tests/13-07-26_valvet
 

Valvet E1r, A3.5 MKII und L2

26.07.2013 // Amré Ibrahim
Die Lobeshymnen eines  mir befreundeten Kollegen aus den USA gaben den längst überfälligen Impuls. Bis zu diesem Zeitpunkt schwirrte mir der Name „Valvet“ immer mal wieder durch den Kopf – ohne wirklich etwas damit anzufangen. Eine audiophil schwer wiegende Nachlässigkeit – wie sich schnell herausstellen sollte.
teaser


DREI AUF EINEN STREICH: VALVET E1R (OBEN RECHTS), A3.5 (MITTE) UND VALVET L2 (SILBER)
DREI AUF EINEN STREICH: VALVET E1R (OBEN RECHTS), A3.5 (MITTE) UND VALVET L2 (SILBER)

Da ist man der Ansicht, man hätte schon vieles gehört und wüsste gut Bescheid. Man wähnt sich selbstkritisch, weltoffen – und muss doch immer wieder feststellen, dass etwas in einem verzweifelt an Vorurteilen festhalten will. In dieser Erkenntnis liegt nicht unbedingt ein Quantum Trost. Mit dem Namen „Valvet“ bin ich in den letzten Jahren immer wieder in Berührung gekommen: über das Hörensagen, die hiesige Presse und so weiter… Obwohl ich der Meinung bin, dass sowohl Röhren- als auch Transistorenwege nach Rom führen, bin ich als bekennender Röhrensympathisant einem sich bei mir hartnäckig haltenden Ressentiment aufgesessen: Bezahlbares High-End ist über Röhren – genauer Trioden – zielführender realisierbar als über Transistorschaltungen. Diese zugegebenermaßen sehr, sehr subjektive Ansicht, die ausschließlich auf meinem ureigenen, persönlichen Hörgeschmack fußt, wird jetzt sicherlich zu empörten Aufschreien führen. Mir sind bis dato jedenfalls selten Transistorgerätschaften in die Hände gefallen, denen der so von mir geliebte Trioden-Charme zueigen war und die dennoch bezahlbar – was immer jeder von uns darunter verstehen mag – blieben. Ich verfolge eine sehr simple Philosophie bei der Auswahl von Audiokomponenten: Ich muss sie mir leisten können! Dies bedeutet nicht, dass ich Verstärkerelektronik oder Lautsprecher, so teuer wie ein Einfamilienhaus, ablehne. Nein, ich habe einfach kein Budget für derlei bombastische Hörgenüsse – sofern es sich wirklich um solche handelt. Bei mir muss das Prinzip „Schuster bleib bei deinen Leisten“ gelten. Dieses Prinzip ist auch meine Antriebsfeder bei der stetigen Suche nach dem Besseren für kleineres Geld. Nicht, dass Ihnen jetzt die Tränen kommen – so eng ist mein finanzieller Rahmen dann auch wieder nicht.

DER MIX MACHT’S: SORGFÄLTIG UND NACH KLANGLICHEN, ZUVERLÄSSIGKEITS- UND SICHERHEITSASPEKTEN SELEKTIERTE BAUTEILEMISCHUNG
DER MIX MACHT’S: SORGFÄLTIG UND NACH KLANGLICHEN, ZUVERLÄSSIGKEITS- UND SICHERHEITSASPEKTEN SELEKTIERTE BAUTEILEMISCHUNG

Ein Freund von mir, Rezensent eines amerikanischen High-End-Magazins und Besitzer einer nahezu identischen Kette, legte sich die Valvet E1r für seinen Verstärkerfuhrpark zu. Da er seine offenen Schallwände gewöhnlich mit einem klassischen 300B-Amp im Single-Ended-Modus treibt, ließ mich seine neue Investition sehr hellhörig werden. Der Kontakt zu Knut Cornils, der schöpferischen Kraft hinter Valvet, war schnell geknöpft. Vielleicht habe ich bei meinen Begegnungen mit Entwicklern, die – man mag es oft kaum für möglich halten – auch nur Menschen sind, viel Glück gehabt. Meistens handelte es sich bei dieser Spezies um leidenschaftliche und sehr von ihrer Sache überzeugte Zeitgenossen. So auch Knut Cornils, der mich zudem durch eine inspirierend herzliche und offene Art begeisterte.

