eingesetzt werden. Zusätzlich erlaubt es, Metadaten einzubinden. Und wenn es dann doch was anders sein soll, lässt sich ein FLAC-File auch einfach umwandeln.

Somit eignet sich FLAC besonders gut als Anfangsformat für die externe Festplatte. Einmal gespeichert, kann jedes andere Format daraus erzeugt und je nach gewähltem Format mit oder ohne Metadaten genutzt werden. FLAC wird aber auch von vielen Playern direkt unterstützt. Linn, Naim, Logitech und viele andere geben es problemlos wieder. Nur Apple ist die unrühmliche Ausnahme und weigert sich bis heute, FLAC ohne trickreiche Modifikationen zu spielen.

Ob nun WAV- oder FLAC-Files unterschiedlich klingen, hängt sicherlich von der verwendeten Software ab. Von den gespeicherten Daten her sind beide gleich, aber das zusätzliche Rückwandeln von FLAC braucht Prozessorkapazität, was zu einem  Störungsspektrum in Computer führen kann. Wer aber FLAC als Format für die Zwischenspeicherung nutzt, macht nichts falsch und lässt sich alle Türen für das spätere Format seines Vertrauens offen.

Das kostenlose Programm MAX unter Apple konvertiert Musik in viele verschiedene Formate.
Das kostenlose Programm MAX unter Apple konvertiert Musik in viele verschiedene Formate.
Zu kompliziert, zu viel Computer? OK, es gibt auch einfachere Lösungen zum Rippen ohne Kopfschmerzen. Da wäre einmal ein Naim HDX stellvertretend für die auf dem Markt befindlichen Komplettlösungen. Das englische Universalgenie mit eingebautem Display rippt, speichert und spielt natürlich auch auf höchstem Niveau ab. Hier ist alles perfekt aufeinander abgestimmt. Zwei Festplatten kopieren sich gegenseitig über Nacht, das eingebaute CD-Laufwerk werkelt perfekt zusammen mit der Ripping-Software und nebenbei mimt das Gerät seit neuerem auch noch gleich den Server für andere Abspieler, die den UPnP (Universal Plug and Play)-Standard unterstützen. Netzwerkkabel dran, einstecken, fertig. Was unter anderem besonders beeindruckt beim HDX, ist seine Trefferquote beim Laden der nötigen Metadaten aus dem Internet. Wie bei jedem anderen Ripper liest das Laufwerk ja erst mal nur die geladene CD und sucht dann im Internet nach den passenden Daten wie Name, Titel und Album-Cover. Dafür gibt es inzwischen eine ganze Reihe von Datenbanken, die mehr oder weniger komplett sind. Manche sind frei, andere kosten Geld und sind oftmals besser bestückt.  Naim nutzt mehrere Datenbanken und schafft es so, auch exotische CD-Exemplare zu erkennen. Wer selbst mal versucht hat, fehlende Titel per Hand nachzutragen, wird eine gute Datenbankbindung auf jeden Fall zu schätzen wissen.

Alles drin – ein Naim HDX rippt, speichert, sichert Daten und spielt sie ab.
Alles drin – ein Naim HDX rippt, speichert, sichert Daten und spielt sie ab.


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