Acoustic System Int‘l Liveline Series NF- und Lautsprecherkabel

08.06.2012 // Dirk Sommer
Franck Tchang, der Erfinder der Klangschälchen, verblüfft wieder einmal mit einem recht ungewöhnlichen Ansatz: Er mischt Metalle und will mit zwei unterschiedlichen Massivdraht-Leitern fast alle Kabelprobleme lösen.
teaser


Ich weiß noch genau, wie mich die ungeheuer positiven klanglichen Auswirkungen der Schälchen in meinem Hörraum begeistert haben und welche nicht gerade freundlichen Leserreaktionen mein Bericht darüber vor nun schon acht Jahren hervorgerufen hat. Selbst Hersteller und Vertriebe, die in meinem Hörraum zu Gast waren, sparten nicht mit ironischen Kommentaren – bis sie dann selbst hörten, was die kleinen Metallschalen akustisch leisteten. Im Laufe der Zeit haben die Resonatoren dann nach und nach ihr Voodoo-Image abgelegt und werden inzwischen von den meisten Audiophilen akzeptiert. Heute kann man sich – zumindest in einschlägigen Kreisen – ruhigen Gewissens als Klangschälchen-Benutzer outen, ohne gleich von seinem Gegenüber skeptische bis mitleidige Blicke zu ernten.

Die Livelines haben einen eher moderaten Querschnitt, werden von einem schmucken Geflecht umgeben und kommen in einer schlichten Holzbox
Die Livelines haben einen eher moderaten Querschnitt, werden von einem schmucken Geflecht umgeben und kommen in einer schlichten Holzbox

Bei Franck Tchangs Kabeln besteht von Anfang an weitaus weniger Gefahr, dass ihre Nutzer in Hifi-Kreisen als auffällig gelten. Mit einem Einstiegspreis von 600 Euro für einen Meter NF-Kabel mit Cinch-Steckern sind die Livelines zwar absolut betrachtet nicht gerade billig, dürfen in der immer extremer werdenden High-End-Szene aber geradezu als preislich moderat gelten – zumindest im Umfeld einer Anlage, in dem es Sinn macht, mit einigen Klangschälchen für den letzten akustischen Feinschliff zu sorgen. Hier an die Resonatoren zu erinnern, ist übrigens keinesfalls eine Abschweifung, sondern eher eine Hinleitung auf in den Kabeln verwendeten Materialien.

Franck Tchang, der auf seiner Website provokant behauptet, er wisse nicht, wie man normale Produkte entwickelt, entschied sich, sowohl für NF-, Digital- und USB-Kabel als auch für die Lautsprecher- und die hierzulande nicht angebotenen Netzleitungen Massivdraht einzusetzen. Dabei besteht der Draht vom Verstärker zur Box oder von der Quelle zum Verstärker aus Kupfer, der für den Weg zurück aus Silber. Dies sei notwendig, um dem Kabel die notwendige Schnelligkeit zu verleihen. Am Anfang und am Ende der beiden Massivdrähte gebe es dann jeweils ein zwei Millimeter langes Stückchen Draht aus jeder der fünf Legierungen, aus denen auch die Resonatoren gefertigt werden. Obwohl Franck Tchang hier keinesfalls die Zusammensetzungen verwendet, die beispielsweise in der Schmuckindustrie oder beim Juwelier üblich sind, nennt er sie schlicht Kupfer, Silber, Gelbgold, Rotgold und Platin. Je nach Anwendungsfall variiert nicht nur der Durchmesser der Massivleiter, sondern auch die Reihenfolge der genannten Legierungen. Deren Abfolge ist auch am Anfang und Ende eines jeden Leiters keinesfalls gleich.

Die XLR-Stecker der symmetrischen Verbindung stammen von Neutrik
Die XLR-Stecker der symmetrischen Verbindung stammen von Neutrik

Ein ein Zentimeter langes Quintett aus den verschiedenen Legierungen genau in der Mitte eines jeden Massivdrahtes optimiert das Kabel dann noch weiter für seinen Einsatzzweck. So sollen beispielsweise bei einen USB- und einem Lautsprecherkabel zwar jeweils alle fünf Metallmischungen Verwendung finden, jedoch in unterschiedlicher Reihenfolge. Genauso unkonventionell nähert sich Franck Tchang dann dem Thema Stecker: Nach einer Reihe von Experimenten entschied er sich gegen so illustre Namen wie WBT und Eichmann – die er allerdings auf Kundenwunsch ebenfalls verarbeitet – und für Neutrik, bei deren Produkten er nicht nur im Verborgenen weitere Modifikationen zur Resonanzminderung vornimmt: So versieht er zum Beispiel die Hülse des Chinch-Steckers mit drei winzigen Bohrungen, und auch die massivste Stelle der an sich hohlen Bananenstecker werden je dreimal angebohrt. Sie bestehen übrigens aus zwei miteinander verschraubten Teilen, was es dem Kunden möglich macht, den Anforderungen seiner Verstärker und Boxen entsprechend das Bananen-Ende gegen sogenannte Spades auszutauschen.


