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Keces Ephono+

23.12.2025 // Dirk Sommer

Nein, ich werde mich ab sofort nicht mehr nur mit günstigen Hifi-Komponenten beschäftigen, auch wenn durch den Test des erschwinglichen Eversolo DAC-Z10 und des Ephono+ der Eindruck entstehen konnte. Denn obwohl Keces der Signalverarbeitung und dem Netzteil je ein eigenes Gehäuse spendiert, ist die Phonostufe für gerade einmal 1.200 Euro zu haben.

Ich habe zwar gegenüber Komponenten mit moderaten Preisen genau so wenig Berührungsängste wie gegenüber solchen mit exorbitant hohen – wie sich Anfang des nächsten Jahres zeigen wird. Für die Beschäftigung mit dem Ephono+ gibt es aber einen viel zwingenderen Grund: Keces hat auch bei seinem neuen Einstiegsmodell unter den Phonostufen wie schon beim mit dem Statement in High Fidelity-Award ausgezeichneten Vorverstärker S4 einen Eingang für photoelektrische Tonabnehmer von DS Audio integriert. Momentan bin ich der einzige Autor im hifistatement-Team der über ein solches System verfügt. Den Test der Keces-Vorstufe habe ich mir deshalb mit dem Kollegen Carsten Bussler geteilt, weil der zum einen mit Geräten dieser Preisregion vertrauter ist als ich und zweitens im Gegensatz zu mir auch MM-Tonabnehmer sein eigen nennt. Einen solchen kann ich zwar immer noch nicht vorweisen, dafür allerdings das Ortofon SPU GTX E, wie alle SPUs ein Moving-Coil-System, das aber dank des eingebauten Übertragers für den Anschluss an einen MM-Eingang ausgelegt ist. Außerdem habe ich die beiden Keces-Phonovorverstärker, den Ephono und den Sphono seit den Tests vor einigen Jahren noch in bester Erinnerung.

Signalverarbeitung und Netzteil sind jeweils in eigenen, sehr gut verarbeiteten Gehäusen untergebracht
Signalverarbeitung und Netzteil sind jeweils in eigenen, sehr gut verarbeiteten Gehäusen untergebracht

Weniger gerne erinnere mich an die recht spärlichen Produktinformationen zu den beiden Geräten. Erwartungsgemäß teilt Keces auch zum Ephono+ keine Fülle von technischen Details mit. Dass zum Ephono+-Set ein externes Netzteil gehört, das Störungen minimieren und den Fremdspannungsabstand verbessern soll, sieht man auf den ersten Blick, nicht aber, dass es die signalverarbeitende Schaltung mit plus/minus 24 Volt versorgt, die für ausreichend Headroom gut sind, und mit einem Überhitzungsschutz ausgestattet ist. Wer sich schon länger mit Keces-Produkten beschäftigt, dürfte auch wissen, dass die Firma anfangs ausschließlich Netztransformatoren fertigte. Der hier eingesetzte H-Sonic™-Ringkerntransformator wurde selbstverständlich ebenfalls von Keces entwickelt und hergestellt. Anders als beim Sphono gibt es hier nur drei Abschlussimpedanzen für MC-Tonabnehmer: 56, 100 und 220 Ohm. Die Umschaltung zwischen MM- und MC-Verstärkung geschieht – recht ungewöhnlich – mit demselben Schiebeschalter auf der Geräterückseite, mit dem man auch die Impedanzen wählt. Die Kapazität am MM-Eingang beträgt 100 Pikofarad. Der Verstärkungsfaktor lässt sich getrennt für den DS-Audio- und den MM/MC-Eingang frontseitig um sechs Dezibel erhöhen. Nach meinigen bisherigen Erfahrungen mit dem DS Audio W3 kann bei dieser Tonabnehmerart ein Subsonic-Filter durchaus sinnvoll sein. Das bietet natürlich auch der Ephono+.

Rechts auf der Frontplatte befinden sich die Schalter für die Wahl zwischen photoelektrischem und MM- respektive MC-Eingang und das Subsonic-Filter
Rechts auf der Frontplatte befinden sich die Schalter für die Wahl zwischen photoelektrischem und MM- respektive MC-Eingang und das Subsonic-Filter


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