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Auralic Leo GX Premium

16.07.2018 // Dirk Sommer

Als digital affiner Audiophiler hat man gelernt, wie entscheidend eine stabile Zeitbasis für die Wiedergabe von CDs und Files sein kann. Im Gehäuse des Leo findet aber nicht nur eine hochpräzise Clock Platz, sondern deren zwei. Dennoch dürfte Auralics Leo ein Vergnügen für wenige Glückliche bleiben. Und das liegt nicht vorrangig an seinem Preis.

In seinem Artikel über Mutecs klanglich voll überzeugende REF 10, eine Clock die leider nur bei Wandlern oder Re-Clockern mit Zehn-Megahertz-Eingang eingesetzt werden kann, hat Roland Dietl den Unterschied zwischen einem Referenztaktgenerator wie dem Mutec und einer Word-Clock klar herausgearbeitet: In Verbindung mit dem ersten werden auf Basis des Zehn-Megahertz-Signals mit Hilfe digitaler Frequenz-Synthese im Wandler die von ihm benötigten Frequenzen – Vielfache der beiden Abtastraten 44,1 und 48 Kilohertz – erzeugt. Der Word-Clock-Eingang hingegen, den man heute noch etwas häufiger findet als den für zehn Megahertz, fordert exakt die Taktraten, mit denen auch das Musiksignal abgetastet wurde. Die werden dann im Wandler oder Re-Clocker multipliziert, um die Frequenzen zu erhalten, derer er bedarf. Der Kollege nannte als Beispiel einen als Delta-Sigma-Wandler arbeitenden, 512-fach überabtastenden DAC-Chip, der Zeitbasen von 22,5792 Megahertz für auf 44,1 Kilohertz und einem Vielfachen davon basierenden CDs und Files oder 24,5760 Megahertz für solche aus der 48 Kilohertz-Familie nutzt.

Oben im Display wird angezeigt, dass die Quarze in den beiden Clocks des Leo auf Betriebstemperatur gebracht werden. In etwas mehr als 53 Minuten wird der Vorgang dann abgeschlossen sein
Oben im Display wird angezeigt, dass die Quarze in den beiden Clocks des Leo auf Betriebstemperatur gebracht werden. In etwas mehr als 53 Minuten wird der Vorgang dann abgeschlossen sein

Beim Leo GX entschied sich Auralic-Chef Xuanqian Wang für einen dritten Weg, den er „Direct to DAC“ nennt: Er konstruierte die Clock allein für den neusten Wandler im Auralic-Portfolio, den Vega G2. Dessen DAC-Chip bekommt vom Leo G2 exakt die Frequenzen zur Verfügung gestellt, die er für seine Arbeit braucht. Die Taktraten werden im Vega G2 also weder wie bei Verwendung einer Zehn-Megahertz-Clock in digitaler Frequenz-Synthese erzeugt noch durch Multiplizieren aus dem Word-Clock-Signal gewonnen. Alle Wandler-internen Schaltungen, die mit der Taktung zu tun haben, werden umgangen. Es finden daher keine Umrechnungen des angelieferten Clock-Signals im Wandler mehr statt, was so gut wie alle möglichen Stör- und Fehlerquellen ausschließen und eine besonders exakte Taktung garantieren soll. Xuanqian Wangs sehr konsequente Lösung für die bestmögliche Taktung schließt aber – wie erwähnt – aus, dass der Auralic Leo auch mit Wandlern oder Streamern anderer Firmen kompatibel ist, womit der Kreis potentieller Leo-Kunden auf Vega-G2-Besitzer eingeschränkt wird. Noch einen Schritt konsequenter als eine speziell für den Vega ausgelegte Clock wäre es natürlich, Wandler und Clock in einem Gehäuse unterzubringen. Dabei entstünden jedoch allein schon für die Konstruktion und Fertigung eines neuen, größeren Gehäuses deutlich höhere Kosten als bei der Nutzung je eines Unity-Gehäuses für Clock und Wandler. Auch könnte der Kunde nicht erst in einen DAC investieren und ihn dann später ohne Wertverlust durch die Clock deutlich aufwerten. So gesehen macht die Zweiteilung von Wandler und Clock dann doch Sinn.

Das Taktsignal wird über die MCK-Buchsen vom Leo ausgegeben und vom Vega empfangen. Die LAN-Buchse des Leo erlaubt Software-Updates
Das Taktsignal wird über die MCK-Buchsen vom Leo ausgegeben und vom Vega empfangen. Die LAN-Buchse des Leo erlaubt Software-Updates


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