  • JIB Boaacoustic Kupfer Palladium und Neutron

    JIB Germanys Kabelserie Boaacoustic ist in der Redaktion für hervorragende Verarbeitung und höchste Klangqualität inzwischen bestens bekannt und beliebt. Umso mehr freut es mich, ein Set bestehend aus einem Cinch- und einem Lautsprecherkabel aus der Kupfer Serie zu testen. Ich würde mich als Mensch mit einer ausgesprochenen Kabelliebe bezeichnen. Dies hat seinen Ursprung allerdings eher in meinem hauptberuflichen Kontext. Nach einer erfolgreichen Theatervorstellung oder einem gelungenen Konzert in Ruhe das auf der Bühne entstandene Kabelchaos…
    05.10.2018
  • Albat GP.24 Power Cable

    Den Menschen hoch im Norden unseres Landes, sagt man gern einen kühlen Kopf nach. Aus dieser Region, aus Husum, stammen die Produkte von Albat, die sich mit der Schulphysik schwerlich oder gar nicht erklären lassen. Was aber ist, wenn man ihre Wirkung wahrnimmt? Es gibt Menschen, die mögen nicht darüber reden und sich nicht diesbezüglich outen, wenn sie Dinge für sich entdeckt haben, die subjektiv klare Vorteile mit sich bringen, aber Anderen kaum nahezubringen oder…
    03.09.2018
  • JIB Boaacoustic Cable

    The Boaacustic cables' colorful unique design quickly catches your eye. This is an advantage when you want to stand out in the wide selection of cables on the market. Just what qualities are hidden beneath the colorful exteriors? Oh no! No more cables! That was my first reaction as a former sales colleague introduced me to the JIB-Boaacoustic cable assortment while I was visiting this years HighEnd trade show in Munich. I had already taken…
    20.07.2018
     
  • Transparent Audio Reference und Reference XL Digitalkabel

    Während meines Tests der Purist-Audio-Design-Kabelfamilie Genesis haben mich zwei Digitalkabel von Transparent Audio erreicht: das Reference und das Reference XL. Wie es die Namen schon vermuten lassen, handelt es dabei um die beiden hochwertigsten und teuersten Varianten. Transparent Audio bietet die digitalen Verbindungen für S/PDIF und AES/EBU an. Ich habe zum Testen die 75-Ohm-S/PDIF-Versionen in jeweils 1,5 Meter Länge bekommen. Ein wenig blass wurde ich, als mir der deutsche Vertrieb G8 & friends die Preise…
    20.04.2018
  • Purist Audio Design Genesis

    Die Purist-Audio-Design-Kabelfamilie Genesis hat mich dazu bewogen, nach Jahren wieder einmal Kabel zu testen. Warum? Zum einen ist es um diese amerikanische Kabel in Deutschland recht ruhig geworden und zum anderen befinden sie sich in einer Preisklasse, die mir sympathisch ist. Beides zusammen hat mein Interesse geweckt. Die Firma Purist Audio Design ist in Texas beheimatet und fertigt schon seit über 30 Jahren Kabel. Für den Test haben wir die zweitgünstigste Produktlinie gewählt, die laut…
    26.03.2018
  • QED Supremus

    QED Kabel gibt es seit vielen Jahrzehnten, genau seit 1973. Das Sortiment ist umfangreich und das Renommee geprägt von Qualität zu vernünftigen Preisen. Im vergangenen Jahr stellte QED sein neues Spitzen-Modell unter den Lautsprecherkabeln vor, getauft auf den verheißungsvollen Namen Supremus. Im Lateinischen bedeutet Supremus der Oberste. Somit ist mit dem Namen des neuen QED LS-Kabels der Anspruch klar definiert. Das Supremus krönt künftig das QED Kabel-Portfolio. Bis dahin hatte über Jahre das QED Genesis…
    20.03.2018
 
 
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok Ablehnen