Audiobyte Black Dragon und Hydra Z

19.01.2015 // Matthias Jung

Der Markt an hochwertigen Wandlern ist inzwischen erfreulich groß. Wer in diesem Umfeld herausstechen möchte, muss schon etwas Besonderes bieten können. Audiobyte aus Rumänien schickt neben der USB-Bridge Hydra Z den DSD-DAC Black Dragon in den Kampf um die Plätze an der Sonne.

Als sich der digitale DSD-DAC-Vorverstärker/Kopfhörerverstärker Black Dragon nebst USB-Bridge Hydra Z von Audiobyte ankündigten, nahm ich die Botschaft mit gemischten Gefühlen auf. Tests von Wandlern finde ich immer besonders knifflig. Zum einen sind die anzustellenden Vergleiche aufgrund der in der Regel zahlreichen Anschlussmöglichkeiten sehr vielfältig, zum anderen – machen wir uns nichts vor – die Unterschiede zu anderem Digitalequipment oftmals nur in Nuancen vorhanden, die erst mal angemessen in Worte gefasst werden wollen. Allein die Möglichkeit, einen integrierten gegen einen externen Wandler direkt am Verstärker umschalten und abhören zu können, lässt einen manchmal glauben, mit Taubheit geschlagen zu sein.

Audiobyte stammt aus Rumänien und hat mit gerade mal zwei Produkten ein eher überschaubares Portfolio. Wenn schon wenig, dann aber richtig, scheinen sich die Entwickler gesagt zu haben. Der Black Dragon ist DAC, digitaler Vorverstärker und Kopfhörerverstärker in einem und kostet 1595 Euro. Optisch heutzutage etwas ungewohnt die Ausführung mit großer LED-Anzeige, die mittig in der gebürsteten schwarzen Aluminiumfront angeordnet ist. Daneben gibt es gerade mal drei Schalter. Auf der Rückseite finden sich dagegen Anschlüsse zuhauf: als Eingänge USB, natürlich asynchron, S/PDIF Coaxial, AES/EBU und I2S/DSD über HDMI. Ausgang finden die Signale vollsymmetrisch über XLR, Cinch oder über den Kopfhöreranschluss.

Der jeweilige Betriebszustand, Lautstärke und Quellenwahl werden über das große Display auf der Front unzweifelhaft präsentiert
Der jeweilige Betriebszustand, Lautstärke und Quellenwahl werden über das große Display auf der Front unzweifelhaft präsentiert

Richtig opulent wird es dann im Inneren des Gerätes. Getrennte Stromversorgung für Digital- und Analogsektion? Klar. Üppige Siebkapazitäten? Geschenkt in der Preisklasse. Der Blick auf die diskret und liebevoll aufgebaute Ausgangsstufe lässt schon mal ahnen, dass an der Stelle kein Flaschenhals besteht. Wie oft bleiben die sorgsam gepäppelten und gehätschelten Digitalsignale in mäßig gemachten Ausgängen hängen? Eben!

Strom satt für Linearnetzteile mit insgesamt elf Regel-ICs für Digital- und Analogsektion, 50.000 µF Siebkapazität reichen an sich auch für Verstärker
Strom satt für Linearnetzteile mit insgesamt elf Regel-ICs für Digital- und Analogsektion, 50.000 µF Siebkapazität reichen an sich auch für Verstärker

Die Lautstärkeregelung des Dragon ist digital und und garantiert absolute Kanalgleichheit. Der Regelbereich in Stufen von 1 bis 127 ist ausreichend fein, das volle Signal entspricht in etwa der Ausgangsspannung eines normalen CD-Players und ist genau richtig zum Anschluss an einen Hochpegeleingang. Bedient werden kann nicht viel. Neben der Quelle kann die Lautstärke und das Upsamplen eingestellt werden. Das Umstellen einer Quelle bei anliegendem Signal quittiert der Audiobyte mit einem kleinen Klick.


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