Das Produktportfolio von Valvet teilt sich in zwei Serien – Bricks und Blocks –, die auch einige Freiheiten in Sachen Customizing zulassen: So können Gehäusefronten, Seitenteile oder Kühlkörper neben dem Schwarz- oder Silber-Standard in diversen Farben bestellt werden – selbstverständlich gegen einen kleinen Aufpreis. Eine Aufrüstung von RCA-Buchsen oder Lautsprecher-Terminals mit WBT Nextgen als Kupfer- oder Silberausführung ist ebenso möglich wie andersfarbige Beleuchtungen des Valvet-„V“-Logos. Sollte man RCA-Buchsen oder Terminals anderer Hersteller wünschen, wird sich Knut Cornils gewiss gesprächsbereit zeigen. Nicht gesprächsbereit respektive kompromisslos zeigt er sich hinsichtlich der elektrischen Sicherheit seiner Geräte – diese besitze oberste Priorität.


  • CanEVER AUDIO La Scala Power Amp

    You may remember the ZeroUnoDAC and the ZeroUno PLUS looking like a small, tubed power amp, which inspired me a lot. Now, CanEVER Audio has expanded its product portfolio through offering a real power amp – the LaScala, beside which both ZeroUnos looks really dainty. The story started at the beginning of 2017 when I met Mario Canever and Rainer Israel from CanEVER Audio during a business lunch. Back then, both presented the ZeroUno PLUS…
    22.03.2019
  • CanEVER AUDIO La Scala Power Amp

    Sie erinnern sich vielleicht noch an den ZeroUno, den DAC, der aussieht wie eine kleine Röhrenendstufe und der mich restlos begeistert hatte. Nun hat CanEVER Audio nachgelegt und mit dem La Scala Power Amp wirklich eine Endstufe gebaut und daneben der wirkt der ZeroUno dann geradezu zierlich. Die Geschichte beginnt vor etwa eineinhalb Jahren, als ich mich mit Mario Canever und Rainer Israel vom deutschen Vertrieb gelegentlich der Vorstellung des ZeroUno Plus zu einem Abendessen…
    30.11.2018
  • Crayon Audio CIA-1

    Als ich nach längerer Abstinenz vom Testerdasein mal wieder einen Anruf vom Chefredakteur bekam, ob ich nicht mal einen Crayon „machen“ möchte, habe ich spontan zugesagt. Den Verstärkerkreationen aus dem Steyrischen eilt ein sehr musikalischer Ruf voraus, und viele Nutzer äußern sich geradezu euphorisch über die zurückhaltend gestalteten Geräte. Auch der Kollege Kemper zeigte sich sehr angetan von dem CFA-1.2. So präsentiert sich auch der kleinste Vollverstärker mit der neckischen Bezeichnung CIA-1 – nein, ich…
    25.06.2018
     
  • Bakoon AMP-41

    Ich gebe gerne zu: ich hätte mich wohl kaum mit dem Bakoon AMP-41 beschäftigt, wenn ich nicht letztes Jahr von dem DAC aus gleichem Hause so beeindruckt gewesen wäre. Mit der Gerätegattung Vollverstärker verbinde ich irgendwie immer Sparmaßnahmen. Ein Vorurteil – gewiss, denn das Konzept hat auch seine Vorteile. Und beim Bakoon AMP-41 ist sowieso alles anders. Wenn Sie einen Verstärker nach den äußeren Abmessungen, der Größe der Kühlkörper oder der Leistung beurteilen, sollten Sie…
    08.06.2018
  • Bohne Audio BB-10

    Wie man hört, stattete ein deutscher Milliardär seine Sommerresidenz in Italien mit einem großen, aktiven Bohne-Audio-System aus. Jetzt kam ich in den Genuss, für Hifistatement das brandneue, größere der beiden Einstiegsmodelle von Bohne Audio, die BB-10, zu testen. Jörg Bohne, den Chef von Bohne Audio, kann man in keine Schublade stecken. Dazu ist er einfach zu facettenreich und immer für eine Überraschung gut. Er sagt von sich selbst nicht ohne einen Ansatz von Ironie, dass…
    24.04.2018
  • Accustic Arts Power I MK 4 und Player I

    Nach langer Testabstinenz, ausgelöst durch berufliche Veränderung und Umzug, hatte ich das Vergnügen, in den letzten Wochen die Kombination aus dem Vollverstärker Power I MK 4 und dem CD-Spieler Player I von Accustic Arts zu testen. Sie haben richtig gelesen, auch wenn ich damit vorgreife: Es war ein Vergnügen! Aber jetzt erst einmal zu den technischen Details. Bei beiden Geräten fällt gleich nach dem Auspacken auf, dass sie zum einen ordentliches Gewicht aufweisen und zum…
    19.01.2018
 
 
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok Ablehnen