tests/18-04-20_transparentaudio
 

Transparent Audio Reference und Reference XL Digitalkabel

20.04.2018 // Jörg-Peter Schimmel und Wolfgang Kemper

An dieser Stelle möchte ich jetzt gern Wolfgang Kempers Eindrücke im O-Ton einfügen. Lesen Sie einfach selbst: „Ich war nicht wenig überrascht, als ich die beiden S/PDIF-Leitungen von Transparent Audio in meine Anlage integrierte. Sie fanden ihren Platz zwischen meinem Primare DVD30 Laufwerk und meine D/A-Wandlern von Sonic Frontiers SFD-1oder Antelope Zodiac plus. Mein aktueller Maßstab in Sachen digitaler Verbindung ist für mich das Boaacoustic Silver Digital Carbon. Sowohl dieses S/PDIF als auch sein AES/EBU Gegenstück charakterisieren sich durch prachtvolle Klangfarben. Beide Kabel stellen sich erfolgreich möglichen digitalen Schärfen oder Härten entgegen und gestalten in ihrer Tonalität die Musik warm und abgerundet. Als zusätzliche Referenz dient mir zudem ein Sommer-Cable Carbokab AES/EBU.

Das Transparent Reference klingt verglichen mit dem Boaacoustic deutlich weniger warm und öffnet die Raum-Darstellung merklich. Da stellt sich die Frage, was besser gefällt. In meinen Konfigurationen konnte ich beiden Kabeln Positives abgewinnen: Das eine glänzt mit seinen warmen, intensiven Klangfarben, das andere mit seiner überlegenen räumlichen Offenheit mit präzisen Strukturen. Nach langem Hören von CDs unterschiedlicher Genres gefiel mir das Transparent zunehmend besser. Denn im direkten Vergleich wirkte das Boaacoustic gedeckt und nicht so frei. Hier stehen zwei Klangwelten direkt gegenüber und ich bin froh, hier nicht entscheiden zu müssen. Das Sommer Cable stand tonal zwischen den beiden, wirkt aber im Vergleich irgendwie langweilig. Denn es konnte mit keinem eigenen Reiz aufwarten, weder mit einer dem Boaacoustic annähernd ähnlichen Farb-Opulenz noch mit der Offenheit und Genauigkeit des Transparent.

Das graue, teurere Transparent Audio Reference XL ist deutlich dicker als das rote Reference, bleibt dabei aber recht flexibel, so dass es sich genauso gut verlegen lässt wie das dünnere Reference
Das graue, teurere Transparent Audio Reference XL ist deutlich dicker als das rote Reference, bleibt dabei aber recht flexibel, so dass es sich genauso gut verlegen lässt wie das dünnere Reference

Die Beschäftigung mit dem Transparent Reference XL lässt dann alle bisherigen Überlegungen nebensächlich werden – einzig der Preis sorgt für Schluckbeschwerden: Hier habe ich wirklich das Gefühl, die audiophile Himmelstür zu durchschreiten. Denn im Vergleich zum halb so teuren Mitbewerber aus eigenem Hause bildet sich sofort der Eindruck, dass jetzt musikalisch alles richtig ist. Weite Räumlichkeit kombiniert das große Transparent-Audio mit einer mir bis dato in dieser Kabel-Sparte nicht begegneten Griffigkeit von Instrumenten und Sängern oder Sängerinnen. Viel mehr Körperhaftigkeit und gleichzeitig enorme Detail-Präzision heben das XL hervor. Ungekannt viele Feinheiten werden herausgearbeitet und hörbar. Da ist jeder Schritt rückwärts um des Vergleichens willen überflüssig. Dieses Kabel besticht mit seinem Informations-Reichtum, seiner Klarheit und einer damit einhergehenden Reinheit. Man muss schon eine schlecht aufgenommene CD einlegen, damit sich hier sich irgendeine digitale Härte einschleicht. Aber selbst dies ist mit dem XL erträglich. Das Kabel gefällt unter allen Aspekten. Die Klangfarben sind zwar weniger opulent als beim Boaacoustic. Dies ist jedoch kein Defizit, da das XK die tonalen Frben nicht weniger glaubwürdig gestaltet und eher das Gefühl hinterlässt, dass das Boaacoustic etwas zu dick aufträgt. Gleichzeitig überzeugt das Transparent mit mehr Feinheiten bei erheblich verbesserter räumlicher Abbildung. Die Abwesenheit von nervenden Artefakten bei dieser Offenheit und der klaren Reproduktion überzeugt völlig. Die spannungsreiche und rhythmisch mitnehmende Musikalität des großen Transparent Audio fasziniert und bereitet ungemeines Hör-Vergnügen.“ Ich denke, dem ist nichts mehr hinzuzufügen…


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